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Kreisliga B2 Lemgo

Platzcheck – Sportplatz Lieme

Dieses Mal ist der Platzcheck in Lieme unterwegs. Schaut einmal, warum der gesamte Sportkomplex so schön ist. Benno Beermann stellt die Anlage vor.

 

Viel Gemeinschaft und ganz viel Herz

 

Platzcheck (hk). Nicht nur die Erfolge der Fußballherren, die in der Spielzeit 2018/19 mit einem beachtlichen 5. Platz in der Bezirksliga für ein sportliches Ausrufezeichen sorgten, sondern natürlich auch durch den Frauenfußball, hat der VfL Lieme Bekanntheit erreicht. Hier wurde immerhin schon Landesliga gespielt.
Die Herrenfußballer spielen schon seit Jahren in einer SG mit dem SV Hörstmar. Wurden in den letzten Jahren die Heimspiele der SG Hörstmar/ Lieme vermehrt in Hörstmar ausgetragen, so sollen zukünftig wieder viele Spiele in Lieme stattfinden.

 

 

Von Henning Klefisch

 

Idyllisch gelegen ist die „Begakampfbahn“, die Sportanlage vom VfL Lieme, fließt doch etwa 100 Meter entfernt, parallel zum Sportplatz entspannt und zügig zugleich, der Bach Bega entlang. Auf eine nunmehr 73 Jahre alte Historie darf die formidabel gepflegte Anlage zurückblicken. Davor vermisste der VfL Lieme eine echte Heimat, denn häufig wurde notgedrungen umgezogen. Bis 1944 haben die VfL-Kicker an verschiedenen Standorten gespielt. Im Frühling des gleichen Jahres hat das Nazi-Regime befohlen, den Sportplatz vollständig umzupflügen und als landwirtschaftliche Fläche zu nutzen. Nach dem Zweiten Weltkrieg war es mit einigen Mühen verbunden, dass auch das lippische Vereinsleben wieder in Gang kam. Eine entscheidende Rolle mit Blick auf den Verein für Leibesübungen aus Lieme spielte hier Heinrich Siekmann, der erneut das Amt als 1. Vorsitzender vom VfL Lieme antrat. Auf der sogenannten Biermeine, die der Landwirt Fritz Brand bereitstellte, durfte zunächst gespielt werden. Dass Siekmann zugleich Bürgermeister vom Dorf Lieme war, half, denn er besaß ein großes Herz für Sportvereine, machte dies auch in seiner Ägide mit Taten deutlich. So war er auch involviert, dass sein Heimatverein seit 1947 die aktuelle Fläche in der sog. “Liemer Wisch“ benutzen darf.

 

Alm-Feeling in Lieme

 

An der Bielefelder Straße Hausnummer 206 am Ortsausgang Richtung Lage/Hagen gelegen, bietet das Eldorado für Sportverrückte alles, was das Herz begehrt. Das Hauptspielfeld ist 105 Meter lang und 68 Meter breit, die Trainingsasche verfügt über Maße von 28 mal 42 Meter.
In die Jahre gekommen ist allerdings das Liemer Sporthaus. Rein funktional erfüllt es zwar noch seinen Zweck, aber demnächst soll ein neues Gebäude errichtet werden. Aktuell steht je eine Kabine von 3,80 mal 4,20 Meter für Heim- und Gastmannschaft und zwei Duschräume zur Verfügung. Die Schiedsrichter-Bleibe ist deutlich kleiner, liegt bei 130 mal 270 Zentimetern Ausmaß.
Arminia Bielefeld-Alm-Stadionatmosphäre herrscht auf dem Sportplatz im knapp 3000 Einwohner-Ort, denn blaue Stadion-Sitzschalen sind aus der Bielefelder Schüco-Arena nach Lieme verfrachtet worden. Nach einer höflichen Anfrage bezüglich dieser Sitze, wurde der dritte Vorsitzende Benno Beermann von den Arminen in die Geschäftsstelle eingeladen. Bei einer gemeinsamen Tasse Kaffee machten sich Hans Jürgen Laufer und Beermann miteinander bekannt und wurden schnell einig. 40 Arminia-Sitze wechselten ins Lipperland.
Nach erfolgter Montage der Sitze auf vom Betonwerk LINTELN gesponserten Betonelementen, kam H.J. Laufer dann sogar selbst nach Lieme, um die neue Heimat der Sitze in Augenschein zu nehmen. Anschließend hatte er noch genügend Zeit, um mit dem VfL-Vorstand weitere zwei Stunden bei „Lippischem Brunch“ (Mettbrötchen und Butterkuchen) zu fachsimpeln.

 

Kunstrasenplatz als Zukunftsperspektive

 

Im schönen Ambiente fühlen sich auch Maulwürfe und Wühlmäuse äußerst wohl, die unangemeldet den Boden lockern. Ein Grund dafür: Der Sportplatz am Ortsausgang ist umgeben von zwei Ackerflächen. Für die Platzpflege ist die Stadt Lemgo verantwortlich, die nach der langen Winterpause im Frühjahr eines jeden Jahres die Spielfläche aufbereitet, somit gute Bedingungen für den feinen Kick liefert. Auch der Platzwart und einige Spieler legen stets tatkräftig Hand an, weshalb derzeit die Spielfläche sehr ordentlich aussieht. Dennoch bietet der Naturrasen mehr Nachteile als Vorteile, denn von Ende Oktober bis Ende März des folgenden Jahres ist der Sportplatz für fünf Monate gesperrt. Deshalb hat der Verein für Leibesübungen aus Lieme am 8. Oktober 2015 und erneut knapp zwei Jahre später einen Antrag auf Erstellung eines Kunstrasen-Spielfeldes bei der Stadtverwaltung Lemgo eingereicht. Dem Verein schwant nämlich bereits böses: „Ohne diesen Kunstrasenplatz sehen wir uns sowohl im Senioren-Spielbetrieb, als auch in der Kinder- und Jugendförderung in absehbarer Zeit nicht mehr wettbewerbsfähig!“ Immerhin mussten die Senioren-Teams im Winter Ausweichmöglichkeiten im Kreis Detmold, und Bad Salzuflen selbstständig suchen.

Noch schlimmer: Das erfolgreiche Bezirksligateam ist nach Beendigung der letzten Spielzeit dem Wunsch auf Kunstrasen spielen zu wollen gefolgt und komplett zu einem hier besser ausgestatteten Stadtverein gewechselt.
„Weil die Verantwortlichen im VfL Lieme aber nicht nur den zwingenden Bedarf zur Erstellung eines Kunstrasen-Gross-Spielfeldes in Lieme sehen, sondern auch selbst zur Realisierung dieses Vorhabens mit beitragen wollen, wurde das Projekt EIN KUNSTRASENPLATZ FÜR LIEME ins Leben gerufen.“

 

Gastronomische Sehnsüchte werden gestillt

 

Nachahmenswert und hoffentlich auch erfolgversprechend! Man möchte sich an dieser Aktion beteiligen: „Wir sind bestrebt, durch, aus unserer Sicht geeignete Maßnahmen, unter anderem einen finanziellen Beitrag zum Gelingen mit beizutragen. Das Ziel lautet zehn Prozent der etwaigen Erstellungskosten, die wohl etwa bei 800.000 Euro anzunehmen sind“, so führt der Verein weiter fort. Solange noch kein Kunstrasen zur Verfügung steht, haben sich die Verantwortlichen vom VfL Lieme auf die Fahne geschrieben, dass die komplette Sportanlage in einer einwandfreien Verfassung erscheint. Auch gastronomisch werden die Sehnsüchte gestillt. Wenn die Zuschauer vom Hunger heimgesucht werden, sind Bratwürstchen im Angebot. Dazu werden Kaffee und die traditionellen Kaltgetränke als Durstlöscher gereicht. Insbesondere, wenn es zu Hansestadt-Duellen kommt – es gibt immerhin 14 Stadtteile in Lemgo – ist die Anlage besonders gut gefüllt.

 

„Der VfL Lieme ist mächtig stolz“

 

Eine clevere wie praktikable Möglichkeit: Die vom Rewe Markt Klocke gestifteten und vom VfL Lieme umgebauten ehemaligen Einkaufswagen-Häuschen, wurden für die Zuschauer so präpariert, dass die Anhänger nicht nass werden. Auch für die Aktiven ist solch ein Domizil aus der gleichen Basis heraus errichtet worden. Im Jahr 2018 legte in Hardissen der Rewe Markt an neuer Stelle los. Als Beermann einkaufte, überlegte er flugs, ob denn nicht der alte Einkaufswagen-Unterstand umgebaut werden könne, um ihn sodann auf dem Sportplatz in Lieme aufzustellen. Rewe-Markt-Inhaber Klocke freundete sich schnell mit dieser Idee an und als auch die Verantwortlichen der Stadtverwaltung und der VfL-Vorstand ihr Einverständnis gaben, wurde die Planung konkreter. 16 Helfer kamen schnell zusammen, um den Unterstand in Hardissen abzubauen, mit einem Spezialanhänger von Landwirt Hanheide zur „Begakampfbahn“ zu karren. Das Konstrukt musste umgebaut werden, um dann an neuer Stelle wieder aufgebaut zu werden. Hier haben die beiden Reserve-Teams, die Altherren-Mannschaft und weitere Mitglieder tatkräftig mit angepackt. Einige Firmen wie Kramp & Kramp, KFZ-Thiemann, Holzbearbeitung Neumann, LHK Feuerungsanlagen und Strohmeier Medien haben dieses Herzensprojekt nach Kräften unterstützt. Die hochzufriedene 1. Vorsitzende Mira Hanheide erklärt: „Der VfL Lieme ist mächtig stolz auf die solidarische Zusammenarbeit der Mitglieder in unserer SG Hörstmar/ Lieme.”

Auch bei Nässe bleiben die VfL-Fans trocken

 

Der Verein hält auf beeindruckende Art und Weise zusammen. Offensichtlich wurde dies, als vor knapp zweieinhalb Jahren, ab Januar 2018, tatkräftig und in Gemeinschaftsarbeit auf der Südseite vom Sportplatz eine gepflasterte Fläche erstellt worden ist.
Rund 35 Meter lang ist die dreieinhalb Meter breite und gepflasterte Fläche für die Zuschauer. „Dieser Bereich wurde von unseren Zuschauern stets ungern genutzt, denn hier war der Boden oft matschig und tief“, erklärte Mira Hanheide, die Vorsitzende des VfL Lieme. Im Jahr 2018 hat nämlich die Stadtverwaltung Lemgo dem Wunsch nach einer baldigen Verbesserung vom Zuschauersegment eine Absage erteilt. „Die Durchführung dieser Maßnahme in Eigenleistung des Vereines wurde hingegen befürwortet. Dank der guten Chemie in der SG waren, innerhalb kürzester Zeit, circa 25 aktive Helfer aus beiden Vereinen gefunden, um das Projekt durchzuführen“, erklärt Benno Beermann im Lippe-Kick-Gespräch.

 

„Derartige Gemeinschaftsprojekte zeichnen eine gesunde Vereins- und Dorfkultur aus“

 

Das Bauunternehmen KRAMP aus Lemgo unterstützte diese Aktion und verlieh gratis einen Bagger. Einige Landwirte aus der Region haben die ausgehobene Erde nicht nur entfernt. Sie schafften sogar ebenso Schotter und Kies für den Unterbau der Fläche an. Spendabel zeigte sich in diesem Fall die Stadtverwaltung Lemgo, sodass sie die erforderliche Anzahl an Pflastersteinen schenkte. Beermann führt weiter aus: „Anschließend sorgten viele fleißige Hände dafür, dass an zwei weiteren Samstagen nicht nur die große Fläche für die “Heimzuschauer”, sondern auch auf der gegenüberliegenden „Gästeseite“ ein befestigter Bereich erstellt wurde“.
Abschließend konnten hierauf die mittlerweile umgebauten Zuschauerhäuschen und die überdachten Spielbänke platziert werden.
„Derartige Gemeinschaftsprojekte zeichnen eine gesunde Vereins- und Dorfkultur aus, und die haben wir hier miteinander“, erklärte Mira Hanheide. „Wir tun alles in unseren Möglichkeiten stehende, um die Qualität der Liemer„ Begakampfbahn“ und auch Attraktivität der SG Hörstmar / Lieme kontinuierlich zu erhöhen.“
Somit gibt es für die treue Anhängerschaft auch die Möglichkeit, bei ungünstigen Wetterverhältnissen der Partie von der Außenlinie aus zusehen zu können. Wie der Verein in einer Pressemitteilung mitteilt: „Abschließend wurde für die Zuschauer eine Begrüßungstafel installiert, auf welcher sich der VfL Lieme auch bei den Unterstützerfirmen bedankt.“

 

Multifunktionales Sporthaus

 

Das Sporthaus blickt auf eine langjährige Historie zurück. In diesem Jahr feiert es seinen 70. Geburtstag. 1950 erfolgte der erste Spatenstich. Schnell wurde auch die unmittelbare Umgebung mit attraktiven Sportangeboten bereichert. 1955/56 entstand ein Freibad und 1960 wurde im Ortskern neben der Grundschule die Turnhalle gebaut. In den Jahren 1969 und 1973 ist das Sporthaus vergrößert wie renoviert worden. Viele Jahre später, 1994, haben die Liemer einmal mehr zumeist in Eigenleistung einen Anbau mit Clubraum und eine überdachte Terrasse fertiggestellt. Bis zum heutigen Tag ist dieses Ambiente in dieser Form zu genießen. Nach mehr als einem Vierteljahrhundert ist Verbesserungsbedarf angesagt. Beermann erklärt hierzu: „Die Gebäudewirtschaft der Stadt Lemgo hat das Sporthaus zwar über die Jahre hinweg instandgehalten, aber Renovierungsmaßnahmen, um das Gebäude auf einem aktuellen und gepflegten Stand zu halten, wurden trotz mehrfacher Anfragen nie vorgenommen. Hier haben aber auch wir als Verein Fehler gemacht, denn Renovierungsanfragen und Mängelanzeigen wurden stets nur verbal kommuniziert.“ So sind Verwaltung und Rat der Stadt Lemgo nunmehr zu dem Entschluss gekommen, dass ein Neubau die sinnvollste Lösung wäre. Dieser wird 2021 in Angriff genommen. Der Verein teilt in einer Pressemitteilung mit: „Die für das “Lemgoer Freizeitstättengutachten” beauftragten externen Sachverständigen kamen nach Gesprächen mit den Liemer Vereinen zu der Feststellung, dass hier möglichst ein Gebäude mit optionaler Nutzung für weitere Vereine des Dorfes entstehen solle, denn einen “Dorfgemeinschaftsraum” gibt es in dem westlich gelegenen Lemgoer Vorort, seit dem ersatzlosen Abriss des „ Liemer Clubhaus“ vor einigen Jahren, nicht mehr.“ Somit kann das neue Gebäude multifunktional genutzt werden. Ein weiteres Indiz dafür, dass in Lieme vorausschauend mitgedacht wird.

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