Connect with us

Kreisliga A Detmold

RSV Hörste – Ackmann verrät den Pausenfüller

Ralf Ackmann hat etwas zu sagen. Bei Lippe-Kick bezieht er zur derzeitigen Situation Stellung, übt Kritik, erzählt, wie sein Team und er die letzten Wochen verbracht haben.

 

 

„Der Grad ist sehr schmal“

Kreisliga A Detmold (hk). Dann feiert der RSV Hörste seinen Klassenerhalt eben am grünen Tisch. Wer die bis in die Haarspitzen motivierten Kicker vom Detmolder A-Ligisten etwas genauer kennt, weiß, dass dies lieber auf dem Spielfeld geklärt worden wäre. Die Voraussetzungen waren extrem günstig, waren es doch neun Punkte Bonus auf den Abstiegsplatz, dazu noch drei Partien mehr in der Hinterhand im Vergleich zur dort befindlichen FSV Pivitsheide. Es wäre wohl nur eine Frage der Zeit gewesen, wann ein weiteres Jahr im Detmolder Kreisoberhaus festgestanden hätte. Ja, okay, wirklich ziemlich viel Konjunktiv, aber der wird erfahrungsgemäß während der derzeitigen Corona-Pandemie allzu häufig beansprucht.

Dieser Bericht wird präsentiert von:

 

 

Von Henning Klefisch

 

Man wird wohl kein Anwaltsschreiben zu erwarten haben, wenn man die Familie Ackmann als Sportfreaks beschreibt. Mutter und Tochter sind versiert und talentiert im Handball, Vater Ralf hat den Fußball als sein liebstes Hobby kurz nach seiner Geburt entdeckt. Langeweile war daher ein Fremdwort der in Donop wohnhaften Familie, auch, weil der Ackmann-Nachwuchs mit einem individuellen Trainingsplan ausgestattet wurde. Donop und die angrenzenden Ortschaften sind per Drahtesel, auch zu Fuß, ausgiebig erkundet worden, hat auch der RSV-Coach seinen drahtigen Körper vielfach in Bewegung gesetzt, die neu anfallende Freizeit meist sportlich mit seiner Familie verbracht. Zunächst scheuchte er auch seine Spieler durch die lippische Natur, plaudert er doch via Lippe-Kick aus: „Auch ich habe am Anfang, wo noch nicht feststand, wie es bei uns in der Liga weitergeht, die Jungs mit Laufeinheiten und unterschiedlichen Challenges versucht, fit zu halten.“

 

Entspanntes Beobachten

 

Nachdem allerdings vor einigen Wochen die Garantie vorgeherrscht hatte, dass der Ligabetrieb bis Ende August 2020 ausgesetzt wurde, setzt Ralf Ackmann auf Eigenverantwortung bei seinen Jungs. „Ich merke, dass mittlerweile vor allem der persönliche Kontakt mit der Gruppe am meisten fehlt“, gibt es als tröstlichen Faktor immerhin die sozialen und modernen Medien, die für eine Linderung sorgen können. „Es ist schade, dass die Serie so endet. Deshalb fand ich es aber auch wichtig, dass zumindest der sportliche Aspekt berücksichtigt wurde. Die Ansichtsweisen gehen dabei bestimmt auseinander, ob du im gesicherten Mittelfeld stehst und die Entscheidung keinen gravierenden Einfluss für dich hat, oder du um den Aufstieg spielst“, haben die Jungs aus dem Luftkurort sicherlich ohne Schweißausbrüche die ganze Thematik verfolgt.

 

Mitleid mit dem BSV

 

Einfühlungsvermögen beweist Ackmann für den Blomberger SV, der wohl der große und traurige Verlierer bei diesem Abbruch sein wird. „Ich denke da gerade an den BSV, für den die Situation am bescheidensten ist, zumal Lügde gerade das Spiel gegen den BSV aus der Hinrunde noch fehlt. Hätte der BSV das Spiel gewonnen, sähe es in der Quotientenregelung anders aus“, wäre ein Blomberger-Sieg – wie im März 2019 geschehen – keineswegs utopisch. „Grundsätzlich ist die Entscheidung, die Serie zu beenden, vollkommen richtig“, unterstreicht Ralf Ackmann. Dieses Tappen im Nebel nervt gewaltig. Die wesentlichen W-Fragen bleiben gänzlich unbeantwortet, was die Planungen erheblich erschwert. Bis auf ein Fragezeichen haben alle Hörste-Kicker für die folgende Spielzeit zugesagt. Mit potenziellen Neuzugängen wurde gesprochen, doch etwas Spruchreifes besteht derzeit noch nicht.

 

„Auch wir müssen finanzielle Abstriche machen“

 

Ralf Ackmann liebt den Amateurfußball, doch interessiert sich auch für den Spitzenfußball, dem er nun bescheinigt, zu stark egoistische Werte an den Tag gelegt zu haben: „Den wirtschaftlichen Aspekt kann ich nicht nachvollziehen. Auch wir müssen in dieser Zeit finanzielle Abstriche machen – Kurzarbeit, Unternehmer bangen um ihre Existenz – und schauen, wie wir über die Runden kommen. Da dürfte es auch möglich sein, dass Spieler mal “eine Million” weniger verdienen und der Verein versucht, dadurch wirtschaftlich über die Runden zu kommen.“ Zum allgemeinen Verständnis: Für den Fall, dass einige Profis „nur“ 10.000 Euro pro Monat verdienen würden, müssten zumindest die etablierten Kicker der Erst- und Zweitligisten nicht notgedrungen zu Pfandpiraten mutieren, um sich zwei warme Mahlzeiten gönnen zu können. Anders gestaltet sich hier die Sachlage bei den sogenannten Jung-Profis, die zumeist einen leistungsbezogenen Vertrag unterschrieben haben, der streng von einer Auflauf- und Erfolgsprämie dominiert wird.

 

„Wäre besser, ganz zu verzichten“

 

Ackmann verzieht sein Gesicht, Falten bilden sich auf seiner Stirn, dibbert er bei Lippe-Kick: „Wir dürfen auch keinen Kontaktsport ausüben aus bekannten Gründen. Aber ich denke, dass die Seifenblase noch platzen wird – siehe Dresden in der 2. Liga oder Heiko Herrlich.“ Zum Hintergrund: FC Augsburg-Coach Herrlich hat sich wagemutig aus dem Team-Quarantäne-Quartier gestohlen, um beim Supermarkt um die Ecke Zahnpaste und Hautcreme käuflich zu erwerben. Bei der anschließenden Pressekonferenz plaudert er diesen Fauxpas freimütig aus. Ackmann mahnt an: „Der Grad ist halt sehr schmal und deswegen wäre es besser, ganz zu verzichten, so wie wir es auch müssen beziehungsweise tun. Deswegen kann man nur hoffen, dass sich die Situation nicht wieder verschlechtert, wir gesund bleiben und bald wieder unserem geliebten Hobby nachgehen können.“

Autohaus Stegelmann

Schiewe

Concordia

Vogt Reisedienst GmbH

Fahrschule Isaak

More in Kreisliga A Detmold

%d Bloggern gefällt das: