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Bezirksliga Staffel 2

TSV Oerlinghausen – Micanovic schlägt kritische Töne an

Die Vorbereitung auf die am Wochenende beginnende Rückrunde verläuft beim TSV Oerlinghausen suboptimal. Oft sind nur eine Handvoll Spieler beim Training.

 

Micanovic: „Keiner darf sich ausruhen“

Bezirksliga 2 (ab). Eigentlich hätte man beim TSV Oerlinghausen allen Grund, zufrieden zu sein. Rang sieben steht zur Winterpause zu Buche mit Aufsicht auf mehr. Rang zwei wäre zum Beispiel nur neun Punkte entfernt. Doch die Vorbereitung auf die Rückrunde lässt leichte Zweifel aufkommen, dass nach oben noch viel geht. Milko Micanovic vermisst bei einigen Spielern den persönlichen Ehrgeiz, mehr zu erreichen.

 

Als „sehr ärgerlich“ bezeichnet der TSV-Co-Trainer den bisherigen Verlauf der Winter-Vorbereitung und zeigt sich enttäuscht: „Viele sind krank, viele sind verletzt, das ist einfach nicht optimal.“ Dabei wollen die Bergstädter im Vergleich zur Hinrunde nicht nachlassen: „Die Marschrichtung ist die gleiche wie in der Hinrunde, es darf sich keiner ausruhen.“ Zwar ist die Abstiegszone satte 15 Punkte entfernt, doch der Start ins Jahr 2020 hat es mit den Spielen beim TuS 08 Senne, gegen Spitzenreiter Dornberg, bei Hicret Bielefeld und gegen den VfB Schloß Holte in sich. Ein Fehlstart könnte bedeuten, dass man den Blick doch nochmal nach unten richten müsste, was nach dieser starken Hinrunde fast schon eine Schande wäre, würde man sich die harte Arbeit doch selbst wieder zunichtemachen. Doch genau diese Arbeit vermisst Micanovic in den letzten Wochen: „Einigen Spielern fehlt der persönliche Ehrgeiz. Sie können sich vielleicht noch mit starken Leistungen für andere Vereine empfehlen in der Landesliga oder sogar noch ein, zwei Ligen höher.“ Doch viele scheinen zufrieden zu sein. „Wir haben uns früher nach Niederlagen geärgert. Heute holen die Jungs direkt ihr Smartphone raus und gucken, was es bei Facebook und Twitter Neues gibt. Die Gleichgültigkeit finde ich sehr ärgerlich.“

 

Micanovic vermisst Selbstkritik

Das ist aber nicht allein ein Problem des Fußballs, sondern „ein gesellschaftliches.“

Milko Micanovic

Die Smartphone-Generation verliert schließt das Interesse daran, sich auch bei 10 Grad im November bei Regen auf den Sportplatz zu begeben, zieht die Xbox dem Training vor. „Viele machen es sich zu leicht und schieben anderen die Schuld in die Schuhe“, vermisst der Co-Trainer zudem die Selbstkritik der heutigen Spielergeneration. Wenn es sportlich gut läuft, kann man vielleicht sogar noch darüber hinwegsehen, womit wir den Bogen zur aktuellen Lage spannen. Micanovic hofft auf einen guten Start am kommenden Sonntag in Senne: „Wenn wir gleich zu Beginn einen Sieg holen, kann die Rückrunde ein Selbstläufer werden. Nochmal nach unten gucken zu müssen wäre einfach nur unnötig.“ Micanovic sieht „Potenzial nach oben“, Coach Miron Tadic will ohnehin „das Optimum“ erreichen und „eine Entwicklung sehen.“ Nach oben geht durchaus noch was, Rang zwei ist neun Punkte entfernt und könnte am Ende der Spielzeit zu Aufstiegsspielen in die Landesliga reichen.

 

„Bezirksliga ist interessanter besetzt“

Sportlich reizvoll findet Milko Micanovic die siebthöchste deutsche Spielklasse allerdings nicht: „Von den Teams her ist die Bezirksliga interessanter besetzt.“ Immerhin hat man hier noch das Derby gegen den FC Augustdorf, weitere lippische Duelle, wie zum Beispiel gegen Asemissen oder Lipperreihe wären wünschenswert aus Sicht der Bergstädter. Kritisch äußert sich Micanovic zudem noch zu einer weiteren Thematik: „Wenn ich Spieler der zweiten Mannschaft wäre, würde ich mich weiter entwickeln wollen.“ So gab es wohl die ein oder andere Frage an Spieler der zweiten Mannschaft, ob sie in der ersten spielen wollen. „Da muss man dann fragen, warum man Fußball spielt. Will ich mit meinen Kumpels einfach nur Fußball spielen, dann ist das ok. Aber wenn ich mich entwickeln will, dann muss ich auch mal den persönlichen Ehrgeiz entwickeln, es eine Liga höher zu versuchen und da notfalls auch mal drei, vier Spiele auf der Bank zu sitzen. Viele haben aber genau damit ein Problem und gehen dann lieber den bequemeren Weg.“ Wie bequem die zweite Saisonhälfte für den TSV Oerlinghausen verläuft, entscheidet sich dann am kommenden Sonntag.

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