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Kreisliga C2 Lemgo

Kreisliga C2 Lemgo – Bollwerk-Report

Ohne eine sichere Defensive gewinnst du im Fußball in den seltensten Fällen etwas. Deshalb haben auch die Defensiv-Akteure eine eigene Rubrik verdient.

 

Meschonat: Defensive ist „definitiv der Grundstein für den Erfolg“

Kreisliga C2 Lemgo (ab). Auch, wenn die Tore im Fußball wie das Salz in der Suppe sind, ohne die Defensive gewinnst du in der Regel nicht mal einen Blumentopf. Das gilt für die Bundes-, wie auch für die Kreisliga. Deshalb widmen wir auch den Akteuren, die nicht mit Fallrückziehern und Hattricks, sondern mit gutem Stellungsspiel und perfekt getimten Grätschen glänzen, eine eigene Rubrik. Die mit einigem Abstand beste Defensive der Kreisliga C2 Lemgo stellt der SC St. Pauli, der sich nicht einmal ein Gegentor pro Spiel einfängt. Doch auch Holzhausen/Sylbach III, Grastrup/Retzen II und Union Entrup II können eine starke Defensive aufweisen. Wir stellen deshalb vier Teams vor, weil die Tabelle ein wenig ungerade ist. So hat Entrup II zwar ein Gegentor mehr kassiert als die Rot-Weißen aus Grastrup/Retzen, aber dafür auch ein Spiel mehr absolviert.

 

 

SC St. Pauli, 13 Spiele, 10 Gegentore

Für St. Pauli-Coach Simon Meschonat ist die Defensive in dieser Saison „definitiv der Grundstein für den bisherigen Erfolg in der Liga.“ Mit einem Punkt Rückstand auf Holzhausen/Sylbach III ist der SC in Lauerstellung, gehört zu den Aufstiegsfavoriten. Ein Umstand, der auch auf Stammkeeper Daniel Sobioch (Bild rechts oben) zurückzuführen ist: „Er organisiert die Abwehr sehr gut und bringt uns durch seine Übersicht und sein Stellungsspiel enorm viel Stabilität in der Defensive“, lobt Meschonat. „Ohne ihn hätten wir einige Punkte weniger auf dem Konto.“ Eine Szene, die Meschonat dabei besonders im Gedächtnis geblieben ist, stammt aus dem Spiel gegen Union Entrup II, als Sobioch „in der letzten Minute der Nachspielzeit nach einer Ecke beim Stand von 2:1 noch einen „Unhaltbaren“ von der Linie gekratzt und die 3 Punkte gesichert hat.“ Auch die anderen beiden Keeper Matthias Kämper und Julian Schmidt „haben ihre Sache im Tor sehr gut gemacht und waren in den Spielen, in denen sie gebraucht wurden, auf den Punkt da.“ Meschonat kann sich also auf all seine Torleute verlassen. Auch in der Abwehrreihe kann der SC auf „eine Vielzahl guter Spieler bauen.“ Namentlich hat St. Pauli mit Bünyamin Akbayrak (Bild links), Paul Hauck, Maik Renner und Wladimir Olfert gleich vier starke Außenverteidiger im Kader. Akbayrak und Renner bringen dabei „enorm viel Kampfgeist auf den Platz und sind im Zweikampf nicht kleinzukriegen. Außerdem haben beide viel Geschwindigkeit, die sie sowohl offensiv als auch defensiv gut einzusetzen wissen“, so der Coach. Paul Hauck hingegen ist der Youngster im Team. Er spielt seine erste Saison bei den Senioren, bringt aber „trotzdem schon herausragende Leistungen auf den Platz. Vor allem in Sachen Ballbehandlung erkennt man seine hohen fußballerischen Qualitäten. Das Gegenstück zu Hauck ist Wladimir Olfert (Bild rechts unten), der mit seinen 32 Jahren zu den ältesten Spielern im Kader zählt und „viel Erfahrung auf den Platz“ bringt. Durch seine Beidfüßigkeit ist er sehr flexibel auf links und rechts einsetzbar und hat außerdem ein starkes Kopfballspiel. Im Zentrum der Defensive haben sich Manuel Behlen und Jonas Klassen in der Hinrunde „durch enorme Sicherheit und Zweikampfstärke klar die Stammplätze erspielt. Behlen hat ein überragendes Stellungsspiel und weiß in jeder Situation das Bestmögliche zu machen. Klassen ist durch seine Physis sowohl in der Luft als auch im Sprint nicht zu schlagen. Beide ergänzen sich hervorragend“, findet Meschonat. Weiterhin gehören mit Nico Riesen und Felix Warkentin zwei Spieler zur Defensive, „die durch ihre Vielseitigkeit und Flexibilität sowohl im Abwehrzentrum als auch im Mittelfeld zum Einsatz kommen und so perfekt in das aktuelle Mannschaftgefüge passen. Beide haben eine überragende Sicherheit am Ball und können das Spiel von hinten gestalten, aber auch weiter vorn für Gefahr sorgen.“ Bei allem Lob gibt es aber auch noch Verbesserungspotenzial: „Wir können als Verbund in vielen Situationen noch wacher agieren und mehr Genauigkeit in unser Spiel nach vorn bringen. Das ist aber durchaus keine Aufgabe für die Abwehr allein, sondern natürlich Ziel des gesamten Teams.“

 

 

TSG Holzhausen/Sylbach III, 13 Spiele, 17 Gegentore

Die TSG Holzhausen/Sylbach III ist aktuell Tabellenführer der Kreisliga C2 Lemgo. Mit 17 Gegentoren hat die Koring-Elf die zweitwenigsten Gegentore der Liga kassiert. „Einen großen Anteil in der Defensive haben Marlon Zobel (Bild links) und Ulrich Hagemann“, hebt der Coach zwei Spieler hier besonders hervor. Erstgenannter ist „letzte Saison bereits zum Training der ersten Mannschaft der TSG hinzugestoßen, weil er gerne im Verein spielen wollte“, so Koring. Als Anhänger des FC Liverpool hat sich Zobel viel von niemand geringerem als Virgil van Dijk abgeschaut: „Sein unbedingter Siegeswille, seine Zweikampfstärke und sein Kopfballspiel haben uns schon viel Freude bereitet“, meint sein Coach. „Seine Leistung ist meistens tadellos und durch seine körperbetonte Spielweise macht er den Stürmern regelmäßig das Leben schwer.“ Ein wunderbarer Beweis für die Zote „nicht immer schön, aber unnachahmlich effektiv“ ist folgende Szene, die Koring für uns erläutert: „Mir fällt eine Situation ein wo er ausrutscht und den Ball nur als Kerze mit dem Kopf klären kann. Er schafft es aber, im Fall noch per ungewolltem Seitfallzieher den Ball ins gegnerische Toraus zu dreschen.“

Keeper Ulrich Hagemann (Bild rechts) gehört zu den Alt-Stars der Mannschaft und könnte eigentlich schon „ein paar Tagen bei den Alt-Herren spielen“, was er eigentlich auch regelmäßig macht. Aber wenn bei den Torhütern der ersten und zweiten Mannschaft beruflich oder privat mal Knappheit herrscht, ist er stets bereit, in der Dritten zu spielen und inzwischen einfach „eine feste Größe.“ Mit seiner Körperlänge und seiner großen Spannweite hat Hagemann schon „einige tolle Schüsse rausgekratzt und uns wichtige Punkte gegen Entrup oder Pauli festgehalten“, wie der Coach rückblickend feststellt. Wie fußballverrückt Hagemann zudem ist, lässt sich laut Koring ganz einfach beschreiben: „Er kommt sonntags häufig schon von einem freundschaftlichen Kick der wilden Liga optimal aufgewärmt zum Treff.“ Eins haben Hagemann und Zobel gemeinsam: „Durch tollen Teamgeist und stets der Bereitschaft für das Team in Verantwortung, aber auch in die zweite Reihe zu treten, sind die beiden defensiv unglaublich wichtige Bestandteile der Mannschaft.“ Und als lernwillig erweisen sich die beiden auch noch. So ist Zobel häufig auch beim Training der ersten und zweiten Mannschaft und Hagemann möchte „beim Torwarttraining vorbeischauen.“

 

 

TuS RW Grastrup/Retzen II, 12 Spiele, 17 Gegentore

Ebenfalls 17 Gegentore, aber bei einem Spiel weniger, hat der TuS RW Grastrup/Retzen II kassiert. Coach Timo Drechshage würde seine Abwehr gerne überschwänglich loben, doch ausgerechnet in dieser Saison ist die Defensive die Achillesferse der Rot-Weißen. „Das hat nicht so funktioniert, wie ich mir das vorgestellt habe“, hadert Drechshage (Bild rechts). Das hat auch damit zu tun, dass der Coach seine Defensivreihe häufig durchwechseln musste und sich so nicht richtig einspielen konnte. Drechshage hätte es gern gesehen, wenn die Viererkette mit „beiden Sechsern im Einklang gewesen wäre.“ Als „gutes Gefüge“ gilt die Viererkette mit Frenzel rechts, Beckmann links, Ortmann und Bertram in der Zentrale. „Das hat gut funktioniert“, so der Coach. Doch es gab immer wieder Ausfälle. Beckmann musste Drechshage sogar komplett an die erste Mannschaft abgeben. „Ich musste immer wieder umstellen, das hat es nicht einfacher gemacht.“ Seine ersten Schritte im Senioren-Bereich macht Luca Schuckmann (Bild links) mit seinen 18 Jahren. „Er macht es sehr, sehr gut“, lobt Drechshage. „Ich kann ihn universell einsetzen, links, rechts, zentral.“ Zwar hat Schuckmann von Drechshage auch „viel einstecken müssen“, weil Spiele dabei waren, „die nicht gut waren.“ Aber es gab auch einige dieser Spiele, wo der Coach gesehen hat, „was da für ein Potenzial in dem Jungen steckt.“ Mit Nick Rüger haben die Rot-Weißen zudem eine zusätzliche Option bekommen, den Drechshage „immer wieder auf verschiedenen Positionen“ hat Spielen lassen. Auch ein Niklas Prante, der nach viel Verletzungspech aus der ersten Mannschaft kam, hat von der Bank, wie auch Hendrik Weber, für viel Stabilität gesorgt. Dennoch: „Das sind alles Leute, die noch nicht an ihrem Zenit in dieser Saison gespielt haben. Da ist auf jeden Fall noch Luft nach oben. Das hat natürlich auch viel mit Spielpraxis zu tun, mit einem laufenden Betrieb, sie müssen verletzungsfrei bleiben.“

Dem Coach sind zwei Spiele in Erinnerung geblieben, in denen die Defensive den Sieg gesichert hat. Zum einen das 2:1 gegen den VfB Matorf, wo die Rot-Weißen mit oben genannter Besetzung spielen konnten und auch Keeper Christopher Echterhof mit guten Paraden den Sieg festhielt. Der Keeper war auch beim 3:1 gegen den SC St. Pauli der Garant für den Sieg. In einem Spiel, wo St. Pauli verdient führt und zur Pause „2:0 oder 3:0 führen muss“, sind es eben Echterhof und die Abwehrreihe, die sehr diszipliniert gespielt hat, die den Sieg sichern. Ein Sieg, der gezeigt hat, „zu was die Mannschaft gegen so eine offensivstarke Mannschaft wie St. Pauli zu leisten imstande ist.“ Auch ein Matthias Mertens und ein Stefan Eggering gehören zur Defensive. „Verschiedenste Charaktere“ vereint in einem Ziel: Möglichst ohne Gegentor zu bleiben. Ob der Kämpfer oder der Spieleröffner, sie alle tragen dazu bei. „Diese Mischung muss einfach stimmen“, so Drechshage, der auch deshalb den großen Kader schätzt, um auf jeden Gegner und jede Spielsituation anders reagieren zu können. Ein Neuzugang steht ebenfalls noch in den Startlöchern. Auch einer für die Defensive. Den Namen kann Drechshage noch nicht nennen, da noch nicht spielberechtigt. Doch so viel sei gesagt: „Groß gewachsen, 20 Jahre jung. Der wird uns Defensiv auch nochmal helfen.“ Doppelt und dreifach ist die Abwehr besetzt. Viererkette, Dreierkette, offensive Außenverteidiger, ein Staubsauger vor der Abwehr, da sind der Coach und seine Spieler sehr flexibel.

 

 

FC Union Entrup II, 13 Spiele, 18 Gegentore

Dass man trotz vieler Wechsel in der Defensive auch zufrieden sein kann mit der Defensiv-Leistung, zeigt der FC Union Entrup II, denn: „Diese Saison haben wir besonders in der Defensivreihe viel gewechselt.“ Als eine Konstante im Defensivspiel sieht Philipp Kalesse aber „definitiv Mike Hinze.“ Der Abwehrmann, der auch schon im Best of Lippe-Kick auflaufen durfte, „arbeitet sehr viel als Sechser, insbesondere defensiv ist er stets zur Stelle“, so Kalesse. Mit seiner „Einstellung und Laufleistung“ geht Hinze (Bild rechts) stets voran und erfüllt auch so „seine Rolle als Spielführer.“ Eine weitere Konstante im Spiel des FC Union agiert Leon Schmidt (Bild links) im Tor. „Besonders auf der Linie verhindert er immer wieder schon fast sicher geglaubte Gegentore“, lobt Kalesse den Schlussmann. Schmidt kann zudem eine „beeindruckende Elfmeterquote in dieser Saison“ aufweisen. Aber nicht nur Hinze und Schmidt, sondern insgesamt schafft es der FC Union Entrup II, „oft als Mannschaft gut zu verteidigen, so dass auch alle weiteren Spieler ihren Anteil an der Defensivleistung haben.“ Einziges Manko: „Insbesondere bei ruhenden Bällen und Flanken bekommen wir leider noch zu viele Gegentore. Hier müssen wir in Zukunft an uns arbeiten.“

Stadtwerke Bad Salzuflen

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