Connect with us

Fanstory

Fanstory – SG Bentorf/Hohenhausen

Gerade in der jetzigen Zeit wird die Unterstützung mehr denn je benötigt. Und wenn diese nur moralischer Natur ist.

Allerfeinste Reimkunst im Ben/Hoh-Style

Fanstory (hk). Man kann jammern über die derzeitige Zeit. Das machen echt viele. Uns fehlen allesamt die Spiele, natürlich ebenso die Einnahmen. Die Gemeinschaft, die wird ebenfalls vermisst, das ist nicht zu verachten. Die entscheidende Frage: Wann endet dieser Corona-Alptraum endlich? Bis dahin muss man das Beste daraus machen. Selbstredend, dass auch die Weihnachtsfeiern in diesem Jahr coronabedingt ausfallen. Wie die legendäre Festivität der SG Bentorf/Hohenhausen, auf der Ben/Hoh-Edel-Fan und Arminia Bielefeld Hardcore-Anhänger Sven Hoffmann ein episches Gedicht vorgetragen hätte. Nun findet dies eben viral statt. Wenn er nicht reimt, ist Hoffmann ein 26-jähriger Student  der Lehramtswissenschaften mit dem Schwerpunkt Geschichte und Philosophie. Einst kickte er als unverwüstlicher Abwehrspieler selbst für die Ben/Hoh-Dritte. Nun tobt er sich eben verbal aus.

 

Dieses Gedicht wird präsentiert von:

 

 

Von Sven Hoffmann

Langsam, aber sicher, zieht der Winter übers Lipperland,
drum setz ich mich aufs warme Sofa und nehme ein Bierchen in die Hand:
Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier
Denn seit COVID sitze ich öfters hier!
„Heut ist wieder Sonntag“ denk ich mir, der vierte Advent.
Was man am Weihnachtsbaum unschwer erkennt.
So trink ich die letzten Tropfen aus der Herforder Flasche
und ziehe mein Handy aus der Tasche.
Vor dem Ben/HohLogo steht in hell weißer Schrift,
dass es schon 22:45 Uhr ist
und mit dem Kopf, gestützt durch das Kissen von Arminia Bielefeld,
träume ich mich zurück in eine heilere Welt:

Außer Atem stapfe ich ihn hoch, den Heinrich-Johanning-Weg,
an dessen Ende unser Sporthaus steht.
Zur linken bieg ich ab durch das eiserne Gittertor
und es ist wieder da, dieses Gefühl, man kommt sich wie zu Hause vor.
Plötzlich rempelt mich Marvin von hinten an, in der Hand zwei Schienbeinschoner.
Er kam so nah, anscheinend gibt es in meinem Traum kein Corona.
Hoffi, lass mich mal schnell durch, Henna hat wieder seine Klotten vergessen!“, schnauft er vor Eile und wie besessen.
Ich trete zur Seite und gebe die Toröffnung frei,
mit hochrotem Kopf rennt Marv an mir vorbei.
Daraufhin richtet sich mein Blick geradeheraus
und ich erblicke den Kassierer, unseren Klaus.
Trotz winterlichen Temperaturen nur in einem Muskelshirt
sagt er: „Na, Bielefeld verloren, habe ich gehört?“
Und ich antworte diesem Bild von einem Mann,
dass er mich auch mal anders kennenlernen kann.

 

 

„Und für was sammelst du heute“, frage ich und hole meine Geldbörse heraus.
„Die Schiedsrichter wollen auch bezahlt werden“, antwortet Klaus.
Er redet weiter. „Den Rest brauchen wir für die Jugendarbeit“.
Ich lache und halte mich Rückgeldempfangsbereit.
Der Anpfiff unterbricht unser lustiges Treiben,
pünktlich wie immer, dafür sollte ich mir erstmal ein Bier einverleiben!
Während ich aus dem Augenwinkel einen Zweikampf im Mittelfeld bestaune,
nähere ich mich dem Gerstensaft, mit dem glänzend weißen Schaume.
Herrmann steht in der neu gebauten Bude, den Hahn in der Hand,
Jack hilft ihm, räumt die Gläser aus dem Schrank.
Plötzlich, über die Linie, ins Aus, ein hoher Ball.
Da sprintet Jack schneller als der Schall,
mit den Worten „Aus dem WEEEGEEE
bahnt er sich den Weg zum Spielgerät!
Während mein Ohr das Knacken des Unterholzes vernimmt,
schweift mein Blick die Ränge ab geschwind:
Ich sehe Dammler mit dem schwarzen Koffer, Lea mit der Kamera
und sag zu Herrmann: „Mensch, selbst zum Spiel der Zweiten schon alle da!“.
Hermann reicht mir den frischen Gerstensaft,
welchen er gerade dem Fass entrungen hat
und antwortet gefühlvoll, ausführlich und klar:
einfach mit „Ja.“.
Er fragt weiter „und, wie läuft das Studium?“.
Ich nehme mein Bier und dreh mich einfach um.
Gehe über die Aschenbahn, grüße Helmut an seinem Stammplatz auf der Bank,
entrichte Stock für die Platzqualität den üblichen Dank,
doch aus Angst die Gesprächslänge überschreite meine Bierversorgungssituation:
Entschwinde ich mit „Sorry, die anderen warten schon“.

Fast am Ende meiner Strecke,
auf dem Platz schlägt Jan eine passgenaue Ecke,
Nils Otto mit dem Kopf zum Führungstreffer!
Bollich kommentiert dies mit: „Den mach ich auch, nur besser!“.
Mit dem Dröhnen eines Kompressors entschwinde ich plötzlich meinem Traum,
alles schmeckt und riecht nach Tannenbaum.
Mit der Hornung, mein Traum wird bald wieder Realität,
merke ich, es ist schon spät!
Zum Abschluss frag ich mich, was wäre schöner als im Fußball der Punkte-Dreier?
Das wäre, wär heute SG Ben/Hoh-Weihnachtsfeier!

 

 

 

 

More in Fanstory

%d Bloggern gefällt das: