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Kreisliga A Lemgo

TuS Ahmsen – High Five als Marschroute

Auch vor dem TuS Ahmsen macht die Corona-Krise nicht Halt. Obmann Lothar Köhnemann sitzt in Zwangs-Quarantäne fest, hat Zeit für ein Gespräch mit Lippe-Kick gefunden.

 

„Wir werden uns anders aufstellen“

Kreisliga A Lemgo (hk). Nach der langen Winterpause ist vor einem ungewissen Corona-Stillstand. Mehr als drei Monate bestritt der Turn- und Sportverein Ahmsen kein Pflichtspiel mehr. Am 1. Dezember 2019 gab es ein 0:3 gegen den SC Bad Salzuflen, ging es am 8. März 2020 mit einem 1:3 beim TuS Lipperreihe raus aus der vierteljährlichen Unterbrechung. Köhnemann hat die frohe Botschaft bei Lippe-Kick parat: „Geduld und Achtsamkeit ist eine Tugend, die wir jetzt an den Tag bringen und dann wird es in ein paar Wochen bergauf gehen.“

 

Dieser Bericht wird präsentiert von:

 

Von Henning Klefisch

 

In der Tat dient diese Zeit zur Verlangsamung vom täglichen Leben. Sie bietet Möglichkeiten, um sich zu beruhigen, die Gesellschaft zu meiden, vielleicht den Keller oder den Dachboden aufzuräumen, ein Buch zu lesen, Gesellschaftsspiele zu spielen, Zeit mit der eigenen Familie zu verbringen. Vor allem: die ältere Generation und die Vorerkrankten tunlichst zu schützen. Das ist unsere wichtige Aufgabe in diesen Tagen, die wir mit größter Selbstdisziplin und Sorgfalt den Mitmenschen gegenüber leisten müssen. Für die jungen Wilden vom TuS Ahmsen gilt dies natürlich auch. Sie haben in den vergangenen Wochen fleißig getestet. Zwei Siege – ein 8:1 gegen den VfL Herford und ein 3:1 gegen den TuS Volmerdingsen stehen zu Protokoll. Auch zwei Niederlagen wurden geschluckt – ein 1:6 gegen den TuS GW Pödinghausen und ein 1:2 beim TV Elverdissen. Fußball zu spielen, daran ist in diesen Tagen nicht zu denken. Sie wollten nach dem Fehlstart unbedingt Wiedergutmachung betreiben. Sie wurden aber ausgebremst.

Köhnemann kuriert in Quarantäne

 

Lothar Köhnemann ist der aufmerksame und kommunikationsstarke Beobachter, der den Fußball bei seinem Herzensverein messerscharf analysiert. Derzeit legt er – notgedrungen – den Fokus auf seine Qualitäten als Hausmann. Er steckt in häuslicher Quarantäne fest, war er doch zuletzt mit seiner ehemaligen Mannschaft traditionsreich – weil jährlich – im Zillertal Ski fahren. Am letzten Tag vom Aufenthalt ist auch das Zillertal zu einem Risiko-Gebiet erklärt worden, weshalb Köhnemann nun die Möglichkeit hat, die eigenen Räumlichkeiten etwas besser auszukundschaften. Er muss einräumen: „Die Situation ist für uns alle, glaube ich, unbefriedigend und sehr komisch, haben wir uns doch noch nicht einer solchen Sache gegenüberstehen sehen, zumindest nicht in diesem Umfang.“ Ähnliche, weitaus harmlosere Fälle gab es schon, wenn man sich kurz vor einer 14-tägigen Karibik-Kreuzfahrt nicht unbedingt mit einer Erkältung anstecken wollte. Da ist man eben vorübergehend dem Grippe-Kranken dezent aus dem Weg gegangen. Die Unklarheit ist schlimm, ist schließlich die Ruhelosigkeit ein stetiger Begleiter der heutigen Zeit. Nun zwei Gänge herauszunehmen, sich selbst einzuschränken, um die Gesellschaft zu schonen, das ist die erstrangige Aufgabe für uns alle, selbstredend auch für den lippischen Fußball.

 

„Wir haben einen Plan“

 

Köhnemann ist Sportler durch und durch, weshalb er schnell den Fokus auf den bescheidenen Rückrunden-Auftakt legt. Er spricht davon, dass nach der Auswärts-Niederlage in Lipperreihe diese Serie eine „Lulu-Saison“ geworden ist. Selbst möchte man am Ende in die Top-Five einlaufen, zugleich visionär auch die folgende Spielzeit ins Auge fassen. „Wir haben einen Plan. Wir werden uns etwas anders aufstellen, bedeutet: viel breiter aufstellen und somit adäquater und intensiver mit der Jugend arbeiten, noch intensiver, als wir es bisher eh schon getan haben.“ Die Identifikation mit der treuen Anhängerschaft durch den Einbau von Eigengewächsen weiter zu stärken, somit auch der eigenen Jugend eine Perspektive aufzuzeigen, das wird das primäre Ziel sein. Ob diese Spielzeit überhaupt eine Fortführungsgeschichte erfährt, steht derzeit noch völlig in den Sternen. Viel Konjunktiv dominiert die Rhetorik in der Fußball-Szene. Köhnemann etwa fragt sich: „Was passiert, wenn alles angebrochen wird und das Leben erst wieder im Juli, August normal weiterläuft?“ Um sich selbst die Antwort zu geben: „Dann wird alles auf Null gestellt und keiner kann oder darf sich beschweren. Es wird alles von vorne wie im Sommer 2019 anfangen und jeder hat eine neue Chance.“ Die Meinungen werden dann geteilt sein, ist realistisch, dass sich der Amateurfußball grob am Profi-Fußball, konkret am Deutschen-Fußball-Bund orientieren wird. Lothar Köhnemann wirft aber auch ein: „Wenn die Situation eingefroren wird und es so bleibt und zählt, sind wir eh außen vor und nehmen es so hin. Andere werden ein riesengroßes Bohei darüber machen und es werden eine Menge Einsprüche kommen, aber auch diese Entscheidung kann kommen.“ Dass tatsächlich eine Beruhigung im April auftritt, damit rechnet Köhnemann nicht, beherzigt er vielmehr die Devise von einem taiwanischen Teebauern: „Abwarten, Tee trinken und Geduld aufbringen.“

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