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Kreisliga B Detmold

Massenschlägerei – FC Cavo Lage: „Sie wollen uns von der Bildfläche haben”

Es ist schon ein Ereignis, über das Fußball-Lippe gesprochen hat. Vor allem, weil ein lippischer Verein damit tangiert wird. Lippe-Kick blickt auf die Situation.

 

„Wir haben nichts mit der Sache zu tun“

 

Kreisliga B Detmold (hk). Es wird getuschelt, gemunkelt, viel spekuliert. Lippe-Kick ist am Sonntag selbst zum Lagenser Werreanger gefahren, um sich das Kreisliga-B-Spiel zwischen dem FC Cavo Lage und der SG Belle-Cappel anzuschauen, harmlos Spielbilder zu knipsen. Zugegeben: Dass zwei Polizeiwagen mit mehreren Beamten das sportliche Treiben beobachteten, war ein durchaus ungewöhnlicher Anblick für den Lippe-Kick-Reporter. Was ist zuvor passiert? In der Nacht zu Sonntag, den 6. September 2020, hat es in der Fußgängerzone in Lage eine heftige Auseinandersetzung zwischen zwei Personengruppen gegeben, ermittelt die Polizei nach einem Messerstich nun wegen versuchten Mordes.

 

Dieser Bericht wird präsentiert von:

 

 

Von Henning Klefisch

 

Für viele Außenstehende ist es ein im Dunkeln tappen, was diese Thematik angeht. In der Zuckerstadt war rund um Mitternacht von Samstag auf Sonntag eine Menge los, nahm die Leitstelle Lippe unzählige Notrufe wegen besagter Auseinandersetzung an. Gleich mehrere Streifenwagen, Rettungswagen, ebenso ein Notarzt waren in der Bergstraße vor Ort. Laut einer Pressemitteilung der Polizei passierte Folgendes: „Beim Eintreffen der ersten Streifenwagen flüchteten circa 30 bis 40 Personen in verschiedene Richtungen. Es wurden fünf Verletzte angetroffen, von denen drei zur ambulanten Versorgung in umliegende Krankenhäuser gebracht wurden. Eine verletzte Person wies eine nicht lebensbedrohende Stichverletzung auf und verblieb stationär im Krankenhaus.“ Da es sich um einen versuchten Mord handelt, hat die Mordkommission „Tumult“ unter Führung von Kriminalhauptkommissar Ralf Gelhot von der Polizei Bielefeld die Ermittlungen aufgenommen. Auf Lippe-Kick-Nachfrage verwies die zuständige Presseabteilung auf die aktuelle Pressemeldung, wollte auch mit Blick auf die laufenden Ermittlungen keine weiteren Angaben zum Sachverhalt machen.

 

Um die Aussage möglichst authentisch wiederzugeben, veröffentlichen wir im Folgenden die Aussage vom FC Cavo Lage-Pressesprecher Djar Guro (Bild rechts) in der reinen Form:

 

„In der Nacht von Samstag auf Sonntag kam es zu einer Massenschlägerei in der Lagenser Innenstadt. Beteiligt waren Jungs aus Lage und Jugendliche aus Bad Salzuflen, aus Herford. Einige Stunden vorher kamen sich beide Seiten auch schon nah, aber als ein Streifenwagen sich näherte, verschwanden beide Lager und trafen sich in der Nacht wieder. Ich weiß, nur, dass ich einen Anruf bekommen habe, dass sich mehrere in der Stadt – in der Nähe vom Cavo-Club – prügeln. Die Verantwortlichen des Clubs sowie ich fuhren sofort zum Club, um zu sehen, was los war. Als ich dort ankam, war ich zwischen 15 und 20 Jugendlichen. Sie erkannten mich nicht, aber ich hörte, wie sie mich beleidigten und sagten: „Lasst uns in das Café reingehen.“ Als ich mich unserem Club näherte, traf ich einen Kollegen von mir, der eine Verletzung im Gesicht und eine Stichverletzung im Rücken hatte. Spielertrainer Silo Yalcin (Bild rechts) und Besam Guro (Bild links) kamen zu der Gruppe und sagten lautstark, dass sie sich dem Club nicht nähern sollten. Plötzlich griff einer hinterhältig unseren Spielertrainer an und die ganze Masse flüchtete in Richtung Innenstadt. Wir blieben dennoch alle am Club, weil unser Freund mit Blut überströmt war und wir nicht wussten, wie schlimm es ist. Es kam in der Innenstadt zu einer Schlägerei, wo sich insgesamt drei Jungs so schwer verletzten, dass sie mit dem RTW abtransportiert werden mussten.“

 

„Der Verein distanziert sich von dieser Angelegenheit!“

 

Eine Sache möchte Guro mit aller Vehemenz klarstellen: „Aber weder der Cavo-Club und schon gar nicht unser Fußballverein hat etwas mit dieser Sache zu tun. Es waren Jungs von uns beteiligt, aber weder Spieler oder Clubbesitzer haben sich strafbar gemacht! Dass das alles keinen Zusammenhang hat, weiß die Polizei. Wir haben uns um einige Verletzte sogar gekümmert und nicht auf sie eingeschlagen. Die Polizei und die Mordkommission ermitteln in diesem Fall.“ Warum die Polizeipräsenz am folgenden Match-Day? „Die Polizei hat an dem Abend erfahren, dass wir am Tag danach ein Fußballspiel haben und deswegen sind sie aus einer reinen Vorsichtsmaßnahme dazugekommen. Intern wurden diese Streitigkeiten geregelt. Es bleibt nur offen, dass keiner weiß, woher die Stichverletzung kommt.“ Deshalb betont das Cavo-Sprachrohr: „Der gesamte Verein und der Club distanzieren sich von dieser Angelegenheit und wir betonen, dass wir damit nicht zusammenhängen. Wir sind ein Club, ein Verein, und wollen niemandem schaden!“ Unverständlich ist für ihn, dass sich zu vorschnell ein Urteil gegen den Detmolder B-Liga-Aufsteiger erlaubt wird: „Momentan fühlt es sich an, als wäre die ganze Welt gegen uns. Aber wir stellen uns jedem. Es ist uns mittlerweile egal, was einige über uns berichten. Wir wissen, warum sie das tun, das wissen wir alle. Es geht hier nicht mehr um den Fußball an sich. Sie sind gegen unseren Club, unseren Verein, unsere Leute,6+ und das eine oder andere Mal gegen unsere Haarfarbe. Sie wollen uns von der Bildfläche haben, aber ich verspreche, dass das nicht passiert. Diesen Triumph geben wir diesen Leuten nicht. Sie kennen uns nicht und urteilen über uns. Das ist nicht gerecht. Für jeden steht die Tür offen, sich ein eigenes Bild zu machen.“

Vigilant Team Sports

Taskin Haustechnik

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