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Kreisliga A Lemgo

Bollwerk-Report – Kreisliga A Lemgo

Die drei besten Teams der Spielklasse führen auch die Bollwerk-Tabelle an. Lippe-Kick hat die Abwehrreihen aus Lemgo, Lipperreihe und Bad Salzuflen etwas präziser seziert. Schaut mal hinein.

 

 

„Siege mit Gegentreffern werden persönlich genommen“

Bollwerk-Report (hk). Wenn die Spielweise der drei Bollwerk-Teams aus Lemgo, Lipperreihe und Bad Salzuflen mit Griechenlands-Taktik bei der Fußball-Europameisterschaft 2004 verglichen werden würde, schauen sie sicherlich etwas pikiert aus der Wäsche. Immerhin verfügen die „Fantastischen Drei“ doch auch über eine ansehnliche Offensiv-Abteilung. Da der deutsche Altmeister Otto Rehhagel, in der griechischen Saga auch “Rehakles” genannt, mit diesem Abwehr-Bollwerk Erfolg hatte, sollten sich die drei besten Teams der Liga zumindest im Fachgebiet der Gefahrenabwehr vom eigenen Gehäuse ein Beispiel an den Hellenen nehmen. Der TBV Lemgo (12 Gegentore) und der TuS Lipperreihe (15) führen mit großem Vorsprung. Mit etwas Abstand läuft der SC Bad Salzuflen als drittbeste Defensive ein, hat der Ball 23 mal im Netz der Kurstädter gezappelt.

 

Dieser Bericht wird präsentiert von:

 

 

Von Henning Klefisch & Andre Bell

 

TBV Lemgo, 18 Spiele, 12 Gegentore

(hk). Das Trainerteam um Matthias Wölk und dem Namensvetter mit dem Nachnamen Olfert hat dem TBV-Team ein funktionierendes Defensiv-Korsett verpasst. Nur ein Dutzend Gegentreffer in 18 Partien sind vorzeigbar, verkörpern den Maximal-Wert in dieser Statistik. Auch die wichtigen Begegnungen wurden ohne einen gegnerischen Treffer gewonnen. Ob das 3:0 gegen den TuS Lipperreihe, die 8:0-Siege gegen die SG Bentorf/Hohenhausen und den TuS Sonneborn, das 2:0 gegen den TuS Leopoldshöhe, die eigene Reserve und den TuS Lipperreihe, das 6:0 über den TuS Brake, 5:0 über den BSV Leese, oder auch das 4:0 gegen Bentorf/Hohenhausen und den TuS Bexterhagen. Auffällig: Die Lemgoer Offensivabteilung schoss Tore wie am Fließband. Die Defensiv-Reihe agierte vielbeinig, diszipliniert und aufmerksam, schluckte ein Drittel der Gesamt-Gegentore bei der 3:4-Niederlage beim TuS Ahmsen. Hier standen die eigenen Pforten zu weit offen. TBV Lemgo – Assistenztrainer Matthias Olfert unterstreicht nachdrücklich: „Die beiden Spiele gegen den TuS Lipperreihe, wo unsere Verteidigung so gut wie gar keine Torchancen zugelassen hat, stechen heraus.“

 

„Gegentreffer werden persönlich genommen“

Die TBV Lemgo-Abwehr brilliert mit unterschiedlichen Skills. Co-Trainer Matthias Olfert gesteht: „Die Jungs machen es uns jede Woche schwer, eine Entscheidung für die Startelf zu treffen. Das sieht man auch daran, dass die Startelf sehr selten dem letzten Spieltag gleicht. Jede Woche werden Diskussionen im Trainerteam geführt und Pro und Contra gegeneinander abgewogen. Das Niveau ist sehr hoch und keiner fällt wirklich ab“, ist es das hohe Leistungslevel, das für die so formidable Zwischenbilanz sorgt. „Ehrgeiz“ und „Wille“ benennt Olfert als Schlüsselbegriffe, die die Abwehr auszeichnen. Auffällig, dass die Abwehrspieler aus dem laufenden Spiel heraus Tore erzielen, ist die Motivation, mit der letzten Faser des Körpers das eigene Gehäuse zu verteidigen, weit vorangeschritten: „Selbst Siege mit Gegentreffern werden von einigen Spielern persönlich genommen und gehadert, dass der Gegner ein Tor erzielen konnte.“ Man merkt an diesen Worten: Die TBV-Jungs sind echte Mentalitäts-Monster, hat das M & M – Trainer-Duo die Jungs im Griff, die Zügel in der richtigen Hand.

 

Supper als „Daddy Cool und „Tupac Shakur“

Wenn Simon Schneidermann (Bild links) Kilometergeld bekommen würde, für das, was er an Strecke auf dem Spielfeld abreißt, dann wäre er ein reicher Mann, könnte einen Zweitwohnsitz in Saint Tropez anmelden, Sekt und Kaviar konsumieren. Nun ja, der ehemalige Kachtenhausen-Kicker ist der Spezialist für die Außenbahn, wird aber des Öfteren auch im Sturmzentrum gesichtet. Der andere Außenseiter ist Dennis Axt. Ihn beschreibt Olfert als „Kampfmaschine, die keinen Zweikampf scheut.“ Dennis Hildebrandt genießt ebenso das Spiel an der Außenlinie entlang, hat er sich in der Vorbereitung immer besser entwickelt, fühlt er sich auf dem Kunstrasenplatz sehr gut aufgehoben. „Karwan Derwisch’s Anfeuerungsrufe an die Jungs vor ihm, werden von außen oft mit einem Schmunzeln wahrgenommen“, erklärt Olfert. Daddy Cool ist Daniel Supper. Warum? Matthias Olfert verrät es bei Lippe-Kick: „Er spielt abgeklärt und ruhig. Da rutscht einem fast das Herz in die Hose, wenn er die Stürmer mal locker aussteigen lässt und dann in aller Seelenruhe das Spiel verlagert. Mit einem ungläubigen Lächeln nimmt er dann auch die Anweisung des Trainers entgegen, in den letzten Minuten im Sturm zu spielen, wenn kein Stürmer mehr auf der Bank ist“, gilt Supper wohl als der lässigste Typ seit Tupac Shakur.

 

Ritter als Gehirn, Lunge und Herz vom TBV Lemgo

Über den Saubermacher Alexander Ritter (Bild links) muss man nicht viele Worte verlieren. „Sanja“ bereinigt brenzlige Situationen bereits im Ansatz, besitzt eine enorme Spielintelligenz, eine tolle Ballbeherrschung, das Gefühl für Raum und Zeit und hat ein beruhigendes Spielverständnis. Wenn der edle Ritter die Kugel hat, darf der Trainer gepflegt durchatmen. „Mit seiner Erfahrung und Autorität ist er eine große Bereicherung für die jungen Spieler. Und er ist sich für die Drecksarbeit nicht zu schade“, hat der ehemalige Team Lemgo-Auswahlspieler auch einen ganz feinen Charakter, ist ein Team-Player, wie er im Lehrbuch steht. Alexander Ritter ist das Gehirn, die Lunge und das Herz vom TBV Lemgo, arbeitet viel im Maschinenraum, dem defensiven Mittelfeld. Viel Köpfchen beweisen oft Fabio Hildebrand (Bild rechts) und Alexander Erhardt, die mit ihren Häuptern zahlreiche Flanken zur Bedeutungslosigkeit verkommen lassen. Olfert: „Aber auch der Rest des Teams verteidigt das Tor. Die Verteidigung beginnt in vorderster Linie. Am Ende werden die Verteidigung und der Torhüter an den Gegentreffern gemessen, aber in unserem Fall ist das eine Mannschaftsleistung“, fängt die Verteidigung doch schon im Angriff an.

 

„Vielleicht sollten wir das alte Kopfballpendel wieder ausgraben!“

Wenn dennoch etwas durchkommt, dann sind mit Roman Spieß und Manuel Warkentin zwei überragende Fänger zur Stelle. Olfert attestiert dem ehemaligen Auswahl-Fänger Spieß „eine gute Hinrunde gespielt und viele gute Paraden gezeigt“ zu haben. An eine ganz bestimmte Situation kann er sich noch exzellent erinnern: „Eine war die Verhinderung des 1:3 gegen Bad Salzuflen im Hinspiel, und im Gegenzug macht dann Fabio Hildebrand den Ausgleich, der aus der Verteidigung bei einem langen Ball einfach durchläuft und dann mit einem Heber zum 2:2 einnetzt. Ein ganz wichtiges Tor in Unterzahl“, das seinen Anfang in einem spektakulären Save von Spieß nahm. Spieß hat in der Rückserienvorbereitung aufgrund einer Rückenmalaise keine Verfügbarkeit vorweisen können, weshalb Warkentin (Bild rechts) in die Bresche gesprungen ist. Im Feld übt er normalerweise sein Kerngeschäft als Außenverteidiger aus. Auch im Gehäuse weiß er zu überzeugen: „Manuel beweist hier seinen genialen Charakter und stellt sich in den Dienst der Mannschaft. Er meckert nie, wenn der Trainer ihn heute hier und morgen da aufstellt!“ Insgesamt ist die Lemgoer Torverhinderung selten zu knacken. Es ist allerdings nicht alles Gold, was glänzt, fordert Matthias Olfert von seinen Defensiv-Spezialisten: „Wir müssen beim Spielaufbau noch mehr Ruhe haben und nicht überhastet und unüberlegt nach vorne spielen.“ Das Risiko: „Viele unserer Gegner stellen sich hinten rein und kontern nur.“ Die ruhenden Bälle müssen mit mehr Konzentration und Genauigkeit ausgeführt werden. Einige Kopfball-Ungeheuer stehen im Kader der Hansestädter, doch den Ecken und Freistößen fehlt es am letzten Schliff, am Esprit, teilt Olfert abschließend launig im Lippe-Kick-Gespräch mit: „Vielleicht sollten wir das alte Kopfballpendel wieder ausgraben und daran trainieren lassen.“

 

TuS Lipperreihe, 18 Spiele, 15 Gegentore

(hk). Mehrfach bewiesen die Lipperreiher, dass sie hinten dichthalten können. Gegen den TBV Lemgo II, den TuS Sonneborn (in Summe dreimal 3:0), gegen den VfL Lüerdissen, den SC Bad Salzuflen und den TuS Ahmsen (jeweils 4:0), beim SV Werl-Aspe (2:0), gegen die SG Bentorf/Hohenhausen (6:0) und gegen den TuS Brake (5:0) blieb das Lipperreiher Netz unberührt. Bemerkenswerte neunmal war die rot-weiße Defensiv-Festung in 90 Minuten uneinnehmbar. In den drei Spielen beim TBV Lemgo (0:3), gegen den TuS Asemissen (3:3) und gegen den FC Schwelentrup-Spork/Wendlinghausen (5:3) kassierten sie insgesamt neun, jeweils drei Gegentore. Für Timo Kapale (Bild rechts), den Torwarttrainer vom TuS Lipperreihe, ist es das Gesamtkonstrukt, was zusammenarbeiten muss, weshalb er im Lippe-Kick-Gespräch mit viel Überzeugungskraft predigt: „Zunächst ist es einmal nicht der Verdienst eines einzelnen Spielers oder ausschließlich der Abwehrreihe, dass man wenig Gegentore bekommt. Dafür ist die gesamte Mannschaft mitverantwortlich und daher ist es genauso wichtig, wie die Spieler vor der Abwehr agieren“, findet er nach 18 Partien, dass seine gesamte Mannschaft sich hier äußerst geschickt anstellt.

 

Zwei Konstante in einem funktionierenden Gefüge

Im Kasten steht Fänger Simon Danne (Bild links), der „eine sehr große Sicherheit und Ruhe ausstrahlt“, wie sein Torwart-Trainer Kapale lobt. Der zentrale Abwehrboss ist Rouven Schulz, der als Verteidigungsminister für innere Angelegenheiten gilt, sich als ein wahres Zweikampfmonster entpuppt. Auch in hektischen Situationen beweist der Krieger viel Überblick, strahlt so viel Ruhe wie ein buddhistischer Mönch aus. Danne und Schulz sind zwei Scharnier-Spieler, Konstante im Lipperreiher-Spiel. „Neben den beiden kam es immer wieder zu Wechseln auf den jeweiligen anderen Positionen in der Kette. Aber alle Spieler, die dort dann zum Zuge kamen, haben sich immer sehr gut eingefügt“, komplettieren diese das bestehende und funktionierende Puzzle hervorragend. Als Taktgeber und Spielmacher vor der Abwehr fungiert der Sechser Simon Schulz. Der passionierte SV Werder Bremen-Fan ähnelt optisch – vielleicht zum Glück – nicht der Werder-Legende Dieter Eilts. Doch fußballerisch könnte er durchaus ein Zwilling vom Ostfriesen-Alemao sein. Schulz, der weiße Kenianer im Forrest Gump-Style, läuft, als ob es kein Ende gibt. Kapale staunt nicht schlecht: „Ein Wahnsinn, was der für Löcher stopft, wenn sie irgendwo entstehen sollten.“ Timo Kapale, der gerne nach dem Bundes-Berti-Motto verfährt, dass die Mannschaft der Star ist, verdeutlicht bei Lippe-Kick allerdings nachdrücklich: „Es sind nicht alleine diese drei. Es sind einfach alle dafür verantwortlich, dass wir gut stehen und die Abstände im Mannschaftsverbund einhalten können. Wenn wir vorne blind und schlecht anlaufen, entstehen dahinter automatisch Lücken. Meistens finden wir eine gute Balance, aber besser geht immer.“

 

SC Bad Salzuflen, 19 Spiele, 23 Gegentore

1,21 Gegentore kassiert der SC Bad Salzuflen pro Spiel. Was sich viele Vereine wünschen würden, ist für Trainer Frank Biermann (Bild rechts) zu viel: „Meiner Ansicht nach sind das zu viele Gegentore. Manche Spiele hätten wir sicherer nach Hause bringen müssen. Ich erwarte, dass man auch bei einer klaren Führung weiterspielt und das Spiel sicher zu Ende bringt.“ Wie zum Beispiel gegen den TBV Lemgo, wo die Defensive „sehr diszipliniert“ gespielt hat, wie Biermann findet. „Da haben wir richtig gut gestanden.“ In beiden Spielen war man mindestens ein ebenbürtiger Gegner, es reichte aber nur zu zwei Unentschieden. Es gab aber auch Spiele wie das 4:3 bei der Zweitvertretung des TBV, wo man es unnötig spannend macht. Und diese, „wo man 4:0 führt, aber dann wollen auch die Innen- und Außenverteidiger noch Tore schießen und auf einmal wackelt man hinten“, moniert Biermann, der sich wünscht, dass seine Defensive „noch sicherer auftreten“ würde. Einen einzelnen Spieler will der Coach nicht hervorheben: „Die haben das alle hervorragend gemacht.“

 

Biermann: „Zwei überragende Torhüter“

Einzig auf seine beiden Keeper singt Frank Biermann ein Loblied: „Mit Stephan Lehne (Bild rechts) und Jogo [Georgios Athanassiadis; Anm. d. Red.] habe ich zwei überragende Torhüter. Da ist egal, wen ich aufstelle, ich kann mich auf beide verlassen.“ Sieggaranten waren beide bereits in dieser Saison. Lehne, als er im Hinspiel gegen Ahmsen in der Nachspielzeit beim Stand von 2:1 einen Elfmeter abwehrt, Athanassiadis (Bild links) kurioserweise im Rückspiel, als er für die Ahmser Stürmer schier unüberwindbar ist und kurz vor Schluss einen so genannten Unhaltbaren aus dem Winkel fischt. „Das wäre das 1:2 gewesen, dann wäre es nochmal spannend geworden“, erinnert sich Biermann. Beide Keeper haben ihre Stärken: „Jogo ist immer anspielbar, das ist mir sehr wichtig beim Torwart-Spiel. Da hat Stephan noch Nachholbedarf, aber er wird immer besser, traut sich da mehr zu.“ Stephan Lehne ist hingegen ein reaktionsschneller Keeper, der „seine Stärken auf der Linie“ hat. „Ich habe richtiges Glück, dass ich zwei so starke Keeper habe“, sieht man hier ein Glänzen in den Augen von Frank Biermann. Jedoch muss er zur neuen Saison auf Athanassiadis verzichten, der sich aufgrund der hohen Entfernung von seinem Wohnort zu einem Wechsel entschieden hat und beim Bezirksligisten SC Hicret Bielefeld anheuert. Damit geht dem SCB auch ein Torjäger verloren, denn auch in vorderster Front weiß der Torhüter zu glänzen, hat als Einwechselspieler im Sturm bereits fünf Tore für sich verbuchen können.

 

Auch die Sechser bekommen ein Lob

Wichtig im Defensivverbund sind auch die beiden Sechser, in der Regel Kapitän Eddy Müller und Yazan Aytan, die unter anderem auch „in Ahmsen sehr präsent waren“ und somit ebenfalls zum Sieg beigetragen haben. Ein Sonderlob verdient sich auch noch Haris Marhosevic (Bild links). „Seitdem er bei uns ist, hat er einen riesen Schritt gemacht. Ihn kann ich auch immer reinwerfen.“ Ohnehin versteht sich die Abwehrreihe „sehr gut“, obwohl sie im Grunde ein zusammengewürfelter Haufen ist. Mit Ausnahme von Danny Exner, kamen Spieler wie Lars Vetter, Marcel Funke oder eben Haris Marhosevic erst im Sommer 2018 von unterschiedlichen Vereinen zum Team und waren sofort eine starke Einheit. Auch aufgrund der oft guten Abwehrleistung findet es Biermann „sehr ärgerlich, dass alles, was wir bis jetzt erreicht haben, nichts mehr zählt.“ Luft nach oben sieht er aber auch: „Potenzial für Verbesserungen gibt es immer. Wir müssen sicherer werden, Spiele auch hinten raus sicherer spielen. Das ist Kopfsache und eine Frage der Konzentration. Wenn ein Spiel entschieden ist, dürfen wir den Gegner, obwohl er schon mausetot ist, nicht wieder ins Spiel zurück bringen.“

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