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Saison 2020/21

Kreisliga A Detmold – Referee Philip Dräger spricht Klartext

Von den Kreis-Bossen ist es ausdrücklich empfohlen worden, doch bitteschön künftig mehr die Schiedsrichter bei strittigen Szenen zu befragen. Philip Dräger hat sich hier zu Wort gemeldet.

„Es war erwartet hitzig, ein echtes Derby“

 

 

Kreisliga A Detmold (hk). Das Kreisliga A-Derby zwischen dem TuRa Heiden und dem BSV Müssen hat die Gemüter erregt. 200 Zuschauer waren in der Rotenbergkampfbahn Zeitzeuge vom 3:2-Erfolg der Heimmannschaft. BSV Müssen-Trainer Jan Brinkmann ärgert sich über einige Aktionen vom Referee Philip Dräger, hat dies im Spielbericht so deutlich kommuniziert. Dieser möchte bei Lippe-Kick einige Sachen klarstellen.

 

Dieser Bericht wird präsentiert von:

 

 

Von Philip Dräger

 

 

„In der Tat war die Gastmannschaft vom Anpfiff an negativ gegenüber meiner Schiedsrichterrolle eingestellt. Immer wieder wurden durch einzelne Spieler die Schiedsrichterleistungen der Vorwochen thematisiert und jeder Ball in die Spitze mit Abseitsrufen sowie Foul-Reklamationen flankiert. Darüber hinaus war die Bank der Gäste ebenfalls von Beginn an mit wenig zielführenden, geschweige denn beruhigenden Kommentaren “am Ball” und brachte zusätzliche Unruhe auf den Platz. Dass es keinen Spaß macht mit “solchen” Schiedsrichtern, habe ich in der Tat wiederholt vernommen, dies scheint beim BSV verankert. Das Spiel gegen Blomberg kann ich nicht beurteilen. Die Frage sei allerdings erlaubt, mit welcher Motivation ein Schiedsrichter ein Spiel in eine bestimmte Richtung lenken sollte? Es gab weder vor dem Spiel, in der Halbzeit, noch nach dem Spiel Kontakt zu Spielern oder Offiziellen aus Müssen. Während des Spiels? In welcher Situation? Arroganz wird immer dann unterstellt, wenn Spieler im Dialog den Kürzeren gezogen haben und nicht als “Sieger” aus einer Spielsituation, insbesondere im Gespräch mit dem Schiedsrichter, hervorgehen. Im Übrigen pfeife ich nicht in der Westfalenliga, sondern seit rund 20 Jahren in der Oberliga und habe mich im Vorjahr freiwillig, beruflich bedingt, aus der Regionalliga zurückgezogen. Stichwort: Müll!

 

 

Das Spiel war über 93 Minuten erwartet hitzig, ein echtes Derby. Der BSV Müssen-Autor ist ernsthaft der Meinung, ich würde mich durch TuRa-Zuschauer aus dem Konzept bringen lassen? Kann ich nicht ernst nehmen. Zudem gab es meinerseits gar keine Berührungspunkte mit Heidener Zuschauern, sondern lediglich zwei Müssener Zuschauer lieferten sich ein Verbal-Duell mit einem eigenen Spieler. Die Situation an der Torauslinie im Zweikampf habe ich in der Tat nicht als Foulspiel gewertet und sehe dies auch am Folgetag entsprechend. Zum vermeintlichen Handspiel des Torhüters: Ja, einige waren der Meinung, man hätte auf Handspiel entscheiden können, andere nicht, so auch der Schiedsrichter. Die Strafstoßentscheidung zum 2:1 für Heiden war, ebenso wie in der 45. Minute, vollkommen unstrittig und der damit einhergehende Platzverweis (Gelb-Rot) zwingend. Der Gästeakteur hatte rund zehn Minuten zuvor den TuRa-Linienrichter beleidigt und dafür NUR Gelb gesehen. Sich dann über Gelb-Rot wegen eines unstrittigen Fouls im Strafraum zu beschweren, ist mehr als frech. In der ersten Halbzeit hatte selbiger Spieler bereits versucht, mich als Schiedsrichter wie Luft zu behandeln, obwohl ich ihn im Zuge einer Foulunterbrechung wiederholt angesprochen hatte. Ich habe es dort dennoch bei einem Gespräch belassen.

 

 

Der Platz ist in der Tat eine Katastrophe, so schlecht habe ich es in der Rotenberg-Kampfbahn selten erlebt und das im Spätsommer. Die Gästeführung zur Halbzeit war auch aus meiner Sicht absolut verdient, insbesondere die Anfangshalbestunde war überzeugend. Die erste Gelbe gab es in der 30. Minute. Der ballführende Angreifer aus Heiden wurde von der Nr.10 des BSV Müssen von hinten kommend eingeholt und dabei lautstark angebrüllt, völlig offensichtlich, um ihn beim Torabschluss zu behindern. Fünf Minuten später gab es für die Nr.8 vom BSV Müssen Gelb. Die Nr.8 war keine zwei Minuten vorher mit der Nr.10 von Heiden aneinander geraten, beide Spieler wurden dort ermahnt, sich ruhiger zu verhalten. Stattdessen folgte ein Foul von der Nr.8 vor der Heim-Bank samt Reklamation, somit alternativlos (aufgrund der Ermahnung zwei Minuten zuvor) in Summe Gelb. Die erste Halbzeit endete mit dem verschossenen Elfer durch Heiden. Zur ersten Halbzeit sei erwähnt, dass ich Müssener Spieler bereits vom Anpfiff weg ermahnen musste, nicht sämtliche Schiedsrichterentscheidungen zu kommentieren und jeden Ball in die Spitze mit Abseitsforderungen zu flankieren. Es gab im Übrigen nicht eine strafbare Abseitsstellung seitens Heiden in der ersten Halbzeit. Die Szene, welche zur Verletzung des Müssener Spielers führte, wurde vom Autor treffend dargestellt.

 

 

 

 

Die zweite Halbzeit begann mit dem ersten Foulspiel nach drei Sekunden durch Heiden und nur Sekunden später gab es Gelb für ein Foulspiel, welches ohne die LEIDER üblichen Reklamationen des Spielers in Summe zu einer erneuten Gelben Karte gegen Müssen führte. Dann folgte der wohl schönste Angriff im Spiel, welcher zum 1:1 führte. Nur zwei Minuten später ereignete sich die oben bereits beschriebene Szene im Zuge einer Ausball-Entscheidung des TuRa-Linienrichters, welcher sich unschöne Worte gefallen lassen musste. Ich entschied mich, es bei Gelb zu belassen. Halten wir fest: Vier Gelbe Karten nach 49 Minuten für Müssen. Keine davon allein wegen Fouls, vielmehr allesamt wegen fortlaufenden Unsportlichkeiten. Mit der Gelb-Roten Karte (erstmals allein wegen Foulspiels, welches im Strafraum unkontrolliert von hinten erfolgte) war dann Ruhe auf dem Platz, jedenfalls seitens Müssen. Die Spieler verhielten sich ab diesem Zeitpunkt korrekt. Stattdessen trat weiterhin die Auswechselbank samt Trainerteam und Linienrichter negativ in Erscheinung. Der Linienrichter von Müssen wurde – nachdem er einen Heidener Spieler verbal angegangen hatte – in der 80. Minute seiner Aufgabe entbunden. Müssen blieb auch in Unterzahl die spielerisch überlegene Mannschaft und hätte u. a. durch einen 50/50-Elfer verdient den Ausgleich erzielen können (müssen). Stattdessen hielt Heiden durch gewohnt körperliche Spielweise dagegen, was sich in vier gelben Karten (übrigens somit gleichmäßig verteilt) während der zweiten Halbzeit niederschlug. Durch eine Kontersituation gelang Heiden in der Schlussphase das 3:1, welches Müssen mit dem Anschlusstreffer per herrlichem Freistoß konterte. In der Schlussminute ließ ich die bereits mit Gelb vorbelastete Nr. 10 von Müssen nach einem unkontrolliertem Einsteigen die letzten Sekunden auf dem Platz, wohl Gnade vor Recht, insbesondere, um die bestehenden Emotionen der Müssener nicht (unnötig) zu überstrapazieren. Am Ende ein glücklicher Heimsieg für Heiden.“

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