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Kreisliga C1 Lemgo

VfB Matorf – Entspannt erfolgreich

Von einem Liga-Urgestein zu sprechen, verbietet sich im Zusammenhang mit dem VfB Matorf. Wir haben den Inside-Report über den Verein aus dem Lemgoer Umland. Klickt euch hinein.

 

 

Unruh erklärt die Matorfer-Erfolgsstory

 

Kreisliga C1 Lemgo (hk). An Abwechslung mangelt es nicht. Die Geschichte des VfB Matorf ist nämlich dominiert von einem Switchen durch die verschiedenen Spielklassen. Seit der Spielzeit 2002/03 waren die Grün-Weißen vier Jahre in der A-Klasse, acht Spielzeiten im Kreisunterhaus und befinden sich nunmehr im siebten C-Klassen-Jahr (siehe: https://www.lippe-kick.de/mannschaft/vfb-matorf/). Sehr gut möglich, dass in diesem Jahr abermals ein neues Umfeld vom Verein für Bewegungssport bespielt wird. Nach einer bemerkenswerten Bilanz und 13 Punkten aus fünf Partien, in denen nur zwei Gegentore geschluckt wurden, ist der Aufstiegskurs eine klare Angelegenheit. Zuvor stehen aber wohl noch die Play-Offs an. Vorausgesetzt, Corona ermöglicht dies.

 

Dieser Bericht wird präsentiert von:

 

Von Henning Klefisch

 

Wenn VfB-Angreifer Peter Unruh (Bild rechts) sich die Situation rund um sein Team vor Augen führt, dann huscht ein Lächeln über sein Gesicht. Der Aufstiegskurs ist voll im Visier und absolut realistisch. Man stellt die beste Abwehrkette und den drittbesten Angriff der Spielklasse. 18 Treffer zeugen von einer prächtigen Angriffswucht, wobei die treffsichereren Teams aus Almena (23 Tore) und Bega/Humfeld II (22) auch je eine Partie mehr bestritten. Daher hinkt der Vergleich ein wenig. Unruh möchte mit der dritten Position beileibe nicht klagen, erläutert im Gespräch mit Lippe-Kick: „Grundsätzlich können wir sehr zufrieden sein, da wir bisher sehr gut gespielt haben und eigentlich sehr souverän aufgetreten sind. Viel wichtiger ist für uns aber der Teamgeist und die Freude am Kicken“, betont der Routinier. Sich unnötigen Erfolgsdruck zu bereiten, der vielleicht sogar lähmend wirken könnte, das soll doch bitteschön tunlichst vermieden werden. „Wir sind weder darauf aus, unbedingt aufzusteigen, noch alle Spiele unbedingt zu gewinnen, sondern viel mehr miteinander Spaß zu haben und einfach Fußball zu spielen und dabei auch mit dem Gegner respektvoll umzugehen. Gerade in Zeiten wie diesen bekommt das Spiel nochmal einen ganz anderen Wert, unabhängig davon, ob man gewinnt oder verliert“, trifft er verbal damit den Nagel auf den Kopf. Vier Siege und ein Remis stehen zu Protokoll. Die 1:1-Punkteteilung errangen die Matorfer im Heimspiel gegen den Tabellenführer. Unruh räumt ein: „Spitzenspiele wie gegen Almena möchte man natürlich gern gewinnen, aber solche Spiele machen natürlich auch Freude, wenn man sie nicht gewinnt, weil es halt auch sehr spannend ist.“ Solche Highlight-Matches zwischen zwei spielstarken wie aufstiegsinteressierten Rivalen sind definitiv das Salz in der Suppe für alle Beteiligten. Sie steigern den Reiz am Fußball. Deutliche Erfolge, jeweils ohne Gegentor, gab es in den Partien bei der SG Lüdenhausen/Talle/Westorf III (9:0), gegen den FC Unteres Kalletal II (4:0) und im Spitzenspiel bei der SG LTW II (2:0). Vor allem in den Duellen gegen die Kellerkinder sah es nach einem Rennen zwischen einem ICE und einer Regionalbahn aus. Deutlich enger war es beim knappen 2:1-Erfolg in Schwelentrup. Man merkt, mit den Seniorenteams aus Lüdenhausen/Talle/Westorf kreuzten sich mehrfach die Klingen. Dem Kreispokal musste man nach einem 0:4 gegen den B1-Vertreter Lebewohl sagen, nachdem in der ersten Runde Liga-Konkurrent RSV Schwelentrup beim 0:8 deutlich das Nachsehen hatte.

 

 

Gründe für die defensive Stabilität

 

Mit Ausnahme der deutlichen Niederlage gegen den klassenhöheren Rivalen, der die Matorfer dechiffrierte, kassierten diese maximal einen Gegentreffer. Die Abwehr gleicht einem Bollwerk, was Peter Unruh auch argumentativ erklärt. Keeper William Helmut, zugleich auch Coach, ist ein reflexstarker und fangsicherer Schlussmann, der mit der einen oder anderen Glanzparade beeindruckte. Er sorgt für die nötige Stabilität zwischen den Pfosten. Merke jedoch. Ein guter Torwart ist ohne eine sichere Defensive aufgeschmissen. Und so rühmt Unruh auch die konsequente und aufmerksame Abwehrkette explizit: „Wenn wir mit der Stammmannschaft auftreten, können wir schon selbstbewusst behaupten, eine wirklich starke Defensive zu haben. Aber selbst bei Ausfällen rücken dann mal Spieler aus dem Mittelfeld hinten rein und machen es auch sehr gut“, ist die Polyvalenz von einigen Akteuren ein weiterer entscheidender Erfolgsfaktor. Nicht zu verachten, dass in der C-Klasse keineswegs die brandgefährlichen, vielleicht sogar furchteinflössenden Goalgetter auf Torejagd gehen: „Bei allem Respekt für jeden Gegner, wir spielen halt unterste Kreisklasse und da kommt es halt auch sehr auf den Gegner an, ob man viele Gegentore bekommt oder nicht“, ergänzt er noch das Matchglück, das keinesfalls unter den Teppich gekehrt werden sollte. An dieser Stelle möchte man gerne den langjährigen Bayern München-Coach Hermann Gerland zitieren, der völlig korrekt stets und ständig klarstellte: „Immer nur Glück ist Können.“ Wie Recht der „Tiger” doch hat.

 

 

 

 

Straßenfußballer Kindsvater

Unvergessen ist für Unruh die Begegnung gegen den RSV Schwelentrup. Im ersten Pflichtspiel dieser so speziellen Saison gab es eine 8:0-Gala gegen die Dörentruper. Die Gäste wurden auf das fußballerische Glatteis geführt. Wenig später folgte das gleiche Duell in der Liga, was nach einer furiosen Schlussviertelstunde der VfB Matorf mit 2:1 für sich entschieden hat: „Respekt für Schwelentrup, wie eine Mannschaft sich innerhalb von wenigen Wochen so extrem steigern kann. Für uns war es dann natürlich ein guter Start in die Saison“, hebt er symbolisch beide Daumen gen Himmel. Gefreut haben sich die Matorfer auch über einige Comebacker. Wie etwa über Daniel Ziefle, der nach einem einjährigen Intermezzo in Süddeutschland nach Lemgo zurückkehrte. Ziefle gilt als Unterschiedsspieler, ist „super sympathisch“, zudem eine echte Persönlichkeit, der die Mannschaft auf und außerhalb des Spielfeldes nach vorne bringt. Nach einem Gastspiel bei der SG Hörstmar/Lieme ist Artjom Kindsvater nach Matorf gewechselt. Er ist schnell wie der Blitz, gefällt mit schnellen Haken, ist dribbelstark, ein echter Straßenfußballer, der Gegenspieler in der Telefonzelle ausspielen kann. Dazu gesellt sich noch Matthias Derksen, auf dessen Spielberechtigung noch gewartet wird. Seit Sommer 2020 ist der Mittelfeldmann beim VfB Matorf. „Trotzdem freuen wir uns, dass er wieder da ist und uns in Zukunft auch helfen wird mit seiner großen Qualität“, so der langjährige VfB-Kicker.

 

 

Große Artenvielfalt in der C-Klasse

Die Diskrepanz im Leistungssektor variiert in der niedrigsten Kreisliga enorm. Die ambitionierten Spitzenteams besitzen zumindest in Spurenelementen B-Liga-Niveau. Die Kontrahenten aus den südlichen Tabellengefilden spielen aus Spaß an der Freude, sind die Freizeit-Kicker, wie sie im Lehrbuch stehen. Natürlich kommen daher auch gegen fußballerisch auf einem niedrigeren Niveau performende Rivalen deutliche Ergebnisse dabei zustande. Unruh freut sich, dass die Abwechslung in der C1-Lemgo gegeben ist. Man muss nur in den Spiegel schauen, um selbst dieses Phänomen zu beobachten: „Selbst in unserem Team schwankt die Qualität sehr. Es gibt Spieltage, da schöpfen wir aus dem Vollen. Wenn alle zur Verfügung stehen, da würde ich sogar behaupten, in einer höheren Klasse bestehen zu können.“ Einerlei. Andererseits. „Aber es gibt auch Spieltage, an denen wir keine Mannschaft zusammenkriegen und manchmal Spieler aus dem Ruhestand holen müssen. Aber auch das ist Kreisliga C und hat auch seinen Reiz.“ In der C-Klasse werden tatsächlich viele Sehnsüchte bedient, besitzt diese Artenvielfalt an unterschiedlichen Teams, Spielweisen und Individuen ebenso einen unschätzbaren Wert. Die Statik des Spiels variiert von Gegner zu Gegner. Ein Vorteil. So kommt nie Langeweile auf.

 

„Man bleibt wenigstens in Bewegung.“

Zurzeit nervt diese Corona-Krise einfach nur noch. Man muss diesen Virus unbedingt ernst nehmen, diktieren Corona-Einschränkungen unser Leben seit knapp einem Jahr. Es ist ein Stochern im Trüben, um seriös zu sagen, wann es tatsächlich wieder mit dem Spielbetrieb weitergeht. Die Frage darf erlaubt sein: Was ist mit dem Fitness-Level? Peter Unruh verrät offenherzig gegenüber Lippe-Kick: „Ich kenne jetzt keinen, der sich für den Klub fit hält. Ich denke, jeder macht auf seine Art und nach seinen Möglichkeiten das eine oder andere, um körperlich bei der Stange zu bleiben. Es ist ja auch noch gar nicht abzusehen, wann und wie es überhaupt weitergeht. Ich persönlich spiele – neben täglichen Indoor-Fitnessübungen – fast jeden Tag mit meinem Sohn Fußball im Garten, der seine Mini-Kicker-Mannschaft auch extrem vermisst. Auch wenn es nicht das Gleiche ist, man bleibt wenigstens in Bewegung“, ist dies der perfekte Schlusssatz in diesen so unruhigen, kniffligen Zeiten.

Werbegruppe OWL Sport

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