Connect with us

Pokalspiele

Kreispokal Lemgo – Vorbericht Viertelfinale vom 30.09.20

Hier geht es um alles. Der Sprung in das Halbfinale wird ausgespielt. Lippe-Kick blickt auf die drei Spiele.

Halbfinal-Tickets werden vergeben

Kreisliga Lemgo (hk). Die Do-or-Die-Spiele beginnen wieder. Heute Abend werden exakt 75 Prozent aller möglichen Partien aus dem Viertelfinale ausgetragen. So einige Kracher hat der Spielplan parat. So etwa die Begegnung zwischen dem A-Liga-Spitzenteam SC Bad Salzuflen und dem RSV Barntrup. Zwei Mannschaften, die sich ebenfalls berechtigte Hoffnung auf eine baldige Bezirksliga-Zukunft machen dürfen, sind der TuS Ahmsen und der TuS Leopoldshöhe, die ebenso um das Ticket für das Halbfinale streiten. Aus einer klaren Außenseiterrolle agiert der B1-Ligist SV Wüsten, der das Bezirksliga-Schwergewicht TBV Lemgo begrüßt. Anstoß ist jeweils um 19.30 Uhr. Auch das Match zwischen den A-Liga-Vertretern FC Schwelentrup-Spork/Wendlinghausen und VfL Lüerdissen findet zur gleichen Uhrzeit, aber erst am 22. Oktober 2020 statt.

 

Dieser Bericht wird präsentiert von:

 

 

Von Henning Klefisch & Andre Bell

 

SC Bad Salzuflen vs. RSV Barntrup

(ab). Es wurde viel spekuliert, ob, wobei das eher weniger, und wenn ja, mit welcher Mannschaft der SC Bad Salzuflen in diesem Spiel auflaufen würde. Coach Cetin Cakar kritisierte zuletzt häufiger die enge Taktung an Spielen gleich zu Beginn der Saison nach so einer langen Pause, warf den Verantwortlichen vor, nicht an die Spieler zu denken. „Wenn wir diese Woche komplett dazuzählen, das heißt, heute und Sonntag, dann haben wir in vier Wochen dann neun Spiele absolviert. Nach so einer langen Pause zu Beginn einer Saison ist das natürlich eine Mammutaufgabe“, erneuert Cakar seine Kritik, dass dies eine „Zumutung für den Hobbyfußballer“ sei. Was das Pokalspiel angeht, hatte der Coach nach dem Ligaspiel am Sonntag bei Bentorf/Hohenhausen bereits angekündigt, „die Gesundheit der Spieler im Hinterkopf“ zu haben und „dementsprechend den Kader nominieren beziehungsweise Jungs auf das Feld schicken, die zuletzt vielleicht weniger Einsätze hatten.“ Bei Spielern, hinter denen ein Fragezeichen steht, wird Cakar kein Risiko eingehen. Die absolute Priorität liegt beim SC Bad Salzuflen „auf die Meisterschaft und den kommenden Sonntag, das ist kein Geheimnis.“ Andererseits ist Cakar auch Fußballer durch und durch, will jedes Spiel gewinnen und fordert von seiner Mannschaft sich im „Pokalspiel gegen einen Bezirksligisten zu Hause der Pflicht zu stellen, für den Verein souverän aufzutreten. Es ist nicht so, dass wir das Ding herschenken. Wir wissen um unsere Pflicht.“ Und auch, wenn die Mannschaft „auf vielen Positionen verändert“ und auch „dezimiert“ sein wird, soll sie, und das ist auch Cakars Appell an seine Truppe, „gerade im Defensivblock versuchen, die Aufgabe umzusetzen“, was Taktik, Grundposition und Aufstellung betrifft. Und natürlich hofft auch der Coach „auf ein positives Ergebnis und das wir eine Runde weiterkommen.“

 

Der SC Bad Salzuflen hat „traditionell immer eine gut besetzte, technisch starke Mannschaft“, urteilt RSV-Coach Daniel Barbarito (Bild links). Allerdings auch „immer alle zwei Jahre eine komplett neue Mannschaft. Auch am Anfang der Saison haben viele Spieler den Verein verlassen, viele sind neu hinzugekommen, plus einen neuen Trainer. Ich denke, die Truppe musste sich am Anfang der Saison erstmal finden, was sie wohl geschafft hat.“ Die bisherigen Ergebnisse des SCB in der Liga bestätigen das: „Laut den Ergebnissen in der Kreisliga A können sie sehr gut mithalten und haben einen guten Job gemacht, haben den Kader gut neu zusammengestellt, viele Namen sind ja auch bekannt.“ Hakim Aytan und Necati Kezer nennt Barbarito da. Mit letzterem ist der Coach sogar befreundet. „Das sind zwei Leute, die es gilt, auszuschalten, technisch sehr, versierte Leute.“ Aytan sieht er in der Kreisliga A sogar nahe an der Unterforderung: „Mit seinen technischen Fertigkeiten müsste er normalerweise mindestens eine, wenn nicht sogar zwei Ligen höher spielen.“ Womit der Blick jetzt aber auf die eigene Truppe fällt, aus der heute Abend sieben Spieler aus beruflichen oder verletzungsbedingten Gründen fehlen werden. Martin Meijer wird aus der zweiten Mannschaft hochgezogen und aushelfen. „Die Bank ist besetzt mit fünf Ersatzspielern“, ist Barbarito daher „frohen Mutes“ und fährt nach Bad Salzuflen, „um eine Runde weiterzukommen.“

 

Schiedsrichter der Partie ist Jochen Diederich. Gespielt wird im Zentrum Lohfeld, dort ist um 19.30 Uhr Anstoß.

 

SV Wüsten vs. TBV Lemgo

(ab). Der SV Wüsten hält die Fahnen der B-Ligisten ganz hoch. Als einzig verbliebener Kandidat, der nicht in der Bezirks- oder A-Liga spielt, gebührt dem SVW jetzt schon jeden Menge Respekt. Zumal in den beiden vorherigen Runden zwei A-Ligisten souverän aus dem Weg geräumt wurden. Der SV Werl-Aspe wurde mit 3:0 besiegt, der TuS Lockhausen beim 7:1 in den ersten Minuten gar förmlich überrannt. „Als letzter B-Ligist haben wir auf unserem Weg bis ins Viertelfinale natürlich schon einiges vorzuweisen“, sagt auch Coach Henri Ellerbrok (Bild rechts) mit stolz geschwellter Brust. Nun kommt mit dem TBV Lemgo aber ein noch größeres Kaliber. Zuerst ist der TBV „natürlich ein echtes Traumlos für uns. Da wird an unserem Sportplatz sicherlich richtig was los sein. Wir freuen uns auf eine große Kulisse und hoffentlich richtig Stimmung auf den Rängen.“ Und Ellerbrok persönlich freut sich „auf das Wiedersehen mit Alex Ritter und Eddy Müller, die ich noch von unserer Zeit beim SC Bad Salzuflen kenne.“ Auf dem Papier sind die Rollen klar verteilt, dessen ist man sich auch beim SVW bewusst: „Lemgo spielt in der Bezirksliga und somit zwei Klassen höher. Dementsprechend liegt der Druck bei den Gästen.“ Wüsten dagegen kann „frei aufspielen“ und hat „nichts zu verlieren.“ Aber der SV Wüsten im Halbfinale? Das wäre ganz nach dem Gusto des Trainers: „Wir werden versuchen, an die vorherigen Pokalrunden anzuknüpfen und für die nächste Überraschung zu sorgen. Wir wollen möglichst unbequem auftreten und uns mit allen Mitteln wehren.“ Und Pokalspiele sind ohnehin etwas ganz Besonderes: „Die Ansetzung unter der Woche, sowie die Tatsache, dass es schon nach 90 Minuten ins Elfmeterschießen gehen kann, birgt sicherlich zusätzliche Spannung.“ Die werden Meißner, Hesse, Egchig und Welle aber maximal von der Seitenlinie aus erleben, denn diese vier SVW-Kicker fallen aus.

 

TBV-Kicker Simon Schneidermann wird „nicht richtig schlau“ aus den „Ergebnissen vom SV Wüsten. In der Liga stehen sie nach sechs Spielen bei acht Punkten. Das ist wahrscheinlich eher durchwachsen. Dafür haben sie im Pokal schon gegen zwei höherklassige Mannschaften gewonnen.“ Vorsicht ist also die Mutter aller Porzellankisten: „Wüsten kann in Einzelspielen gefährlich sein. Wir müssen uns darauf einstellen, dass Wüsten uns nicht empfangen wird, um das Spiel abzuschenken. Ich erwarte sie sehr motiviert.“ Schließlich weiß auch Schneidermann, dass „aus der Sicht des Außenseiters solche Pokalabende klassische Bonusspiele“ sind, in denen „man nichts zu verlieren hat. Das macht es für uns gefährlich.“ Der Rückenwind, mit dem die Hansestadt-Kicker in dieses Duell gehen ist nach dem 5:1 am Sonntag im lippischen Duell beim SV Eintracht Jerxen-Orbke aber stark, besonders in der zweiten Halbzeit zelebrierte der TBV schönen Fußball. „Wir wollen an die zweite Halbzeit in Jerxen anknüpfen, die ganz ordentlich aussah“, so Schneidermann (Bild links). „Wenn wir da ab der ersten Minute weitermachen, dann bin ich zuversichtlich, dass wir ins Halbfinale einziehen werden.“ Er selbst wird aber wie Roman Spieß und Oliver Hett nicht mitspielen können. Ob es weitere Ausfälle gibt, entscheidet sich erst kurz vor dem Spiel.

 

Um 19.30 Uhr ist Anstoß, Benjamin Löding ist der Spielleiter.

 

TuS Ahmsen vs. TuS Leopoldshöhe

(hk). Mit Schweißperlen auf der Stirn erinnert sich Ahmsen-Obmann Lothar Köhnemann an den noch frischen Vergleich: „Das 1:1 in der Meisterschaft war schon ein Kraftakt für uns, weil ein Großteil in Unterzahl stattfand.“ Wie diese Begegnung bei einer gleichen Anzahl an Spielern ausgegangen wäre, das hätte er allzu gerne gewusst, glaubt aber, dass es einen anderen Verlauf genommen hätte. Im folgenden Pokal-Fight rechnet er mit einem hart umkämpften Match. Einen Nachteil erkennt er allerdings für seine Jungs: „Wir haben unsere Karten ja fast alle aufgedeckt im ersten Vergleich und demnach könnte man meinen, Leo ist vielleicht sogar im Vorteil“, wollen die Ahmser im Aufstellungsbereich die richtigen Personal-Varianten einsetzen. Nass und trüb soll es am heutigen Abend in Ahmsen werden, bietet sich daher ein satter Pokal-Fight an. Wie analysiert Köhnemann die Löwen? „Leopoldshöhe ist und hat eine starke Truppe, die an guten Tagen, glaube ich, jeden Gegner schlagen kann. Da scheint es auf die Tagesform anzukommen und auf die Bereitschaft, sich zu quälen. Diese Faktoren werden wohl ausschlaggebend sein.“ Seine Jungs haben Lust, tönt der Ahmsen-Bomber vorab: „Wir sind bereit. Auf in ein richtig geiles Spiel.“ Neben den Langzeitverletzten fehlt auch Marius Tönsmann (Bild links), dazu muss Rotsünder Jan-Hendrik Pluskat aussetzen. Kraftpaket Sören Seifert ist normalerweise in der Spätschicht involviert. Hier besteht noch eine Resthoffnung auf ein Mitwirken. Im Gehäuse kommt es zu einem Wechsel, wird der trainingsfleißige Luca Sievert (Bild rechts) diese Position zwischen den Pfosten bekleiden, da dem zuletzt so bezaubernd parierenden Till Käufer etwas Schonzeit gewährt wird.

 

Man gewinnt fast den Eindruck, als ob TuS Leopoldshöhe-Goalgetter Jan Plöger (Bild links) beim Preisausschreiben für „Made my day“ mitgemacht hat, zugleich den Hauptpreis abstaubte. „Pokalviertelfinale unter Flutlicht. Was gibt es Besseres?“ Wohl nicht viel, möchte man einwerfen. Vor einigen Wochen erst, da gab es eine Punkteteilung im Ligabetrieb. Die Mannschaften haben nicht viele Geheimnisse voreinander, weshalb man gespannt darauf sein darf, wer sich zunächst aus der Reserve locken lassen wird. „Wir müssen versuchen, die starke Offensive aus dem Spiel zu nehmen und müssen versuchen, vorne eine gute Abschlussquote zu haben, dann ist ein Sieg auf jeden Fall möglich“, verrät Plöger bereits mehrere Erfolgsrezepturen. Mit diesem Wettbewerb haben sich die Leos angefreundet, wollen sie ein volles Investment tätigen, um im Pokal zu überwintern. „Wir werden in dieser letzten englischen Woche nochmal alles reinhauen, was möglich ist“, so ein von voller Vorfreude gezeichneter Plöger. Nur Leader Benjamin Holt fehlt. Ansonsten steht dem Chef-Konstrukteur Christian Martens die vollständige Mannschaft zur Verfügung.

 

Für die Spielleitung ist Marcel Liesegang ab 19.30 Uhr auf dem Kunstrasenplatz der Ahmser Werrekampfbahn verantwortlich.

More in Pokalspiele

%d Bloggern gefällt das: