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Frauenfussball

Frauenfußball – FCU hat Perspektive, aber Personal-Mangel

Mit ganz viel Herzblut arbeiten die Beteiligten des FC Unteres Kalletal auch rund um den Frauenfußball. Es ist aber mehr möglich, wie auch Fabien Dankwerth glaubt.

 

Alleinstellungsmerkmal mit Herz

Frauenfußball (hk). Aus dem Gedächtnisprotokoll heraus gibt es statistisch die eine oder andere Gemeinsamkeit, die zwischen dem FC Unteres Kalletal II und der Damen-Mannschaft existiert. Beide UK-Teams stehen im gesicherten Mittelfeld, haben mit der Tabellenspitze und dem Keller nichts Näheres zu tun. Nun könnte der Tabellensiebte der Kreisliga Lemgo/Herford/Minden durchaus Verstärkung benötigen. Vorstand Fabien Dankwerth offeriert ein Probetraining oder einen Spontanbesuch. „Unsere Mädels freuen sich auf euch“, verrät er offenherzig gegenüber Lippe-Kick.

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Von Henning Klefisch

 

Er benennt die potenziellen Vorzüge: „Es sprechen viele Gründe dafür, sich unserer Damen-Mannschaft und unserem Verein anzuschließen. Das Team hält immer zusammen und hat gemeinsam – sowohl auf dem Platz, als auch abseits davon – viel Spaß. Außerdem kann man sich dank unseres motivierten Trainer-Teams und den vielseitigen Trainingsbedingungen sehr gut weiterentwickeln.“ Die Coaching-Qualitäten rund um Chefcoach Michael Berkner sind doch hinlänglich bekannt. Mit den Rasenplätzen in Langenholzhausen, Stemmen und Heidelbeck verfügen die Nord-Lipper gleich über drei Spielflächen. Mit dann neuer tatkräftiger Unterstützung auf dem Spielfeld könnte in der Rückserie der eine oder andere Punkt zudem wieder gutgemacht werden. Zehn Zähler wurden bis zur Winterpause gesammelt. Mehr als die Hälfte der neun Spiele wurden verloren, nämlich fünf. Dreimal sind die Kalletaler-Mädels siegreich vom Spielfeld gegangen, in einem Match teilte man sich die Punkte. Als „leider etwas durchwachsen“ klassifiziert Dankwerth die bisherige Spielzeit. So gab es doch einen Umbruch, neun Neuzugänge, dazu einige heftige Verletzungen, weshalb die volle Kaderqualität nicht zur richtigen Entfaltung kam. Die neuen Frauen mussten sich zunächst einmal integrieren und akklimatisieren, dazu auch die spielerischen und taktischen Wünsche der Übungsleiter absorbieren. Geduld ist allerdings ein wichtiger Ratgeber, wurde doch Rom auch nicht an einem Tag erbaut.

Goldiger September

Wie kann die Entwicklung beschleunigt werden? Vor allem ein gezieltes Training ist entscheidend, dazu gesellen sich die bienenfleißigen Trainer, weshalb die Leistungskurve etwas nach oben ging. Das prächtige Zwischenhoch mit drei Heim-Siegen hintereinander, dies passiert Anfang September, liegt bereits etwas zurück. Damals wurde die Neuner-Mannschaft vom SC Bad Salzuflen mit 3:2 bezwungen, die Dritte des FC Donop/Voßheide mit 1:0 und der SC Vlotho II mit 4:2. Mit neuen Spielerinnen soll nun die Erfolgswahrscheinlichkeit steigen, ist ein Klettern in der Tabelle problemlos möglich. So sind es sieben Punkte Rückstand auf den Drittplatzierten SG Alverdissen/Extertal. Wahrlich kein Abstand, der Angst und Schrecken verursachen sollte. Die beiden besten Teams SG Lieme/Bexterhagen und der FC Donop/Voßheide II fahren derweil ihr eigenes Rennen. Nicht ohne Stolz in seiner Stimme konstatiert Fabien Dankwerth: „Unsere Frauenmannschaft ist die einzige Mannschaft im ganzen Kalletal und vertritt somit unsere Region im Kreis Lippe.“ Auch zukünftig möchten die Rot-Weißen dem Frauenfußball die Präsenz einräumen, die ihm zusteht.

Frauen sollen mehr in den Fokus rücken

Wow, unfassbar, welcher Rahmen Anfang November geboten wurde. 77.000 Zuschauer waren im Londoner Wembley-Stadion zu Gast, um sich das Frauen-Länderspiel zwischen Deutschland und England anzuschauen. Auch in Spanien kommen bis zu 60.000 Fans zu den Partien der Frauen. Ähnlich stellt sich die Situation in Frankreich dar. Unklarheit herrscht bei Dankwerth, warum in Deutschland solch eine Begeisterungswelle noch nicht losgetreten wurde. „Die einen sagen: Frauenfußball sei nicht attraktiv genug, andere sehen keine Möglichkeit damit, genug Geld zu machen, da es nicht so viele Massen anzieht. Wir im Verein finden das sehr schade und man sieht ja auch im Umkreis, dass die Anzahl der Mannschaften zurückgeht.“ Die Frauen intensiver zu unterstützen, auch gezielter zu würdigen. Damit würde man nach seinem Dafürhalten „ein Zeichen setzen, dass man den Frauenfußball auf gleicher Ebene wie Männerfußball sieht.“ Dass dies tatsächlich in der Realität so passiert, ist derzeit noch utopisch. Immerhin: Der FC Unteres Kalletal macht es vor: „Wir vom FCU unterstützen jede Mannschaft im gleichen Maße und auch die Jugendarbeit spielt dabei eine wichtige Rolle. So verzeichnen wir gleich mehrere Spielerinnen in unserer Jugend, die für die Kreisauswahl spielen. Dort hoffen wir natürlich, dass diese Vereinseigengewächse später den Weg in unsere Damen-Mannschaft finden und ein zusätzlicher Wunsch wäre, für die Zukunft eine eigene Mädchenmannschaft stellen zu können“, damit der Spielermangel nur eine temporäre Erscheinung darstellt. Zugleich wird automatisch auch die Identifikation innerhalb des Vereins gestärkt.

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