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Hallenfussball

Fliesen-Kanke-Cup – Der Nachbericht

Für einige Freunde der Sonne wird ein Déjà-vu-Erlebnis gefeiert, denn der FC Augustdorf II gewinnt erneut sein Heimturnier. Wie schon 2018.

FCA II tut es erneut

Fliesen-Kanke-Cup (hk). Was für ein Budenzauber. Der FC Augustdorf II triumphiert nach zweijähriger Pause erneut beim eigenen Turnier, schlägt den Vorjahres-Gewinner RSV Hörste mit 3:1 im Endspiel. Bereits im Halbfinale hat ein A-Ligist das Nachsehen, mit dem TuRa Heiden nach einem 3:5. Einen besonders großen Torhunger beweist Lokal-Matador Eduard Fedorov, der mit neun Toren brilliert. Heidens Maximilian Unverricht gewinnt die Auszeichnung zum besten Kicker, Belle-Cappel-Schnapper John Janzen hat nach dem Urteil der Jury am sichersten sein Tor verteidigt. Schlimm ist die Verletzung von SG Kachtenhausen/Helpup-Kicker Marvin Kreye, der sich so schwer weh getan hat, dass er ins Hospital transportiert werden muss. Die mitfühlenden Aussagen der Protagonisten ähneln sich sehr, doch wir bieten diesen allzu gerne einen ausreichenden und redaktionellen Raum.

Dieser Bericht wird Ihnen präsentiert von:

 

Gruppe A

Der Vorjahres-Triumphator RSV Hörste übersteht die Gruppenphase schadlos, weshalb Coach Ralf Ackmann auch klarstellt: „Grundsätzlich bin ich mit dem Auftritt der Mannschaft zufrieden.“ Was sich erschwerend auf die gesamte Stimmung auswirkt, ist die heftige Verletzung von Kreye. „An dieser Stelle nochmal die besten Genesungswünsche in Richtung Kachtenhausen/Helpup. Ich selbst war sehr betroffen aufgrund des Geschehnisses wie auch meine Spieler und wir stellten den sportlichen Erfolg in den Hintergrund“, werden hier die richtigen Prioritäten gelegt.

 

Auch für den FC Augustdorf II startet das Turnier mit einem großen Schock, denn im ersten Gruppenspiel ist man stracks beteiligt. Nach der Kreye-Verletzung legt das Turnier eine halbstündige Pause ein. „Die SG ist unmittelbar danach aus dem Turnier ausgestiegen, was für alle Beteiligten mehr als verständlich gewesen ist. Wir hoffen natürlich alle, dass sich Marvin Kreye möglichst schnell von seiner Verletzung erholt“, beweist FCA II-Spieler Jonas Hübner hier absolutes Verständnis dafür. Nach dem letztlich kampflosen 2:0-Sieg über Kachtenhausen/Helpup – zum Zeitpunkt vom Spielabbruch führt der Gastgeber mit 2:1 – hat die SG Istrup/Brüntrup beim 1:7 eindeutig das Nachsehen. Im dritten Gruppenspiel, in dem die Spitzenposition ausgefochten wird, setzt es eine 1:2-Niederlage gegen Hörste. Hübner registriert mit Wohlwollen: „Das gesamte Turnier war gut anzusehen, mit spannenden Spielen. Es fielen viele und schöne Tore. Die Feldspieler – aber auch die Torhüter – haben mit starken Aktionen glänzen können.“

 

Zuvorderst muss auch SG Istrup/Brüntrup-Trainer Roy Wangert konstatieren: „Leider wurde das Turnier von einer schlimmen Verletzung überschattet. Ich wünsche dem Spieler von Kachtenhausen/Helpup gute Besserung“, wird Marvin Kreye diese Worte sicherlich lesen. Sportlich läuft es nicht für den ambitionierten B-Ligisten aus dem lippischen Osten. Vielfach befindet sich die Spielgemeinschaft in einer aussichtsreichen Abschlusssituation, doch beim Torabschluss fehlt die Genauigkeit. Deshalb ist die 1:2-Niederlage gegen den RSV Hörste auch ein Stück weit selbstverschuldet. Ebenso gegen den FC Augustdorf II werden sich einige aussichtsreiche Aktionen herausgespielt, aber es wird sich nur einmal mit einem Treffer belohnt. „Doch in diesem Spiel haben wir dazu auch schlecht verteidigt und sind 1:7 untergegangen“, nörgelt Wangert, der nach zwei Niederlagen bereits mit seiner Truppe abreisen kann. Die einzigen drei Punkte werden kampflos gesichert, gegen die freiwillig ausgeschiedene Mannschaft der SG Kachtenhausen/Helpup. Daher sagt der IB-Coach völlig korrekterweise: „Also für uns war das kein gutes Turnier.“ Dass seine Mannschaft vom FC Augustdorf für diesen attraktiven Wettbewerb eingeladen wird, dafür bedankt er sich recht herzlich, adelt zudem die „gute Organisation“, beglückwünscht auch die Senne-Jungs zum Sieg und ist der Meinung: „Die Halbfinale waren auch mit Hörste, Belle-Cappel, Heiden und Augustdorf II gerecht besetzt.“ Hier siegt die Gerechtigkeit auf dem Hallen-Parkett.

 

 

Marvin Kreye

Schon in der Vorrunde muss die SG Kachtenhausen/Helpup die Segel streichen. Es beginnt mit einem 1:2 gegen den Triumphator FC Augustdorf II. Gegen den Lokalrivalen RSV Hörste spielt sich der B-Ligist eine saubere und verdiente 3:0-Führung heraus, doch dann ereignet sich das schlimme Malheur mit Abwehrmann Kreye, hat dieser sich sein Schien- und Wadenbein, zudem das Sprunggelenk gebrochen. Mehr als nachvollziehbar. „Aufgrund der schweren Verletzung sind wir vom Turnier zurückgetreten und es wurden alle Spiele 0:2 gewertet“, begründet Rudi Frank, der sportliche Leiter aus Kachtenhausen/Helpup. Der ehemalige Augustdorfer bemerkt völlig angemessen: „Aber an solchen Punkten tritt der Fußball absolut in den Hintergrund. Wir wünschen Marvin an dieser Stelle eine gute Besserung und eine gute Genesungs-Zeit. Die erste Operation hat er bereits überstanden und die nächste steht wohl kommende Woche an“, muss sich Kreye auf anstrengende Wochen einstellen. Das Team Lippe-Kick wünscht ihm an dieser Stelle ebenfalls alles Gute.

 

Gruppe B

Mit dem äußeren Rahmen zeigt sich TuRa-Trainer Thorsten Geffers mehr als einverstanden, wenn er anmerkt: „Ein sehr gut organisiertes Turnier, tolle Verpflegung. Daher mein Dank an den FCA“, der sich einmal mehr wieder als hervorragender Gastgeber präsentiert. Auch er hat zur Verletzung von Marvin Kreye eine klare Meinung, äußert sich dazu wie folgt: „Ich glaube, jedem in der Halle stockte der Atem und war geschockt. Wir als TuRa Heiden wünschen Marvin alles Gute und vor allem eine baldige Genesung.“ Trotzdem wird noch Fußball gespielt. Dies von den Heidenern auch mehr als ordentlich, denn nach drei überzeugenden Siegen steht für den Turn- und Rasensportverein der Gruppensieg zu Protokoll. Die B-Ligisten aus Belle-Cappel und Blomberg II haben beim 2:4 beziehungsweise 3:5 das Nachsehen, C-Ligist FC Augustdorf III gar mit 0:7.

 

Auch bei Belle-Cappel-Coach Timo Welsandt sitzt der Schock extrem tief nach der gravierenden Verletzung von Kreye, will auch er die Möglichkeit nutzen, „meine besten Genesungswünsche auszusprechen. Sehr schlimm, was da passiert ist.“ Ein positiver Farbtupfer ist der B-Liga-Aufsteiger bei diesem Turnier, haben sie einzig gegen den favorisierten TuRa Heiden mit 2:4 verloren, doch gegen den Blomberger SV II (7:0) und gegen den FC Augustdorf III (4:0) jeweils deutlich und ohne Gegentor triumphiert. Für Welsandt gehen daher sechs Zähler von neun möglichen „in Ordnung.“ Nicht nur die Tatsache, dass sein Schützling Janzen als fähigster Fänger geehrt wird, stimmt ihn fröhlich, auch das gesamte Milieu gefällt ihm. „Es war alles gut organisiert“, schwärmt er und verspricht: „Danke an den Ausrichter. Wir kommen gerne wieder.“

 

Glanzvoll beginnt der Blomberger SV II diesen Wettbewerb, schlägt zum Auftakt den C1-Ligisten FC Augustdorf III mit 4:1. „Wir haben Gegner und Ball beherrscht und auch verdient gewonnen“, ruft sich Coach Alexander Wolf ins Gedächtnis. Das folgende 0:7 gegen den Nachbarverein SG Belle-Cappel sorgt für ein gewaltiges Kopfschütteln bei Wolf, der mit der Situation sehr hadert, erwähnt: „Danach haben wir ein sehr unkonzentriertes Spiel abgeliefert und sehr viele einfache Gegentore kassiert. Diese Klatsche war heftig“, ist diese gleichbedeutend mit Blues-Stimmung im Lager der Nelkenstädter. Eine klare Leistungssteigerung ist bei der 3:5-Niederlage gegen Heiden zu konstatieren, doch an der Berechtigung dieses neuerlichen Rückschlags ist nicht zu rütteln. Trotz des Scheiterns im frühesten Turnier-Stadium dient dieser Wettbewerb auch als wichtiger Gradmesser: „Erkenntnisse über den Fitnesszustand konnten dennoch erlangt werden. Vor allem waren aber viele einfache Fehler der Grund für die Niederlage“, muss man sich an die eigene Nase fassen. Dass der Fußball in den Hintergrund rückt, passiert schnell. Vor allem, wenn es um das Wohlergehen eines Menschen geht. Wolf betrachtet dies ähnlich: „Dennoch sieht man, wie unwichtig das alles ist. Ein Spieler der SG Kachtenhausen/Helpup hat sich sehr schwer verletzt und musste eine knappe Stunde in der Halle behandelt werden. Das war nicht schön und hat alles in den Schatten gestellt“, ist die Stimmung danach unzweifelhaft im Keller bei einigen Protagonisten. In Richtung von Marvin Kreye sagt Alexander Wolf unterdessen: „Ich wünsche dem Spieler alles Gute und dass er bald wieder auf den Beinen ist – ohne bleibende Schäden davongetragen zu haben.“ Die Konsequenz, die für viel Melancholie sorgt: „Die Stimmung war dementsprechend getrübt und auch die Anzahl der Zuschauer war überschaubar.“

 

Keine Quelle der grenzenlosen Freude ist dieses heimische Turnier für den großen Außenseiter im Teilnehmerfeld, den FC Augustdorf III. Ein Zähler bleibt den Senne-Jungs gänzlich verwehrt, schaffen sie es sogar, nur einmal den Ball in das gegnerische Tor zu befördern. Dies geschieht bei der 1:4-Auftakt-Niederlage gegen den Blomberger SV II. Gegen den TuRa Heiden erleben sie ein 0:7, gegen Belle-Cappel auch keinen Treffer beim 0:4. FCA III-Keeper Malte Kiel lokalisiert akkurat: „Als einziger C-Ligist waren wir klarer Außenseiter. Wir wollten einfach Spaß haben und wir haben den Kader aus den Akteuren zusammengestellt, die Lust haben, in der Halle zu kicken.“ Bedeutet: „Gerade die Leute, die zuletzt wenig gespielt haben, konnten aktiv mitmachen.“ Dass es sieben Gegentore auf einen Streich gegen die zwei Spielklassen höher kickenden Heidener gibt, tut zwar weh, doch Kiel sagt voller Respekt über die Coaching-Qualitäten von seinem Ex-Übungsleiter: „Gerade TuRa Heiden unter Trainer Thorsten Geffers hat klar gezeigt, dass es guten Fußball spielen kann. Wir hatten trotz der Niederlagen auch Spaß und konzentrieren uns auf die Rückrunde auf dem Feld“, der – logischerweise – mehr Bedeutung beigemessen wird.

Die Berichte über die K.-o.-Phase werden Ihnen präsentiert von:

 

Halbfinale

 

RSV Hörste vs. SG Belle-Cappel 2:1

Als „etwas unglücklich“ schildert SG Belle-Cappel-Coach Timo Welsandt (Bild rechts) das knappe Ausscheiden gegen den RSV Hörste. Dieses Empfinden kann er

Timo Welsandt

auch nachvollziehbar erläutern: „Wir führen und bekommen dann zwei Gegentreffer innerhalb von 30 Sekunden.“

 

TuRa Heiden vs. FC Augustdorf II 3:5

Was seine Mannschaft beim 3:5 gegen die Zweitvertretung der Sandhasen zeigt, lässt die Mundwinkel von Geffers nach unten hängen, mosert er: „Mit der gezeigten Leistung im Halbfinale gegen FC Augustdorf II war ich nicht zufrieden. Zu viel Arroganz und Überheblichkeit waren die Ursachen für die verdiente Niederlage“, dies gegen einen klassentieferen Widersacher.

 

Spiel um Platz drei

SG Belle-Cappel vs. TuRa Heiden 5:4 nach Neunmeterschießen

Beim Nervenspiel vom Punkt behält die SG Belle-Cappel im direkten Duell mit dem Gruppengegner aus Heiden mit 5:4 die Oberhand. Welsandt veranstaltet nach diesem Shoot-Out keine rauschende Privat-Party, erklärt vielmehr realistisch: „Das ist immer eine 50/50-Sache.“ Für Geffers vom unterlegenen Repräsentanten aus dem Detmolder Kreisoberhaus ist dies „dann auch nur noch Nebensache.“ Es juckt in den Füßen, dass die Einweisung für die Rückserie in Bälde erfolgt. Konkret: Ab der kommenden Woche möchte man Outdoor wieder lustig gegen die Kugel treten. Dass es letztlich zum vierten Rang reicht, verhindert bei Geffers nicht die Respekts-Bekundung für den siegreichen Gastgeber: „Glückwunsch natürlich an den FCA II zum Turniersieg.“ Für Welsandt geht der Turniersieg vollkommen in Ordnung, stemmt doch die „spielerisch beste Mannschaft“ völlig zu Recht den Pokal in die Höhe.

Endspiel

FC Augustdorf II vs. RSV Hörste 3:1

„Das Turnier war für uns durch den Sieg natürlich ein voller Erfolg“, freut sich Hübner. Dass sein Team sich peu à peu steigert, im Einklang mit den fortlaufenden Partien, gefällt ihm sehr. Der finale 3:1-Erfolg gegen den A-Liga-Vertreter aus Hörste fällt für ihn „verdient“ aus. Nicht nur die Aktiven auf dem Platz haben fleißig ihren Anteil an einer gelungenen Veranstaltung: „Das Drumherum hat auch gepasst. Die Verpflegung war gut und alle Helfer haben genau wie die Turnierleitung mit Klaus und Kai Gronemeyer einen super Job gemacht“, hebt er symbolisch beide Daumen gen Himmel. Aber: „Schade, dass wir das Endspiel gegen Augustdorf verloren haben, was aber in Ordnung geht“, so erklärt es Ackmann. Er sagt über das große Ganze zudem: „Der Zuschauerzuspruch war ganz in Ordnung und die Organisation und Bewirtung war sehr gut.“

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