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Bezirksliga

SG Hiddesen/Heidenoldendorf – Ein Fall für zwei

Lütfi Soylu ist der Kader-Architekt, Markus Rüschenpöhler der Taktgeber bei der SG Hid/Hei. Im Verbund stricken sie an einer weiteren Erfolgsgeschichte. Lippe-Kick hat mit Rüschenpöhler gesprochen.

„Ich bin gespannt, wie es weitergeht!“

Bezirksliga 3 (hk). Es gibt Meldungen, die lassen einen spontan vom Stuhl kippen. Wie etwa der einstige Wechsel von Matthias Wölk von der SG Hörstmar/Lieme zum TBV Lemgo. Der sympathische Chefcoach schreibt in der Hansestadt weiter an seinem Erfolgsroman. Aber lasst uns doch über die SG Hiddesen/Heidenoldendorf sprechen. Als vor einigen Tagen die Pressemitteilung Lippe-Kick erreichte, dass das Erfolgs-Duo Markus Rüschenpöhler und Lütfi Soylu weiterhin die sportlichen Geschicke der Spielgemeinschaft aus dem Detmolder Westen orchestriert, war die Aufregung nicht so groß. Immerhin passen die beiden doch wie die Faust auf’ s Auge zum aufstrebenden lippischen Bezirksligisten, der sich zu einem echten Vorzeigeverein gemausert hat. Eben ein Fall für zwei.

 

Dieser Bericht wird präsentiert von:

 

Von Henning Klefisch

 

Der Autor dieser Zeilen fühlt sich mit Rüschenpöhler durchaus als Bruder im Geiste eng verbunden. Wer vor gar nicht allzu langer Zeit ein großes deutsches Fußball-Magazin aufmerksam konsumierte, erfuhr, dass die Lippe-Kick-Protagonisten ein exorbitant großes Fußball-Interesse aufweisen. Ob die Zeitschriften-Lektüre oder das TV-Schauen, man reichert sich eine gewisse Expertise an, sammelt Inspirationen, um daraus Nektar für die Lippe-Kick-Texte zu ziehen. Ein ähnlich orientierter Zeitgenosse ist der mittlerweile 34-jährige Rüschenpöhler (Bild links). Schlenderte man mit ihm drei Tage durch die lippischen Wälder, würde man permanent mit dem wissbegierigen Blondschopf über den Sport im Allgemeinen und den Fußball im Konkreten sprechen. Pausen wären nur zum Atmen da. Vorsicht, dabei geht es nicht um das oberflächliche, mainstreamhafte, gefährliche Halbwissen über die Fußball-Genies Cristiano Ronaldo und Lionel Messi. Rüschenpöhler denkt nicht von hier bis zur nächsten Bushaltestelle. Die Taktik vom Fußball-Drittligisten FSV Zwickau würde genauso diskutiert werden, wie die Tatsache, dass der Unterhaus-Vertreter SV Darmstadt 98 um den Verbleib von Leistungsträgern wie Serdar Dursun, Tobias Kempe, Fabian Holland oder Immanuel Höhn bangen muss. Oder es wird international. Ein kurzes Plaudern über die sensationelle Renaissance der Mailänder Großvereine AC und Inter Mailand steht auf dem Programm. Langeweile kommt da nicht auf. Ebenso den lippischen Fußball hat der studierte Pädagoge stets im Blick, kennt sich hier prächtig aus. Dieses Fachwissen wird mit seiner natürlichen Autorität, jahrelangen Erfahrung und Eloquenz angereichert und implementiert in einer wahren Erfolgsgeschichte, die er mittlerweile seit Januar 2018 schreibt.

 

Unklarheit genießt Hochkonjunktur

 

Nun hat er bis zum 30. Juni 2022 also seinen Vertrag verlängert. Was hat ihn dazu bewogen? „Ich fühle mich sehr wohl bei der SG Hiddesen/Heidenoldendorf. Wir haben eine sehr intakte Mannschaft mit guten Charakteren, mit guten Typen, die sehr zuverlässig sind. Das macht viel Spaß“, wobei dieser in den letzten Monaten ganz schön in Mitleidenschaft gezogen wurde. Man übertreibt nicht, wenn man klarstellt, dass Rüschenpöhler den Fußball liebt. Diese Liebe benötigt er auch, denn Corona setzt einem schon unbarmherzig zu. Auch das lippische Fußball-Jahr 2020 wird von Covid-19 diktiert. Mitte März endete die vergangene Saison vorzeitig, Ende Oktober die aktuelle. Hier ist der Ausgang ungewiss, was den Verantwortungsträgern so einige Sorgenfalten auf die Stirn zaubert. Es ist ein Fischen im Trüben, denn eine Planungssicherheit ist in Zeiten der Pandemie schlichtweg nicht möglich. Da es zwischen Rüschenpöhler und der SG einfach passt, alles harmonisch und zielführend verläuft, ist diese Einigung die logische Konsequenz. Der ehemalige Defensiv-Haudegen verfolgt aufmerksam die neuesten Entwicklungen, hofft, dass die neue Spielzeit 2021/22 in einem Guss gespielt werden kann. „Ich bin gespannt, wie es weitergeht“, so der gebürtige Lagenser gegenüber Lippe-Kick.

 

Weiter ohne Hampe und Schreckenbach

 

Einfach nur Fußball, so lässt sich das primäre Verlangen vom cleveren Fußball-Nerd bündeln. Markus Rüschenpöhler wirft treffend ein: „Ohne die allgemeine Wiederkehr des Sports in den Alltag müssen wir über konkrete sportliche Ziele nicht sprechen“, sollte man ihm hier nicht widersprechen. Dennoch möchte er mit seinen „jungen Wilden“ weitere Sprossen auf der Entwicklungsleiter nehmen. „Da bin ich mir sicher, dass wir dazu auch gute Chancen haben, uns zu verbessern und weiterzuentwickeln“, lässt er sich seinen Optimismus vom abermaligen Corona-Stopp nicht stibitzen. Von Bord gegangen ist Niklas Hampe, „unser dritter Torhüter“, so Rüschenpöhler. Der sprunggewaltige und auch fußballerisch starke Hüne wanderte weiter zum Detmolder A-Ligisten Türkischen SV Horn. Rüschenpöhler besitzt mit den mehrmaligen Auswahl-Torhütern Tim Bukowski und Andre Swoboda ausgezeichnete Fänger für die Herausforderungen in der Bezirksliga. Aber, Obacht. Abwehr-Ass Alexander Schreckenbach (Bild rechts) zieht es weiter zum A-Liga-Spitzenreiter Blomberger SV. Ein nicht unwichtiger Grund: In der Nelkenstadt ist das Zweikampf-Monster wohnhaft. Eine Neuverpflichtung ist in trockenen Tüchern. Konkret möchte Rüschenpöhler nicht werden, beißt sich auf die Zunge und verwandelt sich zu einem Karthäuser-Schweigemönch. Dies für einen flüchtigen Augenblick, als Lippe-Kick nach einem Namen fragt. Zuversichtlich zeigt er sich, dass das SG-Trüffelschwein Lütfi Soylu seine Spürnase weiterhin nach allen Regeln der Kunst demonstriert und den einen oder anderen sinnvollen Transfer tätigt. Einerlei. Andererseits genießt für den Tabellensiebten der Bezirksliga 3 allerdings oberste Prämisse, den so talentierten Kader weiterhin in ganzer Pracht zu halten.

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