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Kreisliga C2 Detmold

Kreisliga C2 Detmold – Goalkeeper Hall of fame

Ehre, wem Ehre gebührt. Das denkt sich auch Lippe-Kick und schaut sich drei fangsichere Fänger aus der C2 Detmold an. Die O-Ton-Geber liefern das Porträt ihrer Schnapper. Klickt euch tiefer hinein.

 

Reflexstarke Wölfe können auch fliegen

 

Kreisliga C2 Detmold (hk). Was werden doch für Jubel-Arien über Goalgetter angestimmt. Über die schönsten Tore etwa. Es wird hier oft vom Salz in der Suppe euphorisch wie bedeutungsvoll philosophiert. Auch Lippe-Kick bietet den besten lippischen Tormaschinen mit dem Goalgetter-Report einen angemessenen Rahmen. Diesen seit der ersten Stunde. Aber: Die Basis für große Erfolge liefert meist eine wohl funktionierende Abwehr, kommt es auf den Fänger an. Dieser Akteur besetzt die Sonderrolle im Team, ist er doch der Einzige – mit Ausnahme der Spieler beim Einwurf – der seine Hände im Spiel benutzen darf. Wenn er tatsächlich einen Fehler macht, liegt der Ball meist im Netz. Es ist längst überfällig, den Schlussleuten in einem Extra-Report die Ehre zu erweisen, die sie seit langem verdient haben.

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Von Henning Klefisch

 

Ömer Faruk Ünal, Türkischer SV Horn II. Acht Gegentore in acht Partien. 30 Jahre alt. Ehemalige Vereine: TuS Horn-Bad Meinberg (B-, A-Jugend), TSV Horn (1. Mannschaft), SV Steinheim, Blomberger SV, TSV Sabbenhausen. Trikot-Nummer: 57.

 

Vorbild: „Er ist wie der ehemalige türkische Nationaltorhüter Rüştü Reçber, der einst bei Barcelona und Fenerbahçe gespielt hat. Seine Statur, die emotionale Einstellung und seine Schnelligkeit erinnert mich an ihn“, meint der TSV-Manager Ender Ünal.

 

 

 

Nicht nur der langjährige Meistertrainer Otto Rehhagel wusste inflationär zu betonen: Die Meisterschaft wird durch eine gute Abwehr und einen fangsicheren Torwart entschieden. Ganz viel Wahrheit liegt in diesen Worten, ist dies doch allzu oft hinlänglich unter Beweis gestellt worden. Wie auch in der Kreisliga C2 Detmold. Über die beste Abwehrreihe verfügt der Türkische SV Horn II. Schnapper Ömer Faruk Ünal (Bild links) vereint so einige Qualitäten in sich. Katzenartige Reflexe beherrscht das Bewegungstalent, dazu Nerven aus Drahtseilen, denn im direkten Eins-gegen-eins-Duell mit dem gegnerischen Schützen geht er meist als Sieger hervor. Wer ohne Fehl und Tadel ist, der werfe den ersten Stein. Ünal wirft ihn nicht. So bescheinigt ihm TSV Horn-Manager Ender Ünal doch „Schwächen in der Ballführung und eventuell bei Distanzschüssen.“ Faruk Ünal arbeitet allerdings gezielt an seinen Defiziten, überzeugte in der bisherigen Spielzeit mit konstant starken Leistungen. Es sind beinahe schon Rocky Balboa-Methoden, die die rot-weißen Adler anwenden, um ihren Schlussmann zu verbessern. Der lippische Michael Zorc verrät: „Das Torwarttraining verläuft oft hart, denn zur Winterzeit darf er im Egge-Stadion auf Asche springen. Das stört ihn keineswegs, denn sein Ehrgeiz zeichnet ihn aus.“ Stark, wie er durch sein Wohnzimmer, den Strafraum, hechtet, zaubert er in den C2-Matches doch so einige Glanzparaden aus dem Hut. „Auf ihn kann man sich immer verlassen“, zollt Ender Ünal ihm hier viel Respekt. In den Spielen gegen den FC Lippe Detmold (9:0), SpVg Hagen/Hardissen II (4:0) und beim 2:0 gegen die SG Sabbenhausen/Elbrinxen II blieben die gegnerischen Schützen torlos.

 

 

Tim-Luca Wolf, SF Oesterholz/Kohlstädt II. Acht Gegentore in sieben Partien. 24 Jahre alt. Ehemalige Vereine: Seit frühester Jugend spielt er für die Sportfreunde Oesterholz/Kohlstädt. Rückennummer: 1.

 

Vorbild: Der Anhänger von Borussia Mönchengladbach „schaut zu Marc-André ter Stegen auf“, verrät sein Mitspieler René Nowak im Lippe-Kick-Gespräch.

 

Für Nowak ist Wolf (Bild links) einer der besten Torwächter der gesamten Spielklasse, „wenn nicht sogar der beste.“ Dass Wölfe sogar fliegen können, beweist das Eigengewächs in dieser Saison nachdrücklich. In vier Partien blieb er gänzlich ohne Gegentreffer. Das juvenile Talent ist wissbegierig, beherrscht das Linienspiel ausgezeichnet, ist zudem im Eins-gegen-eins-Duell versiert. Nowak hebt positiv hervor: „In den letzten Jahren hat er uns extrem oft vor fast sicheren Gegentoren gerettet. Hier macht ihm ligaweit keiner etwas vor. Er ist sehr athletisch und sprungstark und somit ein sehr sicherer Rückhalt“, stimmt bei ihm das Gesamtpaket. Der Routinier gibt dem Talent allerdings mit auf den Weg, dass er ein noch höheres Maß an Sicherheit verkörpern muss, um somit seinen Vorderleuten noch „mehr Rückhalt zu bieten“, bescheinigt er ihm das Potenzial hierfür absolut. Es ist jedoch nicht alles Gold, was glänzt, denn bei seinen Abstößen ist die Streuung zu groß, fehlt die erforderliche Präzision. Und: Wenn er sein Tor verlässt, dann vermisst man bei ihm das rigorose Auftreten, das Selbstbewusstsein und die Konsequenz.

 

Besondere Rettungstaten: Zweimal vereitelte er spektakulär fast schon sichere Gegentore. Mitte September verhinderte er im Heimspiel gegen die SG Istrup/Brüntrup II das frühzeitige Hintertreffen. Nach einer messerscharfen Flanke hat er den Schussversuch aus fünf Metern Torentfernung mit einem „Wahnsinns-Reflex“ zunichtegemacht. Wie seine Gliedmaßen die Bälle abwehren, das ist sensationell. Mitte Oktober im Gastspiel bei der SG Brakelsiek/Wöbbel II war es ähnlich. Nach einem Eckball köpfte ein gegnerischer Kantonist an der Fünfmeterraumlinie stehend auf den Sportfreunde-Kasten. Mit einem Monster-Save sorgte er für viel Haare-Raufen nach dieser Szene bei den Hausherren. Ein Bewerbungsschreiben formuliert René Nowak im Goalkeeper Hall of fame-Report: „Wenn er noch selbstsicherer wird und an seinen Abstößen arbeitet, kann er ein sehr kompletter Torhüter werden, den sich viele Mannschaften in Lippe wünschen würden.“

 

 

Pascal Zachau, Spielvereinigung Hagen/Hardissen II. 11 Gegentore in fünf Spielen. 30 Jahre alt. Ehemalige Vereine: Hagen/Hardissen. Rückkennummer 1.

 

Durchaus begeistert zeigt sich Hagen/Hardissen II-Coach Rudi Krein, als er über seinen Schlussmann spricht. So findet er doch, dass dieser „menschlich eine wahnsinnige Bereicherung für uns ist.“ Was aufs Schärfste zu verurteilen ist: „Leider bekommt er von gegnerischen Spielern mit ausländischen Wurzeln immer wieder Beleidigungen an den Kopf geschmissen.“ Krein prophezeit: „Würden die ihn besser kennen, würden sie ein komplett anderes Bild von ihm haben und wissen, dass er komplett anders ist, als er vielleicht im ersten Augenblick rüberkommt.“ Dies unterstreicht er mit seinen bedeutungsschweren Worten: „Dafür würde ich meine Hand ins Feuer legen!“ Der Routinier treibt seine Vorderleute an, motiviert unerlässlich, coacht seine Mitspieler mit zielgerichteten wie lautstarken Anweisungen. Das pure Torwartspiel auf der Linie beherrscht er außerordentlich, zeichnet ihn zudem sein Reaktionsvermögen im direkten Duell mit dem gegnerischen Schützen aus. Dazu kommt sein unbändiger Ehrgeiz: „Er ist einer, der nie aufgibt, sollte es auch 0:4 stehen.“ Der 3:2-Sieg bei der SG Belle-Cappel III war vor allem sein Verdienst. Tollkühn parierte er mehrere gute Einschussoptionen der Hausherren, trieb diese zur Verzweiflung. Pascal Zachau (Bild links) zeichnete sich insbesondere in den direkten Duellen mit den gegnerischen Kantonisten aus. Rudi Krein verneigt sich in aller Form: „Für diese drei Punkte können wir uns unter anderem auch bei ihm bedanken!“

EDEKA Wiele

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