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Kreisliga A Lemgo

TBV Lemgo II – In sicheren Gewässern

Für Chefcoach Benjamin Rawe bieten sich in der Rückserie Entwicklungsmöglichkeiten, denn der Sicherheitsabstand zum ungemütlichen Tabellenbereich ist enorm.

Rawe klagt: „Uns fehlt die Konstanz!“

Kreisliga A Lemgo (hk). Man kennt diesen fast schon martialisch anmutenden Slogan: Angst frisst Seelen auf. Das gilt vorwiegend für Teams, die um den Klassenverbleib kämpfen. Der TBV Lemgo II hat mit all solchen nervenbelastenden Szenarien derzeit nichts am Hut, wirken die zwölf Punkte Vorsprung auf den Vorletzten BSV Leese doch wie Balsam für die eigene Seele. In der nahenden Rückrunde wird es für die Hansestädter darum gehen, sich so schnell wie möglich in eine Komfortzone zu befördern, den Klassenerhalt einzutüten, um nicht mehr mit einem hohen Blutdruck von 180 zu 100 in ein Liga-Spiel zu gehen. Wenn man frech ist, könnte man sagen: Die Liga-Sicherung ist nur eine Frage der Zeit, um sogleich verbal beherzt dazwischen zu grätschen. Denn: Im Fußball ist alles möglich, zahlt der Autor liebend gerne und öffentlichkeitswirksam drei Euro ins chronisch verlangende Phrasen-Schwein.

Dieser Bericht wird Ihnen präsentiert von:

 

Von Henning Klefisch

 

 

Benjamin Rawe

„Die Punkteausbeute ist nicht top, aber in Ordnung“, findet der Lemgoer-Coach Benjamin Rawe. Unberechenbar wie die Laune eines 15-Jährigen präsentierten sich die Hansestädter im bisherigen Saisonverlauf. Gegen die Teams aus der unteren Tabellenhälfte ist man unbezwingbar, doch es fehlt das gewisse Etwas, um sich mit den Schwergewichten der Liga vernünftig zu messen. Als eine „positive Ausnahme“ rühmt Rawe den berauschenden Auftritt beim 4:1-Triumph seiner Jungs gegen die sonst so bissfesten Löwen vom TuS Leopoldshöhe. Nach dem 1:11 beim TuS Asemissen sträuben sich bei Rawe hingegen die Nackenhaare auf, möchte er so etwas in seinem Leben nie mehr erleben. Eine Macke der Hansestädter: „Insgesamt fehlt uns die Konstanz, sowohl über 90 Minuten als auch über mehrere Spiele hinweg“, ist dieses Team analytisch nie so richtig zu greifen. Die Moral, die Griffigkeit und der Wille sind meist vorhanden, lässt sich dies mit einer geeigneten Mentalität zusammenfassen. Rawe wirft ein: „In vielen Spielen fielen erst spät die Entscheidungen, sodass wir bei knappen Führungen die Ruhe bewahren und bei knappen Rückständen lange dagegenhalten.“

 

„Wölk kann personell variieren und jederzeit reagieren“

 

Die Mannschaft bleibt nahezu unverändert, verbessert sich die Personallage erfreulicherweise dennoch erheblich. Mit Geronimo „Ronni“ König (Bild links) und Mika Gatzke (Bild rechts) bevölkert wieder ein Duo den Jahnplatz, das in der Hinserie aus temporären Gründen eher mit Abwesenheit glänzte. Holger Rehm wird zudem aus der eigenen Drittvertretung hochgezogen, „in der Rückrunde vermehrt bei uns die Chance erhalten“, erklärt Rawe im Lippe-Kick-Gespräch. Aus dem A-Team gesellt sich Leonard Beer hinzu. Der Gipfel-Sturm im hohen Norden der Tabelle ist an Spannung kaum zu überbieten. Drei Teams liefern sich ein rasantes Aufstiegsrennen, erlauben sich kaum Schwächen, haben in insgesamt 52 Partien nur vier Niederlagen kassiert. Was für eine Botschaft! Nervenaufreibend: Der Dritte TuS Lipperreihe ist nur mickrige zwei Punkte von der Tabellenspitze und dem SC Bad Salzuflen entfernt. TBV II-Coach Benjamin Rawe besitzt dazu eine klare Meinung: „Bad Salzuflen hat viel Erfahrung mit sehr guten Einzelspielern. Außerdem können sie enge Spiele spät für sich entscheiden. Lipperreihe hat extrem viel Potenzial und die junge Truppe ist taktisch top geschult. Die können in den nächsten Jahren für viel Furore sorgen. Am Ende hoffe ich natürlich, dass sich die Qualität unserer Ersten durchsetzt. Die Truppe ist richtig gut besetzt und Matze Wölk kann sowohl taktisch als auch personell mit dem Kader variieren und jederzeit reagieren“, könnte sich diese Variations-Option am Ende durchsetzen.

 

Rawe präferiert die Viererkette

 

Wer sich die Fußball-Gazetten in diesen Tagen näher zu Gemüte führt, auch die bewegten Bilder auf sich wirken lässt, der wird immer wieder mit dieser Taktik-Frage konfrontiert. Dreier- oder Viererkette? Rawe hat für sein Team und sich eine klare Antwort darauf gefunden: „Ich bevorzuge die Viererkette. Ein Grund ist, dass ich es als Spieler in der Jugend selbst gelernt und als Außenverteidiger gespielt habe. So kann ich es auch besser vermitteln.“ Die eigenen Erfahrungswerte und die dadurch erlangte Sicherheit dienen hier also als Motivation zur Beibehaltung. Und: „Ein weiterer Grund ist der Kader, der mir mehr Varianten für die Viererkette gibt. Der letzte Punkt ist, dass die Jungs die Viererkette kennen. Und dadurch, dass sich jeden Sonntag der Kader und die Aufstellung ändern, ist es einfacher, im bekannten System Spieler zu integrieren und dies auch erstmal noch zu verbessern. Deswegen kam die Dreierkette bisher nur sehr vereinzelt zum Einsatz“, sollten die taktisch hervorragenden TBV-Jungs diese Umstellung problemlos verinnerlichen.

 

Defensivverhalten steht im Blickpunkt

 

In diesen Tagen genießt die Vorbereitung auf den zweiten Saisonteil höchste Priorität. Emsig waren die Lemgoer beim Testen. Bei einem Vereinsturnier unter dem Hallendach gab es drei Siege über den FC Bad Oeynhausen II (5:1), den SV Bischofshagen-Wittel (4:2) und den BSC Blasheim II (4:2). Diese Competition wurde durch ein 2:2 gegen den TuS Volmerdingsen II komplettiert. Gastgeber bei diesem Turnier war der SV Bischofshagen-Wittel aus Löhne. Rawe protokolliert: „Wir sind Vierter geworden, haben zwar kein Spiel verloren, aber sind im Halbfinale und im Spiel um Platz drei jeweils im Neunmeter-Schießen gescheitert.“ In den Testpartien gab es bis dato einen Sieg und zwei Niederlagen. Nach einem 7:3 über den B-Ligisten SG Lüdenhausen/Talle/Westorf folgte eine 1:3-Niederlage gegen den Detmolder A-Liga-Repräsentanten SuS Pivitsheide und davor ein 1:5 gegen den TuS WE Lügde. Drei Partien stehen noch an, ehe es am 1. März mit dem Gastspiel beim FC Schwelentrup-Spork/Wendlinghausen um Tore und Punkte in der A Lemgo geht. Der SV 21 Steinheim, der SV Diestelbruch/Mosebeck und die SG Bega/Humfeld müssen noch bespielt werden. Was für Rawe ein großer Störfaktor ist: Die Anzahl an Gegentoren entspricht so gar nicht seinem Geschmack. Allein der Abwehr die Schuld geben, das vermeidet er allerdings wie der Teufel das Weihwasser, appelliert vielmehr: „Das betrifft nicht nur die Abwehr, sondern die ganze Mannschaft. Daher ist das Defensivverhalten in bestimmten Situationen ein Fokus.“ Ein Gegengift für den Gegnerdruck zu entwickeln, hier besonnener zu reagieren, das sollte das erklärte und realistische Ziel der Lemgoer sein, will man zudem eher auf spielerische Aspekte im eigenen Spiel Wert legen. „Zu guter Letzt sind wir zu sorglos im Umschaltspiel nach Ballverlust. Da muss ich auch nach den ersten Testspielen immer wieder den Finger in die Wunde legen“, fehlt ihm hier die letzte Gier, die Kugel mit aller Konsequenz möglichst schnell zurückzuerobern.

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