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Kreisliga C2 Detmold

BSV Müssen III – Leben mit der Remis-Phobie

In einem völlig sicheren Tabellen-Areal hält sich die Drittvertretung vom BSV Müssen auf. Lippe-Kick liefert den Insidereport und hat mit Coach Oliver Letmade gesprochen.

Ruhe vor dem Sturm

Kreisliga C2 Detmold (hk). Für einige Zeitgenossen sind Unentschieden von der Wertigkeit her vergleichbar mit Bier ohne Alkohol, mit Cheeseburger ohne Käse oder mit Siegfried ohne Roy. Irgendetwas fehlt, es ist weder Fisch noch Fleisch, im wahrsten Sinne des Wortes nichts Halbes und nichts Ganzes. Der Detmolder C2-Ligist BSV Müssen III hat mit Punkteteilungen in dieser Spielzeit noch überhaupt keine Bekanntschaft gemacht. Vier Siegen stehen drei Niederlagen gegenüber. Mit einem breiten Grinsen im Gesicht schmunzelt der Müssener Coach Oliver Letmade mit der winterlichen Sonne um die Wette: „Ich mag Unentschieden nicht, ich will immer gewinnen. Daher sind Remis bei uns verboten“, zeigen die Blau-Weißen für halbgare Angelegenheiten keine explizite Sympathie. Und Lippe-Kick drückt ganz verstohlen den Ironie-Off-Knopf.

 

Dieser Bericht wird präsentiert von:

 

 

Von Henning Klefisch

 

Oliver Letmade

Wer aufmerksam die örtliche Presse, bevorzugt Lippe-Kick, verfolgt hat, dem ist aufgefallen, dass der Wandlungsprozess beim Ballspielverein aus Müssen im ganz großen Stil durchgeführt wurde. In dieser neuen Personal-Anordnung müssen Abläufe zunächst einmal verinnerlicht werden, ist Fußball doch keine Solo-Selbstständigkeit. Letmade vermisst dazu die Portion Eiseskälte im Torabschluss. Ebenso die Widerstandsfähigkeit, eine Comeback-Qualität, eine Highlander-Mentalität sucht er vergeblich, als er Lippe-Kick in den Notizblock diktiert: „Wir sind nach der Neuformierung noch nicht so weit, um uns gegen einen Rückstand aufzubäumen. Wenn es läuft, sind wir stark, sonst knicken wir ein.“ Für Letmade ist die aktuelle Fußball-Pause ein Graus, denn der Integrationsprozess wurde durch den abermaligen Stillstand jäh unterbrochen. Er sehnt sich nach einem Teamfeeling beim Tabellensiebten, der tabellarisch zurzeit irgendwo im Nirgendwo steht. Zwölf Punkte Rückstand auf den Primus TSV Horn II, der gleiche Abstand zum Schlusslicht FC Lippe Detmold. Die Offensivkraft ist von allerfeinster Güteklasse, sind 25 erzielte Tore ein wahres Qualitätszeugnis für eine durchschlagskräftige Abteilung Attacke. Rund die Hälfte dieser Ausbeute teilen sich Philipp Lienert und Alexandro Sandal auf, die je ein halbes Dutzend auf ihrem persönlichen Tore-Konto gespeichert haben. Sich zu

Alexandro Sandal

stark unter Druck setzen, das soll tunlichst vermieden werden. Letmade stellt gegenüber Lippe-Kick klar: „Wir haben uns erstmal kein Ziel gesetzt und schauen von Spiel zu Spiel. Es wird sicher eine harte Runde mit vielen englischen Wochen“, die Körper und Geist synchron beanspruchen. Man merkt: Letmade verfügt über die Gelassenheit von Konfuzius und die Selbstsicherheit von Tupac Shakur.

 

„Niveau ist etwas abgeflacht“

 

Der passionierte Tee-Trinker und Meister-Trainer Felix Magath setzt vielleicht seine Brille ab, wischt sich eine Freuden-Träne aus dem Augenwinkel. Möglich, wenn er den Blick auf den gigantischen 38-Mann-Kader wirft, den Magier Magath selbst zu seligen Schalke- und Wolfsburgs-Zeiten so nicht hinbekommen hat, allerdings der BSV Müssen III sein Eigen nennen darf. Für Letmade offeriert dieser Monster-Kader vielversprechende Gestaltungsmöglichkeiten, um durch den eng getakteten Spielplan ohne Herzrasen und Schnappatmung zu coachen. Was vielleicht auch eine Folge der Corona-Pandemie ist: „Das Niveau in der Liga ist wohl etwas abgeflacht, was auch das ein oder andere Ergebnis zeigt. Hier kann man nur hoffen, dass alle Teams bis zum Ende durchhalten.“ Die Fitnesskomponente könnte eine maßgebende Bedeutung einnehmen. Mentalitätsmonster erfreuen sich in dieser tristen Zeit allergrößter Beliebtheit. Durch die verschärften Kontaktbeschränkungen ist Gruppentraining ausgeschlossen. Autonomes Joggen zehrt nach mehrmaliger Durchführung an den Nerven. Oliver Letmade vertraut der Eigenmotivation seiner Schützlinge. Er ist optimistisch, dass seine Jungs nicht mit Bierbäuchen keuchend vor ihm stehen werden, wenn es endlich wieder um Punkte und Tore geht. Die Frage ist nur: Wann?

EDEKA Wiele

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