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Unvergessene Vereine

Unvergessene Vereine – Hakedahler SV

Mehr als zwei Jahrzehnte war der lippische HSV ein wichtiger Bestandteil im lippischen Fußball. Nicht zu unterschätzen: Auch ein charmanter Budenzauber bleibt unvergessen. Hier haben wir den Bericht.

Aufstiege, Integration, Identifikation, Sportpark-Lippe-Cup

Unvergessene Vereine (hk). Die Schnapszahl bedeutete das Ende für den so stolzen Hakedahler SV. Im 22. Jahr des Vereinsbestehens meldete sich der Verein aus dem Detmolder Norden ab. Endgültig. Finito. Basta. Der Sportverein aus Hohenloh hat so einiges erlebt. Man feierte den Aufstieg in das Detmolder Kreisoberhaus, stand in der Endrunde der lippischen Hallenmeisterschaften und richtete über viele Jahre lang den Sportpark-Lippe-Cup aus. Der größte Erfolg war allerdings die erfolgreiche Integration. HSV-Ikone Nuri Kurt äußert sich bei Lippe-Kick über die vergangenen 22 Jahre. Auch darüber, warum die Kraft fehlte, es nicht mehr weiterging für den Hakedahler SV.

 

Lasst euch gerne mal hier beraten und spart Geld:

 

Von Henning Klefisch

 

Ende vom letzten Jahrtausend, wir schreiben das WM-Jahr 1998, ist der Hakedahler SV durch die Unterstützung der Stadt Detmold und dem Integrationsbeauftragten aus der Taufe gehoben worden. Es sind einige Flüchtlinge kurdischer Abstammung, die als Gründervater in die Historie eingingen. Bis in die Serie 2013/14 hinein bestand der Großteil der Mannschaft aus kurdischen Landsleuten. Kurt betont: „Aber von Anfang an waren auch Spieler anderer Herkunft dabei, hier hat man keinen Unterschied gemacht.“ Es dauerte nur wenige Jahre, bis sich die Hakedahler sogar bis in das Detmolder Kreisoberhaus hochspielen konnten. Unvergessen ist Hüsnü Elmas, der mehrere Jahre lang, mit einer dreijährigen Pause, das Zepter auf der Trainerbank schwang. In der Zwischenzeit hat Trainerlegende Friedhelm Götemann die Ballkünstler angeleitet. Höhepunkt des sportlichen Schaffens war gewiss die Qualifikation für das Aufstiegsspiel in die Bezirksliga in der Spielzeit 2004/05, erlitt man gegen den FC Augustdorf die Niederlage erst kurz vor dem Schlusspfiff. In der jüngeren Vergangenheit schaffte man 2015 den A-Liga-Aufstieg. Das Gastspiel im Detmolder Kreisoberhaus währte allerdings nur eine Spielzeit. 2016 gelang zunächst die Finalteilnahme bei den LZ-Cup-Hallen-Meisterschaften, wenige Wochen später der Gewinn bei den Ü32-Stadtmeisterschaften. Zu Spitzenzeiten beherbergte der Hakedahler SV drei Senioren- und zwei Jugend-Teams. Warum der Niedergang? „Letztendlich mangelt es hier an Trainer und Persönlichkeiten, die auch Vereinsaufgaben übernehmen wollten. Die Arbeit lastete auf wenigen Schultern.“

 

 

Zuschauerzahlen nahmen ab

 

Der Verein ist in der Bevölkerung voll und ganz angenommen worden, wurde akzeptiert. Mit Ausnahme der jüngsten beiden Spielzeiten blickt Nuri Kurt stolz auf die Zuschauerzahlen zurück. „Es wurde auch gut verkauft“, stellt Kurt mit Wohlwollen fest. Dann wurde es weniger: „In den letzten beiden Saisons kamen kaum noch Zuschauer. Das hing aber damit zusammen, dass unsere Identifikation auf dem Platz etwas verloren ging. CSL kam mit vier, fünf Mannschaften mit auf den Platz und wir waren nie alleine unter uns, mussten sowohl Trainingszeiten, Platz, Kabinen usw. teilen. Es kam noch soweit, dass wir auch noch unsere Trainingstage hergeben mussten“, gab es hierzu bereits einen Bericht. Hierzu muss man sagen, dass die Stadt Detmold die Trainingszeiten aufgrund der Anzahl der Mannschaften von einem Verein vergeben hat. (Anm. d. Red.).

 

 

 

 

 

 

Yilmaz Demir als Vorbild für Hilfsbereitschaft

 

 

Der Hakedahler SV verströmte das gewisse Flair. Die familiäre Atmosphäre bescherte besondere Momente. Es war ein großes Happening, ein Fest, wenn Matchday war. Der Familienvater schwärmt: „Der Zusammenhalt war enorm, wenn mal Spieler kurzfristig absagen mussten, sind sofort Spieler von den Alten Herren eingesprungen.“ Yilmaz Demir dient hier als herausragendes Beispiel, war er von

Nuri Kurt

1998 bis 2020 dabei, half stets aus, wenn Not am Mann gewesen ist. „Yilmaz hat auch sehr darunter gelitten, als wir Schluss machen mussten, aber er hat es auch eingesehen, dass es für alle das Beste ist.“ Exemplarisch benennt Nuri Kurt Spieler wie Yilmaz Demir, Mixebir Abusaid, Nehyet Absaid, Makbul Yüsün, Hüsnü Elmas, Veysi Mutlu, Abcet Mutlu, Kiral Demir, Hüseyin Igrek und Cano Igrek, die viel Zeit und Herzblut in den Hakedahler SV auf und außerhalb vom Spielfeld investierten.

 

 

 

 

 

 

„Sportpark Lippe-Cup“ als großer Erfolg

 

Viel Sonne schien allerdings auch über den Hakedahler SV. Im Jahr 2015 gab es die Premiere für den „Sportpark Lippe-Cup.“ Nuri Kurt betont via Lippe-Kick mit glänzenden Augen: „Es war für uns das Highlight des Jahres. Es war von Anfang an ein voller Erfolg, es war nicht nur bei den Teams, sondern auch bei den Zuschauern sehr beliebt. Uns hat es als Organisatoren sehr großen Spaß gemacht. Wir konnten immer für sehr gute Qualität, gute Stimmung, hohe Preisgelder und attraktive Preise bei der Tombola sorgen. Viele Teams kamen sehr gerne und haben Ihre Zusage bereits für das Folgejahr gegeben. Natürlich war das Turnier auch durch die Unterstützung der Presse (insbesondere Lippe-Kick und LZ) und Sponsoren (insbesondere der Sportpark Lippe, vertreten durch Andreas Muschick) so erfolgreich. Hier möchten wir uns noch einmal dafür bedanken. Das wird uns sicherlich fehlen“, ist die Enttäuschung kolossal, dass dieses Hochglanz-Produkt nach fünf Jahren vom Markt genommen wurde.

 

 

„Ich vermisse den Fußball bisher nicht“

 

Warum ging es denn im Sommer 2020 nicht mehr weiter für den Hakedahler SV? Kurt findet darauf eine plausible Antwort: „Im Grunde hatten wir die gleichen Probleme wie alle anderen Vereine. Wenn man viel Aufwand betreibt und versucht, das Sportliche erfolgreich zu gestalten, dann aber ständig Entscheidungen getroffen werden, die das Vereinsleben erschweren, verliert man natürlich auch die Lust und Motivation, das weiterhin ehrenamtlich zu machen“, so der ehemalige Coach vom SV Diestelbruch/Mosebeck und FSV Pivitsheide. Die Zeit heilt einige Wunden. Für den 42-Jährigen ist diese schwerwiegende Entscheidung auch mit etwas Abstand „richtig“ gewesen. Natürlich, das möchte er nicht abstreiten, sei es „sehr schade für viele Spieler“, die bis heute keinen neuen Verein haben. Auch Kurt, der das Herz und das Gehirn vom Hakedahler SV über viele Jahre war, startete ein neues Kapitel. Die Sportskanone kann es nicht lassen, verrät er bei Lippe-Kick schmunzelnd: „Ich treibe aber nach wie vor viel Sport und versuche, fit zu bleiben. Ich vermisse den Fußball bisher nicht und auch die Aufgabe als Trainer wieder einzusteigen, konnte ich bisher ohne Wehmut ablehnen.“ Schlussendlich möchte er eine Sache noch loswerden: „Wir haben sehr gerne mit Lippe-Kick zusammengearbeitet. Die neutrale Betrachtung ohne Vorurteile kam uns sehr entgegen. Die Mannschaften/Vereine sollten sich glücklich schätzen, dass es so ein Sprachrohr für den Fußball gibt. Darüber hinaus wird man immer auf dem aktuellen Stand gehalten. Lippe-Kick hat mit Sicherheit dazu beigetragen, dass der regionale Fußball wieder an Attraktivität dazu gewonnen hat.”

 

Bild- und Textquelle: Nuri Kurt, Lippische Landeszeitung, Privat.

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