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Kreisliga C1 Lemgo

RSV Schwelentrup – Mit Leidenschaft in die Play-Offs

Die Grün-Weißen sind per se ein Wandler zwischen den Liga-Welten. In den vergangenen Jahren switchten sie recht munter zwischen der B1 und C1 Lemgo herum. Hier ist der Insidereport über den RSV Schwelentrup.

„Bin froh, ein Teil der geilen Truppe sein zu dürfen!“

 

Kreisliga C1 Lemgo (hk). Knappe Kiste. So sieht es aus rund um den RSV Schwelentrup, der nur drei Zähler hinter einem Aufstiegs-Play-Off-Platz lauert. Der neue Coach Bodo Phillips kam vor dieser Saison neu zu den Dörentrupern, beerbte somit Norman Dinkelbach, den es eine Spielklasse höher zum TSV Kirchheide zog. Die Corona-Pandemie erwies sich als eminent großer Hemmschuh, wie es Phillips via Lippe-Kick deutlich macht: „Es gibt bessere Zeiten, einen neuen Start zu wagen.“ Der 32-Jährige führt erklärend weiter aus: „Die Jungs mussten mich kennenlernen und natürlich auch die Neuen mussten ins Team eingefügt werden. Das war unter diesen Bedingungen nicht einfach.“

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Von Henning Klefisch

 

Es gibt lippische Fußballer, wie etwa eine Innenverteidiger-Legende vom SuS Pivitsheide, besser bekannt unter dem Namen „SuS-Vin Diesel“, die es ohne Umschweife zugeben: Selbst kicken? Ja, gerne. Konsum vom höherklassigen Fußball? Bitte nicht. Völlig anders gelagert ist da schon die Situation rund um die Phillips-Brüder. Sie entfliehen regelmäßig dem lippischen Fußball-Mikrokosmos. Wenn man die Zwillinge Christian und David, zudem Bodo (Bild links) als leidenschaftliche Arminia Bielefeld-Fans bezeichnen würden, dann wäre das wohl eine freche Bagatellisierung. 24/7 ist Arminia Bielefeld angesagt. Einige tuscheln sogar: Sie gehen mit Arminia ins Bett und stehen mit Arminia auf. Vor Corona: Gemeinsam fahren sie aus Lippe in die Sparrenburg-City, um ihren DSC lautstark nach vorne zu peitschen. Der geneigte Beobachter lässt sein Gedankenkino freien Lauf. Kaum ist der Motor gestartet, schmettert das Brüder-Trio wohl voller Inbrunst: „Heut ist der Tag endlich wieder so weit, bei jedem Spiel stehen wir bereit, es geht voran und darum sind wir alle hier. Ob man gewinnt, ob man verliert, ganz egal, was auch passiert, wir sind da und halten immer fest zu dir. Die Zeit ist reif, jetzt aufzudrehen, die Zeit ist reif, unseren Weg zu gehen, gib nicht auf, lasst uns gemeinsam in die Zukunft sehen. Arminia, Arminia, wir sind die besten Fans der Welt, und unser Herz schlägt nur für dich, Arminia Bielefeld.“ Besoffen vor Glück waren sie gewiss im Sommer 2020, als der bedeutendste ostwestfälische Fußballverein nach elfjähriger Erstliga-Abstinenz in den erlauchten Kreis zurückkehrte. Ebenso Rugby und der Support der walisischen Fußball-Nationalmannschaft sind fester Bestandteil dieser höchstmäßig sportinteressierten Gebrüder Phillips.

 

Corona erschwert die Automatismen

 

All das ist auch den Verantwortungsträgern vom RSV Schwelentrup bewusst gewesen, als sie die Dinkelbach-Nachfolge klärten. Bodo Phillips liebt den Fußball, vor allem auch den lokalen, ärgert sich dementsprechend hochgradig, wenn unnötige Niederlage erlitten werden. Er hat vor der Serie den Kader gezielt aufgepimpt, lotste Sven Jättkowski-Pampel (Bild links; TSV Kirchheide II), Patrick Mischke, Luca Rietzke, Pascal Hartkorn, Daniel Heitmann (alle RSV Barntrup III), Kevin Grogan, Kevin Unruh, René Wieneke, Dennis Schmidt (alle SC Extertal III), Tenkoun Diallo (Bild rechts; FC Fortuna Schlangen) und Kevin Wehking (Bild links unten) ins Bergstadion, das Igor Ribitsch und Alfred Schnaidt Richtung TuS Almena verließen. Der Integrationsprozess wurde durch Corona weiter erschwert. „Das hat man auch in den Spielen gesehen“, nörgelt Bodo Phillips. Vor allem hat er wohl die überflüssige 4:5-Niederlage nach klarer Führung beim TuS Brake III im Hinterkopf. Oder die 1:2-Heimspielpleite gegen den direkten Konkurrenten SG Lüdenhausen/Talle/Westorf II. „Diese Partien hätten wir nie so aus der Hand geben dürfen.“ Zur Klagemauer nach Jerusalem muss allerdings nicht gepilgert werden, geht die Blickrichtung stattdessen klar nach vorne. „Unsere Neuzugänge haben sich trotz der schwierigen Zeit gut ins Team einfügen können, aber dazu muss man ehrlicherweise sagen, dass die „Alten Jungs“ es den Neuen auch einfach gemacht haben. Es ist einfach eine geile Truppe und ich bin froh, ein Teil davon zu sein.” Bei Lichte betrachtet hat diese Corona-Pandemie die komplette Situation vollständig erschwert. Unzufrieden wirkt Phillips keineswegs, stellt via Lippe-Kick fest, „unter den Umständen das Beste daraus gemacht zu haben.“ Wenn der RSV Schwelentrup tatsächlich einmal eingespielt ist, dann ist mit ihnen definitiv zu rechnen.

 

Boom Boom hält das Fitnesslevel hoch

 

Taktisch präferiert Bodo Phillips eindeutig das traditionelle 4-4-2-System. Es kann jedoch ebenfalls geswitched werden. Da Holger Kunze über veritable Fähigkeiten als Libero verfügt, „haben wir dort eine Verteidigungsgarantie“, wie der RSV-Coach stolz anmerkt. Klar, die Phrasendrescherei ist nicht gänzlich zu verhindern, wenn Phillips betont, dass vor allem die mannschaftliche Geschlossenheit eine hohe Wertschätzung genießen sollte. „Ich bin der Meinung, dass man nur als Team funktionieren kann und daher muss man nicht nur 11 „Freunde“ auf dem Platz haben, sondern das gesamte Team inklusive des Vorstands.“ Hieran zweifelt Bodo Phillips mit Blick auf den RSV Schwelentrup nicht einmal im Geringsten. Das ist auch erforderlich, denn er hat eine klare Leistungssteigerung in der C1 Lemgo erkannt. Die Unberechenbarkeit ist ein wahres Qualitätsmerkmal, bemerkt er doch: „Es kann praktisch jeder jeden schlagen und man darf sich nie sicher sein, als Sieger vom Platz zu gehen. Die Jungs sind allesamt gute Kicker“, ist die Zeit vorbei, als überwiegend bierbäuchige Alt-Internationale mit Haarkranz im Anschlag im Zeitlupentempo in der niedrigsten Kreisliga gegen den Ball traten. Bitter für die Schwelentruper, dass durch den unsichtbaren Gegner Corona das heiß ersehnte Dörentrup-Derby gegen die SG Bega/Humfeld II nicht stattfinden konnte. Um spieltauglich zu sein, wenn es wieder auf die Plätze geht, halten sich die Schwelentruper über die Plattform Zoom fit, gibt es hier optimale Möglichkeiten, unter Corona-Bedingungen einsatzfähig zu sein. Bodo Phillips möchte auch nicht den Ex-Team-Lemgo-Auswahlspieler Jonas Boehmfeld (Bild rechts) unerwähnt lassen. Der Boehmfeld, der für seine Schusskraft einen Waffenschein benötigt, mit seinem Wumms eine ausgewachsene Kuh ausknocken könnte.  „An dieser Stelle noch ein Dankeschön an Boom Boom, der als Profi im physiotherapeutischen Bereich diese Einheiten sicher und verletzungsfrei durchführt.“

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