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Historisch

Historisch – SuS Pivitsheide

Heute nehmen wir in der allseits beliebten Rubrik „Historisch“ den SuS Pivitsheide etwas genauer unter die Lupe. Wir haben mit dem Pivitker Florian Sieweke gesprochen.

 

„Die Horner-Glückwünsche entpuppten sich als verfrüht.”

Historisch (hk). Wir schreiben die Spielzeit 2015/16, als nicht viel fehlte, damit der SuS Pivitsheide tatsächlich in die Bezirksliga aufgestiegen wäre. Nach 30 intensiven Matches war es letztlich der undankbare zweite Platz. Starke 68 Punkte sammelten die Pivitker unter Coach Ralf Brokmann. 21 Mal gingen sie als Sieger aus einem Spiel hervor, fünfmal remisierten sie sich, mussten nur viermal ohne Beute aus einem Match gehen. Ein wichtiger 2:1-Sieg wurde in einem Nachholspiel gegen den TSV Horn eingefahren. Es sollte sich herausstellen, dass die Glückwünsche verfrüht waren. Wir reden vom April 2016, das Aufeinandertreffen mit den Egge-Kickern stand an. SuS Pivitsheide tanzte vor Glück. Ein verschossener Elfmeter von Oguzhan Keles war für diese bittere Gäste-Niederlage auf dem Sportplatz der FSV Pivitsheide ursächlich. SuS-Torwart Leon Wulf parierte diesen sensationell (siehe dieses Video: https://www.lippe-kick.de/2016/05/18/sus-pivitsheide-tsv-horn-12-04-16/). Trotzdem. Am Ende verpassten die Lila-Grünen um läppische zwei Punkte den Sprung in den überkreislichen Fußball. Schon damals war SuS-Urgestein Florian Sieweke mit von der Partie. Im Lippe-Kick Gespräch erinnert er sich an die damalige Zeit sehr gut zurück.

 

Dieser Bericht wird präsentiert von:

 

 

Von Henning Klefisch

 

Lippe-Kick: Hallo Florian, schön, dass Du dich mit uns auf eine Zeitreise begibst. Kannst Du uns bitte etwas zur Zusammensetzung der Mannschaft und vom Trainerteam sagen?

Florian Sieweke: „Eine der größten Stärken der damaligen Mannschaft war sicher, dass ein Großteil der Spieler eine sehr enge und freundschaftliche Beziehung zueinander hatte und dementsprechend als eine geschlossene Einheit auf und neben dem Platz aufgetreten ist. Die Spieler kannten sich untereinander auch größtenteils sehr lange und haben auch bereits länger miteinander zusammengespielt, was sich in engen Spielen positiv bemerkbar gemacht hat. Das Grundgerüst der Mannschaft wurde punktuell immer wieder durch junge, motivierte und ehrgeizige Zugänge ergänzt, sodass wir am Ende einen sehr breiten, spielstarken Kader aufweisen konnten. Die Zusammensetzung des Teams und der sehr gute Mix aus erfahrenen Spielern und “jungen Wilden” hat dem Trainer die Auswahl der elf Spieler auf dem Feld sicher nicht einfach gemacht. Dadurch, dass wir uns aber alle durchweg gut verstanden haben, gab es auch keinen Neid oder Missgunst in der Truppe und man hat sich gegenseitig unterstützt und angefeuert, auch wenn man selber nicht aktiv am Spielgeschehen beteiligt war. Ein weiterer Pluspunkt für den Trainer, den ich aus heutiger Sicht, wo ich selber zum Teil als Trainer aktiv bin, sehr schätze, ist, dass das Team (vor allem die erfahreneren Spieler) sehr großes Vertrauen vom Trainer erhalten haben und selbstständig Entscheidungen auf dem Platz treffen konnten und durften. Leider wird heutzutage die selbstständige Entscheidungsfindung von Spielern immer weniger und mehr oder weniger bewusst auch von einigen Trainern durch entsprechende Trainingsmethoden oder Anweisungen im Spiel unterdrückt und nicht mehr gefördert.“

 

Lippe-Kick: Erstelle bitte ein Stärken- und Schwächen-Profil vom damaligen Team?

Sieweke: „Positiv ist mir aus der damaligen Zeit der Zusammenhalt des gesamten Vereins mit allen Seniorenmannschaften (Erste, Zweite, Dritte und Damenmannschaft) in Erinnerung geblieben. Zu den Spielen am Sonntag hatten wir immer eine zahlreiche Unterstützung von Fans und Sympathisanten, Vereinsmitgliedern und insbesondere auch vom Vorstand. Das Vereinsleben und das Miteinander auf und neben dem Platz wurde als Verein gelebt und hat den Erfolg des Teams in der Saison stark vorangetrieben.“

 

 

 

Lippe-Kick: Sicherlich gab es auch besondere Spiele, die einen direkten Einfluss auf den Serienverlauf genommen haben. Erzähl bitte.

Sieweke: „Aus meiner Sicht ist hier sicher das Nachholspiel gegen den TSV Horn zu benennen, welches wir unter der Woche bei Flutlicht auf dem Kunstrasenplatz von der FSV Pivitsheide ausgetragen haben. Die Tabellensituation war zu dem Zeitpunkt sehr eng und die beiden Mannschaften trennten nur wenige Punkte. Am Ende konnten wir das Spiel mit 2:1 für uns entscheiden und hatten damit aus unserer Sicht einen großen Schritt Richtung Meisterschaft und Aufstieg hingelegt. Die unmittelbar nach dem Spiel von den Verantwortlichen und Spielern des fairen Verlierers TSV Horn erhaltenen „Glückwünsche zum verdienten Aufstieg” entpuppten sich im Nachhinein leider als verfrüht für uns und zeigen auch, dass der Gegner in dem Moment selber nicht mehr wirklich an seinen späteren Erfolg geglaubt hat. Persönlich glaube ich, dass das Spiel und der dramatische Spielverlauf mit einem gehaltenen Elfmeter in der Nachspielzeit am Ende auch der ausschlaggebende Punkt für die folgenden Ergebnisse von uns gewesen ist. Wir hatten uns sehr intensiv auf das Spiel vorbereitet und waren so fokussiert auf einen erfolgreichen Ausgang, dass wir nach dem Sieg unsere positive Anspannung aus der Saison nicht mehr aufrechterhalten konnten und in den darauffolgenden Spielen gegen tabellarisch in dem Moment schlechtere Mannschaften nicht überzeugen und voll punkten konnten. Ich würde sogar so weit gehen, dass wir, wenn wir das Spiel nicht oder zu einem späteren Zeitpunkt der Saison (ein- oder zwei Wochen später) gewonnen hätten, wir am Ende vermutlich aufgestiegen wären. Der Fakt, dass wir in der Saison keine der acht Partien gegen die direkten Konkurrenten der Top 5-Abschlussplatzierungen verloren haben, untermauert meine These, dass wir in den direkten Duellen sehr fokussiert aufgetreten sind und die nötigen Punkte nicht bei den direkten Konkurrenten um den Aufstieg liegen lassen haben.“

 

Lippe-Kick: Welcher Moment ist unvergessen in eurer Gedankenwelt?

Sieweke: „Unvergessen ist für mich natürlich der parierte Elfmeter in der Nachspielzeit gegen den TSV Horn, welcher rückwirkend betrachtet aus meiner Sicht lieber zum Ausgleich geführt hätte. Zudem erinnere ich mich auch noch sehr gut an den Abpfiff des Spiels gegen TuRa Heiden ein paar Wochen später, wodurch wir in Heiden die Tabellenführung endgültig an den TSV Horn verloren haben.“

 

KFZ Rothbauer

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