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Gastro-Report

Der Gastro-Report – Türkischer SV Horn

Mhm, lecker, ein kühles Getränk, dazu eine feine Stadionwurst. Fußball-Gott, was willst du mehr? Lippe-Kick macht den Gastro-Check. Nun ist der TSV Horn an der Reihe.

Türkische Küche sorgt für Geselligkeit

 

Gastro-Report (hk). Diese erneute Corona-Pause, die bis auf unbestimmte Zeit auch den lippischen Fußball lahmlegt, trifft ebenfalls die lokalen Medien mit voller Wucht. Natürlich lässt sich Lippe-Kick von dieser Zwangspause nicht entmutigen, kreiert immer wieder neue Ideen. Aus diesen entstehen dann freshe Rubriken. Wie etwa auch der Gastro-Report. Hier können die Vereine ihre kulinarischen Genüsse preisgeben. Das geschmacklich hochinteressante Warenangebot wird präsentiert, dazu die Preisstruktur und Besonderheiten aus der Vereinsküche. Lippe-Kick möchte ganz gezielt die Vereine in den Fokus rücken, die Caterer, die mit viel Liebe zum Detail hungrige und durstige Besucher beglücken. Zur Premiere haben wir uns die Leckereien beim SV Diestelbruch/Mosebeck etwas genauer angeschaut. Es folgt der RSV Barntrup, nehmen wir nun den Türkischen SV Horn explizit ins Visier. Manager Ender Ünal lotst uns auf einer Reise in die Welt der Köstlichkeiten.

 

 

Ab in das Einkaufsparadies in der Kurstadt:

 

 

 

Von Henning Klefisch

 

 

Ich bin ehrlich wie der Papst: Mein erstes Mal erlebte ich mit 14 Jahren. Es war unbeschreiblich, einzigartig, wurden doch alle meine Sinne von Glücksgefühlen durchströmt. Revoluzzerartig verließ ich in der Hochphase meiner Teenagerzeit die deutsche Hausmannskost, die an diesem Abend aus Kartoffelsalat und Bockwürstchen bestand, und gönnte mir meinen ersten Döner Kebab. Schnell fand ich Gefallen an der türkischen Küche, Köfte und Baklava kamen schnell dazu. Seitdem lässt sich ein Suchtverhalten bei mir diagnostizieren. Insbesondere während der wilden Studentenzeit, wo Feierlichkeiten mehr Platz als ausgedehnte Kochabende einnahmen, waren die türkischen Speisen ein treuer und verlässlicher Begleiter für mein persönliches Wohlergehen. Vor Stolz springt an dieser Stelle Trainer-Guru Pep Guardiola aus seinem Dsquared-Anzug und man hört ihn leise säuseln: „Super, super, super“, wenn der Asket einen Happen Döner zu sich nehmen würde. Wenn. Echt schade. Der Döner ist beim TSV Horn-Catering-Team nicht im Angebot, doch vor allem Köfte erfreut sich allergrößter Beliebtheit bei Jung und Alt. Die Liebe zum Detail ist stilprägend bei den Egge-Kickern. Viel habe ich schon gesehen, wenn ich meine Streifzüge über die lippischen Sportplätze unternehme. Dort statte ich meist auch dem Catering-Team einen Besuch ab. Das Treffen hat oft rein informativen Charakter. Legendär war, ist und bleibt der selbsternannte „Grill-König“ auf einem an dieser Stelle unbekannten Sportplatz. Dieser grillte mit Zigarette im Mundwinkel seine Würstchen. In einem Hauch von Achtlosigkeit flog eine Portion Asche von seinem Glimmstängel auf das gegrillte Gut. Daraufhin japste er vor Freude in seinen Kaiser-Wilhelm-Bart: „Ist doch eh alles Asche hier.“ Das fand ich so mittellustig, protegierte es, dem nächstbesten Döner-Laden einen Besuch abzustatten. Denn dazu bestand ein förderliches Urvertrauen.

 

Beim TSV Horn ist Cemal Ünal der Chef über Speis und Trank

 

 

Beim Türkischen SV Horn ist das Sportplatz-Catering „Chefsache“, wie Ünal Lippe-Kick in den Notizblock diktiert. Seit mehr als einem Jahrzehnt ist sein Bruder Cemal der Feinschmecker-König im Egge-Stadion. „Liebe“ und „Leidenschaft“, adelt ihn sein Bruder, benennt die Tugenden, die für diesen Dienst zwingend erforderlich sind. Die Rindsbratwurst genießt Kultstatus, hat auch der Autor dieser Zeilen sich die eine oder andere während der TSV-Heimspiele einverleibt. Das Expertenurteil lautet: Herz- wie nahrhaft, etwas schwer greifbar, dennoch mit einem unnachahmlichen Nachgeschmack. Gerne wird dies mit Nitritpökelsalz intus gereicht, ist das Kochsalz ebenfalls alternativlos. Die Egge-Kicker beziehen ihre wohlschmeckende Ware von der bundesweit bekannten und geschätzten Rinderschlachterei Stöver aus Bad Driburg. Dass Fußball-Fanatiker Ender Ünal so etwas sagt, verwundert, doch er berichtet, dass es einige Schaulustige gibt, die „zu 90 Prozent nur für die Wurst kommen“, das sportliche Treiben eher stiefmütterlich behandeln. Zu einem wohlschmeckenden Essen gehört selbstverständlich auch das richtige Bier, ist die Brauerei Strate hierfür „zu 99 Prozent“ verantwortlich. Ünal spekuliert: „Ich glaube, wir sind einer der wenigen Vereine in Lippe, die das hausgemachte Bier verkaufen.“ Die weiteren Getränke, ob Mineralwasser, Apfelschorle oder auch Sport-Fit, werden von Bad Meinberger bezogen. Der Kaffee darf am Nachmittag natürlich beileibe nicht fehlen.

 

„Bei uns muss keiner hungern“

 

Ender Ünal schwärmt über den Status einer „Familien-Feier“, ein „Grill-Fest“ für groß und klein, das rund um den heimischen Sportplatz zelebriert wird. Chef-Verkäufer Cemal Ünal kennt die meisten seiner Besucher persönlich, hält hier und da einen Small-Talk, ist durch seine ausgeprägte Empathie-Gabe die personifizierte Kundenbindung. Das Geld spielt beim TSV Horn nicht die primäre Rolle. Ender Ünal erklärt: „Kinder, die kein Geld haben, bekommen es von meinem Bruder umsonst, auch Spieler oder Helfer“, verfügen die Horner über ein großes Herz. Der gönnerhafte Ünal unterstreicht: „Unsere Mentalität ist so. Bei uns muss keiner hungern, der kein Geld hat.“ Einige Besucher spenden sogar Geld für die Vereinskasse oder bezahlen die Kosten für den Schiedsrichter. „Es ist alles sehr, sehr familiär“, betont Ünal. Als TSV-Spieler werden die Wünsche von den Lippen abgelesen: „Die Jungs bekommen nach dem Spiel auch immer, was sie wollen. Mal gibt der Vorstand einen aus oder Eltern oder Sponsoren.“

 

Neujahrs-Cup als Geschmacksparadies

 

Vor Corona veranstaltete der Türkische SV Horn auch einen „Tag der offenen Tür.” Es werden zudem Feste im Sommer veranstaltet, wo „vom Feinsten  aufgetischt wird“, bekommt Ender Ünal dabei glänzende Augen, weil eben so etwas einen puristischen Zusammenhalt bedeutet. Chef-Caterer Cemal Ünal, der Herr über Lamm, Rind, Lahmacun, Köfte, türkisches Gebäck und Kuchen, sorgt für die grenzenlose Wohlfühlatmosphäre, dies auch gerne bei fetziger Live-Musik. Der Neujahrs-Cup besitzt einen hohen Stellenwert bei den ostwestfälischen Fußballern, ebenso bei den Medien. Betrüblich, aber nachvollziehbar: Wegen der Corona-Situation fällt dieser zum ersten Mal seit 17 Jahren aus. Über zwei Tage geht dieser Hallencup. Ender Ünal reibt sich dennoch den Bauch: „Da gibt es unsere berühmte Köfte an zwei Tagen. Bis zu 80 Kilogramm Fleisch.” Für Unwissende liefert er sogleich das Erklärstück: „Das hat auch Fans. Das ist wie Hamburger mit Salat, Tomaten, Zwiebeln und Fladenbrot.“  Auch diese Köfte-Spezialität hat mehrfach den Weg in den Mund von den Lippe-Kick-Jungs gefunden. Ein ohne Zweifel sehr deftiges Essen, weshalb am selben Tag wohl nichts Gravierendes mehr zu sich genommen werden sollte.

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