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Historisch

Historisch – TuRa Heiden

Der heutige Obmann und langjährige Spieler vom TuRa Heiden, Martin Böddeker (Bild links unten), blickt auf eine selige Zeit zurück. Klickt mal hinein.

 

„Bezirksliga war für uns das Nonplusultra“

 

Historisch. Die Zeit zwischen 2003 und 2013 mit insgesamt drei Meisterschaften und den dazugehörigen Aufstiegen (davon zweimal in die Bezirksliga) und zwei Kreispokalsiegen ist ohne Zweifel eine der erfolgreichsten in der immerhin schon über 100-jährigen Geschichte des TuRa Heiden, wobei natürlich die Bezirksligajahre 2006/2007 und nochmal ab der Saison 2008/2009 für weitere drei Jahre hervorstechen. Für einen kleinen Dorfverein wie Heiden war und ist das einfach das Nonplusultra und ist in etwa vergleichbar, als wenn der SC Freiburg oder Arminia Bielefeld heute in der Champions League spielt. Ich habe das Privileg gehabt, die ersten Jahre noch als Jugendspieler und Zuschauer, ab 2006/2007 dann auch als aktiver Teil der Mannschaft miterleben zu dürfen.

 

Wie viele gescheiterte Versuche in der Vergangenheit zeigen, lassen sich solche Erfolge oder Aufstiege aber nicht einfach am Reißbrett planen (auch nicht mit monetären Mitteln). Es wurden zu der Zeit einfach viele richtige und gut überlegte Entscheidungen getroffen, die die Entwicklung und die Erfolge begünstigten und wahrscheinlicher machten, sei es bei der Wahl des Trainers als auch bei den Spielern und Neuzugängen, denn die passten nahezu alle super nach Heiden und sorgten für eine einzigartige, über die Jahre gewachsene Team-Chemie. Das alte Motto „11 Freunde müsst ihr sein“ klingt zwar irgendwie plakativ und ist in Teilen auch überholt, trifft die damalige Situation und den Zusammenhalt im Kern aber recht gut. Hier hat der damalige

Thorsten Geffers

Obmann Thomas Peuker zusammen mit Coach Thorsten Geffers einen richtig guten Job gemacht – auch die Tatsache, dass Thorsten Geffers über acht Jahre als Trainer verantwortlich war, zeigt, dass es einfach in allen Belangen gepasst hat. Ein nicht zu vernachlässigender Faktor ist aber auch ganz simples Glück – in unserem Aufstiegsjahr 2007/2008 haben wir zum Beispiel beide Spiele gegen den direkten Konkurrenten aus Blomberg verloren, sind aber am Ende trotzdem mit einem Punkt Vorsprung aufgestiegen, da Blomberg gerade gegen die kleinen Gegner patzte – es gehört eben auch immer auch etwas Massel dazu.

 

Geffers und Rinne als entscheidendes Puzzle-Teil

 

Der Grundstein und das wohl wichtigste Puzzle-Teil für diese Erfolge war dabei wohl die Verpflichtung der beiden Spielertrainer Thorsten Geffers (Rückkehr vom TuS Horn-Bad Meinberg) und Thorsten Rinne (Rückkehr vom TBV Lemgo) im Jahr 2002, als man noch irgendwo im Nirvana der Kreisliga B herumdümpelte. Parallel dazu wurde der Kader über die nächsten Jahre punktuell vorrangig mit jungen Spielern verstärkt, die entweder als Jugendspieler schon eine Heidener-Vergangenheit hatten und von einer Rückkehr zu ihren fußballerischen Wurzeln überzeugt werden konnten oder über gute Verbindung untereinander und Mundpropaganda nach Heiden gelotst werden konnten. Zusammen mit den Kickern aus der eigenen Talentschmiede hat sich so über die Jahre eine Truppe entwickelt, die nicht nur ganz solide kicken konnte, sondern eben auch abseits des Platzes astrein miteinander harmonierte.

 

 

„Man konnte in Heiden in fast alle Häuser einsteigen.“

 

Etwas Besonderes war es auch, dass das ganze Dorf hinter dem Verein stand, denn durch die vielen Spieler aus der eigenen Jugend fiel die Identifikation mit der Mannschaft einfach leicht, sodass bei unseren Heimspielen an der Rotenberg Kampfbahn nahezu immer mindestens 150 – 250 Zuschauer am Platz waren. Vor so einer Kulisse macht es dann einfach Bock zu spielen und kitzelt noch ein paar Prozent mehr aus den Spielern heraus. Vor allem in Pokalspielen – hier vor allem noch zu Beginn zu B-Liga-Zeiten – konnten die Fans auch ein nicht zu unterschätzendes Pfand sein, mit dem man wuchern konnte. So sind seinerzeit im Zuge der Pokaltriumphe unter anderem die damaligen Bezirksligisten TuS Horn Bad-Meinberg oder der FC Augustdorf am Rotenberg baden gegangen. Auch das Pokalfinale 2007 in Hakedahl war sicher ein absolutes Highlight für den Club, als man den Ligarivalen, den Bezirksligisten TuS Horn-Bad Meinberg mit 4:1 schlagen konnte – an dem Tag konnte man in Heiden in fast alle Häuser einsteigen, weil das ganze Dorf in Hakedahl beim Fußball war. Aber auch zu den sonstigen Auswärtsspielen machte sich immer ein großer TuRa-Tross mit auf den Weg, da war es egal, ob man in Sabbenhausen oder Müssen spielte. Absolut herausragend in dieser Hinsicht war aber unser Auswärtsspiel beim Derby in Jerxen/Orbke am vorletzten Spieltag der Saison 2007/2008, als es im Fernduell mit Blomberg um die Meisterschaft ging. Von geschätzten 600 – 700 Zuschauern kamen mindestens die Hälfte aus Heiden, das war stimmungsmäßig nicht zu toppen und ein echter Gänsehaut-Moment vergleichbar mit dem Ruhrpott-Derby BVB gegen S04. Wir haben das Spiel am Ende 4:2 gewonnen und damit einen Riesenschritt zum Aufstieg gemacht – bis heute ist es DAS Spiel, an das ich mich am liebsten zurückerinnere.

 

Aufgezeichnet von Henning Klefisch.

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