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Historisch

TuS Helpup – Historisch

Spannend und interessant, so liest sich die Historie der TuS Helpup, die nach drei Jahren Spielgemeinschaft nun wieder ihr Comeback gibt. Man kann nur die Zukunft planen, wenn man die Zukunft plant.

 

 

Höhenflüge und Spieler-Exodus

Historisch (hk). Viel Futter an Episoden liefert die bunte Historie des TuS Helpup. 1911 ist die Turn- und Sportlust im Oerlinghausener Ortsteil zum Leben erweckt worden. Ein Jahrzehnt lang, zwischen 1951 bis 1961, erlebte der Verein aus dem 1200 Einwohner-Ort in der Bezirksliga ein erstes Hoch. Einzig beim Liga-Wechsel in die Bielefelder Staffel erwies sich diese als zu stark, weshalb der prompte Abstieg folgte. Erst im Jahr 1977 nahm diese überkreisliche Präsenz ein Ende. TuS Helpup-Ex-Vorstand Detlef Schmale erzählt uns die abwechslungsreiche Vereins-Historie seines Heimatvereins. Protokolliert wird das Schriftstück von Lippe-Kick-Reporter Henning Klefisch.

 

 

Von Detlef Schmale

 

Was auch für Helpuper gilt: Erfolg ist kein Besitz. Er ist nur gemietet, muss sich jeden Tag neu erarbeitet werden. Im Juni 1970 gelang den Helpupern durch einen 3:1-Auswärtserfolg in Stemmen-Varenholz der direkte Sprung in den höherklassigen Amateurfußball. “Nach Spielschluss wurden auf dem Spielfeld Kirschen gepflückt”, schmunzelt Schmale im Lippe-Kick-Gespräch. Unauslöschlich in den eigenen Erinnerungen: “1976 lag der Kopf der TuS bereits unter dem Galgen. Doch mit einem 5:1-Sieg im 2. Relegationsspiel gegen die TSG Holzhausen/Sylbach rettete man sich wieder einmal. Im 1. Relegationsspiel gegen Holzhausen/Sylbach wäre man fast abgestiegen, doch in der 119. Minute der Verlängerung glich Bomber Thom mit einem Foulelfmeter aus. Glück gehabt”, schnauft Detlef Schmale auch mehrere Jahrzehnte später noch durch. Im Anschluss an diese höchst emotionale Rettungsaktion wurde auf dem Helpuper-Dorffest die Nacht zum Tag gemacht, das Bier floss in Strömen, denn die Freude vermischte sich mit einer enormen Erleichterung. “Drei Tage wurde durchgefeiert, bis der Arzt kam”, schmunzelt Schmale.
1977 ging bekanntlich eine langjährige Erfolgsgeschichte in der lippischen Bezirksklasse zu Ende. Die ehemaligen Leistungsträger Thom, Sieveke, Hausdorf und Janik konnten nicht gleichwertig ersetzt werden und so konnten die Helpuper den Klassenerhalt nicht sichern und stiegen in die Kreisliga Lemgo ab. Ein kleiner Rückblick: In den Jahren zuvor, und zwar 1974,1975 und 1976, konnten die Sportlustigen in spannenden Abstiegsrunden den Abstieg gerade noch verhindern.

 

Kurios: Im Jahr 1974 gab es zwei Abstiegsgruppen, TuS Helpup spielte in einer Zweiergruppe und hatte mit einen 2:1-Sieg in Heiligenkirchen gegen Stahle die weitere Zugehörigkeit zur Bezirksklasse gesichert.
Wegen eines Formfehlers musste man jedoch ein weiteres Spiel gegen die TSG Holzhausen/Sylbach aus der anderen Gruppe bestreiten. Auch in diesem Spiel war die TuS erfolgreich und der Klassenerhalt endgültig unter Dach und Fach gebracht worden.

 

Dem Nachbarn beim Aufstieg zusehen

 

Im Jahr 1978 erfolgte ein weiterer Tiefpunkt mit dem Abstieg in die Kreisliga B. Im Jahr 1979 startete die Pauli Pötzschke-Ära mit dem Wiederaufstieg in die Kreisliga A. 1980 hatte man ganz knapp den Aufstieg in die Bezirksklasse verpasst. Der Nachbarverein TuS Asemissen war etwas glücklicher und stieg nach harten Auseinandersetzungen mit den Sportlustigen in die Bezirksklasse auf. 1985 erwischte es die TuS wieder und es ging wieder runter in die Kreisklasse B.

 

Unglücklich und knapp die Landesliga verpasst

 

Die Zeit von 1988 bis 1995 wurde von Axel Weber geprägt. 1990 gelang wieder der Aufstieg in die Kreisliga A. Dem folgte 1995 die Krönung mit dem Aufstieg in die Bezirksklasse.
Unter Wolfgang Hachmeister entstand ein Superteam mit den Topspielern, Wagemann, Langer, Bastian Hachmeister, Özdemir und vielen mehr.
1998 wurde man in der Bezirksklasse Vizemeister hinter dem SV Werl-Aspe.
Wegen einer umstrittenen Schiedsrichterentscheidung im Topspiel gegen Werl-Aspe wurde der Aufstieg in die Landesliga verpasst. Nach dem Wechsel in die Bielefelder-Bezirksklasse und dem Abgang einiger Leistungsträger erfolgte 1999 der Abstieg in die Kreisliga A.

 

Aufschwung unter Müller

 

2007 ging es wieder eine Klasse niedriger, dem folgte 2010 unter Andre Koslowski der erneute Aufstieg in die Kreisliga A. 2011 verließen 18 Spieler den Verein, was natürlich nicht aufzufangen war. Demzufolge ging es 2012 natürlich wieder zurück in die Kreisliga B. 2012 übernahmen Florian Müller und Marcel Sielemann das Zepter.
2015 stieg man wieder einmal in die Kreisliga A auf. 2017 war das absolute Krisenjahr für die TuS. Es gab große Unstimmigkeiten im Verein, was mit dem Rückzug der ersten Mannschaft vier Spieltage vor Serienende negativ endete.

 

Auf und Ab und Arminia in der Neuzeit

 

2017 wurde mit Kachtenhausen notgedrungen eine SG in der Kreisliga A gegründet. Der sportliche Erfolg blieb jedoch aus. So wurde 2020 die SG aufgelöst und die Fußballer sind nunmehr wieder selbständig in der Kreisliga B vertreten.
Nahezu alle Spieler, die 2017 im Streit den Verein verlassen haben, sind zurückgekehrt. Man hat festgestellt, dass es in Helpup doch nicht so schlecht war, wie es immer kommuniziert wurde. Auch anderen Vereine kochen nur mit Wasser.

 

Als die Highlights zählt zweifelsfrei der Besuch vom DSC Arminia Bielefeld und des TuS Dornberg 2003, als das neue Sportgelände in Helpup feierlich eingeweiht worden ist. Zudem war eine lippische Auswahl und eine Beachsoccer-Nationalmannschaft zu Besuch. Vor knapp einem Jahrzehnt, 2011, gab eine Alt-Herren-Mannschaft von Borussia Dortmund ihre Visitenkarte in Westlippe ab, schluckte eine 1:2-Niederlage. Selbst das Gefühl einer Niederlage, dieses Mal umso klarer, erlitten die Helpuper im selben Jahr gegen Arminia Bielefeld. Vor einer großen wie stimmungsvollen Kulisse waren die Lipper dem ostwestfälischen Traditionsverein klar mit 0:8 unterlegen.

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