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Kreisliga A Lemgo

SG Bentorf/Hohenhausen – Maradea kommt zur Rückrunde

Nicht jammern, sondern arbeiten. Das ist das Motto der Spielgemeinschaft aus Bentorf/Hohenhausen. Bei Lippe-Kick gibt es die große Geschichte dazu.

 

Fit aus der Krise

Kreisliga A Lemgo (hk). In Fußball-Lippe wird laut gestöhnt. Der erneute Corona-Lockdown bringt auch den lokalen Fußball komplett zum Erliegen. Es ist nicht einfach für die Vereine, ebenfalls nicht für die hiesigen Medien. Die SG Bentorf/Hohenhausen versucht immerhin, das Beste aus der Situation zu machen, bietet Übungseinheiten per App an, um die Fitness und den Mannschaftsgeist weiterhin zu stärken. Zudem zaubert der Tabellenfünfte aus dem Lemgoer Kreisoberhaus mit Andrea Maradea einen echten Transfercoup aus dem Hut.

 

Dieser Bericht wird präsentiert von:

Von Henning Klefisch

 

Ein kurzer Blick zurück: Rund fünf Jahre ist die Fusion der TSG Hohenhausen und vom SV Bentorf mittlerweile her. Beachtlich: Die SG Ben/Hoh ist einer von nur noch vier aktiv spielenden Fußball-Vereinen im gesamten Kalletal, neben der SG Lüdenhausen/Talle/Westorf, dem FC Unteres Kalletal und der SG Kalldorf. Einst gab es Teams wie den SV Arminia Heidelbeck, den TuS Lüdenhausen, den TuS Talle, Germania Westorf, Spielvereinigung Bavenhausen, SuS Stemmen/Varenholz oder auch den TuS Langenholzhausen. Die demografische Entwicklung und ein größeres Freizeitangebot ließen einige Vereine in dieser Form nicht mehr weiterbestehen, weshalb die Kräfte in Spielgemeinschaften gebündelt wurden. Die Ur-Bentorfer und Ur-Hohenhauser hatten zunächst gewiss ihre Vorbehalte, doch nach einem halben Jahrzehnt lässt sich konstatieren: Dank Fleiß, Weitsicht und Geschick hat sich die Spielgemeinschaft zu einem der besten Adressen im gesamten FuL-Kreis Lemgo entwickelt.

 

Corona-Pause sinnvoll nutzen

 

Von nichts kommt nichts. Das wissen die Nord-Lipper nur allzu gut. Selbst während der zweiten Corona-Pause wird fleißig geackert. Vor allem der Kraft- und Koordinationsbereich wird mit speziellen Übungen in Kleingruppen trainiert. Athletik- und Fitnesscoach Ali Rahmati (Bild links), Co-Trainer Severino-Valentino Westhoff (Bild rechts) und Chefcoach Tobias Kasper leiten die Mannschaft über Whats-App-Videocall zweimal wöchentlich an. Um die örtlichen Wälder besser kennenzulernen, zudem die Kondition nicht gänzlich zu vernachlässigen, stehen einmal wöchentlich Laufeinheiten von je 45 Minuten auf dem Programm. Per Whats-App erfolgt die Datenübermittlung an Chefcoach Tobias Kasper (Bild unten). Ben/Hoh-Obmann Marco Evers freut sich über so viel Eifer: „Ich finde es bemerkenswert, wie sich die Jungs Gedanken darüber machen, die Corona-Zeit zu überbrücken und mit wie viel Enthusiasmus sie an die Sache herangehen.“ Es ist aktuell ein im Trüben fischen. So wisse doch keiner, wann endgültig wieder gespielt werden darf.

 

 

 

 

Maradea: Verstärkung als Kicker und Charakter

 

Mit Andrea Maradea (Bild links) hat Bentorf/Hohenhausen sich ein spielstarkes Mittelfeld-Ass geangelt. Ihn zieht es vom Detmolder A-Liga-Primus Blomberger SV zu den Blau-Schwarzen. Wie kam es zum Wechsel? „Ich stand mit Andrea schon länger in Kontakt. Es gab schon im Sommer die Überlegung eines Wechsels zu uns. Letztendlich passte es (noch) nicht. Jetzt sahen wir uns zum Handeln gezwungen, da uns im Mittelfeld kurzfristig Alternativen fehlen werden“, so die Begründung von Evers. „Andrea ist flexibel einsetzbar und wird mit seiner Erfahrung unserer jungen Mannschaft sicherlich weiterhelfen. Dass er Fußball spielen kann, ist weitestgehend im Lipperland und auch im Schwabenland bekannt. Er war ja schließlich mal für die Stuttgarter Kickers aktiv. Auch als Typ wird er unserer Mannschaft sicherlich guttun. Ein Charakter, der unsere Jungs mal an die Hand nehmen kann.“ Was Antizipationsvermögen, Zweikampfstärke, Spielintelligenz, Pressingverhalten, Übersicht, Passsicherheit, Ballgefühl und Führungsqualitäten angeht, besitzt der Ben/Hoh-Maradea außergewöhnliche Fähigkeiten.

 

 

 

Bad Salzuflen-Sieg als „Dosenöffner“

 

 

Corona hat der Siegesserie einen Strich durch die Rechnung gemacht. In den jüngsten sechs Partien fuhr die SG Bentorf/Hohenhausen fünf Dreier ein. Einzig beim 0:2 in Leopoldshöhe gab es nichts für das Habenkonto. Evers (Bild links) möchte nicht zum Mecker-Onkel mutieren, wird in dieser schweren Zeit nicht unprätentiös. Er verdeutlicht: „Im Moment geht einfach die Gesundheit der Spieler und Aktiven vor.“ Wohl wahr. Die sportliche Entwicklung stimmt ihn dennoch zuversichtlich. Ein flüchtiger Blick in den Rückspiegel: Nach der vierten Runde war die Spielgemeinschaft sang- und klanglos Schlusslicht. Anders ausgedrückt: Man lebte in prekären Verhältnissen, im Rotlicht-Milieu der A Lemgo. Die von Schalke 04-Coach Manuel Baum inflationär kommunizierte, vor allem nunmehr abge­dro­schene Ketchup-Ana­logie wollen wir an dieser Stelle lieber nicht anführen. Nachahmenswert: Man verfiel nicht in Aktionismus, arbeitete indes lösungsorientiert. Die sechste Runde war der Wendepunkt. „Ich denke, der Dosenöffner war der Sieg gegen die favorisierte Mannschaft aus Bad Salzuflen. Da hat jeder gesehen, was mit Leidenschaft und Auftreten als Team möglich ist.“ Die bis dato so glänzend aufspielenden Kurstädter wurden mit 2:1 bezwungen. Danach folgten fünf Siege aus sechs Partien.

 

 

 

 

 

 

 

 

Niemals die Contenance verlieren

 

Warum gestaltete sich der Saisonstart denn so zähflüssig wie Sirup, schmeckte nur nicht so süß? „Im Nachhinein brauchten wir wohl einfach die Zeit. Ein komplett neues Trainerteam und acht Neuzugänge musst du erst einmal integrieren“, wird das Ensemble im weiteren Saisonverlauf noch besser zusammenwachsen.

Kevin Krüger

Geduld war ein wichtiger Ratgeber, wurde man in Nord-Lippe nie hektisch, stellte auch nicht das gesamte Konzept voller Effekthascherei infrage. „Was mich die letzten Spiele sehr gefreut hat, ist, dass wir als Mannschaft und Team aufgetreten sind.“ Er benennt sogar Einzelbeispiele: „Auch die Spieler, die vorher weniger Einsatzzeiten hatten, zünden, wenn sie auf dem Platz stehen. Da macht ein Kevin Krüger in Bexterhagen in der zweiten Halbzeit ein Superspiel, nachdem er eingewechselt wurde. Oder ein Marvin Siekmeier – vorher mit relativ wenig Einsatzzeiten – spielt gegen den FC SSW von

M. Siekmeier

Anfang an und macht eine überragende Partie. Das ist das, was wir brauchen, indem wir in der Breite besser aufgestellt sind, und für mich in einer langen Saison unverzichtbar.“

 

 

„Sportlich und charakterlich eine super Truppe“

 

 

Man benötigt kein Grundstudium in Medizin, um es zu erahnen. Durch den Körper von Marco Evers fließt blau-schwarzes Blut. Der Familienvater ist fußballverrückt, ein Menschenfreund. Er brennt für die SG Bentorf/Hohenhausen. Der Workaholic freut sich ungemein über diese aufstrebende Entwicklung, sollte sich sein Herzensverein 1. FC Köln daran doch bitteschön ein Beispiel nehmen. Evers denkt nicht nur von hier bis zur nächsten Bushaltestelle. Er hat das große Ganze im Blick, das Gesamtkonstrukt: „Aber nicht nur sportlich, sondern auch charakterlich haben wir zurzeit eine super Truppe zusammen. Ich habe den Eindruck, dass die negativen Ergebnisse am Saisonanfang uns noch stärker zusammengeschweißt haben.“ Evers wünscht sich inständig, dass die Fußball-Pause nur den November andauert, um prompt nüchtern zu konstatieren: „Wobei ich mir sicher bin, dieses Jahr rollt kein Ball mehr in der Kreisliga.“ Vielmehr appelliert er mit tiefer Inbrunst in seiner Stimme: „Wir müssen alle gesund bleiben.“

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