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Kreisliga A Detmold

TuRa Heiden – Erfrischend erfolgreich

Für den TuRa Heiden ist Kontinuität kein italienisches Nudelgericht. Seit rund einem Jahrzehnt sind sie ein stolzes A-Liga-Mitglied – mit Blickrichtung nach oben. Lippe-Kick schaut etwas genauer hin.

„In Heiden ist kein Platz für „Möchtegern-Stars“

Kreisliga A Detmold (hk). Dinge ändern sich im Fußball schnell. Wer vor einem Jahrzehnt prophezeit hätte, dass der Turn- und Rasensportverein aus Heiden die folgenden zehn Jahre zum Establishment vom Detmolder Kreisoberhaus gehören wird, hätte zumindest kritische Blicke geerntet. Immerhin war zu Beginn des neuen Jahrtausends Liga-Hopping eine wahre Trendsportart rund um die Rotenbergkampfbahn. 2005 wurde in die A-Klasse aufgestiegen, 2006 im Sauseschritt in die Bezirksliga, ehe nach einem einjährigen Intermezzo die Versetzung zurück erfolgte. Von 2008 bis 2011 spielte Heiden wieder überkreislich, doch seitdem hat man es sich in der A-Klasse gemütlich gemacht. Trotz eines passablen Saisonstarts wird sich auch in diesem Jahr wohl nichts daran ändern, was speziell am grandios punktenden Blomberger SV liegt, der mit aller Vehemenz im kommenden Jahr die Bezirksliga bevölkern möchte.

 

Dieser Bericht wird präsentiert von:

 

Von Henning Klefisch

 

Ganz oder gar nicht, so lautet das Motto der Mannschaft von Coach Thorsten Geffers (Bild links), die entweder maximal oder überhaupt nicht im bisherigen Saisonverlauf punktete. Fünf Siegen stehen drei Pleiten gegenüber. Um genau zu sein, sind es mit dem 0:3 im Kreispokal gegen den höherklassigen TuS WE Lügde sogar vier Partien, die mit leeren Händen beendet wurden. Diese Nullrunden gab es allesamt in den vergangenen fünf Spielen, einzig beim fulminanten 6:0-Erfolg über Aufsteiger TuS Eichholz/Remmighausen gingen die Heidener zuletzt als Sieger vom Platz. Geffers vermisst in seiner persönlichen Saisonrechnung „vier bis sechs Punkte.“ Er prangert unverhohlen an: „Die Niederlage bei FSV war unnötig und die bei Di-Mo noch um einiges mehr. Dennoch ist ein Aufstieg auch nicht das erklärte Saisonziel gewesen.“ Hier sind neben den genannten Blombergern auch die Egge-Kicker zu zählen. Geffers möchte nicht mäkeln, konstatiert vielmehr nach 15 Zählern und Rang sechs: „Mit dem Start bin ich grundsätzlich ganz zufrieden. Aktuell haben wir einen Punkt Rückstand auf den TSV Horn auf Platz zwei, die sicherlich am Anfang zu den Aufstiegs-Favoriten mitgezählt haben.“ Für Geffers ist klar, dass am Ende die Nelkenstädter in ganzer Pracht blühen werden: „Mein Favorit auf den Aufstieg war und bleibt der Blomberger SV. Letzte Saison schon bärenstark, setzen sie dies in dieser Saison fort. Sie sind in der Breite des Kaders qualitativ sehr gut besetzt.“ Der BSV ist auch der vierte Verein gewesen, der Heiden in dieser Serie besiegt hat.

 

„Meine Jungs haben einen unbändigen Willen.“

 

Nicht umsonst wird die Rotenbergkampfbahn, wo Schwalbenkünstler verpönt sind, als lippische Anfield Road bezeichnet. Das gesamte Dorf Heiden atmet den Fußball, steht hinter den lokalen Helden. Die Symbiose zwischen den frenetischen Fans und den Spielern ist eng. Über welche Fähigkeiten verfügen die TuRa-Kicker? „Meine Jungs haben einen unglaublichen, unbändigen Willen, eine hervorragende Mentalität und setzen meine Vorgaben sehr gut um. Durch die Zweikampfstärke und Schnelligkeit können wir ein gutes Umschaltspiel vorweisen und sind dabei durch verschiedene Spieler torgefährlich.“ Es gibt allerdings auch in einigen Teilsegmenten Verbesserungsbedarf: „Aber natürlich ist in diesen Bereichen auch noch viel Luft nach oben und wir müssen konstanter werden. Dazu arbeiten wir an der Cleverness, gerade gegen die Spitzenteams.“

 

Geffers und seine Trainer-Vorbilder

 

Jeder Coach, ob Champions League oder Kreisliga, hat Vorbilder, die er während der aktiven Karriere kennengelernt hat. Gewisse Inhalte werden adaptiert, schnell umgesetzt. Der mittlerweile 45-jährige Geffers war einst ein gefürchteter Landesliga-Angreifer, spielte in der Jugend sogar vier Jahre in der Westfalen-Auswahl, hat auf seinen Stationen unter einigen Trainerpersönlichkeiten trainiert: „Als Trainer haben mich Wolfgang Wächter und auch Frank Schwabe sehr fasziniert. Jeder auf seine eigene und unterschiedliche Art. Wolfgang Wächter wusste uns fit zu bekommen und uns taktisch sehr gut auf die Gegner einzustellen. Frank Schwabe begeisterte mich in seinem Umgang mit uns Spielern und seiner Art, Fußball spielen zu lassen. Aber von beiden habe ich mir selbst einiges angenommen.“ Nun entwickelt Geffers, der bereits beim jüngsten Bezirksliga-Aufstieg an der Heidener Seitenlinie stand, zudem die Spielgemeinschaft Hiddesen/Heidenoldendorf und die Sportfreunde Berlebeck/Heiligenkirchen coachte, seinen eigenen Stil weiter, agiert er in Heiden als Menschenfänger. Ein Erfolgsrezept für den gelungenen Start? „Alle Neuzugänge haben sich sowohl sportlich, als auch menschlich super integriert. Ich bin da sehr zufrieden mit den Jungs.“

 

 

„Team steht bei uns immer im Mittelpunkt“

 

Bei den Heidenern wird es nicht darauf hinauslaufen, einzelne Spieler euphorisch in den Himmel zu loben. Über eine gute Teamleistung möchte der Verein aus dem 2200 Einwohner-Ort – zwischen Detmold, Lemgo und Lage gelegen – in Erscheinung treten. Wenn einer seiner Kicker Allüren eines Zlatan Ibrahimovic präsentieren sollte, wird Geffers ihm diese persönlich austreiben. Mit Nachdruck in seiner Stimme unterstreicht er: „Das Team an sich steht bei uns aber immer im Mittelpunkt und nie einzelne Spieler. Nur als Kollektiv können und werden wir erfolgreich bleiben. In Heiden ist kein Platz für irgendwelche “Möchtegern-Stars”, darauf legen wir weiterhin sehr viel wert.“ Platz ist aber für neue Teams in der Liga. In dieser so verrückten Corona-Spielzeit sind gleich vier Teams aus der B-Klasse aufgestiegen. Jeder Neuling erzählt eine ganz eigene Geschichte. Geffers erkennt das Quartett als Bereicherung an, führt weiter aus: „Von den Neulingen erwarte ich schon eine gute Saison. Bislang haben wir gegen den BSV Müssen und TuS Eichholz/Remmighausen gespielt und konnten beide Spiele gewinnen. Hierbei empfand ich das Auftreten des BSV schon als sehr gut. Aber auch CSL Detmold sowie die SF Oesterholz/Kohlstädt, mit meinen sehr guten Bekannten Brinkmann und Rellensmann, traue ich noch eine gute Saison zu.“

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