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Bezirksliga Staffel 3

TSV Oerlinghausen – Es läuft „ganz anders als erwartet“

Es läuft nicht rund beim TSV Oerlinghausen. Auch der Wechsel in Staffel 3 macht den Bergstädtern ordentlich zu schaffen.

 

 

 

 

 

Dingerdissen: „Wir wussten, was auf uns zukommt“

Bezirksliga 3 (ab). Von einigen Kontrahenten wurde der TSV Oerlinghausen vor der Saison als einer der Aufstiegsfavoriten angesehen. Man selbst sah sich nicht so weit oben, schätzte stattdessen realistisch ein, dass man gegen einen Großteil der unbekannten Gegner anders agieren muss als noch letzte Saison gegen die Bielefelder und Gütersloher Teams in Staffel 2. Und der bisherige Saisonverlauf zeigt, dass diese Einschätzung nicht komplett aus der Luft gegriffen war. Dass es allerdings so schlecht laufen würde, hatte man aber auch nicht eingeplant. Wir begeben uns mit dem spielenden Co-Trainer Tobias Dingerdissen auf Spurensuche.

 

 

Von André Bell

 

Der aktuelle Tabellenrang zwölf ist nur eine Momentaufnahme. Denn der TSV hat ein Spiel mehr ausgetragen als unter anderem der FC Blau-Weiß Weser, der mit einem Sieg im Nachholspiel den TSV sogar auf einen Abstiegsplatz drücken würde. „Ganz anders als erwartet“, gibt Tobias Dingerdissen (Bild links) zu. „Wir wurden ja von vielen als Favorit ausgemacht. Selber haben wir uns jetzt nicht als Favorit gesehen, weil wir schon ungefähr wussten, was in der Liga auf uns zukommt.“ Nämlich mehr Körpereinsatz und Kampf, „was in der Staffel 2 ja ganz anders war. Da ging es hauptsächlich um das spielerische, da waren die Mannschaften auch spielerisch deutlich stärker, was auch besser zu unserem Spiel passt. Aber man muss es so nehmen, wie es ist.“ Vor allem muss man es aber auch annehmen. Und das hat der TSV Oerlinghausen in dieser Spielzeit nur selten hinbekommen: „Bisher haben wir den Kampf teilweise nicht angenommen und stehen deshalb mit unserer jungen Truppe auf Rang zwölf aktuell.“

 

„Wir müssen uns körperlich verbessern“

Das Problem ist aber nicht nur, dass man nicht dagegenhalten will, man kann es offenbar auch teilweise nicht: „Wir können körperlich nicht dagegen arbeiten, wie das die anderen Teams machen.“ Gefühlt hat der TSV Oerlinghausen die kleinste Mannschaft der Liga, findet Dingerdissen: „Die anderen sind im Schnitt 1,90m und sehr stabil gebaut. Und das ist bei uns halt nicht so. Wir haben viele kleine, quirlige Spieler.“ Aber dass es „wirklich so schlecht läuft, damit haben wir auch nicht gerechnet.“ Entsprechend gibt es auch reichlich Luft nach oben. Wo, das liegt auf der Hand: „Wir müssen uns körperlich verbessern, dass wir mehr dagegenhalten, dass wir den Kampf annehmen.“ Das ist andererseits aber auch kein Schritt, den man „von heute auf morgen macht.“ Gerade die frisch aus der Jugend gekommen Spieler, auch, „wenn sie teilweise die Minute bekommen haben, die sie sich vielleicht erhofft haben“, sind körperlich noch nicht da, wo man nach ein, zwei Jahren bei den Senioren ist. „Und das merkt man natürlich auf jeden Fall dann auch in der Liga“, so Dingerdissen.

 

Auswärtsfahrten könnten problematisch werden

Aktuell hat jeder einzelne Spieler aber viel Zeit, sich in genau dem Bereich zu verbessern, obwohl ungewiss ist, wie und ob die Saison fortgesetzt werden kann. „Wir hoffen natürlich, dass die Saison zu Ende gespielt wird. Es ist allerdings so, dass es dann auch mit den Nachholspielen irgendwann schwierig wird.“ Vor allem in Bezug auf die Auswärtsfahrten, die noch anstehen würden. Unter anderem stehen noch Lügde und Blau-Weiß Weser, also Beverungen, auf dem Plan. Fahrten, die unter der Woche kaum zu bewerkstelligen wären: „Das geht nicht. Das kann man nicht machen. Es gibt Leute, die arbeiten müssen. Und wenn dann um 19 Uhr Anstoß ist, darf um 16:30 Uhr oder so in Oerlinghausen losfahren. Da hat man keine Chance.“ Deshalb plädiert Dingerdissen dafür, zumindest die Hinrunde noch zu Ende zu spielen, um die notfalls werten zu können.

 

Eigenverantwortliches Training

Fakt ist dann aber auch, dass man zum Ende der Hinrunde nicht auf einem Abstiegsplatz stehen darf, sonst würde es runtergehen in die A-Liga, sofern die Saison abgebrochen wird. „Das hoffen wir natürlich nicht“, so Dingerdissen, aber „natürlich steht die Gesundheit aller im Mittelpunkt und wenn es dann so ist, dann ist das so und dann muss man wirklich hoffen, dass wir bis dahin noch ein paar Punkte holen, um uns da unten rauszuschießen.“ Die Qualität dafür hat der TSV, da ist sich Dingerdissen sicher: „Es geht jetzt einfach nur darum, das Ganze auf den Platz zu kriegen und auch einfach mal nicht alles spielerisch zu machen, sondern auch körperlich dagegenzuhalten.“ Und dafür wird in der Pause gearbeitet. Es ist aber nicht so, dass „die Trainer da irgendwelche Pläne erstellt haben oder dass die Jungs irgendwelche Leistungsnachweise erbringen müssen, wann und wie oft sie gelaufen sind.“ Was das angeht hört Dingerdissen aus seinem Wohnort in Bielefeld die wildesten Geschichten: „Da müssen die Jungs mindestens zwei bis dreimal die Woche laufen gehen, in Gruppen sogar, die die Trainer vorher eingeteilt haben. Und dann müssen sie dem Trainer über Apps oder andere Möglichkeiten die Ergebnisse zur Verfügung stellen, damit der den Fitnessstand kontrolliert.“

 

Dingerdissen: „Der Fußball fehlt“

Das ist beim TSV Oerlinghausen nicht der Fall: „Wir sind Amateure. Wir gehen ein bisschen von Eigeninitiative aus, das heißt, wir haben den Jungs gesagt, haltet euch fit. Man kann ja nicht voraussehen, wann es losgeht. Jetzt aktuell wissen wir nur, dass es dieses Jahr sowieso nichts mehr wird, aber dementsprechend halten sich alle einigermaßen fit und ich sage mal, wenn man ein, zweimal die Woche locker laufen geht und sich dann, wenn es einem Termin gibt, wann es weitergeht, sich dann ein bisschen mehr darauf fokussiert, dass man mehr in die Kondition investiert. Ich denke, das reicht dann aus.“ Zum zweiten Mal in diesem vermaledeiten Jahr muss es also auch ohne Fußball gehen: „Der Fußball fehlt. Klar kann man sich samstags hier vor den Fernseher setzen und Bundesliga gucken, aber das ist natürlich nicht dasselbe.“

Fahrschule Duru

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