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Was macht eigentlich...?

Was macht eigentlich…? Teil 9: Sedat Akcay.

Der eine oder andere BVB-Fan hat diesen Namen vielleicht noch im Hinterkopf. Auch in Fußball-Lippe kam mit ihm der Erfolg, stieg er doch 2016 mit dem TSV Horn in die Bezirksliga auf. Lippe-Kick hat die ganze Story.

Akcay als Aufstiegs-Experte und Tor-Monster

 

Was macht eigentlich…? (hk). Kommt schon, lasst uns doch ehrlich sein. Der lippische Fußball ist vom Erfolg nicht unbedingt geküsst worden. Wie viele waschechte Lipper haben es tatsächlich in den höherklassigen Fußball geschafft? Eine Hand reicht für die Aufzählung. Auf geht’s. Der Lemgoer Axel Sundermann, der später in Freiburg, Bochum und Hannover in den ersten beiden Ligen reüssierte. Dann Felix Platte, der in Sabbenhausen und Lügde im Südosten von Lippe seine ersten Schritte unternahm, um später beim FC Schalke 04 und Darmstadt 98 sein Stürmer-Gen voll zu entfalten. Natürlich! Der Fissenknicker Daniel Brinkmann, der in Fußball-Lippe beim TuS Horn-Bad Meinberg, Eichholz/Remmighausen und Diestelbruch/Mosebeck sich einen Namen machte, ehe es ihn nach Paderborn, Aachen, Augsburg, Cottbus und Bielefeld, letztlich nach Wiedenbrück zog, wo er mittlerweile Regionalliga-Coach ist. Der beste Fußballer mit lippischen Wurzeln ist jedoch definitiv Reinhard „Stan“ Libuda. Am 10. Oktober 1943 in Wendlinghausen geboren, war er später vor allem für den FC Schalke 04, Borussia Dortmund, aber auch für Racing Straßburg aktiv. Zudem trug er in 26 Länderspielen das deutsche Nationaltrikot, war dabei dreimal erfolgreich. Es gab sogar einen Akteur, der ging quasi den umgekehrten Weg. Ende der 90er Jahre stand Sedat Akcay an der Schwelle zur Bundesliga-Mannschaft von Borussia Dortmund, wechselte 2000 immerhin zum türkischen Traditionsverein Bursaspor. Die lippischen Fußballer kennen den mittlerweile 41-Jährigen durch sein Wirken beim Türkischen SV Horn, den er von 2015 bis 2017 coachte.

 

 

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Von Henning Klefisch

 

Akcay hat die Zeit in Fußball-Lippe ausgesprochen genossen. Nun gilt sein Interesse vor allem dem Türkischen SV Horn II, hat er doch einige Kicker selbst gecoacht. „Die machen das sehr gut. Respekt an diese Jungs“, applaudiert er dem bisher so tadellosen Klassenbesten der Kreisliga C2 Detmold. Bis vor einem Jahr coachte er Türkgücü Paderborn, ehe sich die Mannschaft mangels Personals vom Meisterschaftsbetrieb notgedrungen abmelden musste. Es folgte Corona, was dem emsigen wie gut vernetzten Akcay so manche Knüppel zwischen die Beine warf. Einige Erfolge darf er vorweisen. Mit dem SV Marienloh etwa stieg er von der A-Klasse bis in die Landesliga auf. „Das war unbeschreiblich“, ist er auch noch viele Jahre später sehr verzückt, wenn es nostalgisch und gleichermaßen emotional wird. Auch sein erster Schritt nach Lippe entpuppte sich als ein ganz besonderer für ihn: „Natürlich war auch die Zeit mit dem TSV Horn schön. Der Aufstieg in einer unbekannten Liga, in der du erst einmal fremd bist. Ich wurde von allen Vereinen und vom Kreis Lippe, glaube ich, akzeptiert, und den Respekt habe ich mir, glaube ich, verdient“, erklärt Akcay im Lippe-Kick Gespräch. Er meint das sensationelle Schlussfinish, haben einige vermeintliche Experten doch nicht einmal einen Pfifferling auf die Egge-Kicker gesetzt. „Das war schon toll“, unterstreicht dies die hohe fußballerische Kompetenz, zugleich eine beachtliche Mentalität seiner Jungs. Sie waren in der entscheidenden Saisonphase voll auf Sendung. Als Außenstehender hatte man fast den Eindruck, Akcay könnte Kraft seiner Worte seine Schützlinge unbewaffnet auf die Löwenjagd schicken. Oder sie barfuß über Scherben laufen lassen. So viel Selbstvertrauen flößte er seinem Team ein.

 

Akcay und das Goalgetter-Gen

 

 

Die Spieler haben zu Akcay aufgeschaut, denn er war kein Dampfplauderer. Nein, eine natürliche Autorität stellte er dar. Eher: Eine Respektsperson. Seine Karriere während der Dortmunder Jugendzeit lässt einige vor Neid erblassen. Viermal wurde er mit den BVB-Nachwuchsteams Deutscher Meister, zudem Torschützenkönig in der A-Jugend-Bundesliga. Von 1996 bis 1999 war er in den Junioren aktiv, dann kickte er für die BVB-Zweitvertretung. Von Januar 2000 an stürmte er in der ersten türkischen Liga für Bursaspor. Danach folgte eine dreijährige Sperre im Profibereich. Akcay hüllt sich in Schweigen, möchte die Gründe bei Lippe-Kick nicht verraten. Es folgten Stationen in der Landesliga für den TuS Erkeln und Marienloh. Als Spielertrainer setzte er in Marienloh echte Duftmarken. „Ich hatte eine der besten Mannschaften, die man haben konnte. Es war einfach spitze.“ Ach, by the way, der Torhunger von Akcay. Darüber müssen wir noch einmal reden. Denn dieser war einfach nur unersättlich. In der A- und Bezirksliga knallte er so einige Tor-Orgien, wurde jeweils Torschützenkönig. Mit den Hornern stieg er dann 2016 in die Bezirksliga auf. Das als Chefcoach Er hebt beide Daumen, nickt respektvoll, sagt nur: „Die Jungs können feiern.“ Die Menschen aus dieser Region hat er in sein Herz geschlossen. „Danke an den Kreis Lippe. Es hat richtig Spaß gemacht, Danke an den TSV natürlich. Vielleicht sieht man sich wieder“, sollte man niemals etwas ausschließen.

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