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Hallenfussball

Kalletalmeisterschaften 2020 – Kalldorf & Ben/Hoh II holen sich die Titel

Am Wochenende fanden die Kalletalmeisterschaften statt. In Vlotho holten sich bei den Senioren die SG Kalldorf und die SG Ben/Hoh II die Titel.

 

Kalldorf holt sich den Titel

Kalletalmeisterschaften (ab). In der Rudolf-Kaiser-Halle in Vlotho fanden am vergangenen Wochenende die ersten „offenen“ Kalletalmeisterschaften statt. Da es „nicht mehr genug Kalletaler Vereine“ gibt, wurden auch externe Vereine erstmals zugelassen, so waren bei den 1. Herren der SV Wüsten und der FC Exter am Start, bei den 2. Herren nahm die dritte Mannschaft des FC Exter teil, die auch einen hervorragenden zweiten Rang belegte. Die SG Bentorf/Hohenhausen II sicherte sich am Samstag den Titel, am Sonntag durfte Stephan Brill mit der SG Kalldorf erstmals den Titel bejubeln. Wir blicken zurück auf ein ereignisreiches Wochenende.

 

Unter „ganz neuen Voraussetzungen“ fanden erstmals die „offenen“ Kalletalmeisterschaften statt. Die Halle in Hohenhausen ist gesperrt, deshalb zog man nach Vlotho um. „Wir haben gesagt, wir kümmern uns um alles. Aufgrund unserer Herkunft aus Vlotho kennen wir die ganzen Begebenheiten und hatten Ansprechpartner, was es für uns einfacher gemacht hat als für die anderen Kalletaler Vereine“, erklärt Stephan Brill. Mit dem gesamten Verlauf ist man bei der SG Kalldorf zufrieden.

Stephan Brill

„Die Begebenheiten waren super in der Rudolf-Kaiser-Halle mit dem Verkaufsraum davor. Wir haben über alle drei Tage mir Rundumbande gespielt, mussten aber aufstocken, da es nicht mehr genügend Kalletaler Vereine gibt, um ein vernünftiges und spannendes Turnier durchzuführen“, erklärt Brill weiter. Am Freitag machten die Alt-Herren den Auftakt, der FC Exter konnte sich mit seiner ersten Mannschaft durchsetzen. Am Samstag ging es mit den Turnieren für die E- und D-Jugend los, ehe die Reserve-Mannschaften losgelassen wurden. Den Sonntag eröffnen die G- und F-Jugend, beschlossen wird das Turnier mit den Kalletalmeisterschaften der ersten Herren-Teams.

 

Kalldorf zieht ein positives Fazit

Aus organisatorischer Sicht ziehen die Schwarz-Gelben ein positives Fazit: „Über die ganzen drei Tage gab es nur drei Zeitstrafen und keine gelben Karten. Es war ein sehr faires Turnier. Alle sind vernünftig miteinander umgegangen. Eine Jugendmannschaft ist leider nicht gekommen, das war schade, aber wir haben es doch durchgezogen und sind hochzufrieden. Und wie ich gehört habe, sind auch die andere Kalletaler Vereine dem positiv gegenüberstanden, dass wir auch externe Vereine dazu geholt haben.“ Brill hofft, damit „einen Stein ins Rollen gebracht“ zu haben. Nächstes Jahr wird nämlich die SG Kalldorf die Austragung durchführen, sondern ein anderer Verein. „Vielleicht war das ein Anstoß, um neue Wege zu gehen und zu sagen, dass man das generell so macht, sonst ist es unserer Meinung nach nicht möglich, ein vernünftiges Turnier zu spielen“, so Brill. „Als SG Kalldorf bedanken wir uns, dass alles so super geklappt hat. Auch die Zuschauer auf den Rängen haben sich super verhalten und ein sauberes Verhalten an den Tag gelegt.“ Und das im wortwörtlichen Sinne: „Wir mussten im Nachhinein kaum Aufräumen, es lag kein Müll rum, die Gläser wurden immer zurückgebracht, die Krümel wurden direkt weggemacht. Es ist wichtig, dass man das mal erwähnt“, findet der Coach.

 

Auch sportlich ist Kalldorf top

Und auch aus sportlicher Sicht hätte es für die SG Kalldorf mit dem Sieg kaum besser laufen können. Mit einem 3:0 gegen Bentorf/Hohenhausen ging es los, doch dann setzte man das zweite Spiel gegen den FC Unteres Kalletal mit 1:4 in den Sand. Die Mingram-Truppe blieb sogar im gesamten Turnierverlauf ungeschlagen, wurde aber aufgrund von zwei Unentschieden nur Zweiter hinter den Schwarz-Gelben. Für Stephan Brill war es die „letzte Chance, einmal den Titel zu gewinnen.“ Den Coach zieht es am Ende der Saison bekanntlich weg. Und jetzt ist auch bekannt, wohin: Zur neuen Saison übernimmt Stephan Brill den FC Exter (mehr dazu in einem gesonderten Artikel). Der Titel bei den Kalletalmeisterschaften war „der einzige, der mir noch gefehlt hat. Ich wollte immer mal Kalletalmeister werden. Das war das letzte Mal für mich. Dass man dann den Titel mitnimmt, ist besonders schön für mich persönlich und auch für die Mannschaft.“ Ein „bisschen leid“ tut ihm der FC Unteres Kalletal, der „kein Spiel verloren hat und trotzdem nur Zweiter geworden ist. Das ist bitter.“

 

UK wird ungeschlagen Zweiter

Das findet auch Sven Mingram, Coach des FC UK, denn: „Wir haben eigentlich unser bestes Turnier in diesem Winter gespielt, uns von Turnier zu Turnier gesteigert. Es war von meiner Seite aus wirklich sehr ansehnlich, was meine Jungs gezeigt haben.

Sven Mingram

Wir haben bis auf die ersten sieben Minuten im ersten Spiel gegen Lüdenhausen, wo meine Jungs sehr nervös schienen, den besten Fußball von allen Mannschaften gezeigt. Wir haben den späteren Turniersieger Kalldorf bezwungen und auch das Derby gegen Ben/Hoh für uns entscheiden können, wobei wir gerade in den beiden Spielen auch die jeweils bessere Mannschaft waren. Wir haben auch im ganzen Turnier kein Spiel verloren. Leider gewinnt so ein Turnier nicht immer die bessere Mannschaft und wir müssen uns mit dem zweiten Platz zufriedengeben.“ Zwei Unentschieden, eins im ersten Spiel gegen die SG LTW und eins im vorletzten Duell gegen Exter, kosten dem FC UK den Sieg. Und auch, wenn dadurch Kalldorf schon vor dem letzten Spiel des FC UK als Sieger feststand, merkte man „den Jungs an, dass sie gerade im letzten Spiel gegen Ben/Hoh nochmal alles geben wollten. Sie waren so richtig heiß gelaufen und meines Erachtens war keiner der drei Treffer von Ben/Hoh groß heraus gespielt. Im Gegenteil, sie lebten nur noch durch unsere Fehler.“ Mingram wiederholt nochmals: „Wir haben den besten Fußball gespielt und es hat trotzdem leider nicht gereicht, so dass ich meinem Trainerfreund Stephan Brill zur Kalletalmeisterschaft gratulieren muss. Ich glaube, in seiner Trophäensammlung fehlte die noch und er kann dann immerhin erhobenen Hauptes zum Saisonende aus dem Kalletal als Kalletalmeister gehen. Ich persönlich habe da ja noch ein paar Chancen“, so Mingram.

 

Ben/Hoh enttäuscht – Exter hilft Kalldorf

Eine ernüchternde Vorstellung zeigt A-Ligist SG Bentorf/Hohenhausen. Obmann Marco Evers meint: „Zum Turnier gibt es von unserer Seite aus nur ein Wort: Enttäuschung.“ Man zeigt sich als fairer Verlierer: „Der SG Kalldorf einen Glückwunsch und Kompliment zur Kalletalmeisterschaft. Ein verdienter Erfolg.“ Als Gast war erstmals der FC Exter dabei. Kicker Torben Heitland möchte sich im Namen seines Vereins bei der SG Kalldorf bedanken: „Was an diesem Wochenende abgeliefert wurde war eine tolle Leistung des gesamten Vereins. Ein sehr gut organisiertes Wochenende mit leckerem Essen und vielen Zuschauern. Die Kulisse, die Mannschaften und das ganze drumherum, alles hat dazu beigetragen, dass es allen eine Menge Spaß bereitet hat.“ So hat es den Kickern des Herforder B-Ligisten besonders „angespornt, vor so einer Hohen Zuschauerzahl zu spielen.“ Im Großen und Ganzen ist man beim FCE mit der gezeigten Leistung zufrieden. „Die Spiele gegen Kalldorf und Hohenhausen haben wir leider einfach im Kollektiv verloren und das im Endeffekt auch in der Höhe verdient. Im vorletzten Spiel war es uns natürlich ganz besonders wichtig, mit dem Unentschieden unserem neuen Trainer Stephan Brill (ab Sommer) das Tor zur Kalletalmeisterschaft geöffnet zu haben“, so Heitland. „Wir gratulieren der SG Kalldorf nochmals zum Turniersieg herzlich.“ Der scheidende Coach Olaf Krüger fand es „eine schöne Sache, mal gegen andere Mannschaften in der Halle zu spielen.“

 

LTW und Wüsten ohne Chance

Mit nur zwei bzw. einem Punkt sind die SG Lüdenhausen/Talle/Westorf und der SV Wüsten chancenlos im Kampf um den Titel. „Die Spiele liefen für uns nicht besonders zufriedenstellend und wir sind hinter unseren Erwartungen geblieben“, urteilt Philip Pröhlemeier. „Dafür, dass die Kalletalmeisterschaften in Vlotho waren, war das Ambiente okay. Kalldorf hat sich sehr bemüht und war ein würdiger Ausrichter.“ Beim SV Wüsten ordnet man die Teilnahme unter „Dabei sein ist alles“ ein, so Bastian Meißner: „Unsere Performance war an dem Tag nicht gut. Wir hatten eine zusammengewürfelte Truppe und man hat gemerkt, dass wir noch nicht wieder im Training sind. Die anderen Mannschaften waren natürlich sehr motiviert und das hat man gemerkt. Mit Kalldorf hat das Turnier auch einen würdigen Sieger.“ Er lobt: „Die Halle war voll besetzt und die Stimmung durchweg positiv. Ein schönes Turnier in dem wir leider sportlich nicht glänzen konnten.“

 

Ben/Hoh II holt volle Punktausbeute – Exter III wird Zweiter

Bei den zweiten Mannschaften konnte sich die SG Bentorf/Hohenhausen II mit fünf Siegen aus fünf Spielen durchsetzen. „Es war ein souveräner und verdienter Sieg“, meint Christoph Güse. „Nach dem zweiten Spiel gegen Exter war das Ding quasi durch. Die Jungs haben es ernst genommen und in jedem Spiel alles gegeben.“ Traditionell spielte die SG mit einem fliegenden Torwart, in diesem Fall Brian Reissmann: „Dadurch hatten wir ständig Überzahl und konnten uns viele Chancen erarbeiten. Defensiv standen wir sehr sicher und haben bei fünf Spielen nur zwei Tore kassiert.“ Zudem konnten sich bis auf Henna Engelking alle Spieler in die Torschützenliste eintragen. Zum fünften Mal in Folge sichert sich der B-Ligist somit den Titel und das auch „absolut verdient.“ Güse findet außerdem „das neue Format von Kalldorf top organisiert. Gerade auch mit der Rundumbande hat es Spaß gemacht.“ Mit drei Punkten Abstand folgt der FC Exter III auf dem zweiten Rang. „Wir konnten einen hervorragenden zweiten Platz belegen. Aus den fünf Spielen konnten wir vier Siege erringen und mussten uns lediglich einmal unglücklich geschlagen geben. Wir bedanken uns bei den Gastgebern für die Organisation und den reibungslosen Ablauf, es hat großen Spaß gemacht. Hoffentlich bis zum nächsten Mal“, meint Coach Jürgen Stümer.

 

UK II knapp Dritter

Fabien Dankwerth

Nur durch das bessere Torverhältnis sichert sich der FC Unteres Kalletal II den dritten Rang vor der SG Kalldorf II. „Das Turnier ist im Ganzen gut verlaufen, auch, wenn am Ende für unsere Seniorenmannschaften kein Titel dabei rausgesprungen ist“, so Fabien Dankwerth. Die Reserve des FC UK startete mit einem Sieg, sehr zur Freude von Dankwerth: „Im Gegensatz zu den Trainingseinheiten zuvor haben meine Jungs genau das umgesetzt, was ich von ihnen gefordert habe.“ Brisant wurde es dann gegen Kalldorf II, besonders wegen Neuzugang Sascha Kreie, der in der Hinrunde noch für die Schwarz-Gelben auflief. „Es war ein klasse Derby, in dem sich nichts geschenkt wurde. Bis 15 Sekunden vor Schluss stand es 2:1 für Kalldorf und Tobi Mowitz haute das Ding in Beckenbauer-Manier mit dem Außenriss in den Knick zum 2:2-Endstand“, erläutert Dankwerth. Nach dem klaren Sieg gegen die SG LTW III „warteten die zwei schwersten Spiele gegen den FC Exter III und die SG Ben/Hoh II. Und beide Mannschaften zeigten uns ein bisschen unsere Grenzen auf und nutzten ihre spielerische Klasse. Am Ende mussten wir uns in beiden Spielen leider mit etwas hohen Niederlagen mit 1:5 und 0:4 geschlagen geben, dennoch bin ich stolz auf meine Jungs. Neuzugang Kreie hat sich auch gleich gut eingelebt und sich mehrfach in die Torschützenliste eingetragen.“ Ein Dank gebührt auch dem „zahlreich angereisten Fanblock für die gute Unterstützung.“ Darüber hinaus fand auch Fabien Dankwerth das Turnier gut organisiert: „Für das leibliche Wohl war gesorgt und auch der Zeitplan war gut getaktet. Ungewohnt war es mit Vollbande zu spielen, aber das haben wir auch schnell verinnerlicht und hat riesigen Spaß gemacht.“

 

Rasche: „Drei Tage volle Hütte“

Jens Rasche, Coach der SG Kalldorf II, ist selbst angetan von dem, was auf die Beine gestellt wurde: „Wir hatten drei Tage volle Hütte. Von allen Vereinen gab es eine positive Resonanz. Am Freitag lief alles sehr harmonisch ab, es ging entsprechend an die Theke in die dritte Halbzeit. Auch der Samstag war gut besucht. Das war ein durchweg positiver Tag, wir können uns über nichts beschweren. Der Sonntag nahm dann ein sehr positives Ende für uns mit dem Sieg unserer ersten Mannschaft. Auch das war wieder ein toller Tag. Wir von der SG Kalldorf sind mit diesem Turnierverlauf rundum zufrieden. Die Sporthalle war gut ausgestattet, da konnte man gut ein Turnier durchziehen an allen drei Tagen. Danke an die Stadt Vlotho, dass wir die Halle bekommen haben. Vielleicht hat es Schule gemacht, dass die nächste Kalletaler und Vlothoer Meisterschaften auch offen ausgetragen werden.

 

Borowski widerspricht: „Stimmung hat gelitten“

Nicolai Borowski, Coach der SG LTW II, ist nicht ganz so euphorisch wie die Kalldorfer Kollegen: „Aus meiner Sicht war es Unfug, die Meisterschaften in Vlotho auszutragen, was sich – zumindest nach Samstag zu beurteilen – auch an der Zuschauerzahl wiedergespiegelt hat. Es waren die sechs Mannschaften anwesend und jeweils eine Handvoll Zuschauer, darunter leidet natürlich auch die Stimmung. Vielleicht hätte man besser einen Termin in der kleinen Halle in Hohenhausen finden sollen.“ Im Vorfeld des Turniers hatte man bei der SG noch „ziemliche Probleme, überhaupt eine Mannschaft zusammenzubekommen. Anscheinend wird das Interesse in der Halle zu spielen immer geringer. Hinzu kommen allerdings auch einige Verletzte. Schließlich konnten wir doch mit einem Neun-Mann-Kader antreten.“ Der geht aber komplett leer aus. Besonders die Niederlage gegen die eigene dritte Mannschaft ärgert Borowski: „Die Niederlage gegen unsere Dritte schreiben wir uns selbst zu. Wir waren zu fahrlässig und Captain Rügge hat seine Truppe clever aufspielen lassen.“ Dennoch war mehr drin, denn: „Gegen UK und Kalldorf sah es eigentlich nicht schlecht aus, hier hätten wir schon punkten dürfen. Leider haben wir uns das Leben durch einige Fehler selbst schwer gemacht.“ Besonders im abschließenden Spiel gegen den stärksten Gegner, die Truppe aus Exter, die laut Borowski die „technisch und taktisch beste Truppe des Tages“, gewesen ist, kann die SG „nach einer intensiven Motivationsrede von Louis Böke das Spiel für zehn Minuten sogar ausgeglichen halten. Dann in den letzten Minuten zwei Unaufmerksamkeiten, die eine so routinierte Mannschaft gleich ausnutzte.“ Unterm Strich: „Für uns nicht sehr erfolgreich, aber trotzdem hatten wir Spaß. Abends ging es dann noch auf den 30. Geburtstag unseres Mannschaftskameraden Stefan Kaulbars alias Turbo. An dieser Stelle nochmal alles Gute für ihn.“

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