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Kreisliga C1 Lemgo

RSV Barntrup III – Allen Widrigkeiten getrotzt

Eine Mannschaft mit interessanten Individuen stellt der RSV Barntrup III. Zugeflogen ist ihnen nichts, wollen sie nun ein verschworener Haufen werden.

 

 

 

 

 

 

Mehr Kopf, weniger Mund

Kreisliga C1 Lemgo (hk). Weiterhin einstellig ist der RSV Barntrup III unterwegs. Auf Zwischendinger, darauf hat das Team aus dem Norden von Lippe keine gesteigerte Lust. Unentschieden sind in dieser Saison nicht angesagt bei den kleinen Roten Teufeln, gibt es nur Hü oder Hott, sprich: entweder einen Sieg oder eine Niederlage. Drei Dreiern stehen dreimal so viele Nuller gegenüber. Ergibt in Summe den vorletzten Tabellenplatz mit neun Punkten aus zwölf Partien. Für den fußballverrückten RSV III-Coach Fabio Schwarze ist in diesen Tagen jedoch eine Sache deutlich wichtiger. Er sagt: „Zuallererst einmal wünscht der RSV III allen Betroffenen, dass sie schleunigst wieder gesund werden und allen Nicht-Betroffenen: Bleibt gesund!“ Er meint als Übel die aktuelle Corona-Epidemie. Über die Entwicklung vom „Schiff RSV Barntrup III“ bezieht er im Gespräch mit Lippe-Kick-Chefredakteur Henning Klefisch ebenfalls Stellung, durchaus selbstkritisch, zugleich hoffnungsvoll.

 

Dieser Bericht wird präsentiert von:

 

 

Von Henning Klefisch

 

 

Einst unter dem Namen Fabio Interlici beim TuS 08 Brakelsiek, damals noch unverheiratet, bekannt, dort ein flugstarker Schnapper, hat Schwarze (Bild links) nach dem Umzug im Jahr 2018 den RSV Barntrup III übernommen. Dass es von Beginn an ein „Selbstläufer“ ist, das streitet er vehement ab, liefert er doch Futter für diese deutliche Aussage: „Es mangelte an Disziplin, Respekt den eigenen Kameraden gegenüber und vor allem der Glaube an sich selbst. Hinzu kam noch die desaströse Beteiligung am Training“, ist die Mängelliste qualitativ und quantitativ von einem beträchtlichen Ausmaß. Der Fußball ist trotz aller Nebenkriegsschauplätzen vor allem ein Ergebnissport. Neun von 36 potenziellen Zählern eingefahren zu haben, ist für den ehrgeizigen 32-Jährigen eine Bilanz, die „alles andere als zufriedenstellend ist.“ Auf keinen Fall darf jedoch unter den Teppich gekehrt werden: „Allerdings darf man auch nicht vergessen, dass es die Dritte des RSV Barntrup beinahe nicht mehr gegeben hätte und viele dadurch Vereins-obdachlos gewesen wären“, ist nach einer gemeinschaftlichen Übereinkunft das Neuner-Modell strikt abgelehnt worden.

 

Schwarze sieht nicht alles schwarz


Dreimal durften
die Barntruper nach 90 Wettkampfminuten jubeln. Berauschend war das Tor-Festival gegen den FC Unteres Kalletal II, der mit einer 4:5-Niederlage nach Hause geschickt wurde. Überzeugend ging es beim 3:0 über die SG Lüdenhausen/Talle/Westorf III zur Sache, während das abgebrochene Spiel gegen den TuS Brake III beim Stand von 4:0 für die Barntruper gewertet wurde. Ganz besonders im Fußball geht es stets darum zu sagen, ob das Glas nun halbvoll oder eben halbleer ist, der optimistische Realist Fabio Schwarze favorisiert die erste Variante, diktiert Lippe-Kick in den Notizblock: „Wenn man es drastisch sehen würde, könnte man jetzt sagen, wow, 24 Punkte Abstand auf Platz eins, ABER dreht man den Spaß jetzt mal in eine andere Richtung, könnte man genauso gut sagen, hey, nur sechs Punkte bis Platz fünf.“ Er wird etwas nachdrücklicher in seinen Aussagen: „Deswegen würde ich mein Resümee auf die bisher verlaufene Saison so formulieren, dass in der Liga alles möglich ist. Natürlich gibt es Gegner, bei denen man weiß, dass man dort auch mal fünf Dinger kriegen KANN, aber andererseits hat die Vergangenheit auch gezeigt, dass man jeden schlagen kann.“ Der letztjährige 2:1-Auswärtssieg auf dem Sporker Holz, bei einem dortigen Spitzenteam und unter Beobachtung von Lippe-Kick, dient exemplarisch dazu.

 

Mehr mitziehen, weniger meckern

 

Weiterhin Gültigkeit hat die fehlende Eingespieltheit beim RSV Barntrup III, stehen ihnen noch einige Entwicklungsschritte bevor. Mehr Erfahrungswerte zu sammeln, um dann auf dem Spielfeld häufiger die richtigen Entscheidungen zu treffen, das würde den Geschmack von Schwarze treffen. Auch der Trainingseifer könnte etwas mehr ausgeprägt sein: „Es gehört letztendlich auch dazu, dass man nicht nur ein Drittel der Trainingseinheiten mitmacht, sondern von Anfang bis Ende mitzieht, wo auch Laufeinheiten dazugehören oder taktische Spielzüge, die für den einen oder anderen auch mal langweilig sein können“, muss der innere Schweinehund hier unbedingt überwunden werden. Die klare Ansage an einige Besserwisser, die Schwarze massiv ins Kreuzfeuer der Kritik genommen haben: „Viele vergessen in solchen Hinblicken auch, dass gerade in dritten Mannschaften meist keine ausgebildeten Trainer stehen, sondern Spieler-Trainer, Jungs/Mädels, die einspringen, weil keiner Bock darauf hat oder, oder, oder. Deswegen der unterschwellige Appell, dass nicht zu früh gemeckert werden sollte, sondern auch mal einfach mitziehen.“ Dies könnte das Miteinander deutlich verbessern, keine Frage.

 

Sieglos aus den Testspielen

 

Um sich auf die so wichtige Rückserie angemessen vorzubereiten, hat der Coach drei Testspielgegner ausgesucht, wurde jeweils auf dem wetterunabhängigen Kunstrasenplatz in Barntrup geprobt. Viele Anfragen musste er negativ bescheiden. So richtige Erfolgserlebnisse feierten die roten Teufelchen nicht. Gegen den B1-Ligisten SG Extertal/LaSi II gab es ein 3:3-Unentschieden. Verloren wurden die Matches gegen die SG Belle-Cappel III (0:4) und SG Istrup-Brüntrup II (1:2). Fabio Schwarze hat in den drei Erkenntnis-Partien die Entschlossenheit gefehlt, „wird einfach noch zu viel mit dem Mund gearbeitet, anstatt mit dem Kopf.“ Ein weiterer Problemherd: „Außerdem werden klare Ansagen nicht umgesetzt, wodurch es immer wieder brenzlig wird und man unnötige Tore kassiert, die wiederum dafür sorgen, dass die Laune in den Keller geht.“ Man merkt, dass die Barntruper zunächst einmal eigene Befindlichkeiten in den Fokus nehmen sollten, bevor die Gegner-Analyse erfolgt. Eine bedenkliche Entwicklung, die möglichst schnell gestoppt werden sollte: „Aber wie überall, egal in welche Spielklasse man blickt, ist heutzutage das “Lamentieren”, das größte Problem, sei es gegen Schiedsrichter, Gegner, Trainer oder eigene Mitspieler.“ Hier anzusetzen, sich damit zu beschäftigen, es dann zu unterlassen, erkennt Schwarze als vielversprechende Chance, auf dem Platz erfolgreicher zu sein.

 

Schwarze dankt Platzwarten und Schiedsrichtern

 

Grundsätzlich ist Schwarze kein Freund davon, sich zu sehr nach dem Gegner auszurichten, kann man den Joystick der Partie doch selbst in die Hand nehmen, mit viel Eigenständigkeit und eigenen Aktionen das Spiel in die gewünschte Richtung lenken. Alle Aufgaben in dieser Liga sieht er als lösbar an, auch die kniffligen gegen das Triumvirat, das die Liga fast schon beherrscht, den Aufstieg unter sich ausmachen wird. In diesen sogenannten „David gegen Goliath-Duellen“ sieht er durchaus eine Erfolgsperspektive, hat der Außenseiter, um eng dem prominenten und historischen Beispiel zu folgen, doch auch den personell und fußballerisch klar überlegenen Widersacher FC SSW II in die Knie gezwungen. Ein nicht zu verachtender Faustpfand für den RSV Barntrup III: „Das Gefährliche an Underdogs ist immer, dass sie spielen können, wie sie wollen, da sie nichts zu verlieren haben!“ Fabio Schwarze ist ein höflicher Mensch, der die Dinge realistisch einordnet, auch wertschätzt, wer was leistet. Deshalb kennzeichnet auch Dankbarkeit seine Aussage, die er an die stillen Helden richtet: „Abschließend möchte ich mich noch bei allen Leuten bedanken, die einen reibungslosen Spielablauf möglich machen, sei es hinter den Kulissen wie zum Beispiel unsere Platzwarte oder aber auch die Schiedsrichter, die sich, selbst bei Chaoten-Spielen, jeden Sonntag mit auf den Platz stellen.“ Diesen Worten möchte sich Lippe-Kick anschließen. Was für ihn in dieser schweren Zeit jedoch unumschränkte Priorität genießt: „Bleibt gesund. Ich hoffe, wir sehen uns bald wieder beim Sonntagskick mit einer Bratwurst und einem kühlen Kaltgetränk.“

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