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Bezirksliga

RSV Barntrup – Manager Michael Müller im Verbal-Duell

Bei den Barntrupern hat sich zuletzt so einiges ereignet. In der Bezirksliga wird auf einem Abstiegsplatz überwintert, die Trainerfrage ist gelöst.

„Im Jugendbereich müssen die besten Trainer arbeiten!“

Bezirksliga 3 (hk). Die Spatzen haben es schon vor geraumer Zeit von den Dächern gepfiffen. In der vergangenen Woche wurden klare Verhältnisse geschaffen. Das gewünschte Werk ist vollbracht, wobei zunächst ein anderer Coach auf der To-do-Liste höchste Priorität genoss. Was ist passiert? Kariem Moussa beerbt zur neuen Spielzeit Daniel Barbarito als Coach vom RSV Barntrup. Der 25-Jährige coacht derzeit die B-Jugend vom SV Höxter, mit der er die Bezirksliga anführt. Lippe-Kick hat sich mit dem sportlichen Leiter der Roten Teufel, Michael Müller, auch darüber unterhalten.

 

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Lippe-Kick: Hallo Michael, mit Kariem Moussa habt Ihr einen außergewöhnlich jungen Coach zum RSV Barntrup gelotst. Einer, der altersmäßig eine neue Ebene einleitet. Wie kam es zu diesem Wechsel?

 

Michael Müller: „Nachdem wir mit unserem jetzigen Coach, der ebenfalls noch sehr jung ist, und zudem noch mit den meisten unserer jetzigen Spieler zusammengespielt hat, sehr gute Erfahrungen gemacht haben, sprach zunächst nichts gegen die Verpflichtung eines jungen Trainers. Der Name Kariem Moussa war uns zunächst nicht geläufig. Ich persönlich und letztlich auch die anderen Vorstandsmitglieder hätten gern Florian Bode, der im Jugendbereich in Jerxen-Orbke hervorragende Arbeit leistet, verpflichtet. Florian hat ein Riesen-Netzwerk und kommt bei den jungen Spielern gut an. Ich gebe zu, ich habe Florian schon richtig genervt, um ihn für uns als neuen Trainer zu gewinnen. Florian ist aber zu sehr verwurzelt mit seiner jungen Mannschaft, mit der er ja unheimlich erfolgreich ist. Florian brachte dann den Namen Kariem Moussa ins Gespräch, von dem er meinte, dass er auch unseren Vorstellungen entsprechen würde.“

 

 

Lippe-Kick: Zuletzt coachte Moussa die B-Jugend vom SV Höxter, davor war er in den A-Junioren beim SV Eintracht Jerxen/Orbke tätig. Nun also seine erste Senioren-Station. Warum habt Ihr euch speziell für ihn entschieden?

 

Müller: Durch unseren Vize-Präsidenten Maik Reese wurde dann mit Kariem Kontakt aufgenommen. Wir haben uns dann zunächst einmal zu einem informativen Gespräch mit Kariem getroffen. Die Chemie passte auf Anhieb. Auch seine Philosophie vom Fußball allgemein stimmte mit unserem Anforderungsprofil überein. Allerdings war er sich zunächst nicht sicher, ob er überhaupt zu einem Wechsel bereit ist, zumal er auch erfolgreich und mit viel Leidenschaft in Höxter eine B – Junioren-Mannschaft trainiert. Deshalb erbat er sich eine Bedenkzeit, und wollte sich zunächst einmal die Mannschaft anschauen und sich dann auch mit einigen Führungsspielern treffen, um auszuloten, ob es zwischen ihm und der Mannschaft auch menschlich passt. Letztlich hat er sich dann für uns entschieden, was uns natürlich sehr freut.”

 

 

Lippe-Kick: Wir kommen zur aktuellen Situation. Was muss tatsächlich geschehen, damit Ihr den Klassenerhalt in der Bezirksliga 3 schafft?

 

Müller: „Zunächst einmal bin ich mir gar nicht so sicher, ob die Saison, zumindest die Hinserie, bis Ende Juni zu Ende gespielt werden kann. Sicherlich wird es Lockerungen geben und auch Sport wird wieder möglich sein. Aber Kontakt- und Hygienebeschränkungen werden uns noch bis spät ins neue Jahr begleiten. Und Fußball ist nun mal ein Kontaktsport. Wir haben im Amateurbereich nicht die Möglichkeit, uns regelmäßig testen zu lassen. Die Politik wird nicht mehr so blauäugig alles freigeben, um dann noch mal die Notbremse ziehen zu müssen. Natürlich hoffe ich, dass es nicht so kommt und wir die Saison sportlich beenden können. Wie wir den Klassenerhalt schaffen? Ganz einfach. Wir müssen cleverer sein. Wenn ich daran denke, dass wir in Borgenteich zwei, in Höxter zumindest einen und gegen Weser drei Punkte im wahrsten Sinne des Wortes verschenkt haben, darf uns das nicht mehr passieren. Das Potenzial ist da. Die Spieler müssen an sich und den Erfolg glauben. Wenn alle mitziehen und mutig in die ausstehenden Spiele gehen, dann werden wir den Klassenerhalt schaffen. Davon bin ich überzeugt.”

 

 

Lippe-Kick: In eurem Jugend-Sektor gibt es gewiss noch einen erheblichen Steigerungsbedarf. Welche Etappenziele habt Ihr euch hier gesetzt?

 

Müller: „Das ist ein ganz heikles Thema. Zunächst einmal müssen meiner Meinung nach im Jugendbereich die besten Trainer arbeiten. Hier wird das Fundament gelegt. Nun ist es aber so, dass junge, talentierte und ambitionierte Spieler natürlich in Vereinen spielen möchten, die in höheren Klassen spielen. Da können wir natürlich mit Vereinen wie SV Eintracht Jerxen/Orbke und dem TBV Lemgo nicht mithalten. Die sind uns um Jahre voraus. Sicherlich hat man in der Vergangenheit hier Fehler gemacht und es wird jetzt noch viele Jahre dauern, bis man mit einem guten Konzept mit diesen Vereinen mithalten kann. Im Übrigen erhoffen wir uns auch in diesem Bereich fachliche Ratschläge von unserem neuen Trainer, wie man dieses Projekt am Besten angehen kann.”

 

Lippe-Kick: Zurzeit ist die Corona-Situation äußerst schwer zu beurteilen, doch: Welche Risiken und Gefahren lauern auf den Vereinssport?

 

Müller: „Für alle Vereine ist das eine sehr schwierige Zeit, die an die Existenz gehen kann. Ich bin ja in meiner Heimatgemeinde Extertal beim TSV Bösingfeld als Übungsleiter in verschiedenen Bereichen tätig. Allein bei uns sind alle Kurse im Rehabereich, Aqua-Fitness, Tabata und Combat seit Monaten nicht mehr durchführbar. Die Vereine leben natürlich von den Einnahmen durch die Kurse. Und außer meiner Person sind noch viele andere Übungsleiter in anderen Bereichen zur Untätigkeit gezwungen. Dann haben die Vereine natürlich auch laufende Kosten, die gedeckt werden müssen. Was mich aber am meisten ärgert, ist, dass durch das fehlende Sportangebot mehr Vereinsaustritte zu verzeichnen sind. Das finde ich in diesen Zeiten unsolidarisch. Gerade jetzt sollten wir alle zusammenhalten. Ich weiß aber von einigen Vereinen, die finanziell riesige Schwierigkeiten haben und nicht wissen, wie es weitergehen soll.”

Fahrschule Duru

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