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Kreisliga B1 Lemgo

FC Donop/Voßheide – Ambitionierte Zielsetzung

Don/Voß ist aufgrund der eigenen Historie ein gefühlter A-Ligist. Schritt für Schritt soll aus dem Traum Wirklichkeit werden. Lippe-Kick hat den FC-Insidereport für euch im Schaufenster.


„Man sieht: Es reicht für die Top 3!“

Kreisliga B1 Lemgo (hk). Früher war mehr Lametta. Was waren das noch für selige Zeiten, als der FC Donop/Voßheide zwischen 2011 und 2018 ein vorzeigbares Mitglied im Lemgoer Kreisoberhaus war. Vor allem in den ersten drei Jahren nach dem Aufstieg bescherten die Blau-Weißen ihrer treuen Anhängerschaft zahlreiche Glücksgefühle. Einstellige Tabellenplätze fünf, sieben und neun sprangen dabei heraus. Es folgten Einläufe im unteren Tabellenmittelfeld, ehe vor zwei Jahren der bittere Abstieg bedauert wurde. Seither dienen zwei siebte Ränge in der B1 Lemgo als Arbeitsnachweis. Auch vor der abermaligen Corona-Pause war diese Position Realität. Für den extrem ehrgeizigen FC-Coach Sebastian Milde ist das zu wenig, unterstreicht er im Lippe-Kick-Insidereport mit Schmackes in seiner Stimme: „Die Saison ist bis jetzt für uns anders verlaufen, als man sich das vorgestellt hat. Platz 7 ist jetzt nicht der Anspruch, den wir haben.“

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Von Henning Klefisch

 

Voreilig die Pferde scheu machen, das muss jedoch keiner, geht es in der Spielklasse doch äußerst kuschelig zur Sache. Ungefähr so, wie auf der gänzlich überfüllten Tanzfläche vom Detmolder Hermann’ s Club Samstagnacht um halb eins. Es wird gedrängelt, geschubst, geschwitzt und geschimpft, jeder will seine Lieblings-Position einnehmen, um das Wunschziel zu erreichen. Während die Tanzwütigen meist ein menschliches Objekt der Begierde bezirzen wollen, liest sich die Gemengelage für den FC Donop/Voßheide gänzlich anders. Die Kletterlust ist angesagt, denn Platz vier, den derzeit die SG Lüdenhausen/Talle/Westorf bevölkert, ist nur läppische zwei Punkte entfernt. Wahrlich kein Quantensprung. Der FC sollte allerdings auch den Schulterblick nicht vernachlässigen, bei nur vier Punkten Vorsprung zur Zweistelligkeit in der B1 Lemgo. Jaja, die Konstanz und Don/Voß sind nicht unbedingt Brüder im Geiste, hätte jeder Tipper einen veritablen Herzkasper bekommen, müsste er die Partien der Milde-Männer prognostizieren. Selbst die Lippe-Kick-Jungs, die durchaus über reichlich Expertise im lokalen Fußballgeschehen verfügen, verzweifeln regelmäßig an der grenzenlosen Unbeständigkeit des langjährigen A-Ligisten. Wäre beim Expertentipp tatsächlich Geld im Spiel, müsste der Verfasser dieser Zeilen wohl zum Pfandpiraten umschulen, vielleicht auch mit einer Panflöte bewaffnet die lippischen Fußgängerzonen zwecks musikalischer Unterhaltung unsicher machen.

 

„Haben gezeigt, dass wir nach oben wollen“

 

Für Sebastian Milde ist es ein Gräuel, dass seine Mannschaft zu häufig so unbeständig auftritt, wie das Wetter im brasilianischen Regenwald. Die bittere Konsequenz: „Deswegen gab es Niederlagen, die kein Mensch verstehen kann.“ Voller Sorgenfalten benennt er grimmig das Heimspiel gegen die SG Sonneborn/Alverdissen II. Die Zornesröte steigt ihm ins Gesicht, als er sich ungläubig in Erinnerung ruft: „Wir machen 90 Minuten das Spiel und die machen das eine Tor.“ Auch die 0:2-Pleite gegen den VfL Lüerdissen II bereitet ihm innere Pein. Nach Regen kommt die Sonne, wie etwa Partien gegen den SC Extertal (1:1) oder den FC Unteres Kalletal (2:2). Beides Spitzenteams, die laut Milde hätten geschlagen werden müssen, bei freier Sicht auf den Spielverlauf. Die 0:3-Niederlage in Kirchheide tut weh, ist allerdings keine Schmach, wie Milde gegenüber Lippe-Kick erklärt: „Gegen Kirchheide kannst du verlieren, aber wenn du gegen die anderen beiden von oben so spielst, musst du gewinnen.“ Hier fiel die gute Ordnung und Struktur im FC-Spiel auf, während der Auftritt gegen Kirchheide wild und wenig zwingend war. Das Malheur mit dem verpassten Dreier: „Aber das haben wir nicht, also müssen wir in der Rückrunde an der Leistung der letzten Wochen anknüpfen.“ Vor allem die frischen beiden Punkteteilungen haben bei ihm für eine klare Erkenntnis gesorgt: „Man sieht einfach, dass es für die Top 3 reicht. Auch wenn wir sehr inkonstant gespielt haben, haben wir uns aber gefangen und gezeigt, dass wir nach oben wollen. Die Mentalität, jedes Spiel zu gewinnen, ist gewachsen.“ Der Weg in die Top 3 ist allerdings sehr dornenreich wie beschwerlich, denn sechs Punkte müssen auf UK aufgeholt werden. Konstanz ist hier das Stichwort.

 

Konkurrenzkampf ist förderlich für den Teamerfolg

 

Eine erfolgreiche Integration legten die vier Neuverpflichtungen hin. Jan-Hendrik Bergmann (FC Unteres Kalletal), Jan Neumann (SV HW Falkenhagen), Christian Pörtner (Bild links; FC Union Entrup) und Tobias Rischer (Bild rechts; SG Klüt/Wahmbeck) fühlen sich an neuer Wirkungsstätte pudelwohl. Sie zeigten keinerlei Anpassungsschwierigkeiten. Milde urteilt: „Jeder hat seinen Platz gefunden und man sieht, dass wir dadurch auch stärker geworden sind und der Konkurrenzkampf auf manchen Positionen sehr stark zu spüren ist.“ So etwas ist für den Leistungsgedanken nur mehr als wirksam: „Nur so schaffst du es, auch mehr aus der Mannschaft zu holen.“ Weil: „Wenn sich nicht jeder sicher ist, ob er Sonntag spielt, wird der eine oder andere sich schon Gedanken machen, wie er sich zeigt.“ Selbstverständlich zicken Spieler etwas rum, wenn mit einer ungewohnten Reservistenrolle Vorlieb genommen werden muss. Die Order ist klar: Leistung soll belohnt werden, zählen persönliche Eitelkeiten nicht.

 

„Das San Siro ist für die Jungs heilig!“

 

Wenn der Reporter, meist mit Mrs. Lippe-Kick und Sohnemann im Schlepptau, die kleine Steigung hinauf zum Donoper San Siro auf sich nimmt, dann ist der Geräuschpegel leicht wahrnehmbar. Der Hexenkessel hat es in sich, entsteht eine leidenschaftliche Symbiose zwischen Team und Anhängerschaft, die ihre lokalen Helden lautstark nach vorne peitschen. Milde, als FC Schalke 04-Fan Atmosphäre gewohnt, schwärmt mit glänzenden Augen: „Es ist schon ein tolles Gefühl, zu sehen, wie die Fans mit der Mannschaft mitgehen.“ Die Equipe mutierte in einigen Spielen zu echten Lieferhelden, unterstreicht Milde via Lippe-Kick: „Wir haben auch schon super Spiele gezeigt, Pokal gegen Yunus bis zum Elfmeterschießen, wo unser Keeper Dimitrios Papaionnou einige Elfmeter hält und den entscheidenden selbst reinmacht. Dann zuletzt gegen Unteres Kalletal, wo man in Unterzahl so ein Spiel macht und sogar einen Sieg verdient hätte.“ Resümierend ist es ein Geben und Nehmen, spürt der FC-Übungsleiter vor allem eine Wechselwirkung, ebenso viel Dankbarkeit: „Es ist aus meiner Sicht einfach wichtig für die Jungs! Der Platz ist für sie heilig!“

 

Milde glaubt an den Aufsteiger TSV Kirchheide

 

Stets schaut der lippische Julian Nagelsmann auch nach links und rechts, verbindet ihn etwa mit Norman Dinkelbach, dem Coach des TSV Kirchheide, seit seiner gemeinsamen und erfolgreichen Best of Lippe-Kick-Zeit eine echte Männerfreundschaft. Fußballerisch, so ist sein Tenor, ist der aktuelle Tabellensechste, der jedoch noch zwei Nachholspiele in der Hinterhand hat, das beste Team der B1 Lemgo. Deshalb ist die Aufstiegsfrage für ihn bereits geklärt: „Aufsteigen wird meiner Meinung nach Kirchheide, weil die einfach bis jetzt den besten Fußball zeigen. Sie sind zwar nicht mehr so dominant wie in der letzten Serie, aber sie werden aufsteigen, aber kurz nach Kirchheide kommt für mich SC Extertal, die konstant sind, die wenig Tore bekommen und eine gute Mischung aus jungen und alten Spielern haben. Die werden Kirchheide im Nacken sitzen.“ So glaubt Sebastian Milde an einen Zweikampf der beiden Erstvertretungen, in dem der Turn- und Sportverein aus dem 1500 Einwohner-Ort das bessere Ende für sich haben wird.

 

„FC II wird in der Liga bleiben“

 

Im Rotlichtbezirk dieser Spielklasse verharrt aktuell die Reserve vom FC Donop/Voßheide. Mit vier Punkten belegt die Mannschaft vom Trainer-Duo Nikolas Marek/ Julius Herzog den vorletzten Rang – einen Abstiegsplatz. Fünf Punkte Rückstand sind es bis zum rettenden Ufer, wo der SC Extertal II rangiert. Trotz dieser Bürde glaubt Milde an den Klassenerhalt der Vereinskameraden: „Weil die einfach eine Mannschaft haben, die es nicht verdient hat, abzusteigen.“ Anschaulich kann er seine Begründung manifestieren: „Ich habe oft Spiele gesehen, da haben sie das Spiel bestimmt und haben sich dann leider nach einem Gegentreffer hängenlassen, aber was sie gegen Spork II gemacht haben, zeigt einfach, dass die Mannschaft in der Liga bleiben will.“ Was er meint: „Wer 1:4 hinten liegt und dann noch einen Mann weniger auf dem Platz hat, das Spiel dann mit 5:4 dreht, hat es nicht verdient abzusteigen. Ich bin davon überzeugt, dass sie ihre Kurve bekommen und in den richtigen Spielen ihre Punkte holen werden!“ Wichtig wird es für die Reserve sein, sich auf die eigenen Stärken zu besinnen, die direkten Duelle für sich zu entscheiden.

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