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Hallenfussball

Stadtwerke Pokal 2020 – Ran an die Derbys

Neun Teams aus dem Bad Salzufler Stadtgebiet geben sich am finalen Januar-Sonntag die Ehre, treten in zwei Gruppen an. Die Spannung steigt. Auch bei Lippe-Kick.

Wer sichert sich den Kurstadt-Titel?

 

Stadtwerke-Pokal 2020 (hk). Am letzten Tag in dieser Woche brennt ab 10.30 Uhr der Hallenboden, wenn es zur 5. Auflage um die Hallenfußball-Meisterschaften in der Kurstadt kommt. Neben dem Wanderpokal von den Stadtwerken Bad Salzuflen zocken die Teams um Gelder in Höhe von insgesamt 750 Euro, die ebenso der Namensgeber investiert. Nicht nur die Mannschafts-Leistungen werden belohnt. Auch Individualauszeichnungen kommen nicht zu kurz. Henry Tiemann vom Sport-Eck wird – wie immer bei diesem Event – den besten Fänger, Feldkicker und den Torschützenkönig mit lukrativen Gutscheinen belohnen. Klar ist: Die Gruppen sind ansprechend ausgelost worden. Darauf wirft Lippe-Kick einen konkreten Blick. Interessant: Der Stadtwerke-Pokal hat, ähnlich wie der DFB-Pokal, seine eigenen Gesetze. Überraschungen sind in der nunmehr 5-jährigen Historie keine Seltenheit.

 

Von Henning Klefisch

 

Gruppe A

SC Bad Salzuflen

SV Werl-Aspe

TuS Grastrup/Retzen

SV Wüsten

SV Rojhilat Bad Salzuflen

 

In der Gruppe A treffen die A-Ligisten SC Bad Salzuflen und SV Werl-Aspe auf die B-Ligavertreter aus Grastrup-Retzen und Wüsten sowie das einzige Team aus der C-Klasse, den SV Rojhilat. Wo der SC Bad Salzuflen drauf steht, ist nicht der Teilnehmer der Finalrunde der lippischen Hallenmeisterschaften drin. Die Zweitvertretung, Mitglied in der C2 Lemgo, wird den Sportclub vertreten. Deren Coach Sahin Aytan warnt bereits: „Wir haben eine sehr starke Gruppe. Jeder kann gegen jeden gewinnen.“ Trotzdem hat man den

Sahin Aytan

Maximalerfolg klar im Blick, berichtet Aytan doch hoffnungsfroh: „Wir rechnen erst einmal damit, weiterzukommen und dann vielleicht etwas zu überraschen, denn als C-Ligist bist du immer Außenseiter“, ordnet er richtig ein. Dieser lokale Wettkampf bietet bekanntlich so einige Überraschungen, haben die Salzufler keine spezielle Vorbereitung unter dem Hallendach absolviert. Das ist vielleicht auch überhaupt nicht nötig, denn Aytan findet: „Wir haben junge Leute, die technisch sehr stark sind in der Halle.“

 

Marcio Goncalves, der immer noch frische Coach vom SV Werl-Aspe, ist zum ersten Mal in dieser Position beim Stadtwerke-Pokal dabei. Die eigene, so hervorragende Turnier-Bilanz möchte er nicht gänzlich außer Acht lassen, bemerkt er schließlich treffend: „In der Vergangenheit haben wir dort oft sehr gut ausgesehen.“ Im Gegensatz zu vielen anderen Kollegen, die den Indoor-Kick als lästige Pflichtaufgabe betrachten, bezeichnet Goncalves diese Freizeitbeschäftigung in der Winterpause als eine „kleine Abwechslung zum Liga-Alltag“, genießt die Vorbereitung selbstverständlich deutlich mehr Bedeutung. Als Veranstalter dieses Wettbewerbs möchten die Asper allerdings eine gute Visitenkarte abgeben, denn der juvenile Coach konstatiert: „Wir stecken mitten in der Vorbereitung, sodass wir das Turnier gerne angehen werden und ein möglichst gutes Ergebnis erzielen wollen.“ In Gänze findet er, dass einige harte Brocken aus dem Weg geräumt werden müssen, beginnt es bereits in der Vorrunde mit Teams wie Bad Salzuflen und Grastrup/Retzen. Er teilt die Einschätzung: „Ahmsen in der anderen Gruppe ist auch stark einzuschätzen, so haben sie es ja auch beim LZ-Cup bewiesen. Der Turniermodus lässt spannende Spielpaarungen zu“, wo vor allem viel Lokalkolorit anzutreffen ist. Konkret auf diesen Wettbewerb vorbereitet haben sich die Asper nicht, steht die Einstimmung auf den Liga-Start klar im Fokus, möchte man sich hier nichts vorwerfen. Man hat Selbstvertrauen getankt. Das erste Testspiel gegen den Herforder A-Ligisten Türkischer Verein Herford ist nämlich mit 4:2 gewonnen worden.

 

Mit der C-Liga-Reserve geht der TuS RW Grastrup/Retzen in dieses Turnier. Mit einer gut ausbalancierten Mannschaft werden die Rot-Weißen diesen Derby-Wettbewerb bestreiten. Einen etatmäßigen Fänger beabsichtigen sie allerdings nicht einzusetzen. So wird der letztjährige Team-Lemgo-Auswahlkicker und Sunnyboy Pablo Perner seine Qualitäten zwischen den Pfosten unter Beweis stellen. „Die sieben, acht Leute, die ich mitnehme, sind die, die Zeit und Lust hatten. Die habe ich ins Feuer geschmissen“, stellt RW Grastrup/Retzen II-Coach Timo Drechshage klar. Sich möglichst teuer zu verkaufen, das wird das gesteckte Ziel der Rot-Weißen sein, die mit dem SV Werl-Aspe und dem SC Bad Salzuflen auf zwei Favoriten auf den Turnier-Sieg bereits in der ersten Turnierphase treffen. „Wüsten können wir bestimmt bearbeiten, rechnen wir uns insgesamt aber nichts aus“, möchte sich Drechshage auf eine eindeutige Zielsetzung nicht festlegen. Mit Elementen wie

Timo Drechshage

Fairness, Spaß – aber auch dem Setzen von einem „Statement“ – möchten die Rot-Weißen dieses Turnier angehen. Die anwesenden Zuschauer dürfen sich darauf freuen, denn etwas Besonderes ist in Planung, was wohl in Bild und Ton für die Ewigkeit konserviert werden könnte. „Vielleicht kommt ein kleiner Überraschungserfolg raus, sodass wir vielleicht ins Halbfinale rutschen“, möchte Drechshage dies nicht auf Teufel komm raus erzwingen. Was für ihn unzweifelhaft ganz weit oben im Bedeutungsranking eingeordnet wird: „Am Ende soll die bessere Mannschaft oben stehen“, wird hier der Leistungsgedanke ganz großgeschrieben. Es kann nur besser werden aus Sicht vom TuS RW Grastrup/Retzen, denn die bisherige Hallenserie war eher mau.

 

Als Hallengötter werden die SV Wüsten-Jungs nicht mehr Einzug in den lippischen Fußball-Annalen finden. Dennoch standen die Wüsten-Füchse vor Jahresfrist im Endspiel. Man lässt es nun locker angehen, bereitet sich nicht konkret auf diese Stadtmeisterschaften vor. SVW-Pressesprecher Marvin Bahlo betont: „Wir nutzen das Turnier einfach als eine Art Vorbereitungseinheit, um langsam wieder hereinzukommen. Wir möchten uns einfach gut präsentieren, den Ball laufen lassen und Spaß haben.“ All das müssen die Wüstener allerdings mit einem geschwächten Team angehen, denn die Zahl an personellen Optionen ist rar gesät.

 

So komplett aus der kalten Hose agieren möchte der SV Rojhilat Bad Salzuflen auch nicht. Deshalb haben sich die Kurstädter doch etwas vorbereitet, wie Coach Saleh Maan im Lippe-Kick-Talk erläutert: „Natürlich haben wir ein bisschen in der Halle trainiert, um ein gutes Turnier zu spielen. Wir wissen aber, dass in unserer Gruppe sehr starke Gegner sind.“ Als Außenseiter in dieser sportlichen Auseinandersetzung möchte der SVR für sportliche Farbtupfer sorgen, will man sich nicht zu sehr innerlich stressen: „Das Ziel? Wir wollen zu 100 Prozent Spaß haben, mehr nicht“, verrät Maan. Nach einjähriger Pause kehrt Rojhilat in den Wettbewerb zurück.

 

Gruppe B

TuS Ahmsen

TuS Bexterhagen

TuS Lockhausen

TSV Schötmar

 

Die Gruppe B bietet ausschließlich westlippische Nachbarschaftsduelle zwischen den Teams aus Ahmsen, Bexterhagen (beide Kreisliga A), Lockhausen und Schötmar (beide Kreisliga B). Der TuS Ahmsen wird nahezu mit dem identischen Kader antreten, der bereits den alles überstrahlenden LZ-Cup bestritt. Nicht auszuschließen, dass Coach Michael Tönsmann noch ein, zwei Akteuren Spielzeit in Aspe schenken wird. Ahmsen-Obmann Lothar Köhnemann (Bild rechts) erklärt im Lippe-Kick-Gespräch: „Bisher sind wir mit der zweiten Mannschaft angetreten, alleine, weil wir beiden Teams ein Turnier geben wollten.“ Die Vorzeichen haben sich allerdings schlagartig geändert. „Da wir dieses Jahr aber doch eine kleine Unstimmigkeit hatten im Dasein der Zweiten, haben wir uns entschieden, beide Turniere mit dem Kader der Ersten zu spielen.“ Ohne mit der Wimper zu zucken, klassifiziert er die eigene Gruppe als unberechenbar, ist hier alles möglich, könnte schließlich eine Mannschaft in der Gruppenphase vollständig patzen, hier die rote Laterne leuchten lassen, doch am Ende trotzdem strahlender Triumphator sein. Dazu gesellt sich noch: „Auch sind wir doch alle untereinander so gut bekannt, dass es überhaupt keine Überraschungen geben kann. Jeder kennt jeden, jeder kann jeden schlagen und somit sind keine Kreisliga A-Ligisten den B- oder C-Ligisten gegenüber im Vorteil“, möchte er an dieser Stelle von Favoriten oder Außenseitern überhaupt nichts hören. Bei Köhnemann überwiegt vor allem die Vorfreude auf ein paar nette Unterhaltungen in angenehmer Atmosphäre mit bekannten Personen. Im Ligabetrieb ist der Anspannungsfaktor deutlich erhöht, weshalb hier ausgedehnte Unterhaltungen oft zu kurz kommen. Wenn dazu noch die Verletzten gänzlich ausbleiben, dann ist die Stimmung bei Köhnemann prächtig. Auch er ist sich im Klaren: Nichts wäre für ihn schlimmer, als dass neue Ausfälle nach dem Stadtwerke-Pokal dazukommen.

 

Insgesamt lässt sich leider konstatieren, dass der Hallenfußball seine Anziehungskraft verloren hat. Leere Tribünen, teilweise auch unmotivierte Teams. Beim Stadtwerke-Pokal gestaltet sich die Situation deutlich anders, denn durch die Dichte an Derbys ist das Zuschaueraufkommen höher, die Stimmung in der Halle dadurch automatisch besser. Man trifft und kennt sich, redet über den lippischen Fußball, auch über private Themen. Es ist ein großes Happening, eine lockere Atmosphäre, die bis unter das Hallendach spürbar ist. All das weiß ebenso Maximilian Illgner, der ausnahmsweise mit der Betreuung vom TuS Bexterhagen betraut wird. Er möchte allerdings nicht außer Acht lassen: „Der Indoor-Zauber hat für uns jetzt nicht den höchsten Stellenwert.“ Und: „Wichtig ist bei solchen Turnieren immer, dass alle Spieler gesund und munter bleiben und dass man in erster Linie Spaß hat, mit seinen Freunden und gegen seine Freunde beziehungsweise Gegner „zu zocken“ und die Murmel laufen zu lassen“, sind diese Faktoren in der Prioritätenliste weiter oben anzusiedeln. Die Reds haben den Klassenverbleib im Lemgoer Kreisoberhaus als außerordentlich wichtig eingeschätzt, ist dies nur mehr als verständlich. Nun freut man sich auf das, was kommt: „Wir haben eine gute Gruppe erwischt. Mit Ahmsen einen Gegner, der in der Kreisliga A ganz oben steht und die sich unter anderem auch für die LZ-Cup-Endrunde qualifiziert haben. Dazu kommt Lockhausen (Tabellenführer der Kreisliga B, Respekt für die Entwicklung) und Schötmar, die sicherlich nicht in die Halle kommen, um da Däumchen zu drehen.“ Auch in der Parallel-Gruppe hat Illgner einige fähige Teams auf seiner Rechnung, wie etwa den SC Bad Salzuflen oder den SV Werl-Aspe, deren Qualitäten er als ziemlich hoch bewertet. Verrückt gemacht haben sich die Bexterhäger keineswegs, konnten die Kicker selbstständig entscheiden, ob sie sich in der Halle vorbereiten möchten oder eben nicht. Illgner frohlockt: „Wir haben einen relativ jungen Kader, der trotzdem eine sehr gute Qualität vorweist.“ Die A-Jugend-Kicker Steve Maurice Thiede und Jannik und Tobias Henschel dürfen sich bewähren. Mit alten Haudegen wie Fabian Butzkies (Bild links) und Dominik Dodt komplettieren routinierte Kräfte den Kader. Beide haben bereits in der Vorrunde der lippischen Hallenmeisterschaften demonstriert, dass sie nützlich in und für die Halle sind. So einige wichtige Kicker fallen jedoch verletzungsbedingt aus, soll hier bewusst kein Risiko eingegangen werden. Andere entspannen derzeit in ihrem Urlaub. Natürlich genießt die Rückserie eindeutig Priorität. Illgner hebt gegenüber Lippe-Kick hervor: „Ich freue mich, am Sonntag mit der Truppe beim Turnier teilzunehmen, um dort nochmal in der Halle zu zaubern, bevor es dann endlich auch wieder nach draußen geht!“

 

Der Titelverteidiger TSV Schötmar wartet mit keinem Geringeren als den Hallen-Gott und Kicker Ilker Siviloglu (Bild rechts) auf. TSV-Vereinsboss Ersan Dargecit macht deutlich: „Also mit dem Stadtwerke-Pokal haben wir in den letzten Jahren immer durchweg positive Erfahrungen gemacht und uns auch immer gut geschlagen.“ Wenn man bereits oben ist, dann möchte man auch dort bleiben. Deshalb unterstreicht auch Dargecit gegenüber Lippe-Kick: „Als amtierender Sieger ist es natürlich unser Ziel, den Titel zu verteidigen.“ Die Schötmaraner haben sich beim bisherigen Budenzauber gepflegt zurückgehalten, mussten beim LZ-Cup bereits in der Vorrunde früh die Segel streichen. Die Bedeutung der folgenden Herausforderung möchte Dargecit ausdrücklich betonen: „Der Stadtwerke-Pokal liegt aber in unserem Fokus und den nehmen wir durchweg ernst.“ Die Los-Fee hat den Lohfeld-Jungs nicht unbedingt angenehme Aufgaben beschert. Der TuS Ahmsen und der TuS Bexterhagen sind fähige A-Liga-Vertreter. Hinzu kommt mit dem aktuellen B2-Primus aus Lockhausen ein echter Kracher. Ersan Dargecit muss einräumen: „Auf dem Papier haben wir in dieser Gruppe die schlechtesten Karten, gäbe es da nicht die Tatsache, dass in der Halle alles möglich ist.“ Als sehr förderlich könnte sich erweisen, dass die Schötmaraner einige Kicker im Team haben, die über ausgesprochene Fähigkeiten beim Indoor-Fußball verfügen. Gespannt sein darf man ebenso auf den souveränen Tabellenführer der Kreisliga B2 auf dem Feld. Der TuS Lockhausen mit Trainerfuchs Stefan Braunschweig taugt mit diesem positiven Lauf auch zum Geheimfavoriten in der Halle.

 

Stammer übergibt das Objekt der Begierde

Ab 14.30 Uhr startet die K.-o.-Phase, um 16.15 Uhr kommt es zum Endspiel. Der Turniersieger erhält 400 Euro, der Finalist 200 Euro. Volker Stammer, der Geschäftsführer der Stadtwerke Bad Salzuflen, wird den Pokal überreichen.
Für den dritten Platz werden 100 Euro ausgehändigt, der Viertplatzierte erhält 50 Euro. Auch die Feinschmecker bekommen das volle Verwöhn-Aroma geliefert. Es werden kalte und heiße Getränke serviert. Auch leckerer Kuchen ist im Angebot. Was gibt es Schöneres, als sich an insgesamt 24 Ortsderbys zu erfreuen, dabei kulinarische Köstlichkeiten zu konsumieren? Nicht wirklich viel! Turnier-Leiter Meik Gronemeier findet: „Die Bad Salzufler Fußballvereine freuen sich über die großzügige Unterstützung der Vereinsarbeit durch die Stadtwerke. Die Verbundenheit des
Unternehmens wird durch die persönliche Anwesenheit des Chefs bei den
Stadtmeisterschaften bekräftigt.“ Der FLVW Kreis Lemgo schickt mit Marko Grujic und Manfred Heinrich einen jungen und einen routinierten Referee in die Halle nach Aspe, teilen sich die beiden die Partien auf. „Es kann also losgehen“, ist den Worten von Gronemeier nichts mehr hinzuzufügen.

 

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