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Kreisliga A Lemgo

Platzcheck – TuS Ahmsen

Ein toller Untergrund zum Kicken, eine stylische und praktische Überdachung und viel Platz zum Umziehen. Lippe-Kick schaut sich die Werrekampfbahn etwas genauer an.

 

 

Gemeinschaftlich produktiv

 

Platzcheck (hk). Man darf getrost von einer perfekten Verkehrsanbindung sprechen, wenn die Werrekampfbahn vom TuS Ahmsen ins Auge gefasst wird. Direkt an der Autobahnauffahrt A2 liegt der Sportkomplex. Die aufwendig aufgepimpte Sportanlage, die auch zwei Tennisplätze (1986 nach Initiative von Dieter Wöhler errichtet) und einen Trainingsplatz, den „Fritz-Köhnemann-Platz“, beherbergt, ist ein Multikomplex und ein Produkt gemeinschaftlicher Arbeit. Eine Lokalität mit dem Wow-Effekt ist die Vereinsgaststätte, die mit einem geschmackvoll designten Thekenbereich aufwartet, zudem als Besprechungsraum dient. Bemerkenswert: Platzwart und gute Seele vom Verein, Jürgen Beckmann, kümmert sich rührig um sein Heiligtum, ist täglich für zwei, drei Stunden auf der Anlage, um nach dem Rechten zu schauen. Auffällig: Gemeinschaftlich produktiv sind die Ahmser-Sportfreunde.

 

Dieser Platzcheck wird präsentiert von:

 

 

 

 

Von Henning Klefisch

 

Vielleicht zählt der Prophet im eigenen Land nicht. Möglich. Auffällig: Vor allem zu den Teams aus den Randgebieten pflegt das aus Detmold-Heiligenkirchen ansässige Lippe-Kick-Team einen exzellenten Kontakt. Ob Extertal, Kalletal, Schlangen, Südostlippe oder eben der Salzufler-Bereich, hier vor allem der TuS Ahmsen. Die Strecke ist weit, die Vorfreude aber immens, verfügt der im nächsten Jahr hundert Jahre alte Verein schließlich über eine beeindruckende Anlage, die Werrekampfbahn. Obmann Lothar Köhnemann (Bild rechts), der dank seiner rhetorischen Fähigkeit und seiner launigen Darstellungsweise durchaus auch dem in ganz Lippe allseits bekannten Friedo Petig Konkurrenz machen könnte, präsentiert uns diesen Platz, findet zunächst: „Wir als Rand-Lipper sind ja eigentlich Herforder-Jungs, aber der grenzgebende Beamte anno dazumal hat sich wohl gedacht: „So ein schönes Fleckchen Erde wie Ahmsen muss doch eindeutig noch zum Lipperland gehören. Auch wenn es jenseits der A2 liegt und somit definitiv eigentlich Herforder Gebiet ist, kann man diesen Verein nicht denen überlassen, die gehören zum Kreis Lemgo und damit basta“, wirft die Vereins-Ikone die Spekulations-Maschine an.

 

Hand in Hand beim TuS Ahmsen

 

Bevor wir zur Hauptanlage kommen, wollen wir den neuesten Stolz vorstellen. Der 35 mal 48 Meter lange Rasenplatz ist oberhalb vom Kunstrasenfeld gelegt. Die Ende Mai 2017 errichtete Anlage ist bestens ausgestattet – mit einer Dränage, einer Sandgrube und einem Kopfballpendel. Sensationell: Weder öffentliche Gelder, noch die Vereinskasse vom TuS Ahmsen mussten finanziell bluten, sind es Spenden der Vereinsmitglieder und spendable Sponsoren gewesen, die nach zwei Jahren Bauzeit diese Anlage entstehen ließen.  Wichtig zur Einordnung: Der gesamte Tätigkeitsbereich steht auf städtischem Gelände, weshalb Genehmigungen die Wege zum Glück bedeuten, was vor mittlerweile vier Jahren erfolgreich geschehen ist.  Ahmsen-Bomber Lothar Köhnemann hat seinen Kopf nicht nur für Kopfbälle, sondern auch zum Denken, kam er auf diese geniale Idee, diese brachliegende Fläche doch nutzbar zu machen. Da diese Fläche etwas sumpfig daherkommt, musste eine Dränage her, um die Fläche aufzubereiten, folgten Bagger und Planiermaschinen. Auch hier durfte sich der Verein der großzügigen Unterstützung lokal ansässiger Firmen sicher sein. Markant, zugleich typisch für den neuen Stolz: Markierung-posten, wie man sie von Verkehrsstraßen kennt. Vor fünf Jahren ist ein komplett neuer Kunstrasenplatz verlegt worden.

 

„Der erste Kunstrasen seiner Art im Umkreis“

 

Rund ein halbes Jahrhundert ist es her, als der TuS Ahmsen einen Antrag stellte, das Vereinsheim schöner zu gestalten. Rund zwanzig Jahre danach, wir schreiben konkreter das Jahr 1989, gab es zwei historische Ereignisse, die eintrafen: der Mauerfall in Berlin und eine neue Kunstrasenfläche in Ahmsen. Stolz erwähnt ein zufriedener Köhnemann: „Das war der erste Kunstrasen seiner Art im Umkreis.“ 2015 hat die Spielfläche eine Erneuerung erfahren, sah der Untergrund noch ausgesprochen nützlich aus, weshalb einzig einige defizitäre Flächen ausgetauscht werden. Das war sehr hilfreich, denn dadurch wurde die Kostenspirale spürbar eingedämmt. Der Ahmsen-Bomber öffnet langsam seinen Mund und staunt nicht schlecht, als er Lippe-Kick in einem Hauch von Bewunderung in den Notizblock diktiert: Aber wenn man summa summarum sieht, dass der erste Platz volle 26 Jahre gehalten hat, muss man sagen: „Der war schon top, aber dann auch wirklich tot und platt getreten. Nicht nur von solchen Kalibern wie mir“, gilt er aus physischen Gesichtspunkten als Werre-Koloss, der eine gigantische Erscheinung verkörpert. Man möchte keineswegs in das Esoterische abgleiten, wäre es dennoch interessant, zu erfahren, was die 110 mal 65 Meter große Werrekampfbahn erzählen könnte, hören wir jetzt auf, die Bäume zu umarmen. „Er hat aber doch schon so einiges erleben dürfenin den letzten drei Jahrzehnten“, sinniert Köhnemann andächtig.

 

Große Popularität in der Bevölkerung

 

Der neueste Schrei lockte durchaus die Zuschauer zum Sportplatz. 1500 kamen zur Einweihung, auch beim Aufstiegs-Match für die Landesliga-Zulassung gegen Warburg war die Hütte voll. Falls es noch einmal zu solchen Zuschauermassen kommen sollte, stoßen die Parkplatzkapazitäten allerdings an ihre Grenzen. Ein Hintertürchen gibt es immer, wie der raffinierte Obmann im Lippe-Kick-Gespräch verrät: „Klar, zur Sommerzeit könnte man auch das Feld hinterm oder neben unserem schon großem Parkplatz nutzen, aber da muss dann auch mit dem Pächter gesprochen werden und passenderweise keine Saat ausgebracht worden sein. Derjenige ist zwar auch Vereinsmitglied, aber es geht dabei dann ja um wichtigere Dinge als den Fußball“, nämlich um Existenzen. Eine Option, die weniger risikobehaftet wäre: Das Parken an der Kirche oder Turnhalle bietet sich zudem als eine Variante an, die nicht nur bei der Umwelt-Aktivistin Greta Thunberg für Tränen der Freude gesorgt hätte. Eine Reise mit dem Drahtesel zum Place to be in Ahmsen, der Werre-Kampfbahn. Wenn die Lippe-Kick-Reporter früher den Audi, zuletzt den BMW und nun den Skoda Superb gen Autobahnauffahrt bewegen, um im letzten Moment links nach Ahmsen abzubiegen, fiel sofort das treue wie zahlreiche Publikum auf, was viele andere lippische Vereine vor Neid erblassen lassen dürfte. Die Stammzuschauerschaft honoriert die Entwicklung vom Spitzenteam der A-Klasse, ebenso der B2-Reserve mit ganz viel Wohlwollen.

 

In Ahmsen schlagen die Hasen nicht nur Haken

 

Meister Lampe und der TuS Ahmsen schließen wohl keine ewige Freundschaft mehr. Köhnemann zieht seine Mundwinkel nach unten, wenn er den Hinterlassenschaften der agilen Hasen den Kampf ansagt: „Besondere Maßnahmen sind ganz klar die vielen Hasenköddel, die immer wieder auf dem Platz landen. Als ob den Kollegen mit den langen Ohren nicht genug Freiraum drumherum zur Verfügung stehen würde“, schüttelt er nur verständnislos mit seinem Haupt wegen solch einer fehlenden Disziplin der Vierbeiner. Hinzu kommt, dass diese Anlage auch den Freizeitsport willkommen heißt, was selbstredend auch von auswärtigen Sportliebhabern ausführlich genutzt wird, diese ihren Müll hinterlassen und den Ort der sportlichen Betätigung unsauber hinterlassen. Da kann man schon von Glück reden, dass die vier Kabinen von den Auswärtigen nicht in Mitleidenschaft gezogen werden. Exakt die Hälfte davon benötigt dringend eine Renovierung. Köhnemann erklärt allerdings: „Das ist eine städtische Sache und soll im Zuge der Renovierung des gesamten Gebäudes erfolgen. Ein frischer Anstrich von außen ist kein großes Problem, aber die beiden alten Kabinen kenne ich schon so als F-Jugend-Kicker“, ist diese Zeit für den Alt-Internationalen auch schon einige Zeit her, gefühlt: In seiner Hippie-Zeit, als Klein-Köhnemann mit langen Haaren die Mädels auf dem Kinderspielplatz verzauberte, einen Rutschen-Stau verursachte, zudem nach den Klängen von den Bee Gees seine Hüfte rhythmisch zum Takt kreisen ließ.

 

 

Kuppeldach mit Kultcharakter

 

In der Zeit, als der Verfasser dieses Berichtes das Licht der Welt erblickte, wurde auch das unverwechselbare Kuppeldach zum Leben erweckt. Wir schreiben von einer Zeit, die Mitte, Ende der 80er Jahre zu datieren ist, als sich die Ahmser Gedanken machten, wie man trotz ungemütlicher Wetterkapriolen trocken dem sportlichen Treiben zuschauen kann. Herausgekommen ist eine überdachte Terrasse, die einige Sitzoptionen liefert, auch als Feierhochburg genutzt wurde. Jaja, man denkt nach in Ahmsen, wie ein einzigartiges Sportplatz-Erlebnis ermöglicht werden kann. Köhnemann plaudert: „Unsere „Rentnerbank“, intern auch Bushaltestelle genannt, bietet für unsere Ehrenmitglieder beste Sicht bei Wind und Wetter. Der Plan sieht vor, weitere Sitzgelegenheiten zu erschaffen, um dann auch beim kühlen Getränk in Ruhe dem Treiben auf dem Platz Aufmerksamkeit zu schenken“, will man sich in dieser Thematik aber nicht unnötig unter Stress setzen.

 

 

Pommes-Oase als bekannter Geheim-Tipp

 

Ein echter Genusstempel ist die Imbissbude, die auf eine reichhaltige Tradition zurückblicken darf. Köhnemann schwärmt mit einem epischen Strahlen in seinen Augen: „Was uns in den letzten Jahren immer ausgezeichnet hat und das auch von den Gästen gerne angenommen wurde, ist die Tatsache, dass bei nahezu jedem Heimspiel, ob groß oder klein, die Imbissbude aufhatte.“ Vor 35 Jahren war es Hanna Drechshage, danach annähernd zwei Jahrzehnte lange Sigrid Frenzel, ehe seit nunmehr 15 Jahren bereits Heidi Bleikamp für das Sättigungsvergnügen verantwortlich ist. Am Samstag für die Junioren, am Sonntag bei den Senioren, da steht das legendäre Ess-Vergnügen allen zur Verfügung. „Die sind echt klasse bei uns“, sagt Lothar Köhnemann und tunkt dabei fröhlich zwei harmlose Pommes frites in seine Mayonnaise. Früher, ja, da war alles besser, weiß nicht nur Opa zu erzählen. Aber dieses Mal stimmt dieser Verbal-Klassiker wirklich, denn in der Vergangenheit gab es sogar in der Woche während der Übungseinheiten eine geöffnete Schlemmer-Lokalität, weshalb manch Radfahrer die zuvor mühsam abgestrampelten Kalorien durch eine Manta-Platte wieder in doppelter Ausführung auf die Hüften gepackt hat. „Da hatte sich Sigrid Frenzel schon einen Namen gemacht. Sigrid ist immer da, da gibt es zu jeder Uhrzeit eine Pommes und eine Wurst, wusste jeder Ahmser zu berichten“, war dieser Geheim-Tipp alsbald für viele ein offenes Geheimnis.

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