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Historisch

TuS Voßheide – Historisch

Heutzutage gibt es kaum noch Fußball ohne Fusionen. Beim FC Donop/Voßheide klappt die Zusammenarbeit seit 2003. Lippe-Kick schaut etwas tiefer in die Materie, in die Vereins-Historie vom TuS Voßheide.

 

Fußball, Feiern und Zusammenhalt

 

Historisch (hk). Man muss es so ehrlich sagen, wie es ist. Ohne die Fusion vor mittlerweile 17 Jahren hätten es der SC Donop und der TuS Voßheide wohl schwer gehabt, weiterhin in dieser Form Fußball zu spielen. Als verbindendes Element galt schon damals der Karneval, gelten beide Dörfer doch als wahre lippische Karnavalshochburgen und  Feierbiester. Die Brüder Dirk Mischke und Detlef Vehrs haben den “Katzenfutter Mau, mau”-Karneval selbst erlebt, waren allerdings vor allem Kicker und sind jahrelanges Mitglied im Verein aus dem 1300 Einwohner-Dorf im Südosten von Lemgo gelegen. Wahnsinn: 1963 fand ein Boxkampf im Bergkrug Henjes statt.

 

Dieser Bericht wird präsentiert von:

 

 

Von Henning Klefisch

 

 

Wir schreiben das Jahr 1974, die Auswüchse der Ölkrise sind immer noch nicht ganz abgeebbt. Um den Bogen zum Fußball zu schlagen: Deutschland ist Fußball-Weltmeister geworden. Hermann Feldscher war damals Spielertrainer beim TuS Voßheide, coachte oft vor mehreren hundert Zuschauern. Gegen den TuS Almena wurde der Sprung in den überkreislichen Fußball nur knapp verpasst. Dennoch machten sie Bekanntschaft mit der Bezirksliga. Rund zwei Jahrzehnte später nämlich. Dies als B-Ligist in den 90er Jahren gegen den TuS Brake. „Sie hatten vom Auftreten her schon gewonnen,
verloren aber knapp. Sie reisten etwas arrogant an und verschnupft ab, nur wenige Spieler tranken danach ein Bier. Damals waren sie sehr überheblich und schnell wieder verschwunden. Heute haben wir ein sehr gutes Verhältnis zum Nachbarverein.“ Unvergessen ist Fritz Pape unser Ehrenvorsitzender , er hat einst Spielerpässe und Trikots immer passend zum Gegner zusammengestellt. Hier wurde die Ausrüstung für alle Mannschaften gelagert und gewaschen. Seine Nachfolgerin hat diese einmal nur zusammengelegt, nicht gewaschen. „Das hat gerochen bei einem Spiel in Nalhof”, hat Mischke auch heute noch den Duft in seiner Nase. Eine weitere kurze Anekdote: „Der damalige Schiedsrichterobmann pfiff uns in den 80er Jahren. Er sagte im Spiel zu unserem Hanni Lörscher: „Hey Holländer“, woraufhin Lörscher erwiderte: „Ich bin kein Holländer, ich komme aus Trier.“ Dies war eine Anspielung auf unseren holländischen Torjäger Ben Geefhuizen. Lustig war auch in den 90ern ein Afrikaner namens Edward Freeman, der total motiviert war. Er scharrte mit den Füßen, weshalb Trainer Andrew Hilker vom Reseve-Team zu ihm sagte: „Hart attack,“ weshalb Freeman den Gegenspieler derbe umsenste. Hilker , davon überrascht, sagte daraufhin nur noch: „Edward, slowly!“

 

 

Auf eigene Kosten nach Lloret de Mar

 

 

Nach dem Abstieg 83/84 hatte Norbert Fuhrmann das Traineramt übernommen. Er war ein Sozialarbeiter, konnte gut mit Menschen umgehen. Auch feiertechnisch war er ganz weit vorne mit dabei, unternahm eine Fahrt nach Lloret de Mar, ist mit zwei, drei Spielern auf eigenen Kosten der Mannschaft und dem Verein hinterhergereist. In diesen Zeitraum fällt auch ein Spitzenspiel im Lemgoer Kreisoberhaus gegen den RSV Nalhof. Der Unparteiische kam ausgerechnet aus Bösingfeld, bekam ein Fahrrad und weitere Präsente vom Gastgeber. Mischke vermutet: „Er wurde psychisch damit vom Gegner in die richtige Richtung gebracht, er hatte ein Jubiläum.” Mit Norbert gelang trotzdem 1984/85 der Wiederaufstieg in die Kreisliga B.

 

Ab 1985 war Horst Mannel (einst ein Riesenfußballer in der höchsten Amateurklasse) der Coach, der regelmäßig nach den Spielen und Übungseinheiten nach Lemgo/West gefahren ist, in die Vereinskneipe vom SC Lemgo/West, mit dem Namen Boer. Allzu gerne aß er mit einigen seiner Schützlingen Hähnchen, brachte nach dem Verzehr seine Frau Wilma die Jungs doch bis vor die Haustür. Mannel wusste etwas mit der Kugel anzufangen, demonstrierte auch mit einem halben Jahrhundert auf dem Buckel noch viel Ästhetik am Objekt der Begierde. „Auch da hat er den anderen beim Training die Kugel durch die Beine gespielt”, sinniert Mischke.

 

Die gute Jugendarbeit im Jugendfußball durch Friedrich-Wilhelm „Pitzi“ Danger und Uwe Pape seien hier stellvertretend genannt trug dann auch Früchte. Es konnten eine Reihe guter Jugendspieler für den Seniorenbereich heran geführt werden. Auch heute noch ist „Pitzi“ zusammen mit Uwe Pape eine der Säulen im Jugendbereich beim FC Don/Voss.

 

Pape-Tor sorgt für Aufstiegsgefühle

 

Gut ein Jahrzehnt später, genauer nach der Spielzeit 1996/97, war der TuS Voßheide in der A-Klasse beheimatet. Unter dem ehemaligen A-Jugend-Coach Jürgen Rethmeier, den Betreuern Erwin Rethmeier und Udo Linke sowie Dirk „Ike” Mischke als Fußballobmann und Detlef „Bene“ Vehrs als Vorsitzender gelang der Sprung heraus aus der B-Klasse. „Wir waren Erster, punktgleich mit Bavenhausen, kassierten in der Serie zwei Niederlagen gegen unseren Angstgegner. Das erste Entscheidungsspiel in Entrup war vor 400 Zuschauern. Dieses ging mit 0:1 wieder gegen Bavenhausen verloren. Es lief alles sehr freundschaftlich ab”, so Mischke, der nicht vergessen hat, dass Ralf Mross zahlreiche Hochkaräter vergab.
Deshalb wurde der TuS nur Vize-Meister, musste in einem weiteren Finalspiel gegen Türkgücü Lemgo vor rund 800 Zuschauern in Lüdenhausen antreten. „Döner und Bratwurst trafen sich”, schmunzelt Mischke. Um im Bild zu bleiben: Die Bratwurst gewann, erzielte „TuS-Legende Uwe Pape das Siegtor zum 2:1-Erfolg. Der zweite Torschütze vom TuS Markus Bester. Unvergesslich: „Unser Vorsitzender, mein Bruder Detlef „Bene” Vehrs, hatte hier zwei Busse organisiert und anschließend wurde lange gefeiert.”

 

Memic` 40 Tore reichen nicht

 

1998 wurde der Gewinn des Altherren-Lippecups auf dem Feld gefeiert. Hans-Georg „HGS“
Schwarz und Rainer Krüger waren die Initiatoren und Organisatoren dafür. Rolf Danger, der AH- und Fußball-Obmann, betreute dies ebenfalls viele Jahre mit. Auf der Passadekampfbahn in Voßheide gelang der Triumph über SuS Lage. Auf Jürgen Rethmeier, der nach Österreich ging, folgte ab 1998 Jürgen „Acker” Hagemann als neuer TuS-Spieler-Trainer. „Er war sehr ruhig, sehr fachkompetent, ein toller Motivator”, beschreibt ihn Mischke und haben uns erst kürzlich wieder getroffen. Im ersten Jahr nach dem neuen Jahrtausendwechsel, 2001, kamen echte Fußball-Koryphäen wie Jens „Jenne” Berghahn oder Meo Memic vom TSV Detmold. Memic, dieser jugoslawische Balkan-Bomber, erzielte 40 Tore. Trotzdem verpasste der TuS
Voßheide um gerade einmal ein, zwei Treffer den Wiederaufstieg in die A-Klasse. Es wurde aber schnell klar das der Weg beim Fußball nur über eine Fusion führt. Es wurden einige Gespräche mit dem SC Donop geführt unter Mitwirkung von Rainer Krüger vom TuS. „Es entstand eine gute Kommunikation, beide Vereine wollten es unbedingt. Nicht nur das Sportliche, auch Karneval, stand im Fokus. Nach den TuS-Spielen pilgerten wir oft in den Bergkrug und öfter auch in „Annis Bar“ wo oft lange Party gemacht wurde”, ist diese Verbundenheit auch knapp zwei Jahrzehnte später noch legendär. Wie so einiges beim TuS Voßheide. Heute liegt der Schwerpunkt beim Breitensport und es gibt sehr viele Angebote für alt und jung im Verein.

Gaststätte Wittelmeyer – Der Grieche

Marktkauf Wiele

Wirtshaus Zum Raben

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