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Historisch

Unvergessene Vereine – TSV Schwalenberg

Wir blicken zurück auf die erfolgreiche Zeit des TSV Schwalenberg und haben uns mit Ulrich Tölle darüber unterhalten.

 

Tölle: „Es war ein Leben für den Fußball“

Unvergessene Vereine (ab). Der TSV Schwalenberg ist heute ein Teil der Spielgemeinschaft Brakelsiek/Wöbbel, war bis 1994 aber ein eigenständiger Verein, spielte danach noch einige Jahre erfolgreich nach dem Zusammenschluss mit dem Nachbarn aus Lothe in der Bezirks- und Landesliga. Einer der Spieler, der 1983 den ersten Bezirksliga-Aufstieg als Spieler miterlebt hat, ist Ulrich Tölle. Der heute 57-jährige war der Torjäger des TSV Schwalenberg gewesen, der sich aber unter anderem auch in Sonneborn oder Rischenau einen Namen gemacht hat, da dann aber bereits als Trainer. Mit Lippe-Kick spricht Tölle über die erfolgreichste Zeit des TSV Schwalenberg.

 

 

Lippe-Kick: Guten Tag Herr Tölle und danke, dass sie sich die Zeit für uns nehmen. Könnten sie für alle, die sie noch nicht kennen sollten, einmal ihren sportlichen Werdegang aufzeigen?

 

Ulrich Tölle: „Fußballerisch stamme ich aus der Jugend vom TSV Schwalenberg und habe lange Jahre auch im Seniorenbereich erfolgreich gespielt. Als Spieler bin ich mit dem TSV in die Kreisliga A und zweimal in die Bezirksliga aufgestiegen. Ich war lippischer Torschützenkönig und ein Jahr Spielertrainer in der Bezirksliga. Als Spieler wechselte ich für zwei Jahre zur Spvg Brakel und wurde dort Landesliga-Meister und spielte eine Verbandsliga-Saison. Nach dem Zusammenschluss des TSV Schwalenberg mit dem TSV Lothe und der Meisterschaft in der Bezirksliga wurde ich Spielertrainer beim TuS Sonneborn und führte diese Truppe zusammen mit meinem Schwager Jörg Wischnevski zum Meistertitel der Kreisliga A Lemgo und damit verbunden zum Aufstieg in die Bezirksklasse. Weitere Trainerstationen waren der SV Bredenborn, Spvg Bad Pyrmont, A-Jugend TuS Jerxen-Orbke und der TSV Rischenau, wo ich sechseinhalb Jahre tätig war und ebenfalls zweimal Meistertrainer (Kreisliga B und A) war.

 

Lippe-Kick: Wie lange haben sie für den TSV Schwalenberg gespielt und auf welcher Position? Was sind ihre persönlichen Erfolge mit dem TSV Schwalenberg gewesen?

 

Tölle: „In der Jugend ab dem sechsten Lebensjahr bis 1980, anschließend 1 Jahr (1980/81) beim TSV Rischenau, wo ich als A-Jugend Spieler bereits in der Landesliga bei den Senioren spielte. Ab Juli 1981 wieder in Schwalenberg. Zwischendurch von 1986 – 1988 in Brakel, danach bis 1996 wieder in Schwalenberg. Ich spielte auf allen Offensiv-Positionen. Die sportlichen Erfolge: Meister Kreisliga B, zweimal A-Torschützenkönig im Bezirk. Süd-Ost Pokalsieger.

 

Lippe-Kick: Wie würden Sie die damalige Zeit im Verein im Allgemeinen beschreiben? Wie war der Zusammenhalt in der Mannschaft, welches Standing hatte der TSV in der Öffentlichkeit?

 

Tölle: „Die Kameradschaft wurde großgeschrieben. Es war ein Leben für den Fußball. Der TSV war ein Traditionsverein und der Fußball in Schwalenberg hatte einen hohen Stellenwert.“

 

 

Lippe-Kick: Wie war der Zuschauerzuspruch zu den Hochzeiten des Vereins?

 

Tölle: „Es gab kaum andere Hobbys zu unserer Hochzeit und dementsprechend gab es einen großen Zuschauerzuspruch. 100 bis 300 Fans waren keine Ausnahme. In einem Presse-Bericht wird die Stimmung bei unseren Heimspielen gut beschrieben: „Betzenberg-Stimmung!“ Unsere Fans haben uns oft zum Sieg geschrien.

 

Lippe-Kick: Welches ist das eine Spiel, welches ihnen immer zuerst in den Sinn kommt, wenn man sie auf besondere Spiele anspricht?

 

Tölle: „An ein Spiel werde ich mich immer erinnern: Das Süd-Ost-Pokal-Endspiel in Schieder gegen den TSV Sabbenhausen. Wir waren Außenseiter und hatten eine durchwachsene Saison gespielt. Die Mannschaft haute alles raus und zerriss sich in der Defensive. Vorne spielte ich alles schwindelig und wir gewannen 4:1 durch Dirk Günther und drei Tore von mir.“

 

Lippe-Kick: Mit dem TSV Lothe gab es in der Nachbarschaft einen weiteren Bezirksligisten. Wie verliefen die Duelle mit den Nachbarvereinen, gab es hitzige Derbys oder lief es eher „freundschaftlich“ ab?

 

Tölle: „Die Nachbarschaftsduelle waren vor allem mit Lothe sehr hitzig und umkämpft. Nach unserem Aufstieg unter Addi Chust in die Bezirksliga durften wir das Saison-Eröffnungsspiel in Lothe bestreiten. Einige von uns hatten immer nur Kreisliga gespielt. In der 90. Minute gewannen wir durch ein Tor von Heinz Begemann mit 1:0. Viele Zuschauer, große Emotionen und der kleine TSV Schwalenberg als Derby-Sieger.“

 

Lippe-Kick: 1983 gelang dem TSV Schwalenberg erstmals der Aufstieg in die Bezirksliga, wie haben Sie diesen miterlebt? Was war das Besondere an dieser Mannschaft? Welche Art von Fußball wurde gespielt?

 

Tölle: „Die Serie 1982/83 hat in Schwalenberg sehr viel verändert. Im Vorfeld wurde Addi Chust als Spielertrainer verpflichtet. Mit ihm kamen Heinz Begemann und Frank Fichte als Landesliga-Spieler vom TSV Lothe. Ich kehrte als A-Jugendlicher mit Landesliga-Erfahrung aus Rischenau zurück und der ganze Verein spürte eine Aufbruchstimmung, wo der Erfolg vorprogrammiert war. Die individuelle Klasse unserer Spieler war ausschlaggebend für den sportlichen Erfolg. Einen großen Rückhalt gab es durch die einheimischen Spieler wie Erich, Rainer und Jürgen Koch, Detlef Köhring, Achim Rubel, Jürgen Hartmann und Uwe Begemann. Auch das Drumherum war durch Martin Kutz, Ulrich Wiehemeier, Horst Pannars, Erich „Archie“ Kopp und Dieter Möller wunderbar organisiert.

 

 

Lippe-Kick: Sie haben Addi Chust bereits erwähnt, was war sein Mittel für den Erfolg? Welche anderen Trainer haben sie erlebt?

 

Tölle: „Die Trainer während meiner Zeit waren Klaus Dieter Trost, Addi Chust, Hermann Feldscher, Karl Giesen, Siggi Hasse, Elmar Hartmann. Addi Chust hat die Mannschaft wachgeküsst und bleibt mir besonders in Erinnerung, weil er als Spielertrainer alles vorgemacht und vorgelebt hat. Ein echtes Vorbild! Menschlich und bemerkenswert war auch die Zeit unter dem kürzlich verstorbenen Karl Giesen. Die Zeit nach dem Training und den Spielen sind unvergesslich und haben große Freude gemacht. Als Typ nicht zu toppen.“

 

Lippe-Kick: Vielen Dank für das Interview.

 

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