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Historisch

Historisch – TuS Ahmsen

Die Geschichte vom TuS Ahmsen ist reich an unvergesslichen Erlebnissen. Man kann auch von einer rasanten Achterbahnfahrt sprechen, wie Ehrenvorsitzender Horst Meise im umfassenden Lippe-Kick-Bericht darlegt.

 

 

 

Große Fußballwelt und eine Achterbahnfahrt

 

Historisch (hk). Eine echte Marke im lippischen Fußball verkörpert der TuS Ahmsen. Das Spitzenteam aus der Lemgoer A-Klasse ist alt, aber weiterhin quietschfidel, feiert der Verein aus der Werre-Kampfbahn im kommenden Jahr doch seinen 100. Geburtstag. Wir fangen mal ganz entspannt chronologisch an. Zunächst ging es rasant nach oben. Schnell nach Gründung gelang der Einzug in das Establishment der 1. Kreisliga. Es folgte 1968/69 der Premieren-Aufstieg in die Bezirksliga 3 Lippe/Höxter. Der renommierte Bielefelder Coach Horst „Enrico“ Schmukat durfte sich fortan mit dem Titel „Aufstiegstrainer“ schmücken. In der überkreislichen Fußball-Umgebung hatte man zunächst das gefühlte Image als ewiger Zweiter, errangen die Ahmser buchstäblich vier Vizemeisterschaften, ehe 1975 zusammen mit dem TSV Detmold der geteilte erste Rang eingenommen wurde. Das Interesse war groß vor dem Entscheidungsspiel in Holzhausen/Sylbach, dem rund 3000 Zuschauer beiwohnten. Das Glück des Tüchtigen blieb dem TuS Ahmsen allerdings versagt, denn man musste einer 1:2-Niederlage gegen die Residenzstädter einwilligen. Der Ehrenvorsitzende Horst Meise teilt mit einem Schmunzeln im Gesicht mit: „Der neue Versuch in der neuen Serie brachte die bereits als “selbstverständlich” angesehene Vizemeisterschaft, hinter dem TSV Oerlinghausen, ein“, schnupperte man oft am Aufstieg, doch es fehlte stets das gewisse Etwas, um tatsächlich den sehnsüchtig gewünschten Sprung zu packen.

 

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Von Henning Klefisch

 

Eine neue Liga ist wie ein neues Leben. Das dachten sich vielleicht die Grün-Weißen, als sie ab 1977 vom Fußballverband (FLVW) in der zweiten Staffel eingeteilt wurden, war es der anliegende Kreis Herford/Minden, wodurch sich die Derby-Dichte schlagartig erhöhte. Im Endklassement ist der siebte Tabellenrang eingenommen worden. 1979 erfolgte nach jahrelanger Höhenluft der bittere Absturz bis in den Kreisfußball. Anerkennend: „In den 70-er Jahren, zu Bezirksligazeiten, war das Interesse sehr groß“, so der Ehrenvorsitzende, der auch näher ausführt: „Bei einigen Spielen, zum Beispiel gegen den TSV Oerlinghausen, den TSV Detmold und den TuS Horn-Bad Meinberg, säumten zwischen 3000 und 4000 Zuschauer die Werrekampfbahn“, würde so mancher heutiger Drittligist Luftsprünge über solche Zuschauerzahlen machen. Man war bestens vorbereitet für diesen gewaltigen Zulauf, wie Horst Meise via Lippe-Kick auch bestätigt: „Die Spiele wurden auf Drängen der Anhänger und wegen einem großen Zuschauer-Interesse, auf sonntagsfrüh 11.00 Uhr beim Verband beantragt und vorverlegt.“

 

 

Neue Zeitrechnung ab 1990

 

Ein Jahrzehnt später, kurz vor der Wiedervereinigung, ist auch erheblich in die Infrastruktur investiert worden, startete ab dem 3. Juli 1989 der Neubau „des seinerzeit modernsten Kunstrasenplatzes Deutschlands“, rühmt Meise und führt weiter aus: „Eine solche mit Quarzsand gefüllte Kunstfaser-Oberfläche neuester Entwicklung gab es in Deutschland bisher nur einmalig – in Ostholstein bei Hamburg.“ Nach knapp viermonatiger Bauzeit ist am 30. Oktober 1989 die hypermoderne Werrekampfbahn ins Leben gerufen worden, besticht diese mit ihrer Funktionalität und Eleganz. Die Oberfläche der Spielfläche wurde seither allerdings von der Stadt Bad Salzuflen modernisiert. Der Alt-Internationale erklärt im Lippe-Kick-Gespräch: „Bis zum Jahre 1989 hatte die Spielfläche seit der Gründung unterschiedlichste Oberflächen. Geschaffen durch die ehemalige Gemeindeverwaltung Biemsen-Ahmsen, später von der Stadt Bad Salzuflen, waren unterschiedlichste Oberflächen im Laufe der Jahre geschaffen. Von Asche, Wiesenfläche, hin zu einem kultivierten Mutterboden und zuletzt einer Rotgrand-Anlage.“ Die Konsequenz: „Die Mannschaft und einige Mitglieder mussten bei ungünstiger Wetterlage häufig Hand anlegen, um die Austragung des Spiels zu ermöglichen“, galt die Devise: selbst ist der Mann. Eine Gefahr für die eigene Gesundheit war speziell im Hochsommer der Rotgrand-Untergrund, wirbelte dieser doch mächtig rote Staubwolken auf, weshalb sich die Stadt Bad Salzuflen für ein Kunstrasen-Model entschied, was für viel Zustimmung – ja sogar Beifall – sorgte. Am 27. Mai 1990 war es dann endlich soweit, als der damalige Bürgermeister Heinz-Wilhelm Quentmeier die nigelnagelneue Kunstrasenfläche symbolisch an den amtierenden Vereins-Boss Horst Meise übergab. Wenige Augenblicke später kam es zu einem Fußball-Match der Uwe-Seeler-Traditionself gegen eine Auswahltruppe, bestehend aus Bad Salzufler und Herforder Vereinen. Der allseits bekannte WDR-Sportreporter Jochen Hageleit moderierte als Stadionsprecher dieses Spiel in voller Länge und sprach dabei über wahre Größen wie Wolfgang Overath, Rainer Geye, Bernd Cullmann, Jürgen Grabowski, Klaus Fischer und Torwart Wolfgang Kleff, die allesamt ein Stelldichein in Ahmsen gaben.

 

Mehrmann, der ikonische Aufstiegsmacher

 

Aufstieg zur Landesliga! Vorne rechts: „Oleg“ Mehrmann. Hinten rechts: der damalige Fußballobmann Fritz Köhnemann, neben seinem Sohn, dem Spielführer Lothar Köhnemann, der heutige Fußballobmann.

Großes Zuschauerinteresse beim Uwe-Seeler-Spiel (nördliche Platzseite)

Für die Spielzeit 1990/91 gelang es dem auratischen Vereinsvorsitzenden Horst Meise, zuvor Manager beim damaligen Zweitliga-Team SC Herford, einen neuen Coach für die Ahmser-Bezirksliga-Truppe zu verpflichten. Die Sehnsucht nach dem oft gehegten, aber noch häufiger verpassten Ziel, dem Landesliga-Aufstieg, war gewaltig bei den Grün-Weißen, gelang der begehrte Sprung im Sommer 1992, bereits in der zweiten Saison, unter dem gebürtigen Herforder,
Trainer Ulrich “Oleg” Mehrmann. Nervenaufreibend ging es im finalen Match zur Sache, als der SV Warburg der letzte Stein war, der aus dem Weg geräumt werden musste. Vor 1550 Besuchern in der Ahmser Werre-Kampfbahn wollten die Ahmser eine 0:7-Hypothek aus dem Hinspiel wettmachen. Die Warburger führten zum Pausenpfiff bereits mit 2:0, ehe die Ahmser im zweiten Abschnitt eine tolle Moral bewiesen – mit 3:2 triumphierten. Meise klopft sich selbst auf die Schulter, wenn er nicht ohne Stolz in seiner Stimme verkündet: „Zum Schluss der zweiten Landesliga-Saison galt der TuS als ranghöchstes lippisches Team und klopfte ‘an das Tor der Verbandsliga’ an“, errang man vier Zähler zu wenig, um sogar in die Verbandsliga Westfalen zu stürmen. Dort war der Nachbarverein SC Herford inzwischen beheimatet. Das Besondere und ein Blick zurück:  Um ein erwünschtes Leistungslevel zu erreichen, wurde unter Kult-Trainer Mehrmann auch der dritte Trainingstag in den wöchentlichen Plan mit aufgenommen. Diese Anstrengung wurde belohnt, denn in der Landesliga spielten die Ahmser schnell eine passable Rolle, verpassten im zweiten Jahr nach dem Aufstieg um nur vier Zähler den Verbandsliga-Aufstieg, wie oben bereits ausführlich erläutert. Die Zweite und temporär auch die Dritte spielten meist in den unteren Kreisligen.

 

Das dunkle Kapitel in Barntrup

 

 

Großes Zuschauerinteresse beim Uwe-Seeler-Spiel (Westlich Platzseite, Richtung Herford). Das Herforder Jahnstadion liegt nur 2,5 Kilometer Luftlinie entfernt. Die Werre-Kampfbahn in Ahmsen, linksseitig der Werre, das Jahnstadion, rechtsseitig der Werre.

Nach einem halben Jahrzehnt in der Landesliga musste in der Serie 1997/98 die bittere Abstiegspille verdaut werden, „als nach einer Steuerprüfung im April 1997 der amtierende Vorstand beschloss, den Verein ausschließlich ehrenamtlich zu führen. Es sollte noch schlechter kommen, denn im Laufe der Zeit stiegen die Ahmser sogar bis in die A-Liga ab, entwickelte sich die nötige Dosis an Geduld zu einem wichtigen Ratgeber. Meise zähneknirschend: „Ein neuer Spielerkreis kam zusammen, der hinter den Erwartungen zurückblieb.” Eigengewächse, wie der heutige Fußballobmann Lothar Köhnemann, hatten das Alter der Altherren erreicht, andere “wanderten” ab.“ Der Tiefpunkt war da noch längst nicht erreicht, denn in der Saison 2001/02 hat der amtierende Vereins-Vorstand sich dazu entschlossen, „nach gravierendem Fehlverhalten der Akteure – mit dem “Höhepunkt” beim Auswärtsspiel beim RSV Barntrup – und einstimmig veranlasst, die Mannschaft aus der Kreisliga A zurückzuziehen.“ Folglich war ab Sommer 2002 das Lemgoer Kreisunterhaus die neue sportliche Heimat der Ahmser-Jungs. Es geht sogar noch eine Etage tiefer. Von 2006 bis 2009 gab es für die Ahmser eine Leistungsdelle, ging es hinab in die tiefste Kreisliga, in der zunächst ein spröder siebter Rang protokolliert wurde, ehe die dritte Position als Steigerung gebrandmarkt werden konnte. Im dritten Jahr entstieg man aus dem Stahlbad C-Klasse empor und es folgte mit fünf Punkten Vorsprung vor der TSG Holzhausen/Sylbach II der Sprung zurück in die vorletzte Kreisliga.

 

 

Viel Fleiß wird mit Erfolg honoriert

 

 

TuS Altsenioren 2013, die mehrheitlich in der 1. Mannschaft des TuS gespielt haben, bzw. die, die Geschicke des geleitet haben: Von Links: Eugen Frommelt, Volker Kämpfe, Manfred Gronemeier, Walter „Pilo“ Brakemeier, Wilfried Wehmhöner, Horst Meise, Gerhard Meier † (Ehrenvorsitzender), Dieter Wöhler, Heinz Hagemann †Jürgen Beckmann, Hans- August Linnemann, Reinhard Nikstat, Klaus Trümper.

Vereins-Ikone Meise atmet tiefenentspannt durch, denn es wurde nunmehr geklotzt statt gekleckert, belegten die Kicker aus dem 1500 Einwohner-Städtchen fortan meist eine vordere Platzierung in der B-Klasse. „Der TuS hat vor Jahren bereits einen Generationswechsel vollzogen. Die Verantwortlichen versuchen den Verein wieder in die Bezirksliga zu führen, wo er “gefühlsmäßig” sein sportliches Ziel haben soll“, so ein dynamischer Meise im Lippe-Kick-Gespräch. Eine DNA vom TuS Ahmsen: Die Jugend spielt eine ganz besondere Rolle, gab es in Hochzeiten acht gemeldete Teams. Fußball ist beileibe nicht alles. Das wissen selbstredend auch die Ahmser, die ebenfalls Turnen (10 Gruppen), Tischtennis (1 Mannschaft) und bis 2014 auch eine gemischte Volleyball-Truppe unter den eigenen Vereinsfarben stellten. 55 Mitglieder gehören der Tennis-Abteilung an, haben diese auf zwei Rot-Grand-Plätzen an der Werrekampfbahn ihre sportliche Heimat gefunden.

 

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