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Allgemeines

Bezirksliga 3 – Vorbericht 22. Spieltag 2019/20

Ran an die Spiele, das denkt sich auch Lippe-Kick, das den folgenden Spieltag aus lippischer Sicht porträtiert.

Rüschenpöhler warnt: „Da kommt eine gehörige Wucht auf uns zu!“

Bezirksliga 3 (hk). Zwei Lipper bleiben daheim, einer darf die Füße hochlegen. Der Post TSV Detmold spielt beim SV Dringenberg nicht, denn die Rasenplätze sind gesperrt. Die Aufsteiger, die SG Hiddesen/Heidenoldendorf und der RSV Barntrup, empfangen auf ihren heimischen Kunstrasenplätzen die SF DJK Mastbruch und die Spielvereinigung Brakel II. Die Barntruper bestreiten nach dem 0:5 in Mastbruch bereits ihr zweites Pflichtspiel. Für die SG Hiddesen/Heidenoldendorf kommt es hingegen zur Pflichtspielpremiere im neuen Jahrzehnt.

 

Dieser Bericht wird präsentiert von:

 

 

Von Henning Klefisch

SG Hiddesen/Heidenoldendorf vs. SF DJK Mastbruch

Hepa, was war das nur für ein Husarenstück am 8. September 2019. Da entzauberten die jungen Fohlen der SG Hiddesen/Heidenoldendorf die Goliath-Kicker von den Sportfreunden DJK Mastbruch. Mit 2:1 gewann der tüchtige Aufsteiger, das sogar absolut verdient. Wichtig ist nun für die Spielgemeinschaft, dass die Abwehr dicht ist, denn der Torhunger der Mastbrucher ist unersättlich. 70 Mal haben sie das Runde in das Eckige befördert, führen diese etwas andere Tabelle somit mit weitem Abstand an. Das wird ein sperriger, kolossaler Brocken, der hier auf den Außenseiter wartet. Früh stören, nah an den Gegenspielern dran sein, zudem mit viel Laufarbeit und Konzentration überzeugen. Hier könnte der Schlüssel zum Erfolg liegen. Insbesondere auf den Tor-Garanten Julius Brinkmann sollte ein Auge geworfen werden, bekommt dieser stets exzellente Zulieferdienste. Die Mastbrucher sind jugendlich, unbekümmert, nassforsch in ihrem Auftreten. Angriff ist für sie die beste Verteidigung, was daher Chance und Risiko zugleich bietet. „Da kommt eine gehörige Wucht auf uns zu“, sensibilisiert SG Hiddesen/Heidenoldendorf-Coach Rüschenpöhler seine Mannschaft hier ganz konkret. Mit einer Menge Engagement haben die Sportfreunde in der letzten Runde den Aufsteiger RSV Barntrup mit 5:0 bezwungen, ihre Muskeln dabei rapide angespannt. Sehr ungünstig: Das letzte Match liegt für die Spielgemeinschaft bereits knapp drei Wochen zurück, ist der TuS Horn-Bad Meinberg Mitte Februar mit 2:1 besiegt worden. Seitdem folgten drei Absagen. Konkret: Die Testpartien gegen den SC Bad Salzuflen und den Blomberger SV und das Meisterschaftsspiel beim FC Blau-Weiß Weser. Der Rhythmus, bei dem man mitmuss, ist bei der Spielgemeinschaft nicht gegeben. Zumindest aktuell. Daher schiebt Rüschenpöhler dem Tabellendritten ganz geschickt die klare Favoritenrolle zu, muss er hier keine Anklage wegen falscher Verdächtigung befürchten. Die 13 Punkte mehr, die die Sportfreunde im Vergleich zur Spielgemeinschaft erspielt haben, haben diese ganz bestimmt nicht auf dem Rummel erworben. Die Trainingsleistungen waren wirklich herausragend beim Tabellensiebten. Dennoch müssen die Jungs aus den lukrativsten Ortschaften der Residenzstadt aus der kalten Hose heraus agieren. Dass die Spielgemeinschaft über wahre Mentalitätsmonster verfügt, die stets eine einwandfreie Einstellung an den Tag legen, daran besteht überhaupt kein Zweifel. Die Rüschenpöhler-Männer haben jedoch keine Komplexe. In der Außenseiterrolle blühen sie regelrecht auf, liegt der Druck doch stets beim Gegner. Markus Rüschenpöhler würde direkt die Faust geben, wenn es zu einer Wiederholung vom 2:1-Hinspiel kommen würde, weiß jedoch nur allzu gut um die enorme Schwere der Aufgabe. Ein Vorteil: Nach der langen Winterpause weiß Hiddesen/Heidenoldendorf direkt, woran es ist.

 

Der Drang ist im Lager der Mastbrucher vielköpfig, endlich einmal einen neuen Ground kennenzulernen. Sportfreund David Kremin kann es kaum erwarten: „Endlich dürfen wir auch mal nach Hiddesen. Ich glaube, wenn, dann kennen die wenigsten von uns den Platz dort aus der Jugend. Aber an sich ist es immer schön, etwas Neues kennenzulernen.“ Da über der Residenzstadt allerdings der Himmel weint, ist es sehr gut möglich, dass die Partie auf den Kunstrasenplatz nach Heidenoldendorf verschoben wird. Es ändert sich wohl thematisch nicht viel. Auch diese Location wird wohl Neuland bedeuten für viele Gäste-Kicker. In Bestbesetzung wird der haushohe Favorit auflaufen, zeigt sich auch Kremin selbst gespannt, wie sich letztlich der Kader zusammensetzen wird. Die Achtung vor den Lippern ist groß beim Team aus dem 6000-Einwohner-Ortsteil aus Paderborn, lobt Kremin doch: „Hiddesen/Heidenoldendorf spielt für einen Aufsteiger eine sehr gute Saison. Ein siebter Platz und genug Punkte vor den Abstiegsrängen sprechen da für sich.“ Die Grün-Weißen ziehen vor allem ihre Motivation aus dem Hinspiel, was sie unglücklich mit 1:2 verloren. „Jetzt wollen wir uns natürlich im besten Fall revanchieren und mit drei Punkten nach Mastbruch zurückkommen. Dazu müssen wir wieder über 90 Minuten fokussiert sein und die einfachen Fehler noch mehr reduzieren“, fordert der Führungsspieler eine konzentrierte und akkurate Vorstellung seiner Mannschaft. Das 5:0 gegen Barntrup „war okay“, fehlte dennoch die letzte Schärfe, wurden dem Aufsteiger eindeutige Offerten ausgesprochen, die dieser nicht zu nutzen wusste. David Kremin hebt den Zeigefinger mahnend: „Diese dürfen wir Hiddesen/Heidenoldendorf nicht geben. Sonst gibt es wieder ein böses Überraschen wie im Hinspiel“, wäre eine weitere Niederlage auch ein Rückschritt im Aufstiegsrennen.

 

Florian Böhm ist ab 15.00 Uhr auf dem Kunstrasenplatz am Niedernfeldweg der Leiter dieser Begegnung.

 

RSV Barntrup vs. Spvg Brakel II

In ein inneres Delirium wird beim RSV Barntrup nach der 0:5-Klatsche in der Vorwoche gegen Mastbruch keiner stürzen. Man hat es nicht schlecht gemacht, aber die Sportfreunde kämpfen in einer anderen Gewichtsklasse. Für die Roten Teufel wird es darum gehen, gegen direkte Tabellennachbarn zu punkten, zumal zu Hause. Gegen die Spielvereinigung Brakel II bietet sich dazu eine hervorragende Möglichkeit, sollte der Antrieb zudem durch die blöde, aber berechtigte 3:4-Niederlage aus dem Hinspiel in Brakel signifikant steigen. Diese knappe Nullrunde fiel für die Barntruper sogar noch schmeichelhaft aus. Man merkt, wie die Wut bei Barbarito hochkocht, schimpft er doch im Lippe-Kick-Gespräch: „Das war eines unserer schlechtesten Spiele in der gesamten Saison“, hofft er, dass der Beseitigungswille des Gewissens bei seinen Jungs eine starke Leistung hervorruft. Die Tabelle lügt meistens nicht, im Fall vom RSV Barntrup könnte sie zumindest ein wenig flunkern, denn die fünf Plätze und sieben Punkte wirken beruhigend, zu beruhigend, wenn man sich die Zahlenwerte etwas prüfender anschaut. In den folgenden vier Partien zählt es, geht es gegen direkte Mitkonkurrenten um den Klassenverbleib. „Wir dürfen uns nicht zu sicher sein“, zieht Barbarito seine Warnweste an, denn die Rivalen haben bis zu drei Nachholspiele mehr in der Hinterhand. „Wir müssen und wollen definitiv punkten“, fordert Barbarito. Unklar – wie ein alter Gartenteich – ist die Personallage beim Gegner,  könnte hier der eine oder andere wichtige höherklassige Spieler für dieses eminent wichtige Match abkommandiert werden. Nicht zu verachten: Der wichtigste Neuzugang bei der Spielvereinigung ist die Inthronisierung vom „alten Trainerfuchs“ Norbert Dölitzsch. Der Ex-Coach hat sich sogar das Probe-Match gegen den SC Rinteln eine Hälfte lang angeschaut. „Ich weiß nicht, ob ihm diese Halbzeit etwas gebracht hat“, schmunzelt Barbarito, lag sein Team doch mit 2:4 im Hintertreffen. Da Dölitzsch aber als ein ausgewiefter Fußball-Professor gilt, wird er ganz bestimmt seine Lehren aus diesem Auftritt ziehen, diese zum eigenen Vorteil anwenden. „Warten wir es ab, wie sich Brakel II am Sonntag auf uns einstellt“, bringt ein Trainerwechsel stets auch einiges an Überraschungspotenzial mit. Unsäglich gestaltet sich die Personalsituation bei den Roten Teufeln, denn neben Christian Franz (Kreuzbandriss) gesellt sich nunmehr mit Kevin Elsner ein zweiter Komplett-Ausfall hinzu. Elsner hat sich beim Dienstagstraining einen dreifachen Handbruch zugezogen. Lippe-Kick wünscht an dieser Stelle gute Besserung. Was für ein schwerwiegender Ausfall, hat der dreimalige Team-Lemgo-Auswahlspieler doch in Barbaritos Ägide sämtliche Pflicht-Spiele bestritten. „Er ist absolut ein Spieler, der immer in der ersten Elf steht, seine Minuten bekommt.“ Daher ist die Ansage in Richtung seiner Mannschaft klar: „Wir müssen alle enger zusammenrücken, um diesen Ausfall zu verkraften.“ Der Schwund im Angriffsbereich ist schmerzhaft. Mc Carthy hat sich in der Winterpause in Richtung Ex-Verein SV Eintracht Jerxen/Orbke verabschiedet, Elsner ist nun verletzt, weshalb einzig das Duo Martin Rethmeier und Leon Baumeister die Büffel-Herde bei den Roten Teufeln bildet. Barbarito, der ein klarer Verfechter vom Zwei-Spitzen-Modell ist, könnte tatsächlich Umstellungen in seinem System vornehmen. Eher: Er wird dazu gezwungen. Hüter Jonas Meise wird bis zu drei Wochen aussetzen müssen, hat er sich gegen Mastbruch verletzt. Deshalb wird Neuzugang Bengt Pyka (kam aus Leese) sein Debüt für die Barntruper feiern. Kevin Tschernjawskij setzt am Sonntag aus. Die Ansprache ist nachvollziehbar: „Wir werden versuchen, schnellstmöglich die Punkte zu sammeln, damit wir schnell da unten rauskommen, um den Rest der Saison ausklingen lassen zu können“, befindet sich der Rasensportverein inmitten der Wochen der Wahrheit.

 

Allein schon mathematisch ist es sinnlos, von einem „Sechs-Punkte-Spiel“ zu sprechen, stellt der neue Brakel II-Coach Norbert Dölitzsch klar, um dann allerdings einzulenken: „Es ist aber für beide Mannschaften ein immens wichtiges Spiel.“ Falls seine Jungs siegreich sind, ist der Anschluss hergestellt. Andererseits. Wenn Barntrup den Heimsieg ergattert, wäre dies ein Meilenstein für den Liga-Rückkehrer auf dem Weg zum angestrebten Klassenerhalt. Ein neuer Ausfall ist dazugekommen. Die Ampelkarte gegen seinen Innenverteidiger Baturay Aksogan ist richtig schmerzhaft, musste er nach dem zweiten Foulspiel gegen den BV Bad Lippspringe vorzeitig die Dusche aufsuchen. Dölitzsch ist überzeugt: „Wir hätten mit Gleichzahl gegen BaLi eine bessere Chance gehabt.“ Zwei Spieler sind vom Grippe-Virus betroffen. Fänger Marvin Fenske wird wohl ebenso passen müssen, wie Lukas Anke, der gegen BVL auf den Arm gefallen ist, deshalb eine Armschiene tragen muss. Extrem angetan zeigt sich der Trainer-Veteran von den Coaching-Fähigkeiten von seinem Gegenüber, lobt er Barbarito ausdrücklich: „Der Trainer macht da richtig gute Arbeit. Mit dem TSC habe ich das Vergnügen gehabt, da haben wir 2:5 verloren“, ist der Euphemismus hier angebracht. Neuer Verein, neue Chance, so lautet also das Motto, sieht er seine Kicker auf Augenhöhe mit den Barntrupern. Zugeben muss er, dass er mit einer anderen Punktzahl geplant hat, so hat er doch die Lippspringer im Test-Kick gegen RW Mastholte beobachtet, findet er: „Da hatte ich die Erkenntnis, dass BVL schlagbar ist.“ Nun ist ganz entscheidend, dass im altbekannten System gepunktet wird. „Wir dürfen Barntrup nicht davonziehen lassen“, fordert er unmissverständlich. Für die nötige Wohlfühlatmosphäre könnte sorgen: „Es ist eine Einstellungssache. Ich habe den Jungs gesagt, dass der Kunstrasen und die ganze Location sehr angenehm ist.“ Die Auswärtsschwäche könnte Brakel II einen Strich durch die Rechnung machen, hat die Spielvereinigung erst einen mageren Auswärtszähler gelandet. Die keineswegs unrealistische Prognose: „Wenn du in der Liga bleiben möchtest, musst du einen überraschenden Dreier landen. Wir haben nur noch 14 Spiele. Die Konkurrenz hat mehr Möglichkeiten, um zu punkten“, benötigen die Dölitzsch-Männer dringend einen Befreiungsschlag. Am besten am Sonntag in Barntrup.

 

Lisa Glowatzki pfeift um 15.00 Uhr die Begegnung auf dem Kunstrasenplatz in Barntrup an.

Dorothea Design

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