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Platzcheck

Platzcheck – „Alte Hainung“ Silixen

Der VSV Teutonia Silixen feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen. Ein guter Anlass, um sich einmal in unserem „Platzcheck“ die Historie des Sportplatzes „Alte Hainung“ anzuschauen.

 

Wallenstein: „Gegen Kükenbruch waren beide Dörfer am Platz“

Platzcheck (ab). Eine weitere Heimat des neuen SC Extertal wird die „Alte Hainung“ in Silixen an der Heidelbecker Straße sein. Seit 1924 gibt es diesen Platz, seit 1958 nach einem Neubau so, wie man ihn heute kennt. Einige Schlachten wurden dort geschlagen, allen voran natürlich die Derbys gegen die Nachbarvereine, von denen es zukünftig aber nur noch den TuS Almena geben wird. Zusammen mit Klaus Wallenstein stellen wir euch den Platz vor.

 

 

Doch bevor die „Alte Hainung“ das erste Mal bespielt werden konnte, musste erst einmal ein geeigneter Platz gefunden werden. Große Wiesen an den Straßen nach Krankenhagen, im Möllenbecker Wald oder am Bögerhof entlang der Grenze zu Niedersachsen, wo sich heute der große Teich befindet, wurden begutachtet. Am 4. Mai 1923 entschied man sich auf einer Mitgliederversammlung für den heutigen Platz in der alten Hainung. Im Frühjahr 1924 war der Platz fertig und konnte das erste Mal genutzt und eingeweiht werden. Doch nach Ende des zweiten Weltkriegs musste die „Alte Hainung“ wieder in Ordnung gebracht werden, seitdem ist auch die Gemeine Extertal Pächterin des Platzes. Einige Jahre später wurde der Platz neu gebaut, seit 1958 ist der Platz in seinem heutigen Zustand. Weitere zehn Jahre dauerte es, bis eine Wasserleitung ans 1957 errichtete Sporthaus gelegt werden konnte, seitdem kann auch geduscht werden. 1973 entstand die Toiletten-Anlage, Ende der 80er Jahre wurde das Sporthaus auf die heutige Größe ausgebaut. „Das Haus wurde 1957 gebaut, ohne Wasser, ohne Licht. Licht und Wasser wurden 1969 gebaut, beides musste ca. 700 m von der nächsten Anschlussstelle im Wald hoch verlegt werden. Die Wasserleitung ist vom Verein gelegt worden“, erinnert sich Klaus Wallenstein.

 

Zu wenig Parkplätze

Bis 1993 spielte auf der alten Hainung der VSV Teutonia Silixen, bis in die 70er Jahre hinein auch hin und wieder in der 1. Lemgoer Kreisklasse. Bis zuletzt hatten der FC Laßbruch/Silixen bzw. die SG Extertal/La/Si hier ihr Zuhause. Zukünftig wird der SC Extertal hier eine weitere Heimat auf dem 100 x 70 Meter großen Fußballplatz finden. Eine Hainbuchenhecke grenzt den Platz vom ringsherum aufragenden Wald ab. Umziehen können sich die Teams in zwei Kabinen. „Die Kabinen sind hell, sauber, ordentlich gepflegt, und auch mehrfach im Rahmen der Möglichkeiten umgebaut worden“, meint Wallenstein zwar, aber „nach heutigem Standard würde man sicher größere und mehr Kabinen bauen.“ Die Schiedsrichter-Kabine befindet sich im angebauten Teil des Sporthauses. Da sich rund um den Platz noch jeweils rund 10 Meter Wiese befinden, hätten bis zu 2.000 Zuschauer Platz auf der alten Hainung, wenn da nicht das Problem mit den Parkplätzen wäre: „Wenn sich jeder Fahrzeugführer bemüht, können ca. 100 Fahrzeuge parken.“ Für alle anderen wäre ein etwas weiterer Fußmarsch unausweichlich. Immerhin könnten die sich auf Bänken, die aktuell eingelagert sind, ausruhen. 150 Zuschauer können dem Spielgeschehen so auch sitzend folgen.

 

Zuschaueraufkommen hat leider nachgelassen

Doch vierstellige und selbst dreistellige Zuschauerzahlen haben mittlerweile ohnehin Seltenheit in Silixen, wie Klaus Wallenstein berichtet: „Das hat im Laufe der Jahre sehr nachgelassen. Dies hat mehrere Gründe: Silixen ist 1993 die Fusion mit Laßbruch (LASI) eingegangen. Dadurch wurde auf zwei Plätzen gespielt, die Spiele in Silixen wurden entsprechend weniger. Seit Anfang 2020 gibt es den SC Extertal.“ Und somit noch einmal zwei Plätze mehr, auf denen gespielt werden kann. „Hinzu kommt, dass der Zuschauer nicht mehr so die Spieler kennt, als wenn alle Spieler aus einem Ort kommen. Diese Entwicklung verstärkt sich mit den Jahren, und der Zuschauer möchte Erfolg, der ist aber nicht immer gegeben“, so der 1. Vorsitzende des VSV Teutonia Silixen. Damit die Zuschauer aber auch satt nach Hause gehen können, gibt es neben der Silixer Stadionwurst natürlich auch Pommes und Kuchen, zudem Getränke aller Art und Süßigkeiten.

 

Kaum noch Nachbarschaftsduelle

Ein Zuschauermagnet waren immer die Nachbarschaftsduelle. Aber auch „diese gibt es ja kaum noch, weil der Nachbar halt zu schwach ist, oder weil der Nachbar von weit her kommt.“ Mit dem TuS Almena spielt der einzig verbliebene Extertaler Konkurrent in der C-Liga gegen die dritte Mannschaft des SC Extertal. „In guten Zeiten, wenn La/Si gegen Almena spielte, waren eben mal 200 Zuschauer am Platz, oder noch früher, Silixen gegen Kükenbruch, da waren beide Dörfer am Sportplatz“, schwelgt Wallenstein in Erinnerungen. „Diese Zeiten sind vorbei. Ich glaube auch, dass der Fußball auf unserer Ebene nicht mehr den Stellenwert besitzt, wie vor Jahren. Spieler wandern zwischen den Vereinen, es gibt immer mehr Fusionen und dadurch immer weniger Mannschaften und immer weniger Klasse.“

 

„Parkplatz-Thema muss bearbeitet werden“

Ein so abgelegener Platz unterliegt selbstredend auch besonderen Pflegemaßnahmen: „Der Platz muss permanent kontrolliert werden, weil er nun mal abgelegen vom Ort von den nächsten Häusern liegt. Dies wird auch immer wieder von nicht erwünschten Personen in Anspruch genommen, trotz entsprechender Verbote.“ Hecke schneiden, viel Rasen mähen zwischen Spielfeld und äußerer Begrenzung, im Herbst jede Menge Laub abharken, sind die üblichen Aufgaben. Damit der Platz auch immer ordentlich aussieht, steuert die Gemeinde Extertal jährlich 3.500 € zur Unterhaltung des Platzes bei. Großartige Verbesserungsmöglichkeiten sieht Wallenstein nicht: „Die Gemeinde Extertal ist der Pächter des Sportplatzes. Der VSV Teutonia Silixen ist Nutzer des Sportplatzes, d.h., der VSV hegt und pflegt die Anlage. Wir sind mit der Anlage zufrieden, mit den erwähnten Schwierigkeiten.“ Aber: „Wenn dieses Projekt weiter belebt werden soll, muss das Parkplatz-Thema bearbeitet werden.“

 

 

Hohe Abwasser-Kosten

Bei einem Thema echauffiert sich Wallenstein dann aber doch, denn: „Die Anlage ist nicht am öffentlichen Kanalnetz angeschlossen, die Gemeinde hat eine Abwassergrube gebaut, dadurch entstehen dem VSV durch das Abpumpen des Abwassers erhebliche Kosten (pro m³/63,98 €). Dies ist eine große Ungerechtigkeit zu den Vereinen, die am Kanalnetz angeschlossen sind. Diese zahlen pro m³ 3,71 €. Ganz zu schweigen von dem Verein, der die Großraumturnhalle in Bösingfeld nutzt, der zahlt nichts!“

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