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Kreisliga A Detmold

SV Diestelbruch/Mosebeck – Populär und erfolgreich

Mit Pfeil und Bogen wird der Verfasser dieser Zeilen hoffentlich nicht gejagt, wenn er von einem besonderen Verein spricht – mit Blick bei Tageslicht auf den Sportverein aus Diestelbruch/Mosebeck.

Spaß und Defensiv-Stärke als Erfolgs-Faktoren

Kreisliga A Detmold (hk). Dass Deutschland mit seinen 16 Bundesländern ein wahrer Flickenteppich ist, bewahrheitet sich in der aktuellen Corona-Zeit tagtäglich. Nicht anders sieht es in Lippe mit seinen 16 Kommunen aus. Lippe-Kick merkt genau das beim Besuch der zahlreichen Liga- und Pokalspiele am eigenen Leib. Lippe-Kick-Reporter Henning Klefisch legt sich auf die Lauer, analysiert die Erfolgsgeschichte vom SV Diestelbruch/Mosebeck, dem Tabellenvierten der A Detmold.

Dieser Bericht wird präsentiert von:

 

Von Henning Klefisch

 

Als Reporter eines lippischen Fußball-Mediums werden starke Nerven benötigt. Andere würden sogar von „Cojones“ sprechen, die stets mit im Gepäck sein müssen. Einigen wir uns darauf: Ein gewisses Selbstbewusstsein ist unabdingbar, um auf die Sportplätze zu tigern. Was meint der Lippe-Kick-Reporter überhaupt? Naja, es gibt Vereinsvertreter, die betrachten den harmlosen Reporter, als ob dieser am Vorabend einen fiesen Klingelstreich begangen hätte. Das ausgerechnet während der Sportschau, dieser Rabauke und Zeilenknecht. Es geht auch anders. Eine seelische Wohltat ist nämlich meist die Reise zum Dörenwald-Stadion. Okay, geparkt wird meist im Wald, drohen oft zornige Blicke von eifrigen Spaziergängern. Die vorwurfsvolle Frage schließt sich an: „Warum müssen Sie ihr viel zu großes Auto ausgerechnet an der Stelle parken, wo unser Hund Hasso seinen Sonntagsspaziergang unternimmt?” Die Schimpftirade erfährt eine Fortführung. „Haben Sie gar kein schlechtes Gewissen?” Nach einem flüchtigen „Nö“ als Antwort auf diese vorwurfsvolle Frage geht es weiter Richtung Hort der guten Laune. Wenn die Drehtür passiert wird, ist alles fein. Hexenkessel Dörenwald, ich komme! Dem kurzen Necken über die hier angesagten Vereine Arminia Bielefeld, Borussia Mönchengladbach und 1. FC Köln folgt der Gang zur Grillbude. Dort wird erst einmal die unfassbar leckere Currywurst vernascht. Das Soßen-Rezept behütet der Grill-Maestro Ralf Meschgang annähernd so wie seine Augäpfel. Man stellt sich daher die Frage: Ist vielleicht diese kollektive Entspanntheit rund um den SV Diestelbruch/Mosebeck auch das Erfolgsrezept auf dem Platz?

 

Di-Mo kann Spitzenspiele

 

Wenn es Di-Mo-Sprachrohr Arne Dreier mental nicht gut geht, wie etwa dann, wenn sein Bundesliga-Lieblingsverein Borussia Mönchengladbach in der Champions League kurz vor Abpfiff wieder einmal den Sieg verbaselt, dann blickt er auf das Tableau der Kreisliga A Detmold. Sein Herz juchzt, denn sein SV Diestelbruch/Mosebeck rangiert an vierter Position. Dort, wo die Fohlenelf einige Etagen höher ebenfalls nur liebend gerne einlaufen würde. Auch der Lokalfußball gehört zur Unterhaltungssparte. Am Sonntag ein kühles Blondes vernaschen, dazu eine Wurst und ein schönes Fußballspiel. Freunde der Sonne, das ist das Paradies auf Erden. Dreier hat seine Wünsche in diesem Sommer bei Lippe-Kick bereits klar formuliert: „Bereits vor der Saison habe ich davon gesprochen, dass ich wieder Spaß beim Fußball sehen will, eine Mannschaft, die Spiele unbedingt gewinnen will. Das ist uns bisher unglaublich gut gelungen.“ Rang vier mit 16 Punkten nach acht Partien, das ist a la bonheur, was Neu-Coach Roy Wangert (Bild rechts) und sein Team bisher so gezeigt haben. Diese hervorragende Platzierung dient natürlich als Stimmungsbeschleuniger. Zudem hat Wangert einige Inhalte geändert. Das Positionsspiel ist etwa in der Gunst vom ehemaligen SG Istrup/Brüntrup-Coach ganz weit oben anzusiedeln. Alt-Bundestrainer Berti Vogts schießen bei dieser Aussage spontan die Tränen in die Augen, als er Dreier lauscht: „Nur als Kollektiv kannst du auch erfolgreich sein, gerade gegen die starken Mannschaften aus der Liga“, ist der Star die Mannschaft, würde der Bundes-Berti seinem Gladbacher Freund freudestrahlend hinterherrufen. Es wird derzeit einfach verdammt viel richtig gemacht bei den Rot-Weißen. Das 2:2 gegen die bisher so bockstarken Blomberger ist ein Indiz für die enorme Qualität. Auch TuRa Heiden musste bei der 0:2-Niederlage bedröppelt die Heimreise gen Rotenberg-Kampfbahn antreten. Die Sportfreunde Berlebeck/Heiligenkirchen können nach dem 0:2 ebenfalls ein Klagelied anstimmen. Kurzum: SV Diestelbruch/Mosebeck kann Spitzenspiele!

 

„Für Falk ist die A-Liga ein ganz anderes Spiel“

 

Auf dem Transfermarkt war der Sportverein vor dieser Serie äußerst engagiert. Ein abschließendes Urteil kann jedoch noch nicht gefällt werden. Justus Lopsien (Bild links) erlebte den Traumstart, fiel dann verletzungsbedingt aus, um kurz vor dem Corona-Shutdown ein viel umjubeltes Comeback zu feiern. „Die Ansätze sind sehr stark, er ist auch ein prima Kerl. Allerdings hat man gegen Blomberg gesehen, dass er noch einiges lernen muss“, schreibt ihm Dreier in die To-do-Liste. Für Marvin Roets war es eine Rückkehr an die ehemalige Wirkungsstätte. Ein relativ risikobefreiter Transfer also. „Bei ihm war ich mir sicher, dass er uns

M. Roets

richtig helfen kann. Ein Typ, der immer gewinnen will“, der das Sieger-Gen quasi in sich trägt. Bereits in der Vorbereitung fiel er aus, kehrte zuletzt gegen Blomberg zurück. Vom SV Rödinghausen II zog es Falk Landwehrmeyer (Bild links unten) ins Lipperland. „Bei Falk sieht man einfach, dass er eine sehr gute Ausbildung genossen hat. Aber für ihn ist der Fußball in der Kreisliga A ein ganz anderes Spiel – und die Plätze manchmal auch“, schmunzelt Dreier und frohlockt: „Er wird uns auch noch viel Spaß bereiten.“ Gut bekannt rund um den Dörenwald sind auch die Schlegel-Brothers Alexander und Maximilian. „Sie geben uns eine ganz andere Stabilität. Das sieht man an der Anzahl der Gegentore. Es wird dadurch endlich wieder mehr gesprochen auf dem Platz”, freut sich Dreier über die Kommunikationsfreude seiner Schützlinge. Mit gerade einmal vier Gegentreffern belegt der SV Di-Mo zusammen mit dem Spitzenreiter Blomberger SV in diesem Ranking den geteilten ersten Rang. Nicht nur deshalb hofft Arne Dreier: „Hoffentlich kommt Maxi nach seiner schlimmen Verletzung möglichst bald zurück. Noch einmal gute Besserung auf diesem Wege.“

„Ich sehe derzeit nur Blomberg als Anwärter auf den Aufstieg.”

 

Der Sportverein von 1992, östlich von Detmold gelegen, benötigt nicht einmal die unsägliche Corona-Zeit, um die Bedeutung der Jugendarbeit zu erkennen. Den eigenen Spielern wird eine Perspektive geboten. „Wir sind ein Verein, der kein Geld an die Spieler zahlt. Wir schaffen ein super Umfeld und bei uns überzeugt der gesamte Verein“, betont Arne Dreier gegenüber Lippe-Kick. Er stellt mit Nachdruck in seiner Stimme fest: „Natürlich gibt es Spieler, die für Geld bei uns spielen würden. Das ist aber nicht unser Weg. Daher legen wir so schön großen Wert auf die Jugend. Da muss es unser Ziel sein, dass wir diese Jungs bei uns im Verein halten.“ Dieser Weg ist zielführend, denn die Identifikation steigert sich mit mehr Eigengewächsen. Man möchte seine lokalen Helden schließlich vor Ort unterstützen. Fußball-Söldner, die primär auf die schönen Taler achten, sind verpönt. Man muss kein Prophet der Kategorie von Johannes der Täufer sein, um vorherzusagen: Der Pöbelhügel (Bild rechts) würde gewiss ein ohrenbetäubendes Pfeifkonzert anstimmen, emotional rebellieren, wenn die Geldgier größer wäre als die Liebe zum Verein. Was müsste passieren, damit Arne Dreier am Saisonende mit einem Schmunzeln im Gesicht über den lippischen Fußball sinniert? „Ich würde mich riesig freuen, wenn wir die Saison zu Ende spielen könnten. Da wäre ich schon sehr zufrieden. Ich freue mich auf alte, bekannte Gesichter auf Lippes Sportplätzen. Bleibt bis dahin bitte alle gesund.“ Knapp zwei Monate vor dem Weihnachtsfest formuliert er noch weitere Wünsche: „Wenn wir dann noch den Schwung mitnehmen und weiter gut arbeiten, dann wird die Mannschaft am Ende zufrieden sein und auf eine sehr gute Saison zurückblicken.“ Dreier ist kein Traumtänzer, schwirrt der Bezirksliga-Aufstieg nicht in seiner Gedankenwelt: „Ich sehe derzeit nur Blomberg als Anwärter auf den Aufstieg. Sie können sich nur selber schlagen.“

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