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Handball

Handball – TBV Lemgo Lippe: Bissfest gegen GWD Minden

Die Aufgaben gehen weiter. Nun geht es sportlich anspruchsvoll und auch derbymäßig weiter. Der OWL-Kracher gegen GWD Minden wartet nämlich auf die Hansestädter.

TBV will auch im OWL-Derby Zähne zeigen

 

Gemeinsam wurden sie Welt-und Europameister, nun stehen sie sich im ersten OWL-Derby ohne Zuschauer noch einmal gegenüber: Mit den Mindener Routiniers Carsten Lichtlein und Christian Zeitz bekommt es TBV-Trainer Florian Kehrmann am Dienstagabend (Anwurf 18 Uhr, live auf Sky Sport 6) mit zwei ehemaligen Wegbegleitern aus der Nationalmannschaft zu tun. „Ich erwarte einen intensiven Fight, in dem wir hellwach sein müssen“, weiß Kehrmann um die Schwere dieser Auswärtsaufgabe. Von seiner Mannschaft fordert er deshalb, nach dem Heimerfolg über Nordhorn bloß nicht in Zufriedenheit zu verharren, denn: „Wir müssen weiter an vielen Kleinigkeiten arbeiten.“

 

 

Ein Hauen und Stechen hatte Mindens Trainer Frank Carstens vor Saisonbeginn im Kampf um den Klassenerhalt prognostiziert –und seine Grün-Weißen stecken derzeit mittendrin. Dabei unweigerlich eine Rolle spielt auch die Corona-Pandemie, die im Nachbarkreis vor wenigen Wochen tiefe Spuren hinterlassen hat. So wurde Mindens Shootingstar Juri Knorr, den Junioren-Bundestrainer Martin Heuberger als „absolutes Ausnahmetalent“ bezeichnet, nach der Länderspielwoche positiv auf das Virus getestet. Dass daraufhin das komplette Team in Quarantäne geschickt werden musste, lag daran, dass der 20-Jährige zunächst negativ getestet worden war und daraufhin am Abschlusstraining teilgenommen hatte. Drei GWD-Partien mussten deshalb bereits ins neue Jahr verschoben werden. Es folgte ein Kaltstart: Nach sechs Tagen Mannschaftstraining stand am zehnten Spieltag das wichtige Auswärtsspiel bei den Eulen an –und Minden unterlag mit 24:30. Mit dem hauchzarten 30:29-Heimerfolg über Essen, dem zweiten Saisonsieg, gelang der ersehnte Befreiungsschlag. Auswärts beim favorisierten TVB Stuttgart konnten die Ostwestfalen die Partie zuletzt bis ins letzte Viertel offen gestalten, ehe die Schwaben in den Schlussminuten allmählich davonzogen (26:30).

 

 

In allen drei Partien nach der Corona-Zwangspause verzichtete Minden auf Mittelsmann Knorr, ihn ersetzten bislang Aliaksandr Padshyvalau und Simon Strakeljahn. Gut möglich, dass er fürs Derby ins Spieltagsaufgebot zurückkehrt. „Unsere Aufgabe wird sein, gerade diese Rückraumachse, ergänzend um Zeitz, Doruk Pehlivan und Christoffer Rambo, von der Abwehr fernzuhalten“, so Kehrmann. Letzterer ist mit 52/2 Toren, passenderweise, nicht nur Mindens bester Shooter, sondern auch dienstältester GWD-Akteur. Nach der Saison, das machte der Verein vor Kurzem öffentlich, wird der 31-jährige Norweger zurück in die Heimat wechseln. Offensiv wird es der TBV laut Kehrmann mit einer aktiven 6:0-Abwehr zu tun bekommen, „die versuchen wird, uns unter Druck zu setzen und zu Fehlern zu zwingen.“ Weil auch die ostwestfälische Konkurrenz hohen Wert aufs Tempospiel legt, müsse der TBV versuchen, sie ins Positionsspiel zu drängen und viel Druck auf den Angriff auszuüben. Verzichten müssen die Lemgoer nach wie vor auf die langzeitverletzten Tim Suton, Jonathan Carlsbogård, Jari Lemke und Finn Zecher.

Für Florian Kehrmann ist es als Trainer das zehnte OWL-Derby mit dem TBV: vier Siege, zwei Remis und drei Niederlagen stehen seit seiner Amtsübernahme im Dezember 2014 zu Buche. An das Jubiläumsderby –insgesamt stand sich beide Klubs in der Bundesliga bislang 50 Mal gegenüber -wird sich vor allem einer besonders gern zurückerinnern: In der fast ausverkauften Phoenix Contact-Arena wuchs Peter Johannesson im Februar dieses Jahres über sich hinaus und hatte mit 24 Paraden hohen Anteil an einem letztlich ungefährdeten 31:26-Heimsieg. Die letzten zwei Punkte in der Fremde fuhr der TBV vor fast exakt zwei Jahren ein, im Weihnachtsspiel 2018, als man vor 400 mitgereisten Anhängern in der Kampa-Halle mit 30:27 gewann.

 

Weil die Heimspielstätte der Mindener seit Jahresbeginn wegen Brandschutzmängeln geschlossen ist und nun umfangreich saniert werden soll, wird auch das OWL-Derby erstmals in der Merkur Arena Lübbecke ausgetragen. „Auch wenn es leider Gottes erstmalig seit vielen Jahren ohne Zuschauer stattfindet“, hofft Kehrmann darauf, dass seine Schützlinge von den Emotionen, „die uns gegen Nordhorn stark gemacht haben“, auch durch das Spiel gegen Minden getragen werden. Fest steht: Die Lipper könnten diese Englische Woche zu einer ganz besonderen küren.

 

 

Schiedsrichter der Partie sind Marijo Zupanovic und Martin Thone, die Sky-Vorberichterstattung beginnt um 17.30 Uhr.

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