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Hallenfussball

Erverdi-Cup 2019 – Der große Nachbericht

Der Titelverteidiger verteidigt den Pokal. Das ist die Quintessenz der 13. Auflage vom Erverdi-Cup, der hochkarätige Vertreter aus der Region zu einem Budenzauber eingeladen hat.

Post TSV Detmold gewinnt die Generalprobe

Erverdi-Cup 2019 (hk). Richtig angetan zeigt sich SC-Coach Erhan Eksioglu von diesem Wettbewerb, schwärmt er doch via Lippe-Kick: „Ein klasse Turnier mit vollen Rängen. Tolle Spiele und echt klasse Mannschaften. Die Zuschauer waren von dem Turnier begeistert“, haben die Indoor-Zocker allerbeste Unterhaltung geboten. Dass dieses Traditions-Turnier zwischen die lippische Hallenmeisterschaft geschoben wurde, hat sich als hervorragende Entscheidung herauskristallisiert, denn Eksioglu macht deutlich: „Alle beteiligten Mannschaften sind mit Bestbesetzung angereist.“ Und: „Die Spiele sind sehr spannend gewesen.“ Auch Hiddesen/Heidenoldendorf-Trainer Markus Rüschenpöhler pflichtet ihm bei: „Das hatte einen sportlichen Wert.“

 

Von Henning Klefisch

 

Gruppe A

Türkischer SV Horn
SVE Jerxen/Orbke
SG Hiddesen/Heidenoldendorf
Blomberger SV
FC Nieheim

 

Hossa, das war einfach mal eine äußerst edle Vorrunde für die SG Hiddesen/Heidenoldendorf, die in den ersten vier Partien kein einziges Mal als Verlierer das Spielfeld verlassen muss. Jeweils zwei Siege und zwei Remis bleiben als Zwischenresultat bestehen. Im Premieren-Match wird der Blomberger SV mit 2:1 in die Knie gezwungen. Ein wahrer Torrausch folgt in der sportlichen Auseinandersetzung mit dem SV Eintracht Jerxen/Orbke, der beim 6:1 klar das Nachsehen hat. „Das Ergebnis hätte deutlich höher ausfallen können oder müssen“, so SG-Coach Markus Rüschenpöhler gegenüber Lippe-Kick. Es folgt ein 3:3 gegen den Türkischen SV Horn, trotz eines deutlichen Rückstandes. In einer chancenarmen Partie gibt es abschließend ein 0:0 gegen den klassenhöheren Kontrahenten aus Nieheim. Wegen der besseren Tordifferenz sichert sich die SG Hiddesen/Heidenoldendorf den Spitzenplatz in dieser Gruppe. Nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte befinden sich die Nieheim-Kicker, denn der Vorabend war glückselig, aber auch anstrengend. Bekanntlich hatte man ein schönes Happening mit der vereinsinternen Weihnachts-Party. Fänger Rudi Pisarenko kann dies bestätigen, sagt er doch im Lippe-Kick-Gespräch: „Wir sind wie erwartet gut angeschlagen von der Weihnachtsfeier angetreten und haben uns auch so präsentiert.“ In den ersten vier Partien hat sich der Favorit allerdings nicht gerade überanstrengt, räumt er doch unverdrossen ein: „In der Gruppenphase haben wir das Nötigste getan, um weiterzukommen.“

 

„Fühlen uns gut gerüstet“

 

Eine sehr ordentliche Darbietung bietet der Türkische SV Horn, der trotz sieben Punkten als Gruppen-Dritter knapp den Sprung in die begehrte Turnierphase verpasst. TSV-Trainer Thorsten Schmiech bedauert dies, doch ist ganz fasziniert von dem Wettkampf allgemein: „Es war ein hochbesetztes und hochklassiges Turnier.“ Obwohl das Ausscheiden in der Vorrunde auf den ersten Blick einer großen Enttäuschung gleichkommt, werden wichtige Erkenntnisse gesammelt, die für weitere Hallenturniere sehr wertvoll sein können. Fast schon fahrlässig werden weitere Zähler ohne Glück verpasst. Beim 3:3-Remis gegen Hiddesen/Heidenoldendorf und erst recht beim 2:3 gegen Nieheim hätten die Egge-Kicker mehr verdient gehabt. Beim Budenzauber sollte der Faktor Glück auch nie unterschätzt werden, werden auch kleine Defizite konsequent bestraft. Bei Schmiech übertrumpft die Zufriedenheit: „Wir fühlen uns für die Zwischenrunde im LZ-Cup gut gerüstet und möchten Türkgücü Detmold nochmal ein großes Kompliment für die tolle Organisation aussprechen“, schmunzelt er gegenüber Lippe-Kick.

 

Wichtige Erkenntnis für den SVE

 

Nicht gerade unvermittelt kommt für den SVE-Coach Marco Schlobinski, dass das Teilnehmerfeld „stark“ gewesen ist. Nur im Aufeinandertreffen mit dem Lokal-Rivalen und Bezirksliga-Aufsteiger SG Hiddesen/Heidenoldendorf haben die „Junx“ keine wirkliche Möglichkeit. Gegen den Liga-Rivalen Türkischer SV Horn führt die Eintracht über einen längeren Zeitraum mit 2:0. Es folgt ein Erfolg gegen Blomberg und ein Remis nach einer sehr anständigen Performance gegen den Landesligisten FC Nieheim. Zugleich dient dieses Turnier auch als Experimentiermöglichkeit für den kommenden Sonntag: „Wir wollten das mit dem fliegenden Fänger probieren. Also bin ich mit dem Turnier zufrieden.“ Selbst den A-Junioren bescheinigt er eine „ordentliche“ Vorstellung. Nicht zu verachten: „Auch die anderen haben Dinge probieren können.“ Ein Schatten wird auf diesen Auftritt jedoch aus SVE-Sicht geworfen, hat sich Maximilian Waschkies verletzt. Unklar, ob er bis zur Zwischenrunde wieder einsatzfähig ist.
Weniger geht nicht. Null Punkte aus vier Spielen, das ist eine extrem ausbaufähige Bilanz für den Blomberger SV, der dennoch nicht deprimiert sein möchte. „Wir hängen das nicht zu hoch“, ordnet BSV-Trainer Mike Winkler die Sachlage vernünftig ein. Völlig überraschend kommt dies für ihn keineswegs, sagt er doch innerlich gewappnet: „Dass wir da einiges gegenüber anderen Teams aufarbeiten müssen, ist uns nach der LZ-Vorrunde ja schon bekannt. Im neuen Jahr versuchen wir es dann besser zu machen“, genießt bei den Nelkenstädtern nunmehr der Jahreswechsel eindeutig Priorität.

 

Gruppe B

 

Post TSV Detmold
SF Berlebeck/Heiligenkirchen
TuS Horn-Bad Meinberg
FC Augustdorf
SC Türkgücü Detmold

 

 

Mit viel fußballerischer Klasse und ganz viel Selbstvertrauen ausgestattet, hat der Post TSV Detmold den diesjährigen Erverdi-Cup als ansprechende Bewährungsprobe vor der Zwischenrunde der lippischen Hallenmeisterschaften betrachtet. Bis auf das torlose Remis gegen den FC Augustdorf beenden die Detmolder sämtliche Partien als Sieger. „Wir haben uns vorgenommen, dass wir hinten mal die Null halten“, erklärt der Detmold-Kicker Tobias Gatzke gegenüber Lippe-Kick. Der Hintergrund: Zuvor kassieren die Residenzler in jedem Spiel trotz all der Offensivpower ständig Gegentore, was für Coach Ralf Brokmann mehr als ärgerlich ist. In Summe allerdings löst der Post TSV Detmold das Ticket für die K.o.-Runde extrem souverän, agiert im Stile einer Spitzenmannschaft.

 

„Sind grundsätzlich zufrieden“

 

So ganz langsam in das Turnier hineinkommen muss der FC Augustdorf, der sich in der Gruppenphase noch sehr schwertut, sich dann aber mit dem Fortlauf der Partien steigert. Vielleicht liegt das auch daran, dass im Vergleich zur Vorrunde bei den lippischen Hallenmeisterschaften gleich sechs Akteure fehlen. „Wir sind grundsätzlich zufrieden”, meint Heymann. Nach diesem hochkarätig besetzten Wettbewerb, in dem die Senne-Kicker ausgiebig gefordert werden, wird heute Abend unter dem Hallendach geprobt, um sich angemessen auf die nahende Zwischenrunde vorzubereiten. FCA-Coach Matthias Heymann sagt zudem: „Vielen Dank auch an Türkgücü Detmold, die das Turnier wie immer sehr gut organisiert haben“, fühlt der FC Augustdorf sich als Gast an diesem Tag sehr willkommen.

 

Beim TuS fehlt nie viel

 

Nicht gerade in Plauderlaune befindet sich Berlebeck/Heiligenkirchen-Obmann Matthias Kuhlmann, wenn er zusammenfasst: „Es war eine schöne Veranstaltung. Wir haben eine ordentliche Leistung geboten, ich bin zufrieden“, auch wenn für die Sportfreunde bereits in der Vorrunde Endstation gewesen ist. Der TuS Horn-Bad Meinberg hat einige Personal-Ressourcen genutzt, tritt mit einer gemischten Mannschaft aus Spielern der ersten und zweiten Mannschaft an. Coach Sascha Möller fühlt sich leistungsmäßig von seinem Team ganz und gar nicht betrogen, respektiert sogar die eigene Leistung, als er sagt: „Wir haben eigentlich ganz gut gespielt, aber hatten das Pech an den Füßen und haben jeden kleinen Fehler bestraft bekommen.“ Gleich dreimal liegen die Kurstädter aussichtsreich in Front, doch bringen jeweils den Sieg nicht ins Ziel. Gegen den Finalisten FC Augustdorf setzt es eine Niederlage, obwohl auch ein Unentschieden zwangsläufig gewesen wäre. Gegen Berlebeck/Heiligenkirchen bleiben Möglichkeiten zum wohl vorentscheidenden zweiten und dritten Treffer ungenutzt. Gegen den Post TSV Detmold gestaltet sich die Sachlage ähnlich, vereitelt der grandiose Fänger Marcel Zimmer weitere TuS-Treffer. „Ein Punkt wäre da drin gewesen“, nörgelt Möller. Im unwichtigen und letzten Match gegen den Gastgeber SC Türkgücü Detmold kommt es zur nächsten Niederlage – abermals „unnötig“, wie sich Möller ärgert.

 

Halbfinals

 

Nicht überraschend ist, dass das höherklassige Quartett das Halbfinale besetzt. Der Post TSV Detmold spielt gegen den FC Nieheim. Zeitig führten die Postler mit 4:0 gegen den klassenhöheren Rivalen, gewinnen letztlich mit 5:2. Gatzke (Bild links) registriert sehr penibel: „Man hat den Nieheimern angemerkt, dass die Kraft, die Luft, die Lust gefehlt hat. Sie hatten den Abend vorher ihr Weihnachtsfest, haben gut gefeiert. Die Spieler waren alle ziemlich kaputt“, so seine Beobachtung. Pisarenko stellt fest, dass sein Team in den Anfangsminuten „gepennt habe“, was „gegen so eine spielstarke Hallenmannschaft“ eben nicht passieren darf. Der Ex-Postler stellt klar: „Post TSV hat das gut gemacht und ist verdient ins Finale eingezogen.“

Im zweiten Halbfinale siegen die Augustdorfer gegen Hiddesen/Heidenoldendorf. In diesem Match geht es sehr taktisch zur Sache, erzielen die Heymänner das so wichtige erste Tor, auch das zweite und dritte, da die Spielgemeinschaft das Risiko deutlich erhöht, somit Räume zum Kontern gewährt. „Sehr schade. Ein bisschen war die Luft nach so einer langen Pause bei uns raus“, versucht Rüschenpöhler eine Erklärung für diese deutliche Niederlage zu finden. Heymann atmet derweil erleichtert durch: „Unsere beste Leistung haben wir im Halbfinale gegen Hiddesen/Heidenoldendorf gezeigt“, denen man somit die Finalchance raubt.

 

Spiel um Platz drei

 

Im Spiel um den dritten Rang behält Nieheim mit 2:1 über die SG Hiddesen/Heidenoldendorf im Neunmeter-Schießen die Oberhand. Zunächst deutet nicht viel darauf hin, verballert Müller doch den ersten Versuch vom Punkt. „Zum Glück konnte ich einen Neunmeter parieren und den letzten Neunmeter schiebt der Spieler von Hiddesen/Heidenoldendorf links am Tor vorbei. So können wir mit dem dritten Platz zufrieden sein. Obwohl mehr drin gewesen wäre, wenn wir alle etwas klarer im Kopf gewesen wären. Mich mit einbezogen. Ich habe auch schon bessere Spiele gezeigt“, schmunzelt Pisarenko im Lippe-Kick-Gespräch. Er steigt etwas tiefer ein: „Denn gegen den TSV Horn geht das zweite Gegentor auf meine Kappe, so wie das zweite Tor von Detmold, was ich kassiere.“ Eine Lehre bestätigt ihn einmal mehr: „Gerade in der Halle musst du immer wach und konzentriert sein. Sonst gewinnst du nichts.“ Bei

M. Rüschenpöhler

Rüschenpöhler dominiert letztlich der Status der Zufriedenheit, sagt er doch im Lippe-Kick-Gespräch erleichtert: „Wir haben ein gutes Turnier gespielt. Ich bin damit zufrieden, wie wir uns präsentiert haben. Das war vollkommen in Ordnung.“ Man will die Gruppenphase überstehen. Das wird geschafft. Dass es nicht weiter bis in das Endspiel geht, ist bedauerlich, aber zu verkraften. Schließlich sind die langjährigen Bezirksligisten aus Detmold und Augustdorf einfach cleverer in gewissen Situationen. „Ich gratuliere dem Post TSV Detmold zum Turniersieg. Sie haben sich sehr gesteigert im Turnier, haben im Halbfinale und Endspiel eine gute Performance abgeliefert, verdient diesen Cup gewonnen“, so Rüschenpöhler, der sich selbstverständlich auch recht herzlich beim Ausrichter SC Türkgücü Detmold bedanken möchte.

 

Finale

 

Im Finale siegt der Post TSV mit 1:0 über den FC Augustdorf. In der viertelstündigen Spielzeit sind die Detmolder klar überlegen, gestatten dem

Matthias Heymann

Bezirksliga 2-Vertreter nur eine Einschusschance. Vor allem brillieren die Brokmänner mit ihrem flotten Kombinationsspiel, lassen das Spielgerät akkurat durch die eigenen Reihen laufen, verteidigen parallel dazu aufmerksam. Das Tor des Tages erzielt Ausnahmekönner Johann Felker, der mit einer prächtigen Einzelleistung das gegnerische Team in innere Melancholie versetzt – erfolgreich einschießt. „Das war ein verdienter Turniersieg, hat richtig Bock gemacht. Ein großer Dank an Türkgücü Detmold. Ein super Turnier und ein super Ausrichter. Die hatten alles super im Griff“, befindet sich Gatzke nach diesem Turnier-Tag in bester Stimmung. Auch weil es ausgesprochen fair zur Sache geht, bewertet er diesen Wettbewerb als eine „Top-Veranstaltung“, klickt er den Like-Button für diese 13. Auflage. Auch die Einzelauszeichnungen kommen nicht zu kurz: Sefik Kartal vom FCA ist zum besten Fänger gewählt worden, der neunmal erfolgreiche Robin Jöstingmeier vom Post TSV zum besten Spieler.
Sowohl in der Vorrunde, aber vor allem im Endspiel offenbarten die Sandhasen ernsthafte Probleme mit dem Turnier-Sieger Post TSV Detmold, hat Heymann dafür eine plausible Erklärung parat: „Sie standen sehr gut und haben wenig zugelassen. Wir müssen hier grundsätzlich noch mehr den Abschluss suchen“, kritisiert er. So ist es nur ein einziger, dennoch entscheidender Fehler gewesen, der das letzte Turnier-Spiel entscheidet. Heymann macht mit einer ausdrücklichen Vehemenz deutlich: „Post TSV war in beiden Spielen nicht besser, aber der Turniersieg geht in Ordnung. Herzlichen Glückwunsch hierzu.“

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