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Historisch

SC Donop – Historisch: Aufstiegskampf, kultige Pokal-Fights und Moselfahrten

Eine bewegte Zeit erlebte der SC Donop. Vereins-Legende Rainer „Rentner“ Milinski nimmt uns mit in eine Zeitkapsel. Schaut vorbei bei Lippe-Kick, Freunde der Südsee.

Pokalfights, Moselfahrten und Aufstiege

 

Historisch (hk). Wir zoomen uns gedanklich mehr als 75 Jahre zurück. Der unsägliche wie völlig unnötige 2. Weltkrieg war gerade einmal drei Jahre ins Land gezogen, als der Sportclub Donop ins Leben gerufen wurde. Wo auch sonst, als in der Gaststätte Wittelmeyer in Donop, ist am 19. August 1948 der SC Donop gegründet worden. Zum ersten Vorsitzenden wählte man Heinrich Thumann. Den Premieren-Sieg fuhren die Donoper im dritten Freundschaftsspiel in Schwelentrup ein. In der Spielzeit 1950/51 wurden schnell Erfolge errungen, tütete die erste Mannschaft in der 2. Kreisklasse die Vizemeisterschaft ein. Und: Die Friedenstaube fliegt über die evangelische Kirche in Donop. Der SCD wurde zugleich zur fairsten Truppe der Spielklasse gewählt. Seit 1970 wird Frauenfußball in Donop betrieben, dies außerordentlich erfolgreich. In höherklassigen Gefilden ist die Erstvertretung unterwegs. Sie gibt eine exzellente Visitenkarte für den Donoper Fußball ab. SC Donop-Chronist, 2. Vorsitzender und Edelfan Rainer Milinski blickt auf eine lebhafte Vereins-Historie zurück.

Lecker essen, stilvoll trinken und eine gepflegte Gesellschaft? Dann ab nach Donop!

 

 

 

Von Henning Klefisch

Eine große Zuschauerkulisse gab ein Zeugnis davon ab, wie 1986 in der dritten Runde vom Detmolder Kreispokal dem Landesligisten SuS Lage ein harter Kampf geliefert wurde. Am Ende wurde es trotzdem deutlich, musste sich der Sportclub mit 1:13 geschlagen geben. Zur Halbzeitpause war die Hoffnung noch längst nicht begraben. Es ging schließlich mit einem respektablen 1:4 in die Kabine. Dies gegen echte Ausnahme-Spieler wie Thomas Stratos, Erich Gnade, Ralf Oskar Warweg, den Duray-Zwillingen und einigen anderen lippischen Fußballgrößen. Nur drei weitere Jahre zogen ins Land, da feierten die Donoper immerhin die Vizemeisterschaft in der Kreisliga B2 Detmold. Dieser zweite Rang berechtigte im Juni 1989 nämlich zum Entscheidungsspiel um das A-Liga-Ticket gegen den TuS Augustdorf. 800 Zuschauer besuchten diese Partie, Milinski, auch “Ryanair” genannt, berichtet von „einigen strittigen Entscheidungen gegen uns“, die in einer 1:2-Niederlage mündeten. Dabei haben die Donoper speziell für dieses Spiel kurz zuvor ein einwöchiges Höhentrainingslager an der Mosel abgehalten. Oh, wie schön ist die Mosel! Grundsätzlich erinnert sich das Feierbiest Milinski noch sehr gerne an diese „klasse Fahrten“ in die Wein-Region zurück, machten die Donoper Mitte der 80er bis Anfang der 90er Jahre das Moseltal unsicher. Lieser, Maring oder Noviand waren nicht die Namen der tschechischen Au-pair-Mädchen, mit denen die Fußballer vielleicht Bekanntschaft gemacht haben, nein, so heißen die Ortschaften, die rund um die Wendezeit angesteuert wurden. Ein gut gemeinter Tipp von einer echten Koryphäe in diesem Segment: „Wein auf Bier, das rat ich Dir, Bier auf Wein, das muss sein.“ Hier merkt man: Einen Grund zum Trinken gibt es immer für den radelnden Rentner, der es mit seinem Drahtesel in Donop zu einer gewissen Berühmtheit gebracht hat.

 

Legendäre Pokalfights

 

Kurz nach der Wende, wir schreiben das Jahr 1991, gelang den Spielern aus dem malerischen knapp 500 Einwohner-Ort sogar die Qualifikation für die 1. Runde im Westfalenpokal. Renommierte A-Ligisten wie der TuS Kachtenhausen oder der TuS RW Schieder hatten hier das Nachsehen. Im Do-or-Die-Match gegen den TuS Viktoria Dehme urlaubten einige Spieler, andere waren verletzt, weshalb die erhoffte zweite Runde gegen den FC Gütersloh verpasst wurde. Milinski legt seine Stirn in Falten und startet die Reise in die Vergangenheit ab durch die wilden 90er-Jahre: „Generell hatten wir Anfang der 90er einige klasse Spiele im Kreispokal. Unter anderem wurden die Bezirksligisten TuS Lothe 3:2 und TSV Sabbenhausen 3:0 (mit Trainer Wolfgang Wächter) geschlagen nach Hause geschickt!“ Um chronologisch zu bleiben: Seit 1992 wird im Donoper Dorfgemeinschaftshaus der legendäre Storchen-Karneval gefeiert, ein Happening für Jung und Alt, für schmal und breit, heiß und kalt.

 

„Feierlichkeiten dauerten zwei Wochen“

 

In der Liga wurde der Sprung in das Kreis-Oberhaus 1993 erneut verpasst, dies bei 48:8 Punkten. Doch ein Jahr später steppte der Bär in diesem fußballfanatischen Dorf zwischen Blomberg und Lemgo gelegen. Mit 44:12 Punkten qualifizierte sich Donop für das große Finale. Im Entscheidungsspiel hatte der TSV Bentrup/Loßbruch das Nachsehen. Rainer Milinski wird ganz unruhig, schwelgt in seligen Erinnerungen: „Unvergessen der vorletzte Spieltag in Donop gegen den Verfolger TuS Wöbbel. Vor circa 300 Zuschauern wurde in der 89. Minute der 3:2-Siegtreffer durch Ralf Milinski erzielt! Danach musste noch ein Sicherheitspunkt in Brüntrup geholt werden.” Dieser ist mehr als sicher nach einem 4:0-Sieg eingetütet worden. Mit glänzenden Augen berichtet der eloquente lange Lulatsch: „Die Feierlichkeiten dauerten zwei Wochen, unvergessen die Meisterbank in der Siedlung“, ist dies mehr als nur eine Dorf-Saga. Das Glücksgefühl mit dem A-Liga-Status hielt nur eine Spielzeit an, denn nach dem Aufstiegsjahr folgte das Abstiegsjahr, musste ein Team-Trio doch den unbeliebten Fahrstuhl nach unten nehmen.

 

Pape bringt den A-Liga-Aufstieg

Im Millennium-Jahr übernahm Uwe Pape das Traineramt beim SC Donop. Die Handschrift war schnell erkennbar, gelang in der Premieren-Spielzeit direkt die Qualifikation für die Aufstiegsrunde. Bereits 2002 sprangen die Donoper beherzt in die A-Klasse. Was für ein explosiver Sturmwirbel! 101 Treffer erzielten sie, allein Tor-Monster Roland Szymkowiak steuerte 41 dazu bei. Der ärgste Verfolger, der TuS Wöbbel, wies einen enormen Rückstand von zehn Punkten auf. „Es wurde wieder über eine Woche gefeiert”, berichtet Rainer Milinski im Lippe-Kick Talk. Im ersten Jahr nach der Rückkehr beendeten die Pape-Männer die Saison auf dem ordentlichen neunten Rang. „Nach einigen guten Gesprächen gab es die Fusion mit dem TuS Voßheide“, erklärt Milinski. Seit Sommer 2003 hat also der FC Donop/Voßheide Bestand. Zurzeit belegt die erste Mannschaft den siebten Rang und die Reserve die vorletzte Position in der Kreisliga B1 Lemgo.

Gaststätte Wittelmeyer – Der Grieche

Marktkauf Wiele

Wirtshaus Zum Raben

Pizzeria Rustica

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