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Kreisliga B2 Lemgo

Platzcheck TuS RW Grastrup Retzen – Heimat für die Fußball-Liebenden

Jaja, die Rot-Weißen aus Grastrup/Retzen. Sie sind ein ganz besonderes, ein liebenswertes Völkchen. Es gibt lippeweit nicht viele Vereine, die so zusammenhalten, wie der Verein aus der Nähe von Bad Salzuflen.

 

Kampf gegen die Maulwürfe schweißt zusammen

Platzcheck (hk). Ein echtes Eldorado der guten Laune bietet der Sportplatz vom TuS RW Grastrup/Retzen. Wenn dieser ein Mensch wäre, dann wäre die Rente wohl schon längst erfolgreich eingereicht worden. Der rot-weiße Schnapper Andre Brandenburg nimmt uns mit auf eine Zeitreise, schwelgt in prächtigsten Erinnerungen, als er Lippe-Kick verrät: „Ich weiß allerdings, dass dort bereits mein Großvater die damaligesehr erfolgreiche – Feldhandballmannschaft trainiert hat“, liegt die Trainertätigkeit von seinem Opa, auch vom Feldhandball, tatsächlich etwas länger zurück.

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Von Henning Klefisch

 

 

Von der Ostwestfalenstraße aus ist die Anlage ausgezeichnet erreichbar. Man fährt weiter bis zur Lemgoer-Straße, erreicht zeitnah eine Sportanlage, die von der Felder-Idylle umgeben ist. Der Ort für die Abhaltung der Jahreshauptversammlung, der Landgasthof Lehmeier, befindet sich nicht einmal einen Steinwurf vom Sportplatz entfernt. Nach Angaben der Stadt Bad Salzuflen beträgt die Spielfeldgröße vom Naturrasen 68 mal 100 Meter. Die Freude war gewaltig, als 2019 sogar ein Kunstrasen-Kleinspielfeld ins Leben gerufen wurde, darf sich dafür der umtriebige Ex-Vereins-Boss Günter Wattenberg kräftig auf die eigenen Schultern klopfen. Der neue Untergrund war dafür verantwortlich, dass insbesondere die beiden Seniorenteams in den kälteren Monaten eine verbesserte Trainingssituation wahrnehmen durften. Davor waren die Rot-Weißen immerzu dazu gezwungen, auf das Kleinfeld an der Grundschule Aspe oder auf den Kunstrasenplatz nach Aspe auszuweichen. Umständlich: „Alle benötigten Trainingsgeräte mussten ständig hin und her gefahren werden. Jetzt ist alles direkt vor Ort vorhanden und auch nach dem Training ist es „zu Hause“ doch immer am schönsten. Auch für die Jugendmannschaften bietet der Platz viele Vorteile, bis zur D-Jugend können hier auch Meisterschaftsspiele ausgetragen werden“, schwärmt Brandenburg mit feuchten Augen.

 

Die „Zwote“ als Aufstiegshelfer

 

Auf ihre Anhänger können sich die Rot-Weißen absolut verlassen. Die Grastrup/Retzen-Schlachtenbummler sind treue wie lautstarke Seelen, verkörpern sie den Idealtypus vom 12. Mann. Vor allem beim vereinseigenen Pfingstsportfest ist die Anlage rappelvoll, wenn einige hundert Schaulustige auf die Anlage strömen. Man merkt schnell: Es passiert etwas im Vorort von Bad Salzuflen. Vielen Kontrahenten vergeht Hören und Sehen. Beide Teams haben sich in ihren jeweiligen Spielklassen zu echten Spitzenteams entwickelt, was automatisch die Massen anlockt, wie Licht die Motten. Vor allem, wenn die B2- und C2-Liga-Teams nacheinander spielen, werden die Massen mobilisiert. Falls dann noch reisefreudige Anhänger, wie von der TSG Holzhausen/Sylbach oder vom SV Wüsten, den Weg auf sich nehmen, dann rappelt es im Karton. „Ein Highlight aus Sicht der „Zwoten“ war sicher das Spiel gegen den TBV Lemgo III in der Saison 2018/19. Wir hatten Besuch von einer befreundeten Mannschaft aus Lengerich, das Spiel fand an Pfingsten – also zum Sportfest statt – und der Platz war bestens gefüllt. Die Jungs konnten Lemgo besiegen und so Holzhausen/Sylbach III zum Aufsteiger machen. Kurz nach Abpfiff zeigte dann eine Holzhauser-Delegation ihre Dankbarkeit in Form von einigen Kaltgetränken“, gab es flugs den wohlschmeckenden Belohnungseffekt. Mit Blick auf die Skills vom TuS RW Grastrup/Retzen. Nach erfolgreichem Überstehen der ersten beiden Pokalrunden in der Vorsaison freute sich die erste Mannschaft über ein Heimspiel gegen den A-Ligisten BSV Leese, der im Elfmeterschießen aus dem Wettbewerb gekegelt wurde. Ebenfalls in das Duell vom Punkt nach 120 Minuten ging es anschließend gegen den Bezirksliga-Vertreter TSV Oerlinghausen, hatten die tollkühnen Rot-Weißen hier denkbar knapp das Nachsehen. Brandenburg applaudiert nostalgisch: „Trotz der Niederlage am Ende eine tolle Leistung.“

 

Speis und Trank in bestem Ambiente

 

Stehoptionen stehen zur Genüge zur Verfügung. Auch für die sitzende Bevölkerung gibt es ausreichend Platz. Wenn der Wettergott Petrus einen angenehmen Tag hat, dann werden Biertischgarnituren und Liegestühle aufgestellt, um im Chillmodus dem sportlichen Treiben zu frönen. Nicht nur der High Society-Fraktion werden einige Bänke mit Rückenlehne bereitgestellt. Ganz viel Beinfreiheit und eine wohltuende Komfortzone offeriert die Kabinensituation in Retzen. Selbst ein Magath-Kader würde hier ausreichend Platz vorfinden. Rund zwei Jahrzehnte ist es mittlerweile her, dass der sympathische Verein in Eigenregie den heutigen Jugendraum mit einem Vordach fertigstellte. Dort werden zurzeit die Geschäfte mit den Getränken erledigt. Brandenburg, ein Gentleman der ganz alten Schule, gibt gegenüber Lippe-Kick zu Protokoll: „Was die Getränke angeht, gilt in Retzen „Frauen an die Macht.“ Der Getränkeverkauf ist in festen Händen unserer Spielerfrauen. Wir verkaufen bei uns Detmolder Pils/Herb/Thusnelda Bier und Weizen sowie natürlich alle gängigen nicht alkoholischen Erfrischungen.“ Um eine seriöse Basis für den flüssigen Konsum zu schaffen, bietet sich als Geschmacks-Tempel „Onkel Pauls Grillhütte“ an, die neben der legendären Stadionwurst auch die Currywurst, Pommes frites, im Winter sogar Hot Dogs, anbietet. Wenn der Rahmen außergewöhnlich ist, dann wird eine Delikatesse wie ein Steak im Brötchen den hungrigen Sportfreunden präsentiert. In eine finanzielle Notlage gerät kein Zuschauer, der eines der primären Bedürfnisse besänftigen möchte. Brandenburg wirft doch argumentativ ein: „Die Preise für eine Stadionwurst und ein kühles Blondes empfinde ich als sehr fair. Viele Spieler schlagen nach erfolgreichem Spiel auch noch einmal an der Wurstbude zu“, schnellt der Umsatz dann beträchtlich in die Höhe.

 

TuS-Beetbrüder“ sorgen für Ordnung

 

Jeder Immobilien-Makler predigt fast inflationär, dass die Lage für jedes Objekt eine ganz entscheidende Bedeutung einnimmt. Im Fall des TuS RW Grastrup/Retzen liegt der Sportplatz idyllisch wie romantisch inmitten von vielen Feldern, weshalb die Maulwürfe sich unter und auf dem Platz regelrecht austoben. Auffällig: Der Verein hält zusammen, wie Brandenburg via Lippe-Kick ausplaudert und erzählt: „Mittlerweile haben wir die „TuS-Beetbrüder“ ins Leben gerufen, diese Gruppe unter der Leitung von Marc „Vase“ Hillbrink (Bild links) kümmert sich um diverse anfallende Arbeiten am Platz. Vom Zurückschneiden der Büsche, zum Streichen der Wände und der Bewässerung des Platzes, bis hin zum „Kampf“ gegen den Maulwurf. Leider wächst neu eingesäter Rasen aber nicht so schnell nach wie der Maulwurf neue Hügel aufschüttet“, ist der sehschwache Erdbewohner ein cleveres und aktives Tierchen. Brandenburg mosert unverhohlen: „So ist der Platz aktuell leider an einigen Stellen eine Kraterlandschaft, in der man auch böse umknicken kann.“ Um fortan seinen Wunsch zu postulieren: „Hier hoffen wir auch auf mehr Unterstützung durch die Stadt Bad Salzuflen. Leider ist ein Sportplatz natürlich nicht so relevant für Kurgäste und daher glaube ich persönlich nicht, dass wir hier viel erwarten können. Kürzlich haben wir noch einen Frachtcontainer gekauft, in dem wir künftig Trainingsgeräte und vieles mehr lagern möchten“, zeigen sich die Rot-Weißen extrem kreativ, um ebenfalls diese Hindernisse zu lösen. „Zudem möchten wir noch die gute Seele unseres Vereins, unseren Platzwart Paul Hoffmann, löblich erwähnen. Er kümmert sich trotz seines hohen Alters noch hervorragend um alle Belange rund um den Platz und das Vereinsheim und steht immer mit Rat und Tat zur Verfügung”, so Brandenburg abschließend.

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