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Kreisliga A Detmold

Post TSV Detmold II – Neue Besen kehren gut

Nach dem großen Reinemachen im Sommer 2020 – mit Wechseln auf dem Kutscherbock und auch beim Personal –  stimmt das Visier der Post-Kutsche, die das richtige Ziel ansteuert. Lippe-Kick hat den großen Post TSV II-Insidereport.

„Wir haben mehr Potenzial!“

Kreisliga A Detmold (hk). Jetzt mal unter uns Ordensbrüdern: Vor einigen Jahren verlief die Zusammenarbeit zwischen Erst- und Zweitvertretung des Post TSV Detmold gewiss nicht so flüssig wie das Badevergnügen im angrenzenden Aqualip. Schwamm drüber, das Lebbe geht weider, würde der ehemalige Kult-Trainer und Lippe-Kick-Kumpel Dragoslav Stepanovic anmerken. Immerhin pfeift seit Sommer 2020 ein frischer Wind durch die Werre-Arena, gibt es mit der Inthronisierung von Daniel Wichmann als neuem Spielertrainer eine Aufbruchstimmung rund um den Detmolder A-Liga-Vertreter. Nach der umfangreichen Kaderveränderung sind die Postler eine der positiven Erscheinungen im bisherigen Saisonverlauf. Was die Laune heben sollte: Bei Tageslicht betrachtet, wäre sogar mehr als der amtierende achte Tabellenplatz möglich.

 

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Von Henning Klefisch

 

Gut Ding will Weile haben, um die PS adäquat auf die Straße zu bekommen. Die Saison glich eher einem Stotterstart mit einigen Motorenproblemen, über die die Wichmänner wohl oder übel klagen mussten. Aus den ersten fünf Partien gab es einzig beim 3:1 gegen den BSV Müssen die vollständige Ausbeute. Einfach wurde immerhin im Derby bei den SF Berlebeck/Heiligenkirchen gepunktet (2:2), während die Partien in Heiden (1:2), in Blomberg (0:5) und gegen den SC Türkgücü Detmold (0:1) ein Gefühl der Leere verursachten. Die Kennenlernphase nahm eine gewisse Zeit in Anspruch, offenbarte Daniel Wichmann bei der richtigen Anordnung seines Personals ungefähr so viele Probleme wie der Normal-Bürger beim Aufbau eines Ikea-Möbelstücks. Bedeutet: Es passte nicht wirklich viel zusammen. Zumindest, was den Beziehungsstatus zwischen Aufwand und Ertrag betrifft. Hier würde man die Rubrik: „Es ist kompliziert” anklicken. Hilfreich, dass es „super Charaktere“ sind, die er für den Post TSV Detmold II gewinnen konnte, um solch prominente Abgänge wie „El Pistolero“ Tim Haskins (Bild links) oder das Mittelfeldmetronom Georg Adam (beide zu den SF Berlebeck/Heiligenkirchen) zu kompensieren.

 

Schlafmützige Schlussphasen

 

Die routinierten Recken in Verbund mit hippen Shootingstars, das ist eine aufregende Mischung. Bei Ruhepol Wichmann überwiegt nunmehr die Erkenntnis: „Insgesamt merken wir aber, dass wir eher eine „erfahrene” Mannschaft sind. Wir wollen den Ball laufen lassen, nicht mehr selber hinterherlaufen hinter jedem Ball. Das merkt man hier und da auch auf dem Platz. Dennoch bin ich zufrieden mit dem Einsatz im Training und in den Spielen“, kommt mit der Erfahrung auch der Blick für das richtige Stellungsspiel, das angemessene Anlaufverhalten, die intelligente Zweikampfführung oder das akkurate Umschaltspiel. Nein, trotz der zunächst spartanischen Punkteausbeute zeigt sich Wichmann zufrieden, denn die Leistung stimmte meist. So habe man sich doch in Heiden und Heiligenkirchen, zudem gegen Müssen, „super verkauft.“ Im Residenz-Derby gegen den SC Türkgücü hat er ein Spiel „auf ein Tor“ wahrgenommen. Das Malheur: Sie schlucken in der Schlussminute das einzigartige wie unglückliche Gegentor. Auch bei BHK fehlt der letzte Funken Konzentration bis zum Abpfiff, als in der Extra-Time das 2:2 fällt. Ergo: Die Crunch-Time offeriert noch viel Luft nach oben. In Hamburg legt man fürsorglich die Hand auf die Schulter der Postler, stößt einen tiefen Seufzer aus. Wichmann atmet schwer, vergräbt sein Gesicht in seine flachen Hände und stammelt: „Da fühlten wir uns wie der HSV in der letzten Saison.“

Wichmann vermisst „vier, fünf Punkte!“

 

Ausgerechnet, nein, nicht Schnellinger, sondern SuS Pivitsheide, mag man sich denken, denn die Wichmann-Brüder Manuel (Bild links) und Daniel kamen vor der Spielzeit von der Hebbelstraße, benennen die Pivitker als ihren Heimatverein. Was ist denn überhaupt passiert? Eine 3:4-Niederlage an der ehemaligen Wirkungsstätte, das ist passiert. „Unerklärlich“ findet der 30-Jährige solch einen Auftritt. So habe er sich über diese Niederlage „besonders geärgert.“ Man wollte doch mit stolzgeschwellter Brust durch das Dorf flanieren. Das wird wohl nichts. Der innere Ansporn war doch gewaltig: „In der alten Heimat wollte ich sehr ungern als Verlierer vom Platz gehen“, offenbart Daniel Wichmann wenig überraschend.
Die 1:4-Derby-Pleite beim TuS Eichholz/Remmighausen stößt ihm ebenfalls säuerlich auf.
„30 Minuten machen wir ein Top-Spiel, lassen Ball und Gegner laufen und nach dem 1:1, welches aus dem Nichts fällt, bricht plötzlich alles zusammen und wir verlieren am Ende 1:4.“ Einzig bei der 0:5-Schmach beim Über-Team aus Blomberg waren die Postler chancenlos. In den restlichen Partien gab es stets hoffnungsvolle Phasen. Daniel Wichmann hätte allzu gerne noch „vier, fünf Punkte“ mehr auf der Habenseite gesehen. Er resümiert nach zehn absolvierten Spielen: „Wir als Mannschaft verstehen uns auf und neben dem Platz richtig gut, es ist sehr harmonisch, im Training wird Gas gegeben. Auch der Tabellenplatz ist an sich okay, aber wir haben noch mehr Potenzial – schade, dass wir das nicht ausgeschöpft haben.“

 

 

 

 

Wichmann fühlt sich exzellent unterstützt

 

Wie im ersten Satz angedeutet, fühlte sich einst der eine oder andere Post TSV II-Protagonist wie ein DFB-Akteur in diesen Tagen: wenig wertgeschätzt. Das hat sich gravierend verbessert, zumindest bei den Postlern. Es ist derzeit genauso, wie es sein soll. Wichmann bestätigt diese These via Lippe-Kick: „Die Verbindung zwischen erster und zweiter Mannschaft ist richtig gut. Bei den Planungen vor der Saison war Ralf Brockmann ein wichtiger Ansprechpartner für mich und das ist er auch während der Saison.“ Um dieser Aussage mehr Nachdruck zu verleihen, benennt Wichmann eine Begebenheit, die sich in der Vorbereitung zugetragen hat: „Im August hatten wir ein Testspiel an einem Freitagabend. Die erste Mannschaft kam nach dem eigenen Training nahezu vollständig nach Pivitsheide, um sich das Testspiel(!) anzuschauen und unsere Mannschaft zu unterstützen. Nach dem Spiel, es war ein warmer Sommerabend, waren wir noch bis tief in die Nacht am Platz und gönnten uns das ein oder andere Getränk – ganz spontan!“ Solch ein Miteinander schweißt zusammen, sorgt für eine verschworene Gemeinschaft, was sich auf das Leistungsvermögen auf dem Platz positiv auswirken wird. Man hilft sich, wo es nur geht. „Wir bekommen immer wieder Spieler aus der ersten Mannschaft, die uns unterstützen. Und diese Spieler ziehen mit, geben Gas“, lobt Wichmann (Bild rechts). Die Kehrseite der Medaille ist nicht zu unterschätzen, denn Automatismen, eine eingespielte Formation, verkomplizieren sich, wenn es stets und ständig zu Veränderungen in der Startelf kommt. Wichmann betrachtet das alles ganz tiefenentspannt: „Das ist herausfordernd, aber ich sehe es eher als Vorteil. Durch das offene Miteinander und das gute Verhältnis zwischen Trainerteam und erster und zweiter Mannschaft sehe ich es als Vorteil und als Trumpf für uns“, erhofft er sich zukünftig, dass dieses Ass im Ärmel auf dem Platz besser ausgespielt werden kann.

 

 

„Wollen mit dem Abstieg nichts zu tun haben.“

 

Man möchte jetzt nicht gleich überschnappen, denn es fließt noch reichlich Wasser die Werre hinunter. Aber, Freunde der Sonne, abstreiten lässt sich nicht, dass die Bezirksliga-Mannschaft (Bild links; Anm. d. Red. die Neuzugänge) in der dritten Staffel eine äußerst attraktive Figur abgibt, nach ausschließlich Siegen souverän die Spielklasse anführt. Die Tendenz, die bei anderen Vereinen vorherrscht, erkennt der in sich ruhende Wichmann keineswegs. Mitaufsteigen? Ruhig Blut! Der Familienvater ist bodenständig, möchte keine boulevardesken Schlagzeilen liefern. Für ihn steht fest: „Wir sind in dieser Liga derzeit gut aufgehoben. Wir müssen uns vor niemandem verstecken – lediglich gegen Blomberg gab es einen Klassenunterschied. Aber da bin ich mir sicher, dass wir gegen den kommenden Bezirksligisten gespielt haben!“ Die Zielsetzung ist von viel Realismus, von einer Portion Bescheidenheit, geprägt: „Wir wollen uns in der A-Liga etablieren, uns festigen und mit dem Abstieg nichts zu tun haben – wie es in der Vergangenheit leider immer mal der Fall war. Deshalb sind wir sehr zufrieden in dieser Liga und wollen perspektivisch eine gute Rolle spielen in dieser Liga.“ Man erkennt schnell: Das Feuer lodert weiter, denn die Leidenschaft für den Fußball ist bei Wichmann unauslöschlich.

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