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Historisch

Unvergessene Vereine – TSV Detmold

Die Älteren unter uns preisen die Erfolge vom TSV Detmold in der Vergangenheit an. Ferhan Demir hat den Pinneichen-Klub auch nicht vergessen.

 

Unvergessene Vereine (hk). 104 Jahre lang bestand der TSV Detmold. Die Historie ist äußerst ruhmreich, galt der Turn- und Sportverein von 1911 doch als lippisches Aushängeschild. Fünf Jahre nach dem Ende vom zweiten Weltkrieg zauberten die Residenzler vom Pinneichen-Sportplatz den Lippern ein Lächeln ins Gesicht, machten sie stolz, denn 1950 errang man den Titel als Westdeutscher Amateurmeister. In der folgenden Spielzeit gelangen 1:0-Erfolge über renommierte Vereine wie gegen den Meidericher SV oder den VfL Bochum. Der bedeutendste Verein in Ostwestfalen, der DSC Arminia Bielefeld, ist sogar in beiden Spielen bezwungen worden. Von 1950 bis 1952 spielte der TSV Detmold in der zweitklassigen II. Division. Nach Jahren in der Landes- und Verbandsliga musste 1959 der Abstieg aus dem westfälischen Oberhaus angetreten werden. Selbst ein berauschender 9:0-Heimerfolg über den SV Bockum-Hövel reichte nicht zum Klassenverbleib, fehlte dem TSV am Ende ein mickriger Punkt zur Rettung. Der ehemalige TSV-Torwart und heutige BSV Leese-Hüter und Obmann Ferhan Demir sagt mit etwas Wehmut in seiner Stimme im Lippe-Kick-Gespräch: „Der TSV Detmold bleibt für immer unvergesslich im ganzen Kreis.“

 

 

„Ich erinnere mich noch immer an die wundervolle Zeit“

 

1999 zog es Demir als Senioren-Kicker zum TSV Detmold. Schon damals waren dort Edeltechniker, wie unter anderem Jörg Jöstingmeier, Jens Kaiser oder Meho Memic aktiv, war die Landesliga-Erfahrung doch reichlich im damaligen TSV-Team. Die Ursache für den epischen Niedergang: „Leider ging dann irgendwann das Geld aus und es kam, wie es kommen musste. Wir gingen runter bis in die Kreisliga B“, schildert der Kurde den Niedergang vom stolzen Traditionsverein. Selbst im Detmolder Kreisunterhaus wirbelten grandiose Zocker wie Andreas Grening, Tim Haskins, Christian Schiprowski oder Claudio Nahrwold für die Detmolder. Letzterer kam stilecht mit roter Jogginghose und Rollkoffer zu den Spielen. Nachdem 2010 der Sprung in die A-Klasse gepackt wurde, ging es nämlich vier Jahre später wieder eine Spielklasse tiefer. Die Verantwortungsträger allerdings haben es Ferhan Demir regelrecht angetan, preist er diese an: „Der Vereinsvorstand war nach meiner Meinung einer der besten im Umkreis mit Dr. Klaus Meyer-Ahrens, Ulrich Paleit und Frank Krüger“, gibt es in Deutschland bekanntlich die Meinungsfreiheit. Demir führt weiter aus: „2015 mussten wir dann die Fusion mit dem Post SV Detmold eingehen, woraus der jetzige Post TSV Detmold entstanden ist. Wir hatten beim TSV Detmold keine Jugendarbeit mehr und immer weniger Spieler wollten auf dem für mich legendären Aschenplatz am Pinneichen spielen“, bot diese Spielfläche nicht unbedingt ein Verwöhnaroma in Übermaß an. Immerhin hatten schon vor fünf Jahren viele Vereine einen Natur- oder Kunstrasenplatz. Bedeutungsschwere Worte verwendet Ferhan Demir, wenn er sich an seine eigene Zeit zurückerinnert: „Für mich persönlich waren es die besten 15 Jahre meines Sportlebens, denen man immer noch etwas hinterhertrauert. Wir hatten wirklich wundervolle Jahre in dem Verein.“ Auch noch in diesen Tagen fährt Demir zum Pinneichen-Sportplatz „und ich erinnere mich immer noch an die wundervolle Zeit.“

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