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Hallenfussball

Stadtwerke-Pokal 2020 – Eine runde und gerade Sache

Man erlebt einmal mehr atemberaubende Derbys zwischen den Kurstadt-Kickern. Die Stimmung in der Halle brodelt, am Ende strahlen die Gastgeber – organisatorisch und sportlich.

Werl-Aspe nutzt den Heimvorteil

Stadtwerke-Pokal 2020 (hk). Anscheinend verspüren die Kicker vom SV Werl-Aspe eine extreme Vorliebe für das Erringen vom Stadtwerke-Pokal in einem EM- oder WM-Jahr. Alle zwei Jahre gewinnt der Lokalmatador den inoffiziellen Stadtmeister-Titel. Am Sonntag gelingt dies vor insgesamt 300 begeisterten Zuschauern im Schulzentrum Aspe. Das Endspiel ist eine klare Geschichte, wird der B2-Ligist TSV Schötmar doch letztlich chancenlos aus der Halle geschossen. Auch individuell brillieren die Asper, stellen mit Marius Seipt den besten Kicker und mit Tim Meier den herausragenden Goalgetter (10 Treffer) bei diesem Wettkampf. Ahmsen-Hüter Jan Rösener wird zum besten Fänger gewählt. Die drei Spieler erhalten jeweils einen Gutschein vom Sport-Eck Tiemann. Seine Nerven besser im Griff hat der TuS Ahmsen im Vergleich zum SC Bad Salzuflen, siegt im Neunmeterschießen mit 3:2. Der Underdog aus der C-Klasse kann nicht überraschen, bleibt der SV Rojhilat Bad Salzuflen doch punktlos, das bei einem Torverhältnis von 6:24.

 

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Von Henning Klefisch

 

 

Es ist wahrlich mehr als löblich, dass die Stadtwerke Bad Salzuflen den Lokal-Sport auf diese Art und Weise unterstützen. Die Zuschauer-Resonanz und die sportlichen Höchstleistungen bei den fünften Bad Salzufler Hallenfußball-Meisterschaften bestätigen sie. Turnier-Organisator und Moderator Meik Gronemeier betont vehement: „Trotz der ungeraden Zahl an teilnehmenden Mannschaften und dem freiwilligen Verzicht des TuS RW Grastrup-Retzen auf die K.o.-Runde, die sie als Gruppenzweiter sicher erreicht hatten, und der daraus resultierenden Tatsache, dass alle Mannschaften, ‚die Zeit fürs Viertelfinale hatten‘, dieses auch erreichten, waren die Spiele ab dem ersten Moment heiß umkämpft.“ Schon in der Gruppenphase wollen sich die Teams in Stellung bringen, um sich für das Viertelfinale einzugrooven. Für Gronemeier steht fest: „Das Turnier hat sich absolut etabliert. Obwohl nicht alle Vereine ihre Erst-Vertretung schickten, waren die Spiele gut anzusehen. Dazu fanden sie vor gut besetzten Zuschauerrängen statt. Die dichte Abfolge von einem Stadtderby nach dem anderen und die kurzen Wege für alle Aktiven, Fans und Vereinsvertreter zur Halle Aspe trägt sicher dazu bei.“ Man kennt und schätzt sich, trifft alte Freunde und „bekannte Bad Salzufler Fußballlegenden, um sich nicht nur die Spiele anzusehen, sondern auch ausgiebig auf der Tribüne zu fachsimpeln, bevor in Kürze der ‘Ernst des Lebens’ mit der Rückrunde auf dem Feld beginnt. Lediglich “Legende” Stefan Braunschweig sparte es sich, die Luft in Fachgesprächen zu vergeuden. Benötigte er sie doch viel mehr als aktiver Spielertrainer seines TuS Lockhausen. Vermeintlich der wohl älteste Spieler, der in der bisher fünfjährigen Turniergeschichte des Stadtwerke-Pokals auf der Spielfläche stand“, teilt Gronemeier mit einem Zwinkern im Lippe-Kick-Gespräch mit. Stadtwerke-Geschäftsführer Volker Stammer, der für die Pokal-Übergabe zuständig ist, freut sich jetzt schon ausgiebig auf den Stadtwerke-Pokal in zwölf Monaten.

 

Gruppe A

 

Auffällig sind die vielen deutlichen Ergebnisse in dieser Konstellation. Was für eine Gruppenphase vom SV Werl-Aspe, der durch diese geradezu schwebt. Direkt zum Auftakt werden dem SV Rojhilat Bad Salzuflen mit einem deutlichen 7:0 die Leviten gelesen. Mit dem gleichen Ergebnis hat auch der SV Wüsten das Nachsehen. Deutlich spannender geht es gegen den ewigen Rivalen SC Bad Salzuflen zu, der knapp mit 3:2 besiegt wird. Gegen Grastrup/Retzen erzielen die Asper ebenfalls drei Tore, kassieren zudem keines, was eine bemerkenswerte Gruppenphase abrundet. Für Coach Marcio Goncalves ist vor allem außerordentlich wichtig, dass sich kein Akteur verletzt, man zudem eine wohltuende Spielfreude demonstriert. Er drückt sein Bedauern aus, dass „nicht alle Mannschaften mit dem ersten Kader angereist sind, aber trotzdem haben wir tolle Tore heraus gespielt und konnten nochmal Selbstvertrauen für die anstehenden Trainingswochen tanken“, hat der Gastgeber vorbildlich seine beste Garde aufgeboten. Wichtig für Goncalves: „Mir hat das Turnier Spaß bereitet und ich bin stolz auf eine tolle Mannschaftsleistung.“

 

14:11 Tore ergeben sechs Punkte im Gruppen-Klassement für den SC Bad Salzuflen. Der Sportclub schickt seine zweite Garde ins Rennen. Gegen den SV Wüsten wird mit 3:2 gewonnen, gegen den Ligarivalen SV Rojhilat gar mit 8:3. Ohne Ertrag bleibt man gegen Grastrup/Retzen (1:3) und Werl-Aspe (2:3). SC II-Trainer Sahin Aytan hat nicht allzu viel zu mäkeln: „Ich bin total zufrieden mit dem Hallenturnier.“ Im Vergleich mit dem späteren Turniersieger SV Werl-Aspe sieht er seine Mannschaft durchaus ebenbürtig, findet: „Wir konnten dagegenhalten“, gegen den zwei Spielklassen höher rangierenden Gastgeber.

 

Aller guten Dinge sind drei? Drei Punkte aus drei Partien, was für den dritten Rang berechtigt. So lautet die Zwischenbilanz für den SV Wüsten nach dem frühesten Turnierstadium. Die einzigen drei Punkte fahren die Wenzel-Männer beim 5:2-Erfolg über das abgeschlagene Schlusslicht SV Rojhilat ein. Knapp fällt die Niederlage im ersten Spiel gegen Bad Salzuflen aus (2:3). Eindeutiger ist dies schon beim 0:7 gegen Werl-Aspe und ebenso beim 0:3 gegen Grastrup/Retzen. Begeistert zeigt sich SVW-Leader Bastian Meißner vom SV Werl-Aspe und von den Stadtwerken Bad Salzuflen, unterstreicht er immerhin zunächst: „Ein Dank vorab an den Ausrichter und den Sponsor für ein wirklich gut ausgerichtetes Turnier“, was für die Wüsten-Füchse mit dem Viertelfinale endet. Trainer-Legende Achim Wenzel hat

B. Meißner

munter durchgemixt, Akteuren aus der ersten und zweiten Mannschaft, aber auch einem A-Jugend-Quartett Spielzeit gewährt. Die Nachwuchskräfte werden zum ersten Mal in diesem Bereich getestet, haben durchaus Eigenwerbung betrieben. Was möglicherweise nicht völlig überstürzt geschieht: „In der Zusammensetzung kamen wir schwer ins Turnier, es wurde aber im Laufe der Spiele etwas flüssiger und wir konnten auch nach vorne gute Szenen anbieten.“ Nach vorne sind die Wüstener verhaltensauffällig unterwegs, doch in der Abwehrarbeit bleiben viele Wünsche unerfüllt. Das Problem: Es wird zu luftig verteidigt, wenig rigoros. Überhaupt nicht verstehen kann der Fußball-Vorstand vom SV Wüsten eine Verhaltensweise von einem gegnerischen Akteur: „Und dann muss ich noch die völlig geisteskranke Aktion von Leon Beckmann vom TuS RW Grastrup/Retzen erwähnen, der bei einer Führung von 3:0 gegen uns vier Sekunden vor dem Ende unseren Spieler mit purer Absicht in die Bande checkt und dabei die Verletzung des Spielers mehr als nur billigend in Kauf nimmt, sodass es auch den Retzern peinlich ist“, benutzt der meinungsstarke Defensiv-Mann hier ehrliche Worte. Was ihn ebenso verdutzt zurücklässt: „Erschreckend auch die Reaktion des Schiedsrichters, der, während der Spieler mit Schmerzen am Boden liegt, herzhaft lacht. Ich persönlich dachte immer, dass die Schiedsrichter die Spieler schützen sollen, aber Herr Grujic sieht das vielleicht anders!“ Dass Grujic über den verletzten Spieler einen Jux macht, glaubt er nicht, vermutet stattdessen: „Vielleicht hat einer der Umstehenden einen “Witz” gemacht. Es war in der Situation halt sehr unpassend“, so sein Urteil. Immerhin ist das gesamte Turnier in Summe doch „überaus fair“ gewesen.

 

Sechs Tore erzielt, dafür aber 24 Gegentore geschluckt. Das ist die wenig ruhmreiche Bilanz vom SV Rojhilat. Die stressige Strebsamkeit ist aber nicht einmal ansatzweise durchgezogen worden. Vielmehr haben andere Punkte mehr Wertschätzung genossen, wie Coach Saleh Maan unterstreicht: „Es hat einen Riesenspaß gemacht und das war die Hauptsache“, wird in der Serie nach dieser Nullrunde natürlich kein Zähler abgezogen. „Wir bedanken uns bei dem Turnierveranstalter“, haben sich die Rojhilat-Jungs gut aufgenommen gefühlt.

 

Im Vergleich zum LZ-Cup ist die Leistungssteigerung bei den Rot-Weißen offensichtlich. Grastrup/Retzen-Coach Thore Eitner freut sich über drei Siege aus vier Matches und hat den richtigen Schlüssel zum Erfolg erkannt: „Mit der 3-1 Taktik sind wir sehr gut gefahren, sodass wir viele Konter-Chancen hatten und diese auch hervorragend genutzt haben“, kommen die zehn Tore nicht von ungefähr. Besonders Sabri Derbas hebt sich im Verwandeln dieser Möglichkeiten positiv hervor, erzielt dieser allein sieben Tore, betätigt sich zudem als personifizierter Lieferservice. In der Abwehr hält die Routine Einzug: „Mit Sören Krack in der Verteidigung stand ein alter Hase in der Mannschaft, der die jungen Spieler gut geführt hat, was die Ergebnisse zeigen.“ Suboptimal, dass die Rot-Weißen trotz einer starken Vorrunde bereits nach dieser aus dem Turnier aussteigen müssen, wartet doch schon um 15.00 Uhr ein Freundschafts-Kick gegen den TuRa Heiden II. „Ich denke, das hat dem Turnier auch nicht geschadet, dass wir zurückgezogen haben, da es neun Mannschaften gab und nur acht weitergekommen wären. So haben alle davon profitiert“, kann man dies auch so sehen.

 

Gruppe B

Sehr spannend ist es in dieser Gruppe. Die Pechmarie geht offenbar eine wenig gewünschte Liaison mit dem TuS Ahmsen ein. Nur rudimentär weist der Kader der Grün-Weißen Ähnlichkeiten mit dem vom LZ-Cup auf. Die Spieleranzahl schwindet von Spiel zu Spiel. Es geht los gegen den langjährigen Widersacher TuS Lockhausen. Keine 120 Sekunden sind absolviert, als die Janson-Jungs direkt den ersten Schockmoment verdauen müssen, denn Top-Torjäger Sören Seifert knickt um, verstaucht sich dabei die rechte Ferse. Die Mannschaft erholt sich davon nicht so richtig, verliert mit 2:3 das Auftaktspiel. Beim 4:1-Erfolg über den TuS Bexterhagen trifft es Marcel Förster, der beim Wegdrehen mit dem rechten Fuß wegknickt. Die Folge: Ein Bänderriss. Während des 3:1-Erfolges über den TSV Schötmar verbiegt sich Herrmann Neufeld, wodurch dessen linkes Sprunggelenk arg in Mitleidenschaft gezogen wird. Somit fallen Cheftrainer Michael Tönsmann gleich drei wichtige Akteure in der anstehenden Vorbereitung aus. Die Frage, die sich nunmehr stellt. Wie lange? Um das Wechselkontingent einigermaßen zu erfüllen,

Sören Seifert

mutiert Fänger Till Käufer zum Feldspieler und A-Jugend-Mann Nico Putrino, der sich eigentlich auf einen entspannten Tribünen-Nachmittag mit Kaffee und Kuchen eingestellt hat, erhält spontan Spielzeit. Ahmsen-Obmann Lothar Köhnemann eröffnet: „Ach, dafür hat es ja noch ganz gut hingehauen mit dem Ergebnis. Gut, vollzählig wäre es ganz bestimmt interessanter geworden, aber auch so war es ein netter Nachmittag, bei dem wir viele gute Gespräche führen konnten und es auch sonst sehr ruhig und fair zuging“, hat keine überharte Spielweise der Gegner für diese grassierende und spontane Verletzungsnot gesorgt.

 

Hinter dem TuS Ahmsen läuft der TSV Schötmar als Tabellenzweiter in der Gruppenphase ein. Nach einem 2:2 gegen den TuS Bexterhagen hat der TuS Lockhausen beim 4:1 auffallend das Nachsehen. Gegen Ahmsen ziehen die rot-schwarzen Adler beim 1:3 allerdings den Kürzeren. TSV-Vereinsboss Ersan Dargecit klopft sich auf die eigene Schulter, sagt: „Der heutige Turniertag lief ganz gut. Wir haben uns in einer schweren Gruppe bewiesen und uns gut präsentiert.“

 

Mit vier Punkten aus drei Spielen beendet der B2-Primus TuS Lockhausen diesen Wettbewerb auf dem dritten Platz in der Gruppenphase. Überraschend wird der favorisierte TuS Ahmsen mit 3:2 übertrumpft, es folgt ein deutliches 1:4 gegen Schötmar. Abschließend werden sich beim 2:2 gegen den TuS Bexterhagen die Punkte geteilt. „Die Halle steht nicht so im Fokus. Wir haben das Bestmögliche herausgeholt“, möchte Lockhausen-Coach Stefan Braunschweig nicht in den Gräm-Modus abgleiten. Besonders im Gedächtnis geblieben sind ihm die spielstarken und jugendlichen Teams aus Ahmsen und Werl-Aspe. Selbst hängen die Trauben zu hoch, ist man im Viertelfinale beim 1:4 gegen den SC Bad Salzuflen klar unterlegen. „Wir kommen mehr über den Kampf, nicht über das Spielerische. Wir haben uns nicht mehr erhofft“, bemerkt Braunschweig treffend. Priorität genießt bei ihm, dass sich kein Verletzter dazugesellt. Schon beim LZ-Cup haben sich die Lockse-Jungs nicht unbedingt als Hallengötter herauskristallisiert, scheiden in der Vorrunde schon aus. Nicht zu verachten: „Wir waren anwesend, haben unser Bestes gegeben. Mehr war nicht drin. Das Bierchen zusammen trinken, das hat relativ gut funktioniert“, wird der Teamgeist an der Theke weiter gestärkt. Die Personalnot ist immerhin so groß, dass neben dem Alt-Internationalen Stefan Braunschweig auch das alte Schlachtross Gökhan Cesme noch seine Töppen schnürt.

 

Sieglos, aber mit nur einer Niederlage im Gepäck, so beendet der TuS Bexterhagen die Gruppenphase. Gegen Schötmar und Lockhausen teilen sich die Reds jeweils die Punkte. Ohne echte Chance sind die Bexterhäger beim 1:4 gegen den TuS Ahmsen. Co-Trainer Maximilian Illgner ist der Meinung: „Insgesamt ein sportlich faires und gut organisiertes Turnier!“ Seine Mannschaft hat das Maximum nicht so wirklich abgerufen, zeigt er sich jedenfalls davon überzeugt: „Da war definitiv mehr drin, hat es streckenweise an der nötigen Bissigkeit gefehlt“, damit ein absolut möglicher Sieg mit allen Kräften erzwungen wird. Obwohl der A-Ligist sieglos aus diesem Prestige-Wettbewerb geht, überwiegt das Positive. Immerhin haben die Akteure verletzungsfrei diesen Wettkampf überstanden. „Jetzt heißt es, den Fokus auf die Vorbereitung und auf den Klassenerhalt zu legen.“ Das ist alles, was von nun an für die Jungs vom Alten Postweg zählt.

 

Viertelfinale

SV Werl-Aspe vs. TuS Bexterhagen 4:0
SC Bad Salzuflen vs. TuS Lockhausen 4:1
SV Rojhilat Bad Salzuflen vs. TuS Ahmsen 0:7

 

Eindeutige Angelegenheiten sind diese Spiele. Die Favoriten setzen sich klar durch, geben sich jeweils keine Blöße.

 

SV Wüsten vs. TSV Schötmar 7:8

Eine deutliche Begünstigung verspielt der TSV Schötmar, liegt dieser doch mit mehreren Toren in Führung, sieht bereits wie der sichere Sieger aus. Dank einer umwerfenden Aufholjagd retten sich die Wüsten-Füchse in das Neunmeterschießen. Meißner erinnert sich daran noch lebhaft: „Wir kämpften uns beim Stand von 2:5 drei Minuten vor Schluss auf 5:5 zurück und mussten unglücklich im Neun-Meter-Schießen den Kürzeren ziehen.“ Sturmtank und Team Lemgo-Auswahlspieler Julian Dreskrüger erzielt  den Ausgleich im Alleingang mit einem lupenreinen Hattrick. Merwan Osso (Bild rechts) knallt den entscheidenden Versuch allerdings an den Innenpfosten. Von dort aus fliegt die Kugel einmal parallel zur Linie und dann wieder aus dem Tor.

 

Halbfinale

SV Werl-Aspe vs. SC Bad Salzuflen 9:1

Was für eine Demontage für den Sportclub, der allerdings auch mit seiner Reserve aufläuft, sich bis zum Halbfinale teuer verkauft. Stark im Kombinationsspiel, harmonisch im Miteinander auf dem Feld, dazu bemerkenswert cool im Torabschluss. Die Asper demonstrieren einen ganz feinen Fußball, sind willig und mutig, zudem konzentriert im Rückwärtsgang. „Wir haben sogar uns übertroffen, denn man muss ehrlich sagen, dass Werl-Aspe sehr gut gespielt und verdient gewonnen hat“, findet Aytan im Lippe-Kick-Gespräch. In der Vorrunde unterliegen die Salzestädter dem Nachbarverein nur knapp. Anders liest sich die Gemengelage im Semifinale, vermisst Aytan die so relevante Luft bei seinem Team, erkennt stattdessen „schwere Beine, weil wir noch nicht in der Vorbereitung sind.“ Was eindeutig überwiegt: „Trotzdem haben wir den Sportclub super vertreten.“

TuS Ahmsen vs. TSV Schötmar 4:5 nach Neunmeterschießen

Nachdem der TSV-Stammfänger Semih Durmaz nach einer verbalen Entgleisung gegenüber dem Referee Manfred Heinrich mit Rot vom Turnier ausgesperrt wird, geht Feld-Kicker Sinan Siviloglu ins Tor, ist gegen einen favorisierten TuS Ahmsen insbesondere mit Fußparaden äußerst auffällig. Seine Vorderleute gehen sogar in Führung, nach einem leichtsinnigen Solo-Fehler von Till Käufer, der ohne Bedrängnis den Ball vertändelt. Hakan Cetinkaya schlenzt daraufhin das Spielgerät in die rechte lange Ecke. Der Ausgleich lässt nicht lange auf sich warten, fällt Putrino aus halblinker Position mit einem gefühlvollen Schuss in die lange und rechte Ecke auf. Putrino kommt, sieht und siegt – beinahe. Unbekümmert spielt der Newcomer auf, zaubert mit der Kugel, dass es eine echte Wonne ist. Fast sichert er sich dadurch die Auszeichnung zum besten Feldspieler vom Turnier. Zahid Keles kann wieder auf 2:1 stellen, doch schießt aussichtsreich rechts vorbei. So geht es ins Neunmeterschießen. Saka verschießt zunächst, halbhoch und links, kann seinen Versuch der Ahmsen-Fänger Jan Rösener abwehren. Auch TuSA-Top-Star Jan Hendrik Pluskat beweist keine Nervenstärke, haut die Kugel an den linken Außenpfosten. Ebenso Max Kampf ist unkonzentriert, trifft das Gehäuse nicht. Besser macht es Cenk Eroglu, der flach mittig seinen TSV Schötmar in das Finale befördert. Köhnemann findet: „Es geht besser, aber es geht auch schlechter“, soll das Wetter vielleicht auch heiter bis wolkig werden. Was unübersehbar ist: „Es war ein Turnier, an dem nicht alle Stadtvereine und auch nicht alle Teams mit ihren besten Aufstellungen teilnahmen“, spricht hier das Schwergewicht vom TuS Ahmsen nichts als die Wahrheit.

Spiel um Platz 3

SC Bad Salzuflen vs. TuS Ahmsen 2:3 nach Neunmeterschießen

Ein reguläres Spiel wird nicht ausgetragen im Kampf um den dritten Rang. Es geht direkt in das Shoot-Out vom Punkt. Ahmsen haut die Kugel rechts am Zielobjekt vorbei. Bad Salzuflen-Kicker Bashir Azimi

Ioanni Makotsi

scheitert mit einem Versuch links und halbhoch. In American Football-Manier trifft Ioannis Makotsi nur das Handball-Tor, was oberhalb an der Wand angebracht ist. „Die Überraschung des Turniers für mich ist die zweite Mannschaft vom SC Bad Salzuflen, die abgezockt und verdient bis ins Spiel um Platz 3 gekommen ist“, applaudiert Bastian Meißner für diesen starken Auftritt vom C2-Ligisten dennoch innerlich für einen kurzen Augenblick.

 

Finale

SV Werl-Aspe vs. TSV Schötmar 6:2

Zeitig schießt sich der A-Ligist eine klare Führung heraus. Meier reagiert blitzschnell, knallt die Kugel nach Pass von der rechten Seite aus sieben Metern Torentfernung in die Schötmaraner Maschen. Niklas Hanewacker vollendet aus kurzer Distanz wenig später zum 2:0. Basel Neamy zieht unwiderstehlich nach innen, baut die Führung weiter aus. Dann schlägt wieder Meier zu, schiebt das Spielgerät in das verwaiste Gehäuse, da TSV-Hüter Sinan Sivologlu gerade außer Haus ist. Die volle Hand für die Goncalves-Jungs ermöglicht Niklas Weber, indem er halbhoch erfolgreich ist. Die „Gäste“ haben noch nicht aufgegeben, verkürzt Hakan Cetinkaya per Flachschuss in die linke Ecke zum 1:5. Der überragende Nihat Durmaz dreht sich wie ein Eiskunstläufer einmal um seine eigene Achse, um nur kurze Zeit später auf 5:2 zu stellen. Es hätte noch besser kommen können. Burak Saka vergibt die Monsterchance, scheitert äußerst vielversprechend. Endgültig den Deckel drauf macht Ole Seipt, der aus größerer Entfernung Maß nimmt, damit Siviloglu zu einer – allerdings – erfolglosen Flug-Show zwingt. Auch Schötmar erzeugt Torgefahr, doch Hanewacker klärt per Schädelparade. Auffällig ist der starke Sinan Siviloglu, der seine Fähigkeiten als Schnapper eindrucksvoll unter Beweis stellt. Als etatmäßiger Feldspieler ist er logischerweise am Spielaufbau sehr gut mit eingebunden, zeigt aber zudem starke Reflexe. Goncalves benennt die Motivation für den dritten Turnier-Sieg seines Vereins bei diesem Wettbewerb exklusiv bei Lippe-Kick: „Wir waren bissig und wollten unbedingt den Turnier-Sieg einfahren, haben die Tore gut herausgespielt und hatten Spielwitz. Das war entscheidend.“ Als „wichtig“ erachtet er, dass man sich bereits früh gegenüber dem TSV Schötmar eine manierliche Führung erspielt, was sich als gute Basis für das weitere sportliche Fortkommen in diesem Spiel erweist. Dargecit räumt ein: „Im Finale hätten wir natürlich gerne gewonnen, da war Werl-Aspe dann aber doch kaltschnäuziger. Im Großen und Ganzen können wir uns mit dem zweiten Platz zufriedengeben“, wird der Verein TSV Schötmar bei diesem prestigeträchtigen Lokal-Turnier von seinen Jungs extrem gut präsentiert. Im Brustton der Überzeugung sagt der neutrale Beobachter, der Bexterhäger Illgner: „Werl-Aspe ist der verdiente Sieger, der es über das gesamte Turnier souverän und spielerisch gut gelöst hat.“ Unter Wert geschlagen sieht Dargecit seine Mannschaft, analysiert er doch via Lippe-Kick: „Spielerisch waren wir im Finale meiner Meinung nach nicht so unterlegen, wie es das Ergebnis vermuten lässt. Wir hatten einige Chancen gehabt, die wir nicht genutzt haben, Werl-Aspe war in der Hinsicht deutlich besser und effizienter“, hat dies eben den Ausschlag gegeben. Dass die Final-Pleite so derbe ausfällt, ist für ihn durchaus „bitter“, doch man möchte nicht den ganzen Rückblick nur auf diesen letzten Eindruck projizieren. Immerhin bemerkt Ersan Dargecit: „Wir hatten eine sehr starke Gruppe, in der wir uns gut bewiesen haben und auch das Viertelfinale und Halbfinale lief super.“ Sein Betrachtungswinkel klingt nachvollziehbar: „Das Halbfinale hat sehr viel Kraft gekostet, die dann im Finale gefehlt hat. Rückblickend war das sicherlich auch ein entscheidender Punkt für den Finalverlust.“ Auch Gronemeier ist durchaus angetan von der Souveränität der eigenen Kicker: „Der spätere Sieger vom SV Werl-Aspe kam eigentlich in keinem Match in wirkliche Schwierigkeiten. Coach Marcio Goncalves hatte seine besten Offensivakteure aufgeboten. Die Seipts, Meier und Co brannten ein wahres Feuerwerk an Torchancen ab, wobei oft noch leichtfertig vergeben oder auch mit Blick auf die Torjägerkanone der besser postierte Nebenmann übersehen wurde“, ist sogar Luft nach oben erkennbar.

 

Bild-Quelle: Johannes Dittmar, Stadtwerke Bad Salzuflen.

 

 

 

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