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Kreisliga C1 Lemgo

Kreisliga C1 Lemgo – Bollwerk-Report

Wir nehmen die drei stabilsten Abwehrreihen bei Lippe-Kick in den Fokus. Schaut mal rein in unsere brandneue Rubrik.

 

„Versuchen, die einzelnen Räume kompakt zu halten“

 

Kreisliga C1 Lemgo (hk). Der Goalgetter-Report hat sich seit 2015 allergrößter Beliebtheit in der lippischen Fußball-Szene erfreut. Nun wollen wir der Verteidigung die Ehre erweisen, die sie verdient hat. Wiederholend hat Trainer-Legende Jupp Heynckes in allen möglichen öffentlichen Kanälen gepredigt: „Der Sturm gewinnt Spiele, die Abwehr Meisterschaften.“ Wenn dem so wäre, dann hätten in der Kreisliga C1 Lemgo der TuS Almena (11 Gegentore), die SG Bega/Humfeld II (18) und der FC Schwelentrup-Spork/Wendlinghausen II (16) besonders gute Aufstiegs-Chancen. Mit Blick auf den deutlichen Punktabstand der beiden erstgenannten Teams wird diese Aussage vom Alt-Meister allerdings annihiliert, denn einzig SSW II kann mit der Mischung aus einer stabilen Defensive und einer fleißigen Punktausbeute noch im Aufstiegsrennen eingreifen. Lippe-Kick analysiert die drei sichersten Abwehrreihen. Was wir wissen: Der Vergleich hinkt ein wenig aufgrund der unterschiedlichen Anzahl an absolvierten Partien.

 

Dieser Bericht wird präsentiert von:

 

Von Henning Klefisch

 

TuS Almena, zehn Spiele, elf Gegentore.

 

In vier der bisher zehn Saisonpartien blieb die Abwehr vom B-Liga-Absteiger ohne Gegentreffer. Der FC Unteres Kalletal II (1:0), die SG Lüdenhausen/Talle/Westorf III (7:0), die SG Extertal/LaSi III und der TuS Brake III (jeweils 2:0) schafften es allesamt nicht, den Extertalern einen Treffer einzuschenken. Die meisten Gegentore gab es beim 1:3 bei der Spielgemeinschaft aus Lüdenhausen/Talle/Westorf II.
Den Löwenanteil an dem defensiven Bollwerk haben nach dem Dafürhalten von Almena-Coach Alexander Hoffmann (Bild rechts) drei Akteure. Mit Sebastian Wölk (Bild links) steht für ihn „der stärkste Torwart der Liga“ in seinem Kasten. Dazu gesellt sich Abwehrchef Adrian Thoben, der zusammen mit dem polyvalenten Defensiv-Allrounder Timo Schweppe (Bild rechts unten) der Mannschaft Halt gibt. Hoffmann meint: „Wenn du die drei Leute zeitgleich auf dem Platz hast, wird es fast für jeden Gegner schwer, gegen uns ein Tor zu erzielen.“ Unvergessen ist für Hoffmann der Premierenspieltag, als in einer unterhaltsamen Partie auf Augenhöhe gegen den FC Unteres Kalletal II die bockstarke Almena-Defensive die Basis für den 1:0-Sieg legte. „Überragend in diesem Spiel waren die Paraden vom Schlussmann Sebastian Wölk“, bot er eine Flugshow, an der sich die Adler in der Adlerwarte Berlebeck ein Beispiel nehmen könnten. Auffällig: Stets wach und mit viel Kopfballstärke ausgestattet, legen die Almena-Jungs insbesondere bei Standardsituationen den einen oder anderen Brandherd, verewigen sich einige Abwehrmänner doch auch in der Torschützenliste.

 

FC Schwelentrup-Spork/Wendlinghausen II, zehn Spiele, 16 Gegentore.

 

Gleich mehrfach blieb die Sporker-Defensive unüberwindbar. Bei den 7:0-Siegen über den FC Unteres Kalletal II und SG Lüdenhausen/Talle/Westorf III wurde kein Gegentor geschluckt. Auch beim berauschenden 13:0-Erfolg beim TuS Brake III blieb die Abwehr völlig dicht. Die Hälfte der 16 Gegentore schluckte das Team von Spielertrainer Simon Dümpe (Bild rechts) beim 3:4 bei der SG Lüdenhausen/Talle/Westorf II und beim 13:4 beim RSV Barntrup III. Dreimal klingelte es beim 7:3-Erfolg im Spitzenspiel gegen den TuS Sonneborn II. Insgesamt stellt SSW II aber die sicherste Defensive aus dem Spitzentrio, beteuert doch auch Dümpe bei Lippe-Kick: „Wir verfügen über ein gutes defensives Kollektiv.“ Wie sieht denn das Erfolgsrezept aus? „Wir versuchen, die einzelnen Reihen immer kompakt zu halten (Torwart, Abwehr, Sechser).“ Somit wird Fänger Simon Dümpe automatisch dazu gezwungen, seine Feldspielerqualitäten preiszugeben, hat er mit dem Fuß doch Manuel Neuer-Skills. Dadurch dass Dümpe über mehrere Spielzeiten im Kreisoberhaus pariert hat, zudem sein Linienspiel herausragend ist, gibt er der Defensive eine enorme Stabilität. Spielerisch soll der Spielvortrag aussehen, sollen die Zuspiele aus der Abwehr keineswegs nach dem Motto: Lang und weit bringt Sicherheit in die gegnerische Hälfte gebolzt werden. Vielmehr legt man eine planvolle Spielkultur an den Tag, sind Torsten Petri (Bild links) und Michael John O’ Brien (Bild links mittig) geradezu prädestiniert für den feingliedrigen Spielaufbau. Dümpe lobt seine Vorderleute: „Die beiden haben ein super Ballgefühl und können die Bälle super verteilen und gleichzeitig die Bälle auch meistens fair erobern“, betet er kurz noch das “Vater unser”, dass er diese beiden Abwehr-Gladiatoren direkt vor sich hat. Für die robuste Spielweise eignet sich der Kalletaler Yannik Hermsmeier (Bild rechts unten). Mr. Body im Team der Dörentruper ist ganz bestimmt kein weißer Usain Bolt, was die Geschwindigkeit angeht, vielmehr setzt er geschickt seinen monströsen Körper ein, wirft sich beherzt in jeden Zweikampf, als wenn es sein letzter wäre. Im Maschinenraum vom FC-Spiel sind Marius “Martin” Lutter (Bild links unten) und Alexander Schwier anzutreffen, die als Schwungräder dienen und wichtige, aber auch unangenehme Wege ableisten. „Sie scheuen sich nicht, nach hinten zu arbeiten und haben offensiv natürlich auch ihre Qualitäten.“ Grundsätzlich soll bereits im Abwehrbereich mit spielerischen Lösungen gearbeitet werden, wird geschickt verschoben, um ein eklig zu bespielender Gegner zu sein. Das Dörentrup-Derby gegen die SG Bega/Humfeld II löscht Simon Dümpe nicht aus seiner Gedankenwelt, holten sie hier auch einen 2:1-Heimerfolg. „Dabei zeigten wir eine super Defensivleistung. Der Gegner lief zwar über die gesamte Spielzeit mehr an, jedoch kam er meistens nur bis zum Sechzehnmeter-Raum, da wir es geschickt verteidigt haben, und dem Gegner es somit sehr schwer gemacht haben.“ Man gewährte dem Nachbarverein gerade einmal eine Abschlussaktion, was die Basis für den knappen Sieg war.

 

 

SG Bega/Humfeld II, neun Spiele 18 Gegentore.

In zwei der neun Partien blieb die SG Bega/Humfeld II ohne ein Gegentor. Die Rede ist von den 2:0-Siegen über den TuS Brake III und gegen den TuS Almena. SG II-Coach Andre Brakemeier (Bild rechts unten) ist durchaus angetan von der eigenen Abwehrleistung, adelt sein Team: „Unsere Viererkette hat tatsächlich ganz gut funktioniert in der Hinrunde. Es ist schwer, da jemanden herauszunehmen, weil wir insgesamt 13 verschiedene Spieler in der Abwehr eingesetzt haben, aber Ramon Kretschmann hat als Außenverteidiger eine sehr gute und konstante Runde gespielt. Einsatz und Zweikampfführung sind bei ihm immer vorbildlich.“ Speziell das Verfolgerduell gegen Almena hat es ihm angetan, stand die Abwehr gegen die Kicker aus dem 1300-Einwohner-Ort doch bombensicher. Hier trumpfte insbesondere Innenverteidiger Mark Nolting (Bild links unten) auf. Gab es denn auch Schwierigkeiten? „Problematisch wurde es immer dann, wenn wir gegen Neuner-Mannschaften zwangsmäßig auf Dreierkette umstellen mussten. Dann war unsere Defensive alles andere als stark“, so Brakemeier offenherzig im Lippe-Kick-Gespräch. Er empfindet es als einen Vorteil, per se mit einer Dreierkette in die Partie zu gehen, „etwas, was wir für die Rückrunde, so sie denn kommt, auch im Hinterkopf haben.“

 

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