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Saison 2020/21

Der Mann mit Pfiff! Teil 1: Sascha Kreye

Schweigen bedeutet Lob. Wenn über sie nicht berichtet wird, dann haben sie eine einwandfreie Leistung gezeigt. Lippe-Kick möchte in der neuen Serie den Spielleitern die Wertschätzung erweisen, die sie verdient haben. Klickt euch mal hinein.

„Ohne Fußball fehlt mir etwas“

 

Der Mann mit Pfiff (hk). Von den Schiedsrichtern wird stets verlangt, dass sie fehlerfrei agieren. Das Anspruchsdenken, was ihnen entgegengebracht wird, ist außerordentlich hoch. Man muss selbstbewusst sein, dazu ein hohes Maß an Souveränität und Fußball-Kompetenz mitbringen, um in diesem Stahlbad seinen Mann zu stehen. Sascha Kreye bringt all dies mit. Seit fast zwei Jahrzehnten tanzt fast alles nach seiner Pfeife, bildet er den Auftakt zur neuen Serie bei Lippe-Kick, mit dem Namen: „Der Mann mit Pfiff.“

 

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Von Henning Klefisch

 

 

Eine subjektiv gesehen falsche Bestrafung hat im Jahr 2001 die Schiedsrichter-Karriere von Sascha Kreye ins Laufen gebracht. Gegenüber Lippe-Kick plaudert der kommunikationsfreudige und kumpelhafte Kreye, der von seiner Erscheinung und seiner Spielleitung dem FIFA-Schiedsrichter Manuel Gräfe ähnelt: „Schiedsrichter bin ich geworden, weil ich meinte, zu Unrecht Gelb bekommen zu haben. Ich sagte: Dann kann ich auch selber pfeifen. Es war Manfred Heinrich, der sagte, melde dich an, dann schmeiße ich dich nicht runter. Ich meldete mich an und wir trafen uns dann wieder. Ich konnte nicht wissen, dass er Lehrwart zu dem Zeitpunkt war“, begegnete der Familienvater dem gesamten Schiedsrichterwesen etwas blauäugig. Während der Collina mit Haaren, Timo Franz-Sauerbier, erklärtermaßen Deniz Aytekin als sein Referee-Vorbild auserkoren hat, der Newcomer Marko Grujic hingegen Sauerbier nacheifert, hat Kreye keinen, zu dem er speziell aufschaut. Er flüchtet sich hier lieber in Allgemeinplätzen. „Ich habe alle Schiedsrichter als Vorbilder, die teilweise allein auf dem Platz sind, da ich weiß, dass es nicht immer leicht ist allein.“

 

 

„Fußball ohne Emotionen ist kein Fußball“

 

Das Thema Fingerspitzengefühl spielt eine ganz entscheidende Rolle im Umgang mit den Schiedsrichtern. Bei brisanten Entscheidungen wird nämlich inflationär das Fingerspitzengefühl bemüht. Kreye wünscht sich dies auch vonseiten der Spieler, Trainer, Offiziellen und Zuschauer. Nein, ein Sensibelchen ist Sascha Kreye nicht, eher der selbstbewusste, smarte Typ, der für eine Wohlfühlatmosphäre auf dem Spielfeld sorgt. Da wird auch dem Autor dieser Zeilen, selbst kurz beim einstigen Humfelder Erzrivalen fußballerisch aktiv, ein lockerer Spruch gedrückt. Alles mit dem einnehmbaren Grinsen. Kreye empfiehlt: „Während des Spiels muss man weghören können.“ Allerdings verhehlt er nicht: „Fußball ohne Emotionen ist kein Fußball, zumal früher viel mehr dabei waren“, stellt er betrübt fest.

 

Voll integriert im TuS Humfeld

 

Gab es auch Höhepunkte für den 45-Jährigen? „Die Spiele von Lippe-Kick, da war ich, glaube ich, zweimal dabei“, 2015 an der Linie und ein Jahr später als Hauptschiedsrichter. Zugleich wurde Kreye ebenfalls zum Referee des Jahres auserkoren. „Ich finde es gut, dass es solch eine Auszeichnung gibt, da ja Schiedsrichter nicht Meister werden können.“ 2015 ist er vom TuS Humfeld zum Sportler des Jahres gekürt worden. Ein lustiges Anekdötchen hat er noch freudestrahlend parat: „Ich wurde sogar unter einem Vorwand vom Pfeifen weggeholt. Das schafft nur der TuS Humfeld.“ Man merkt: Der Entertainer Sascha Kreye gehört zum TuS Humfeld wie das Weiß-Bier zu Bayern, der Dom zu Köln oder das Hermanns-Denkmal zu Lippe. Ganz wichtig ist für den Spielerversteher: „Ein Schiedsrichter muss sich im Verein wohlfühlen.“ Die Humfelder bieten ihm dieses Rundum-Sorglos-Paket. „Bei Mannschaftsfeiern sind wir Schiedsrichter auch immer eingeladen und werden oft gefragt, ob wir alles haben.“ Man braucht kein Psychotherapeuten-Studium, um schnell zu erkennen: Sascha Kreye ist mit sich und der Welt im Reinen. Wunschlos glücklich. Wobei. Natürlich leidet auch der fußballbekloppte Kreye unter der aktuellen Situation, als er gegenüber Lippe-Kick seine Wünsche formuliert: „Ich hoffe, dass es im neuen Jahr wieder losgeht. Für Corona kann keiner etwas, aber ohne Fußball fehlt mir etwas.“

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