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Kreisliga B2 Lemgo

TSG Holzhausen/Sylbach – Jörg Koring kommt als Neu-Coach

Zusammen mit einem neuen Trainer möchte die TSG Holzhausen/Sylbach eine gute Rückserie bestreiten. Der erfahrene Jugend-Coach Jörg Koring übernimmt.

„Sehe großes Potenzial im Verein“

Kreisliga B2 Lemgo (hk). So entspannt wie in der Schwarzwald-Klinik ging es in der Hinserie bei der TSG Holzhausen/Sylbach ganz gewiss nicht zu. Der langjährige Coach Stefan Brunk hat aus freien Stücken aufgehört. Man muss und sollte ehrlich sein: Im Zusammenspiel mit TSG II-Übungsleiter Henri Ellerbrok hat es nicht nach grenzenloser Harmonie ausgesehen. Das gehört jedoch nunmehr der Vergangenheit an. Eine neue Zeitrechnung beginnt. Dies unter der Ägide von Jörg Koring, der fortan das Ruder übernimmt, neue Ideen verfolgt, die er im Lippe-Kick-Diskurs preisgibt.

 

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Von Henning Klefisch

 

Bei TSG-Obmann Michael „Benno“ Wehmeier laufen sämtliche Fäden zusammen. Relativ schnell wurde ihm klar, dass Ellerbrok diese Doppelfunktion nicht weiter ausüben sollte. Die logisch erscheinende Begründung: „Henri leistet eine hervorragende Arbeit in der Zweiten, die Spieler sind sehr zufrieden mit ihm. Zum Training kommen immer durchschnittlich 18 bis 20 Spieler. Wir wollten das nicht umreißen“, sollte hier keine neue Baustelle aufgemacht werden. Stattdessen ist sich relativ schnell um Koring bemüht worden, dessen zwei Söhne Liam Koring und Steven Fiegener (Bild rechts oben) bereits bei der TSG kicken. Nach dem Aus von Stefan (Brunk; Anm. d. Red.) bin ich sofort an ihn herangetreten, um ihn von uns zu überzeugen. Erst einmal war das Gespräch locker, wurde die grundsätzliche Bereitschaft eines Engagements abgeklopft. Zunächst war er noch nicht sofort Feuer und Flamme für diese Idee, bekam Wehmeier daher einen Korb. Die Hartnäckigkeit vom TSG-Macher hat sich aber letztlich ausgezahlt. Da Koring häufiger bei dem Verein die Spiele beobachtet hat, bei dem er einst zu Kreisliga-Zeiten aktiv war, um vor allem seinen Söhnen beim Kicken zuzusehen, ergriff Wehmeier eiskalt die Chance. Die Verbundenheit blieb kontinuierlich bestehen. „Ich habe nie damit aufgehört, die Geschehnisse des Vereins zu verfolgen“, offenbart er nun bei Lippe-Kick. Ein reizvolles Merkmal, das ihn letztlich überzeugte: „Der Zusammenhalt bei der TSG war damals schon herausragend und das ist er heute noch.“ In Zeiten, in denen selbst im Kreisfußball immer mehr Ich-AG’ s unterwegs sind, gehört dieser TSG-Mannschaftsgeist in der heutigen Welt fast schon zu den exotischen Erscheinungen.
Dass der 49-Jährige nun dieses Amt übernommen hat, sorgt für ein Gefühl der Erleichterung bei Wehmeier, wie an seinen Worten ablesbar ist: „Ich bin sehr froh drum, dass wir ihn überzeugen konnten. Viele wollten ihn als Jugend-Trainer haben.“ Vielleicht ein Vorteil: „Ich kannte ihn noch von früher. Er hat immer Jugend-Trainer gemacht.“ Die Erwartungen an den erfahrenen Fußball-Fachmann sind klar gesteckt: „Er kann die Mannschaft fit machen, dann profitiert er auch davon“, um dann die Erfolge einzufahren, die mit dieser fußballerisch feinen Mannschaft definitiv vorstellbar sind. Die fünfte Position mit 29 Punkten und damit 13 Zählern Rückstand zur Tabellenspitze ist das Zahlenwerk, das Koring derzeit vorfindet: „Sportlich läuft es nicht schlecht, aber es ist noch Luft nach oben“, so seine erste Bestandsaufnahme.

 

 Koring als heiße Aktie auf dem Trainermarkt

 

 

Für ihn ist es nun ein neuer Erfahrungswert. Elf Spielzeiten lang hat er als Jugend-Trainer beim SC Bad Salzuflen gewirkt, hat viele Kinder von der F- bis zur A-Jugend begleitet. Was ihn freut: „Die Jungs haben sich stetig weiterentwickelt und letztendlich gelang es dem Sportclub, nach jahrelanger Abstinenz in die Bezirksliga aufzusteigen.“ Vielleicht auch deshalb war für ihn klar: „Interesse, eine Herren-Mannschaft zu trainieren, bestand eigentlich nie. Daher war nach der A-Jugend eigentlich Schluss mit dem Trainer-Amt.“ Wie auch Wehmeier schildert, genießt Koring einen exzellenten Ruf in der Branche, wurde häufiger von diversen Vereinen kontaktiert. Der Reiz bestand für ihn durchaus, doch private Gründe ließen es nicht endgültig werden. Welche Spielidee schwebt ihm bei seiner neuen Station denn vor? „Ich lasse gerne den offensiven Fußball spielen. Das Kurzpassspiel und das Arbeiten gegen den Ball sind für mich wichtige Elemente im Spiel. Ich würde gerne mit einer Viererkette spielen. In der Vergangenheit wurde ein 3-2-4-1-System gespielt. Da müssen wir schauen, wie gut wir das neue System umsetzen können. Dass dies seine Zeit braucht, ist mir klar“, möchte man sich hier nicht unnütz stressen.

 

„Qualitativ sind alle eine Verstärkung“

 

In der nun folgenden Wintervorbereitung stehen vor allem Einheiten im Kraft- und Ausdauerbereich in der Prioritätenliste ganz weit oben, „aber auch das Spielerische und der Spaß werden nicht zu kurz kommen“, verspricht der Familienvater. Er geht diese Aufgabe nicht unvorbereitet an: „Ich konnte mir in den letzten Wochen schon ein genaueres Bild von der Mannschaft machen und habe dort einige Defizite sehen können.“ Dabei lebt er nach dem Motto von Rockmusiker Udo Lindenberg. Er macht sein Ding, konzentriert sich auf sein Coaching. Einen prominenten Trainer, der das Tiki-Taka-System erst salonfähig gemacht hat, erzeugt durchaus Sympathiebekundungen bei ihm: „Mir gefällt die Art, Fußball zu spielen von Guardiola besonders gut.“ Vielleicht kann er den einen oder anderen Inhaltsstoff der Guardiola-Schule auch seinen vier Neuzugängen vermitteln. Das Quartett – je zwei Defensiv- und Offensivspieler – verbindet, dass es bereits in der Jugend von Jörg Koring gecoacht wurde. Die Rede ist von Luca Lynack (zuletzt SC Bad Salzuflen-A-Jugend). Er ist ein blitzschneller Angriffs-Akteur, der beim Torabschluss seine Qualitäten besitzt. „Er bringt alles mit, was ein moderner Sechser heutzutage braucht“, adelt ihn Koring. Er findet: „Er ist sehr zweikampfstark und hat einen guten Blick für das Spiel nach vorne.“ Damit meint er Alexander Potanin, der zuletzt beim VfL Herford fußballerisch unterwegs war. Edward Kutschu (Bild links; zuletzt TBV Lemgo) ist ein intelligenter Defensiv-Allrounder, verfügt über eine ansprechende Technik. Über Tom Luis Jünemann (Bild rechts; zuletzt JSG Aspe-Retzen) sagt sein neuer Übungsleiter „Er ist vielseitig einsetzbar in der Offensive.“ Und: „Ein technisch versierter Spieler – mit Zug zum Tor.“ Wehmeier merkt an: „Alles junge Spieler. Sie sind ab Sommer das zweite Jahr im Seniorenfußball.“ Auch ihr neuer und alter Coach glaubt selbstverständlich an die Sinnhaftigkeit dieser Transfers: „Qualitativ sind alle Neuzugänge eine Verstärkung für das Team, weil sie sowohl das Sportliche als auch das Menschliche mitbringen, gerade das letztgenannte ist mir sehr wichtig, weil die TSG ein großartiger Verein ist und der Zusammenhalt sehr groß geschrieben wird.“ Ein relevanter Erfahrungswert: Dies wird in engen Spielen wohl häufig den Ausschlag geben.

 

„Das Lächeln kommt von ganz alleine“

 

H. Ellerbrok

Stillstand bedeutet für Koring Rückschritt. Er möchte sehen, dass seine Jungs das im Training Erlernte auch umsetzen, parallel dazu ebenso die Freude am Spiel nicht verlieren. Die Aussichten sind grundsätzlich verlockend: „Ich sehe großes Potenzial im Verein. Welcher Verein verfügt schon über drei Senioren-Mannschaften und eine Damen-Mannschaft, die sich gegenseitig zu 100 Prozent unterstützen. Die zweite Mannschaft unter Coach Henri Ellerbrok (Bild links unten) steht als Aufsteiger sehr gut da und selbst unsere neugegründete dritte Mannschaft mit meinem Namensvetter steht in ihrer Liga sensationell weit oben.“ Die Leistungsfähigkeit und die Perspektive ist also vorhanden. Für Jörg Koring ist es nur mehr als selbstverständlich, dass die drei Seniorentrainer „sehr eng zusammenarbeiten und so oft es geht uns austauschen werden, um das Maximale rauszuholen.“ Auch die Fußballerinnen sind wieder voll in der Spur, hat der neue TSG-Trainer doch aufmerksam registriert: „Auch unsere Damen-Mannschaft hat sich nach ihrem Abstieg bis dato sehr gut präsentiert und mischt oben mit“, soll zudem die Nachwuchsarbeit, für ihn naturgemäß ein ganz wichtiges Steckenpferd, nicht unterschätzt werden. „Außerdem ist man in der Jugend fast wieder in jedem Jahrgang besetzt, was heutzutage nicht selbstverständlich ist. Die A-Jugend ist für mich ebenfalls sehr wichtig, da werde ich mir auch das ein oder andere Spiel anschauen, und die hoffnungsvollen Talente unter Beobachtung nehmen“, soll die Durchlässigkeit somit gewährleistet werden. Auf die Lippe-Kick-Frage, was passieren muss, damit er schmunzelnd am Saisonende auf sein erstes Halbjahr zurückblickt, antwortet er: „Bei so viel Energie, die in dem Verein steckt, bin ich mir sicher, dass das Lächeln ganz von alleine kommt.“

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