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Kreisliga A Detmold

SG Brakelsiek/Wöbbel – Erst Kellerkind, jetzt Offensiv-Feuerwerk

Die SG Brakelsiek/Wöbbel gehört zu den positiven Überraschungen dieser Saison. Auf Rang sechs liegend ist die SG in die Corona-Pause gegangen.

 

 

Weskamp: „Möchten ein fester Bestandteil der A-Liga Detmold sein“

Kreisliga A Detmold (ab). Was für eine Wandlung! Letzte Saison krebste die SG Brakelsiek/Wöbbel noch im Tabellenkeller rum, nur die Corona-Pandemie verhinderte einen kräftezehrenden Abstiegskampf bis zum Schluss. Und jetzt? Die SG hat Kontakt zur Spitzengruppe, spielt einen offensivstarken Fußball und hat mit Abstiegskampf, Stand jetzt, so rein gar nichts zu tun. Dass die SG Brakelsiek/Wöbbel deutlich besser aus den Startlöchern gekommen ist, lässt sich anhand der Zahlen verdeutlichen. Nach vier Spieltagen hatte die SG bereits mehr Punkte gesammelt als letzte Saison nach 15 Partien. Mit derzeit 22 erzielten Treffern nach sieben Spielen stellt die SG die drittbeste Offensive der Liga. Coach Falk Weskamp erklärt den Aufschwung seiner jungen Truppe.

 

 

Lippe-Kick: Hallo Falk. Danke, dass du dir für uns die Zeit genommen hast. Was sind die Gründe für den guten Saisonstart, mit dem man nach der letzten Spielzeit so nicht unbedingt rechnen konnte?

 

Falk Weskamp: „Das hat meiner Meinung nach mehrere Gründe. Der erfreulichste Grund ist sicherlich, dass wir aus der A-Jugend mit Kempe, Hötger, Gut, Grandt, Göke, Kiel und Holzkämper echt tolle Typen dazubekommen haben. Die Jungs passen super in unser Mannschaftsgefüge, weil sie viele unserer Spieler schon vorher kannten. Das vergrößert unsere Trainingsgruppe und führt natürlich zu abwechslungsreicheren Trainingseinheiten und erhöht automatisch den Konkurrenzkampf und den Spaßfaktor.“

 

Lippe-Kick: Wie händelst du das, dass alle Spieler in so einem großen Kader zufrieden sind, wenn viele nur auf der Bank sitzen oder gar nicht am Spiel teilnehmen können/dürfen?

 

Weskamp: „Natürlich führt ein großer Kader auch zwangsläufig zu Problemen, da halt immer nur elf spielen können und da muss ich wirklich sagen, dass ich stolz bin auf die ganze Gruppe. Alle ziehen mit, auch, wenn sie auf der Bank sitzen oder in der zweiten Mannschaft spielen. Das zeichnet nicht nur die Gruppe aus, sondern zeigt auch den Charakter eines jeden Einzelnen.“

 

Lippe-Kick: Der sechste Platz in der Kreisliga A Detmold kommt vielleicht auch für euch in der Art überraschend. Wo kann der Weg der jungen Mannschaft noch hinführen? Ist eine Platzierung in dem Bereich der Tabelle am Saisonende realistisch?

 

Weskamp: „Erstmal sollte der Weg schnellstmöglich zum Klassenerhalt führen, da scheinen wir auf einem guten Weg zu sein. Das war vor der Serie das Ziel und davon rücke ich keinen Millimeter ab, bis es rechnerisch so ist. Dafür habe ich schon zu viel erlebt. Wenn der Punkt erreicht ist, kann man gucken wie viele Punkte noch zu verteilen sind und sich neue Ziele setzen. Aber erstmal gilt es die Pflicht zu erfüllen und dann wird es automatisch leichter.“

 

Lippe-Kick: Bezieht sich das auch auf die mittelfristigen Ziele?

 

Weskamp: „Wir sind jetzt die dritte Saison dabei und möchten natürlich die nächsten Serien ein fester Bestandteil und unbequemer Gegner in der A-Liga Detmold sein und bleiben. Mittelfristig möchten wir uns einstellig etablieren und zu einer festen Größe werden. Was dann noch geht, wer weiß das schon. Wir wurden von einigen anfangs als A-Jugend oder Absteiger Nummer 1 belächelt oder werden das auch noch, aber ich habe daran geglaubt, dass die Jungs schnell lernen und sich gewöhnen. Das hat gut funktioniert. “

 

Lippe-Kick: Der Weg mit den Jugendspielern scheint ein erfolgversprechender zu sein?

 

Weskamp: „Wir gehen den Weg, jungen Fußballern aus unserem Umfeld die Möglichkeit zu geben schon sehr früh in der A-Liga zu spielen. Das wollen wir weiterhin auch so tun. Wir fahren seit fünf Jahren sehr gut damit.“

 

Lippe-Kick: Streben gerade die jungen Spieler aber nicht auch danach, die A-Liga auch mal nach oben hin zu verlassen?

 

Weskamp: „Bei uns beginnt niemand zu spinnen, wenn es mal gut läuft und es dreht auch niemand im roten Bereich, wenn es mal, wie letztes Jahr, derbe auf die Mütze gibt. Da muss man sich gerade machen und sich der Sache stellen. Das ist auch ein Lernprozess.“

 

Lippe-Kick: Wird es im Winter Veränderungen am Kader geben?

 

Weskamp: „Im Moment laufen auch einige gute Gespräche und da sehen wir mal, was bis zum Sommer noch alles so passiert.“

 

Lippe-Kick: Wir kommen leider auch nicht am Thema Corona vorbei. Auch die Vereine und Fußballer leider unter dieser fußballfreien Zeit, viele sehnen den Re-Start herbei, an den derzeit aber absolut nicht zu denken ist. Wie ist deine Einschätzung dazu, was glaubst du, wann und wie die Saison fortgesetzt werden können?

 

Weskamp: „Tja, wie es so weiter geht, steht nach den Nachrichten des Tages ja auch in den Sternen. Stand heute halte ich es für unverantwortlich in den Spielbetrieb zu gehen. Es sind ja vor Wochen schon einige Spiele ausgefallen und ich denke, dass sich solche Sachen häufen würden. Da ist fairer Wettbewerb nicht gewährleistet.“

 

Lippe-Kick: Welche Lösung würdest du präferieren?

 

Weskamp: „Vielleicht wäre es eine Lösung, die Hinrunde zum Abschluss zu bringen und das so zu werten. Wir müssten bis Juni noch 25 Spiele austragen.“

 

Lippe-Kick: Wie bist du bisher durch die Pandemie gekommen?

 

Weskamp: „Ich sehe im Moment etwas differenzierter auf diese ganze Sache, da ich im weiteren Umfeld von einem Todesfall erfahren habe. 24-jährige Frau, kerngesund, keine Vorerkrankungen oder Einschränkungen. Vor wenigen Wochen dann verstorben trotz intensiver Behandlung usw. Obwohl mir der Fußball zurzeit auch unendlich fehlt, ist es doch wichtiger, irgendwann alle, auch die Gegner, die man vielleicht nicht so mag, gesund wiederzusehen, um dann endlich wieder gegen sie zu kicken. Dazu brauchen wir wahrscheinlich alle noch Geduld, Disziplin und Weitsicht. Daher halte ich einen Re-Start im Februar für verfrüht und unverantwortlich, gerade wo wir erst in einen erneuten Lockdown gegangen sind.“

 

Lippe-Kick: Abschließend wollen wir nochmal über den Fußball reden. Wie geht es mit dir ab dem Sommer weiter? Sehen wir dich weiter im Kreis Lippe oder geht es zurück in die Heimat in den Kreis Höxter?

 

Weskamp: „Man macht sich in diesen Tagen natürlich Gedanken. Ich habe sonst vier, fünf Termine in der Woche wegen Fußball. Das ist jetzt zwangsweise auf 0 reduziert und natürlich beschäftigt man sich dann auch mit der Zukunft. Höxter ist zurzeit für mich nicht so wirklich ein Thema, obwohl es immer mal wieder Kontakt gab. Allerdings habe ich keine Lust, 30 km zum Training zu fahren. Außerdem fühle ich mich eigentlich recht wohl im Sportkreis Lippe.“

 

Lippe-Kick: Was sind deine persönlichen Ziele, was möchtest du sportlich noch erreichen?

 

Weskamp: „Ich bin jetzt 43 Jahre alt und habe von den Minis bis zu den Senioren alle Altersklassen trainiert. Beweisen muss ich mir nichts mehr und mit 50+ möchte ich eigentlich nicht mehr an der Linie rumturnen. Dann eher mit Bier und Bratwurst als Zuschauer hinter der Abgrenzung. Ich habe vieles gewonnen und manchmal auch verloren. Aber gerade das prägt und bringt einen schlussendlich in der persönlichen Sicht auch weiter. Anfangs ging es nur um Siege und Erfolg. Heute sehe ich die Entwicklung junger Spieler viel wichtiger als kurzfristigen Erfolg. Der Erfolg kommt so von ganz allein, wenn auch zeitverzögert.“

 

Lippe-Kick: Das klingt danach, als würdest du der SG Brakelsiek/Wöbbel also auch weiterhin erhalten bleiben?

 

Weskamp: „Natürlich wird es ein Gespräch mit Sebastian Lange über eine gemeinsame Zukunft geben. Das läuft hier auch nicht so förmlich und offiziell. Man trifft sich und jeder sagt das, was er denkt und plant. Dann guckt man, ob es zueinander passt, gibt sich die Hand und dann ist es erledigt. Dazu braucht man keine Verträge oder Unterschriften.“

 

Lippe-Kick: Vielen Dank für das Gespräch.

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